Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der erste Brief an die Thessalonicher

Einleitung

Einleitung folgt

Kapitel 1

Vers 1

Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade euch und Friede! 1.Thess 1,1

Paulus schreibt hier gemeinsam mit Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher. Paulus nennt Silvanus und Timotheus gleich neben seinem eigenen Namen, obschon Paulus zweifellos der durch Christus am besten ausgebildetste Mann war. Paulus stellt die mitarbeitenden Brüder auf dieselbe Stufe, auf welcher er selbst stand, auf die der geliebten Arbeiter des HERRN, denn bei wahren Arbeitern gibt es keine Neider oder gar Klassenkämpfer; die Wertschätzung eines jeden einzelnen Bruders oder jeder einzelnen Schwester lässt das keinesfalls zu.

Heute ist das in vielen Gemeinden leider ganz anders. Wenn jemand im HERRN Erfolg hat, freuen sich jeweils viele Geschwister nicht mit, obschon sie es durch Christi Gebot tun sollten (Röm 12,15). Von vielen wird einem der geistliche Erfolg leider vergönnt, was ich leider schon sehr oft habe erleben müssen.

Wer der Frage nachgeht, wem wir denn überhaupt dienen, uns selber oder Christus, sollte zur Einsicht kommen, dass die geistlichen Erfolge, die wir feiern, dem HERRN gehören. Wir dienen Ihm! Nur schon diese Erkenntnis sollte dem Neid oder gar dem Klassenkampf keinen Platz lassen!

Vers 2

Wir danken Gott allezeit für euch alle, indem wir euch erwähnen in unseren Gebeten und unablässig … 1.Thess 1,2

Die direkten Worte Gottes und die Lehre der Apostel, welche die Gesandten Gottes waren, wie auch ihr Vorbild, sind die Wegweiser unseres Lebens, wie wir wissen. An die Lehre der Apostel, die von Christus gesandt waren, hielten sich schon die ersten Christen, wie geschrieben steht:

Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Apg 2,42

Wir sollen so leben, wie es uns Christus vorlebte, aber auch so, wie es uns die Apostel vorgelebt haben. Und hier lesen wir, dass die Apostel dermassen dankbar waren, dass sie Gott allezeit dankten und Geschwister unablässig in Gebeten erwähnten, was voraussetzte, dass sie selbst unablässig im Gebet verharrten. Wir sind nun aufgefordert, es ihnen gleichzutun! Amen.

Vers 3

vor unserem Gott und Vater an euer Werk des Glaubens gedenken und die Bemühung der Liebe und das Ausharren in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus; 1.Thess 1,3

Im Kontext mit dem Vers 2 gedenkt der Apostel allezeit an die Thessalonicher und betet vor Gott ebenso viel für sie. Doch Paulus tut nicht nur das; er gedenkt auch ihrer Werke, die sie vor Gott getan haben. Er gedenkt 1. an das Werk des Glaubens 2. an die Bemühung der Liebe und 3. an das Ausharren in der Hoffnung auf den Herrn Jesus Christus! Paulus denkt an all diese Dinge der Thessalonicher.

An diesem Punkt müsste jeder Leser innehalten. Ich halte auch inne, ich will an dieser Stelle keine weiteren Dinge der Schrift erwähnen, seien sie noch so herrlich. Sie attestieren dem Christen zwar eine gewisse Frömmigkeit, wenn er wissbegierig von jedem Höhepunkt in der Schrift zum nächsten springt. Da am Ende aber die Umsetzung der Schriftworte verlangt ist, bringe ich hier keine weiteren Highlights der Schrift, sondern fordere den Leser und die Leserin ernsthaft auf, sich selbst zu fragen, wo sie angesichts dieser drei Verse im 1. Thessalonicherbrief stehen. Verharren Sie in dem, was uns Christus als Meister vorgezeigt hat? Und verhalten Sie sich wie die Apostel, seine Abgesandten? Denken Sie allzeit an die Geschwister im HERRN und an ihr Wohl oder wäre es Ihnen lieber, wenn wir jetzt zum nächsten biblischen Thema springen würden? Denken Sie an die Glaubenswerke Ihrer Geschwister oder sehen Sie sie eher kritisch? Denken Sie an die Bemühungen der Liebe Ihrer Geschwister oder werden diese Gedanken durch ein falsches Fokussieren auf deren Schwächen verdrängt? Denken Sie an das Ausharren Ihrer Geschwister, wenn diese in Not und Krankheit sind und sehen Sie darin die Beständigkeit ihres Glaubens, selbst wenn sich dieser vielleicht nur schwach bemerkbar macht? – Sollte das nicht der Fall sein, so hat es nur einen bedingten Wert, sich weiteren Themen zu widmen. Weitere Themen könnten vom Wesentlichen, das noch in Schieflage ist, ablenken. Der Gläubige könnte sich mit der Beschäftigung mit weiteren Themen selber täuschen und könnte sich wegen der Beschäftigung mit ihnen sehr fromm fühlen, obschon er nicht einmal grundlegende Themen so verstanden hat, dass er sie auch in die Praxis umsetzt. - Lassen Sie uns anfangen, auch einfach erscheinende Verse ernst zu nehmen und sofort in die Praxis umzusetzen! Amen!

Vers 4

und wir kennen, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung; 1.Thess 1,4

Ein herrlicher Vers! Gott wählt alle Menschen, doch nicht alle lassen sich retten. Doch die es tun, gehören definitiv zur Auswahl Gottes! Gelobt sei unser Herr, der uns geliebt und sich für uns hat schlachten lassen, dass dieser Vers so da stehen kann; dass hier steht, dass es die Auserwählung gibt!

Vers 5

denn unser Evangelium erging an euch nicht im Wort allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in grosser Gewissheit; ihr wisst ja, als was für Leute wir um euretwillen unter euch auftraten. 1.Thess 1,5

Gott tut unter Menschen, die nicht glauben wollen, wenig bis keine Wunder. Das wissen wir aus Christi Wirken, der Gott und gelobt in Ewigkeit ist (Mt 12,39; 16,4; Mk 6,5; Lk 11,29).

Bei den Thessalonichern unterstützte Gott die Predigt seiner Apostel mit Kraft und mit Heiligem Geist; sie wirkten in seiner Vollmacht. Diese Tatsache und das Ergebnis, das im nächsten Vers präsentiert wird, gab den Aposteln die Gewissheit der Erwählung der Thessalonicher. Anhand des Vorbildes des Apostels und seinen Gefährten, sahen sie das Werk Gottes in Christus. Das wurde ihnen vorgelebt, damit auch die Thessalonicher gerettet würden.

Vers 6

Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und die des Herrn, indem ihr das Wort in viel Bedrängnis mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen habt, 1.Thess 1,6

Die vom Teufel regierte Welt bedrängt jemanden, der sich retten lässt, sofort. Der Heilige Geist gleicht diese Bedrängnis mit Freude aus, unter anderem auch, damit es dem Gläubigen nicht zu schwer wird. Der Weg Gottes für einen Gläubigen ist nicht zwingend die Segnung durch irdische Dinge, sondern geprägt durch Friede und Freude im Heiligen Geist, wie geschrieben steht:

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Röm 14,17

Der Apostel ermutigt die Thessalonicher und attestiert ihnen ein sehr gutes Verhalten, indem er sagt, sie wären seine und des HERRN Nachahmer geworden. – Es ist sehr wichtig, dass wir uns gegenseitig ermutigen, denn viel Bedrängnis kann zu Unsicherheit oder Entmutigung führen.

Vers 7

so dass ihr allen Gläubigen in Mazedonien und in Achaja zu Vorbildern geworden seid. 1.Thess 1,7

Die Thessalonicher waren eine sehr gute Gemeinde, sie stellten einen Standard in Mazedonien und in Achaja. Sie lebten nach dem höchsten Gebot (Mt 22,38-40) in der Liebe zueinander, wie geschrieben steht:

9 Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben;
10 das tut ihr ja auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. 1.Thess 4,9.10a

Paulus, der auch vom Charakter Christi widerspiegelte, liebte diese Gemeinde sehr und sehnte sich sehr nach ihr. Darin sehen wir, wie sich Christus nach einer Gemeinde sehnt, die Ihn liebt. Eine derartige Gemeinde wird Christus in jeden Fall vor der Grossen Trübsal bewahren, wie Er das der Gemeinde von Philadelphia verspricht (Offb 3,10). Zu beachten ist, dass das, was für Philadelphia gilt, nicht automatisch auf alle Gemeinden übertragen werden kann, am wenigsten auf die Gemeinde in Laodicea, welche kirchengeschichtlich die Gemeinde in der heutigen und letzten Zeit vor der Wiederkunft Christi wiederspiegelt.

Vers 8

Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jeden Ort ist euer Glaube an Gott hinausgedrungen, so dass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen. 1.Thess 1,8

Was für ein herrliches Zeugnis die Gemeinde in Thessalonich doch hatte! Sie war damit auch ein Beispiel dafür, dass das Licht Christi nicht unter einen Scheffel, einen Kübel gehört. Das Licht Christi gehört auf das Lampengestell, damit es alle sehen (Mt 5,15)! Die Thessalonicher waren nicht nur Vorbilder in Sachen Bruderliebe; sie setzten Christi Worte auch konsequent in anderen Bereichen um. Damit werden sie allen Bibellesern zum Vorbild; was sie taten, ist zweifelsfrei nachzuahmen!

Vers 9

Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen 1.Thess 1,9

Betreffend das Zeugnis der Thessalonicher bedurfte es keiner weiteren Verkündigung durch die Apostel. Das Zeugnis war schon zu allen durchgedrungen! – Die Thessalonicher standen im Gegensatz zu vielen heutigen Christen vor der ganzen Welt zum Glauben! In der ganzen Umgegend kannte man ihre Geschichte. Und man wusste nicht nur diffuses Zeug von einem angeblichen Wandel, vielmehr wussten alle genau, was geschehen war: Vorher dienten die Thessalonicher den Götzen, wie es alle taten und heute noch tun, doch nach der Predigt des Paulus bekehrten sie sich zu Gott, um Ihm fortan zu dienen! – Was waren die Thessalonicher doch für Vorbilder, die es nachzuahmen gilt!

Vers 10

und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn. 1.Thess 1,10

Die Thessalonicher bekehrten sich von den toten Götzen zu Gott, dem lebendigen und wahren Gott und erwarteten seinen Sohn aus den Himmeln, welcher uns alle vor dem kommenden Zorn errettet, was man mit anderen Worten so zusammenfassen kann: Sie bekehrten sich zur rettenden Wahrheit! Götzenanbetung ist falsch, denn diese haben im Blick auf die Schöpfung nichts getan und können nichts. Hat jemals ein Götze Israel geholfen, als es dem Götzendienst verfallen war? Israel fiel dadurch nur immer tiefer ins Elend hinein.

Eine Hinwendung zum lebendigen Gott hingegen ist richtig, denn Er hat uns erschaffen und Er liebt uns! Sollten wir Ihn dann nicht wiederlieben und uns nicht zu Ihm bekehren? Und eine Bekehrung zu seinem Sohn ist richtig, denn Er trug das Gericht Gottes für uns am Kreuz, damit es uns nicht trifft. Er rettet uns vor dem kommenden Zorn!

Kapitel 2

Vers 1

Denn ihr selbst wisst, Brüder, dass unser Eingang bei euch nicht vergeblich war; 1.Thess 2,1

Für einen Wortverkündiger ist es das Schönste, wenn seine Arbeit nicht fruchtlos bleibt. Wenn sie einem Verwandten oder Nachbarn oder einem Arbeitskollegen das Evangelium predigen und die Predigt vergeblich war, ist das nichts Aufbauendes. Es macht den Verkündiger vielmehr traurig, dass die befreiende Botschaft Gottes ihre Rettung bei den betreffenden Personen nicht entfalten konnte. Der Gedanke, dass die Zuhörerschaft im völlig verlorenen Zustand verharren will, ist bedrückend! Wenn die Botschaft aber ankommt und Frucht bringt, dann ist das eine sehr herrliche Sache, da sich die Zuhörer vom Tod zum Leben hinüber haben retten lassen!

Vers 2

sondern nachdem wir vorher gelitten hatten und misshandelt worden waren, wie ihr wisst, in Philippi, wurden wir freimütig in unserem Gott, das Evangelium Gottes zu euch zu reden unter viel Kampf. 1.Thess 2,2

Paulus liess sich nicht unterkriegen. Zuerst hatte er viel gelitten und war in Philippi misshandelt worden, obschon er für das Evangelium – die rettende Botschaft für die Menschen – unterwegs war. Die Leiden und Misshandlungen hinderten ihn nicht, trotzdem weiterzumachen und nach Thessalonich zu kommen. Und obschon er in Thessalonich auch wieder viel Wiederstand antraf, führte er seinen Auftrag dennoch aus, was ihm ein sehr herrliches Ergebnis bescherte. Er durfte in Thessalonich eine vorbildliche Gemeinde gründen und damit viele Menschen retten!

Wir alle sind Beauftragte Gottes, die wir den Herrn Jesus Christus in unserem Leben angenommen haben. Er sagte uns, dass wir Licht und Salz in dieser Welt sein sollen. Diesen Auftrag wollen viele unter uns, wenn nicht alle, ausführen, solange alles glatt läuft. Sollten dann aber Widerstände und Probleme auftreten, so lasst uns dem Beispiel des Paulus folgen: Es ist in jedem Fall weiterzumachen! Amen!

Vers 3

Denn unsere Ermahnung geschah nicht aus Irrtum, auch nicht aus Unlauterkeit, auch nicht mit List; 1.Thess 2,3

Andere Übersetzungen geben diesen Vers mit folgenden Worten wieder:

Ihr könnt daran sehen: Wenn wir zum Glauben rufen, folgen wir nicht irgendwelchen Hirngespinsten. Wir tun es auch nicht in eigennütziger und betrügerischer Absicht. 1.Thess 2,3 

Paulus wusste, dass Gottes Auftrag hinter seiner Arbeit stand, daher liess er sich trotz aller Widerstände nicht entmutigen und konnte seiner Zuhörerschaft plausibel erklären, dass er nicht im eigenen Auftrag in eigennütziger und betrügerischer Absicht handelte.

Vers 4

sondern wie wir von Gott tauglich befunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. 1.Thess 2,4

Ein wahrer Diener Gottes wird von Gott als tauglich befunden und in der Folge von Ihm eingesetzt. Das steht im krassen Gegensatz zu den „Dienern“, die von Menschen gewählt und eingesetzt werden. Schnell kann man von Menschen eingesetzte Diener entlarven: Sie reden das, was die Menschen hören wollen, sie versuchen ihnen zu gefallen. Ein weiterer Indikator, ob ein Diener von Gott eingesetzt ist, ist der Monitor (der Spiegel) seines Lebens, welcher anzeigt, ob er von Gott gestützt ist oder nicht. Diener Gottes werden in ihrer Arbeit von Gott unterstützt und damit durch Ihn empfohlen, so steht es geschrieben:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2.Kor 10,18

Ein Mensch, der sich selbst zu etwas Grossem erklärt oder jemand, der durch die Gemeinde zum Hirten erklärt wird, ist noch lange nicht das, was er selbst zu glauben meint oder jenes, zu was ihn die Gemeinde gemacht hat. Die wahre Stellung des Menschen ist diejenige, in welche Gott ihn berufen hat. Diese Position haben der Mensch und die Gemeinde zu akzeptieren.

An dieser Stelle ist zu bemerken, dass eine Wahl von Ältesten, die durch die Gemeinde, also von unten her erfolgt, höchst fragwürdig ist. Ein Ältester sollte sich durch den Geist Gottes entwickeln und als das offenbar werden und von der Gemeinde als von Gott in diese Stellung gehoben akzeptiert werden. Eine Vereinswahl nach der Art der Welt, wie sie in vielen Gemeinden angewendet wird, öffnet jedem den Weg in die Gemeindeleitung und setzt die von Gott gesetzten Kriterien (z. B. 1. Tim 3,2) ausser Kraft. Diese Wahlmethode ist auch ein Grund, dass viele der heutigen Gemeinden geistlich so schwach unterwegs sind.

Vers 5

Denn weder sind wir jemals mit schmeichelnder Rede aufgetreten, wie ihr wisst, noch mit einem Vorwand für Habsucht – Gott ist Zeuge – 1.Thess 2,5

Paulus und seine Gefährten traten wie ein Diener Gottes auf, nicht wie Menschen, die ihren eigenen Vorteil bzw. den Ruhm vom Menschen suchen. Nie traten sie mit schmeichelnder Rede auf. Nie traten sie mit einem Vorwand für Habsucht auf, um von Menschen Geld zu bekommen, vielmehr beschreibt Paulus, dass er und seine Mitarbeiter selbst für ihren Unterhalt gesorgt hatten (2. Thess 3,8).

Damit gab Paulus ein Beispiel für echte Diener Gottes und einen Anhaltspunkt, um echte Diener Gottes von selbst ernannten oder durch falsche Wahl eingesetzte zu unterscheiden.

Vers 6

noch suchten wir Ehre von Menschen, weder von euch noch von anderen, 1.Thess 2,6

Neben Habsüchtigen gibt es auch Menschen, die auf die Ehre von Menschen abfahren. Solche Menschen wollen überall im Mittelpunkt stehen und setzen alle ihre Möglichkeiten daran, diesen zu erreichen. – Paulus hätte mehr Möglichkeiten gehabt, als andere Menschen, in den Mittelpunkt zu kommen; er hatte göttliche Gaben, wie die Krankenheilung, welche in sofort auf den ersten Platz unter den Menschen gebracht hätte.

Aber Paulus suchte nicht seine eigene Ehre; er suchte Gottes Ehre, was auch zur Rettung der Menschen dienlich war.

Was bedeutet dieser Vers für uns? – Es kann sein, dass wir durch zunehmendes Alter und durch zunehmende Weisheit Gunst (Beliebtheit) bei den Menschen erlangen. Diese könnte uns stolz werden und uns am vorgesteckten Ziel Gottes vorbeigleiten lassen. Wir sollten daher erkennen: Wenn uns Gott bei Menschen Gehört verschafft, sollten wir diese Situation für das Evangelium und alle anderen Angelegenheiten Christi ausschöpfen und uns keinesfalls selber gefallen! Amen!

Vers 7

obwohl wir als Christi Apostel gewichtig hätten auftreten können; sondern wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. 1.Thess 2,7

Das ist der Unterschied zwischen hochgestellten Personen in der Welt und hochgestellten Personen im Reich Gottes. Hochgestellte Personen im Reich Gottes dienen ihren Brüdern und Schwestern im Gegensatz zu hochgestellten Personen in der Welt, die sich bedienen lassen. Hochgestellte Personen folgen dem Beispiel Christi, der sein Leben für die Gemeinde hingegeben hat und funktionieren nach dem Prinzip, das der HERR christlichen Leitern gegeben hat.

26 Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch gross werden will, wird er euer Diener sein,
27 und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein;
28 gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. Mt 20,26-28

An dieses Prinzip hielten sich die Apostel und dienten der Gemeinde, anstatt über sie zu herrschen. – Diese Demut soll aber nicht zu falscher Demut führen! Wenn es erfordert war, schritten die Apostel ein und versteckten nicht Untätigkeit hinter falscher Demut! Als sich Sünde in die Gemeinde geschlichen hatte (z. B. 1. Kor 5), handelten sie scharf und konsequent, damit die anvertrauten Schafe nicht unter ein Gericht kommen würden. So war selbst die manchmal ausgeübte Härte auch ein Ausdruck der Liebe, damit, wie erwähnt, die Gemeinde nicht ins Unglück käme.

Vers 8

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart. 1.Thess 2,8

Mit Geschwistern, die man lieb gewonnen hat und man spürt, dass man wiedergeliebt wird, teilt man auch sehr gerne die Lebensumstände. Das geht nicht in jedem Fall, wo Zweifel oder gar noch Missgunst vorherrschen, geht das nicht, da muss man Wort und das tiefere Offenbaren des Privatlebens in der Regel trennen.

In der guten Gemeinde in Thessalonich, der die Schrift selbst das Zeugnis gibt, vorbildlich zu sein, fiel das dem Paulus natürlich viel leichter als in Korinth, zur Zeit ihres Stolzes, in welchem die Korinther scharf ermahnt werden mussten (1. Kor 5). Da blieb kein Platz, Freuden und Lebensumstände zu teilen, sondern die Sorge des Paulus um die Korinther musste der Ermahnung den ganzen Platz lassen.

Es ist eine Gnade Gottes, wenn wir in eine Gemeinde gehen dürfen, in welcher wir gerne auch unsere Lebensumstände teilen können! Amen!

Vers 9

Denn ihr erinnert euch, Brüder, an unsere Mühe und Beschwerde: Nacht und Tag arbeitend, um niemand von euch beschwerlich zu fallen, haben wir euch das Evangelium Gottes gepredigt. 1.Thess 2,9

Mit diesem Vers führt der Apostel im Anschluss an Vers 7 weiter aus, dass er nicht seiner Position gemäss herrschte, sondern sich zu einem völlig ergebenen Diener der Gemeinde erniedrigt hatte. Um der Gemeinde nicht zur Last zu fallen, kam er zusätzlich zur Arbeit, die er für die Gemeinde ausführte, selber für seinen Lebensunterhalt auf.

Ein Arbeiter Gottes hat das Recht, von seiner Arbeit durch die Unterstützung der Gemeindeglieder zu leben ohne zusätzlich selbst für den Lebensunterhalt auch noch aufkommen zu müssen. Das erklärt Paulus an dieser Stelle:

6 Oder haben allein ich und Barnabas kein Recht, nicht zu arbeiten?
7 Wer tut jemals Kriegsdienste auf eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und isst dessen Frucht nicht? Oder wer hütet eine Herde und isst nicht von der Milch der Herde?
8 Rede ich dies etwa nach Menschenweise, oder sagt das nicht auch das Gesetz?
9 Denn in dem Gesetz Moses steht geschrieben: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«. Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt?
10 Oder spricht er nicht durchaus um unsertwillen? Denn es ist um unsertwillen geschrieben, dass der Pflüger auf Hoffnung pflügen und der Dreschende dreschen soll auf Hoffnung, am Ertrag teilzuhaben.
11 Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Grosses, wenn wir von euch das Irdische ernten?
12 Wenn andere an dem Verfügungsrecht über euch Anteil haben, nicht erst recht wir? Wir haben aber von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium Christi kein Hindernis bereiten.
13 Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel essen, dass die, welche am Altar tätig sind, Anteil am Altar haben?
14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben. 1.Kor 9,6-14

Wer es nicht aus dem Kontext herauslesen kann, versteht es spätestens aus dem Vers 14, in welchem es unmissverständlich heisst, dass es eine Verordnung des HERRN ist, dass die Arbeit, das Verkündigen des Evangeliums, eine vollwertige Arbeit ist, die den Lebensbedarf decken soll. Ein Evangelist soll und darf also allein von der Verkündigung des Evangeliums leben. Wenn dieser eine Zusatzleistung erbringen und selber für den Lebensunterhalt aufkommen will, so kann er das selbstverständlich auch tun, doch das ist nicht Gottes Erwartung und auch nicht jedem gegeben bzw. möglich. Wenn ein Evangelist noch eine Familie mit kleinen Kindern hat, so ist es ihm nicht in jedem Fall möglich, neben einem gut und Gott wohlgefällig ausgeführten Evangeliumsdienst, abends noch bis in alle Nacht einer weiteren Arbeit nachzugehen, um ein eigenes Einkommen zu sichern. Paulus konnte das als unverheirateter Mann tun, es stand ihm frei, vom Evangelium zu leben oder den für ihn maximalen Weg zu beschreiten und mit weiterer Arbeit seinen Unterhalt zu decken, um damit die Gemeinde von finanzieller Unterstützung zu befreien.

Vers 10

Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren; 1.Thess 2,10

Ein Gesandter Gottes lebt gemäss der Natur seines himmlischen Vaters. Der Vater ist heilig, gerecht und untadelig. Ein von Gott bestätigter Abgesandter lebt genauso. Bewusst schreibe ich: Ein von Gott bestätigter Abgesandter. Viele sogenannte „geistliche Würdenträger“ sind gar nicht von Gott eingesetzt. Sie haben den weltlichen Weg via eine theologische Ausbildungsstätte gewählt und haben sich nach dem Studienabschluss in einem von Menschen aufgebauten System in leitende Positionen wählen lassen. Mit anderen Worten ausgedrückt: Längst nicht jeder Pfarrer, Priester, Diakon, Älteste ist von Gott in den heiligen Dienst berufen worden. Wir sehen das an ihren Leben. Diejenigen unter dem Zölibat sind unter einer Lehre von Dämonen (1. Tim 4,1-3). Diejenigen, die eine hierarchische Struktur unterstützen (Klerus vs. Laien), sind damit gegen Christus und sein Wort (Mt 23,8-10). Diejenigen, welche Maria anbeten oder „verehren“ wie es die Kirche heuchlerisch rechtfertigend sagt, verwerfen denjenigen, der gesagt hat, dass es nur einen Gott gibt und nur einen einzigen Mittler (Christus) zwischen Gott und den Menschen, wie geschrieben steht:

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 1.Tim 2,5

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Sie brauchen keinen „christlichen Würdenträger“ zu fürchten, sie sind nicht eingesetzt von Gott. Nur wenn einer heilig, gerecht und untadelig wandelt, ist er von Gott anerkannt. Amen.

Vers 11

wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder 1.Thess 2,11

Paulus sah sich nicht als Vater der Thessalonicher, da es in Wahrheit nur einen geistlichen Vater gibt, das ist der Vater in den Himmeln. Daher benutzt Paulus die Worte „wie ein Vater“ und nicht „(er habe) als Vater (agiert)“. Das widerspricht sich auch nicht mit der Stelle Philemon 1,10, in welcher er sich als der bezeichnet, welcher Philemon gezeugt hat. Dort sagt Paulus lediglich in figurativer Sprache, dass Philemon durch seine Predigt zum Kind Gottes wurde. Paulus hielt sich, im Gegensatz zur katholischen Kirche und anderen, an die Worte Christi aus dem Matthäusevangelium und bezeichnete sich nicht als Vater. Im krassen Gegensatz handelt die gemäss der biblischen Lehre völlig illegal organisierte katholische Kirche, wie erwähnt, welche das von Christus angeordnete Gesetz mit ihrem Oberhaupt in Rom mit Füssen tritt. Christus befahl mit den Worten „ihr sollt auch nicht“ (siehe nachfolgender Vers), dass sich kein Mensch (geistlicher) Vater nennen soll. Und obschon der Verstoss in Rom so eindeutig und offensichtlich ist, scheint es Millionen von Menschen, die sich zum Glauben bekennen, nicht aufzufallen bzw. nicht zu kümmern.

Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. Mt 23,9

Paulus handelte als Diener Gottes rücksichtsvoll mit den ihm anvertrauten Seelen des HERRN, wie ein liebender Vater rücksichtsvoll mit seinen Kindern handelt. – So sollen wir uns auch verhalten. Amen.

Vers 12

ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. 1.Thess 2,12

Paulus ermahnte die Thessalonicher, wie ein Vater seine Kinder ermahnt. In lebenswichtigen Sachen lässt ein Vater, der seine Kinder liebt, nicht locker und geht, falls nötig, bis zur langatmigen, fast flehender Ermahnung, für welche hier das Wort „beschworen“ steht, indem ein liebender Vater sinngemäss sagt: „Kinder, wenn ihr die göttlichen Lebensregeln befolgt, wird es euch gut gehen, ich beschwöre euch, glaubt mir und tut sie, denn ich will, dass es euch gut geht und ihr nicht in schlimme Fallen tappt, welche eure Leben verderben!“

Dies tat Paulus, indem er die zu unterweisenden Gemeindeglieder anleitete, des Gottes würdig zu wandeln, welcher eine hohe Aufgabe für uns vorgesehen hat, nämlich die Berufung zu seiner (königlichen) Herrlichkeit. – In Werk des Paulus sehen wir echte Fürsorge für die Gemeindeglieder. Diese Fürsorge geziemt sich auf jeden Fall für von Gott eingesetzte Gesandte, Älteste und Pastoren, wie Paulus ein grosser von ihnen war, aber nicht nur! Der HERR will, dass die Liebe unter allen Gliedern offenbar sei. In Fürsorge und Liebe sollen sich alle gegenseitig pflegen, selbst wenn das teilweise mit viel Demut in Verbindung stehen kann, wie es der HERR mit der Fusswaschung an seinen Jüngern bildhaft und sehr eindrücklich gelehrt hat (Joh 13).

Vers 13

Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt. 1.Thess 2,13

Es ist eine Gnade und grosse Freude für einen Diener Gottes, wenn er sieht, dass sein Wort von seiner Zuhörerschaft als Gottes- und nicht als Menschenwort aufgenommen wird. Denn Menschenwort verwirft man wieder, wenn man glaubt, dass der Ratschlag wertlos sei, an Gottes Wort klammert sich der Mensch auch dann, wenn jegliche Hoffnung, äusserlich gesehen, verschwunden ist. Denn Gottes Wort fehlt nie! Amen!

Vers 14

Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden, 1.Thess 2,14

Ein positiver Aspekt einer Gemeinde ist ihre Verfolgung. Eine der Welt gleichförmige Gemeinde wird nicht verfolgt (Joh 15,19), denn diese zeugt nicht gegen die Welt. Eine bibeltreue Gemeinde zeugt gegen die Welt und die Welt, die nur das ihre liebt, beginnt sie zu verfolgen, das ist garantiert, wie auch an folgender Stelle geschrieben steht:

Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden. 2.Tim 3,12

Diese Thematik erklärt der Herr Jesus seinen Jüngern auch im Johannesevangelium (Joh 15,20).

Die Thessalonicher haben von den eigenen Landsleuten Verfolgung erlitten, wie die Gemeinden in Judäa von den Juden, den eigenen Landsleuten, erlitten hatten. Deshalb nennt sie der Apostel Nachahmer; es erging ihnen so, wie den christusgläubigen Gemeinden in Judäa.

Liebe Leserin und lieber Leser! Wenn Sie aufgrund Ihres Glaubens verfolgt werden, glückselig sind Sie. Denn gleichsam haben sie die Propheten Gottes verfolgt.

11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist gross in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Mt 5,11.12

Aufgrund dieser Reden des HERRN können wir den Zustand einer Gemeinde oder unseren Zustand besser einordnen. Die Gemeinde in Thessalonich hielt an Christus und seinem Zeugnis fest, daher wurde sie verfolgt, was sie auszeichnete. Viele der heutigen Gemeinden werden nicht verfolgt, sie sind der Welt gleichförmig geworden, was der Welt keinen Anlass gibt, sie zu verfolgen. Das ist ein ernsthaftes Problem, welches Christus mit den Worten an die Gemeinde von Laodicea anprangert (Offb 3,14 ff).

Vers 15

die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, 1.Thess 2,15
 
Die Juden haben den Herrn Jesus und auch die Propheten getötet und haben zu all diesem Bösen auch die verfolgt, die nachher in den Dienst für Gott getreten sind, wie einen Paulus beispielsweise.
 
Es ist nun mal so, dass ein Christ sogar von den allernächsten Menschen verfolgt werden kann, wenn diese Gott ablehnen. Wie die Juden die eigenen Landsleute verfolgt hatten, die Christen geworden waren, so haben die Griechen die gläubig gewordenen Thessalonicher verfolgt. Die Menschen verhalten sich so, weil ein Christ gegen die Welt zeugt, indem er die Busse von dem sündigen und gottlosen Wandel der Welt predigt und Menschen, denen der sündige, ehebrecherische und gottlose Weg dieser Welt gefällt, passt eine solche Predigt überhaupt nicht.

Vers 16

indem sie – um ihr Sündenmass stets voll zu machen – uns wehren, zu den Nationen zu reden, damit die errettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen. 1.Thess 2,16

In diesem Vers spricht Paulus immer noch von den Juden, die den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und die weiteren Abgesandten Gottes, die Apostel, verfolgt hatten. Diese Juden waren allen Menschen feindlich, weil sie mit aller Kraft und all ihren Möglichkeiten den Weg zur Errettung verschliessen wollten, zum Verderben aller Menschen,

Wie es damals viele solcher gottesfeindlichen Menschen gab, gibt es sie heute auch. Sie kämpfen gegen alles, was zur Errettung führt; sie sind Christus und Christen feindlich gesinnt. Solche Menschen preisen sich als Menschenfreunde an, sie führen immer Menschenrechtsgedanken in ihrem Munde, doch wenn der einzige Weg, der zur Errettung führt, das ist Jesus Christus, zur Sprache kommt, wehren sie dieser Verkündigung!

Durch das Wort Gottes geht eine ernsthafte Warnung an solche Menschen. Denn für Menschen, die mit Gott brechen, gibt es einen Ort, der unerträglich ist (Jes 66,24), denn ihr Wurm wird (in diesem Feuersee) nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.

Vers 17

Wir aber, Brüder, da wir für kurze Zeit von euch verwaist waren, dem Angesicht, nicht dem Herzen nach, haben uns um so mehr mit grossem Verlangen bemüht, euer Angesicht zu sehen. 1.Thess 2,17

Eine solche Aussage sollte normal sein unter Geschwistern, die sich eine Zeit lang nicht mehr gesehen haben. Das Verlangen, sich zu sehen, sollte gross sein.

Doch das ist leider nicht immer der Fall. Manchmal kommen einem temporäre Trennungen gerade recht, so muss man das Gesicht von X oder von Y für eine Zeit nicht sehen, sagen sich dann einige, was nicht sein sollte und fleischlichen Wandel offenbart. Unter fleischlichen Christen gibt es leider Zank (1. Kor 3,3).

Geistliche Christen lieben sich aus reinem Herzen, denn das ist nicht schwer, denn diese übernatürliche Liebe wurde uns von Christus geschenkt, wie geschrieben steht:

die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Röm 5,5

Von dieser Liebe Gebrauch zu machen, wurde uns von unserem HERRN angeordnet (Joh 13,34). Wer diese Liebe nicht freisetzt, scheitert in elementaren Dingen. Der HERR darf diese Liebe befehlen und niemand kann sagen, er könne nicht „auf Knopfdruck“ lieben, denn der HERR ordnet nur an, was möglich ist. Nie verlangt der HERR Unmögliches von seinen Kindern.

Vers 18

Deshalb wollten wir zu euch kommen – ich, Paulus – nicht nur einmal, sondern zweimal, und der Satan hat uns gehindert. 1.Thess 2,18

Die Liebe Christi in uns ist so stark, dass sie nicht ohne weiteres aufgibt. Deshalb unternahm Paulus mehrere Anläufe, um zu den Thessalonichern zu kommen. – Die Geschwisterliebe drängt uns dazu, nicht lockerzulassen, wenn es auf Anhieb nicht klappt, wie es Eltern bei eigenen Kindern tun würden. Man sagt nach einem erfolglosen Anruf nicht: „Ich komme nicht durch!“, und legt den Telefonhörer auf die Seite, um es nicht mehr zu versuchen.

Wir sollen wissen, dass der Satan einem alles offen hält, was von Christus wegführt und alles bekämpft, was biblisch ist. Deshalb wollte er es auf keinen Fall sehen, dass Paulus die Thessalonicher besuchen geht, was ihm offenbar, zumindest temporär, gelungen war. Doch ein Diener Gottes lässt sich durch solche Attacken nicht unterkriegen, denn er weiss, dass er mit Gottes Hilfe den Satan, den Tod und die Finsternis überwinden wird. So griff der Apostel zu Alternativen, wie hier zur Feder und schrieb den Thessalonicher zumindest mal diesen Brief, aus welchem sie auch die Liebe des Apostels zu ihnen herauslesen konnten und in welchem sie mit weiteren Wahrheiten gestärkt wurden.

Vers 19

Denn wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder Ruhmeskranz – nicht auch ihr? – vor unserem Herrn Jesus bei seiner Ankunft? 1.Thess 2,19

Paulus brachte durch seinen geistlichen Dienst Früchte hervor. Die Gemeinden, die er gründete, werden bei der Wiederkunft Christi sein Ruhmeskranz sein! Er arbeitete nach der Anweisung Christi, nach der Anweisung des Hauptes der Gemeinde (Eph 1,22). Wer so arbeitet, wird nicht fruchtlos bleiben. Wer auf eigene Faust agiert, schlägt in ziellos in die Luft, das tat Paulus nicht, weil er sich von Christus anleiten liess, wie geschrieben steht:

25 Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
26 Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt;
27 sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde. 1.Kor 9,25-27

Wer den Anweisungen des HERRN folgt, kann nicht ziellos in die Luft schlagen, weil der HERR als Feldherr den völligen Überblick hat. Dazu ist Er die Weisheit in Person, niemand kann bessere Anweisungen geben, das wissen wir schon aus der Geschichte Israels. Keine Schlacht wurde von Israel verloren, in welcher sich Israel an die Weisungen Gottes gehalten hatte. Es ist unmöglich mit Gott zu verlieren. Kämpfe gingen nur verloren, wenn sich Israel oder Juda (z. B. 2. Kö 14) nicht an die Weisung Gottes gehalten hatte oder wenn Sünde zugelassen wurde (Jos 7).

Wenn wir uns an die Anweisungen Gottes halten (die Bibel) und Sünde nicht zulassen, werden wir am Ende unseres Lebens auch sagen können: Das oder jenes Werk oder die oder jene Geschwister, die wir zum Glauben geführt haben, sind unsere Hoffnung oder Freude oder Ruhmeskranz vor unserem Herrn Jesus bei seiner Ankunft! Dasselbe konnte Paulus auch von seinem Werk an den Philippern sagen („Meine Freude und mein Sigeskranz“, Phil 4,1)! – Wie schön!

Vers 20

Denn ihr seid unsere Herrlichkeit und Freude. 1.Thess 2,20

Die Thessalonicher waren Paulus‘ Herrlichkeit; wer das Werk des Paulus‘ sah und dann die herrliche Gemeinde, die draus erwachsen war, musste bzw. muss heute noch beeindruckt sein. Es ist natürlich, dass Paulus sich daran erfreute und er demzufolge die Thessalonicher als seine Freude und diejenige seiner Mitarbeiter bezeichnete. An einem so gut gelungenen Werk muss man sich einfach erfreuen!

Kapitel 3

Vers 1

Deshalb, da wir es nicht länger aushalten konnten, beschlossen wir, allein in Athen zurückzubleiben, 1.Thess 3,1

Paulus nahm seine Verantwortung wahr als Apostel Christi. Gott hat uns in eine Welt gestellt, in welcher durch das individuelle Agieren eines jeden Individuums, sei es Engel oder Mensch, das Begehren und Trachten des Innern offenbar wird. Am Ende ist unter der Sonne unmissverständlich klar, wer für den HERRN war und wer nicht. Doch nicht nur das wird klar sein. Es wird in feinen Graden abgestuft ersichtlich sein, welches Herz mehr für den Herrn schlug und welches weniger. Bei den Ungläubigen wird auf einer gleich feinen Skala der Grad des Abfalls angezeigt sein.

Gott wird am Ende – für Menschen und Engel nachvollziehbar – in der Lage sein, 100-prozentig gerecht zu richten. Dazu wäre Er auch sonst in der Lage. Aber auf diese Weise kann sein Gericht von allen nachvollzogen werden. Paulus wird in Gericht über die Christen (das ist das Gericht vor dem Richterstuhl, Römer 14,10; 2. Kor 5,10) glänzen. Er handelte agil für den HERRN, aber auch umsichtig und verantwortungsbewusst.

Vers 2

und wir sandten Timotheus, unseren Bruder und Mitarbeiter Gottes in dem Evangelium des Christus, um euch zu stärken und zu trösten eures Glaubens wegen, 1.Thess 3,2

Gott hat eine Umgebung geschaffen, in welcher zunächst jeder seinen freien Willen ausleben kann, sei es Engel oder Mensch, bis die Stunde der Abrechnung kommt. Diese Umgebung ist sehr dynamisch und es begegnen sich darin Böse und Gute. Und bei beiden Menschengruppen wird durch ihre Werke offenbar, was in ihrem Herzen ist.

Durch unsere Taten bringen wir nicht nur ans Licht, was in uns wohnt, sondern stossen damit bei anderen auf Zustimmung oder Ablehnung, was im Anschluss auch Aussagen über das Denken und Verhalten unserer Umgebung zulässt. Tun wir Gutes und werden dafür bedrängt, so kann man Aussagen über unsere Bedränger machen. Tun wir Gutes und werden dabei unterstützt, sagt das etwas Gegensätzliches über unsere Unterstützer aus. Tun wir Schlechtes und werden abgelehnt, spricht das wieder in einer Weise über unsere Mitmenschen. Tun wir Schlechtes und werden dabei unterstützt, ist die Aussage über unsere Unterstützer wieder eine spezifische.

Liebe Leserin und lieber Leser! Je älter Sie sind, desto mehr liegt auf dem Tisch, was für Sie oder gegen Sie aussagt. Der Massstab des Gerichts, mit welchem Sie und ich am Ende beurteilt werden, ist nicht der Ethikgrundsatz ihrer Kultur, Religion oder jener der eigenen Vorstellung. Der Massstab, welcher Gott an Sie legen wird, ist das Wort Gottes, über das gesagt ist:

Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen. Mt 21,44

Die Bibel sagt, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, der Eckstein ist, an welchem alles ausgerichtet, bzw. gemessen werden wird. Wer zu Lebzeiten den Sohn Gottes als Erretter in Wahrheit, nicht in einem hohlen Lippenbekenntnis, annimmt, ist am Eckstein ausgerichtet, was im Kontrast zum „darauf Fallen“ steht. Wer sich nicht in Gottes Bau einfügen und sich nicht an Jesus Christus ausrichten lässt, dem wird dieser Stein plötzlich begegnen (bei der Erscheinung des Sohnes Gottes). Die Bibel nennt das „darauf fallen“. Die Offenbarung Jesu Christi wird plötzlich geschehen, wenn man sie in der heutigen Überheblichkeit und im heutigen Übermut nie erwarten würde. Diese plötzliche Erscheinung Jesu Christi über den Menschen umschreibt die Bibel mit „auf wen er fallen wird“.

Paulus war am Eckstein ausgerichtet, er konnte weder auf diesen Stein fallen noch hätte ihn dieser Stein überraschend von oben getroffen und zermalmt, weil Paulus ja, wie erwähnt, an Ihm ausgerichtet war, wie es alle anderen zeitgenössischen Geschwister im HERRN auch waren. Und diese Ausrichtung brachte Paulus dazu, gute Werke zu wirken, wie die Entsendung des Timotheus, um nach dem Wohl der Hausgenossen Gottes zu schauen.

Unsere Ausrichtung an diesem Eckstein wird uns auch zu guten Werken führen und vor dem Schicksal der Gottlosen bewahren, daran zerschmettert oder darunter zermalmt zu werden. Amen!

Vers 3

dass niemand wankend werde in diesen Bedrängnissen. – Denn ihr selbst wisst, dass wir dazu bestimmt sind; 1.Thess 3,3

Paulus‘ Sorge um die Thessalonicher war berechtigt; er wusste, dass auch auf sie Bedrängnisse kommen würden, welche sie bedrängen würden (Joh 16,33; Apg 14,22).

Bedrängnisse können bei Christen starke Zweifel am Weg oder an der Beziehung zum Vater im Himmel aufkommen lassen. Christen können dadurch „wankend“ werden, sie können ihre Festigkeit im Glauben verlieren. Die Sorge des Paulus um die Geschwister beruhte auf diesen vorausgesagten Tatsachen, sie war nicht unbegründet. Es gibt vielmehr keinen Grund zu völliger Sorglosigkeit, wie sie heute teilweise unter Christen gelebt und gepredigt wird. Denn Tatsache ist: Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und schaut, wen er verschlingen könnte, wie geschrieben steht:

Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. 1.Petr 5,8

Nüchternheit und Wachsamkeit sind Tugenden, die dem Christen unter den gegebenen Umständen anstehen, nicht Sorglosigkeit im Sinn von Leichtfertigkeit oder Leichtsinnigkeit stehen dem Christen an. Unsere Sorgen dürfen wir auf Gott werfen und sie bei Ihm abladen, um erquickt zu werden (Mt 11,28), doch wir müssen weiterhin und beständig um ein gottgefälliges Leben besorgt bleiben.

Wer auf den HERRN vertraut, wird nicht wanken (Ps 26)! Amen.

Vers 4

denn auch als wir bei euch waren, sagten wir euch vorher, dass wir bedrängt sein würden, wie es auch geschehen ist und ihr wisst. – 1.Thess 3,4

Der Herr Jesus sagt, dass Bedrängnisse auf die Kirche Gottes kommen werden, wie geschrieben steht:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. Joh 16,33

Diese Wahrheit wird im Neuen Testament immer wieder bestätigt; sie steht nicht nur im Thessalonicherbrief. Die Rede von Verfolgung ist auch in der Apostelgeschichte:

Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen. Apg 14,22

In all diesen Bedrängnissen haben wir die Zusage des HERRN, dass sein Trost darüber steht:

Denn wie die Leiden des Christus überreich auf uns kommen, so ist auch durch den Christus unser Trost überreich. 2.Kor 1,5

In unseren Bedrängnissen dürfen wir darauf vertrauen, dass der Trost des Christus überreich sein werden wird.

Bedrängnisse sind uns vorausgesagt, wir sollten darin nicht anfangen zu straucheln. – In der Bedrängnis wird die Stimme des Widersachers laut und man hört ihn oft so oder auf ähnliche Art brüllen: „Gott hat dich aufgrund deines ständigen Versagens verlassen!“ Und nicht selten lässt er diesem noch Worte aus der Bibel folgen, um seiner Lügenbotschaft einen göttlichen Anstrich zu verpassen, wie der Versucher es bei Christus getan hatte. Er nahm Ihn an die „göttlichsten“ Orte, in die Heilige Stadt, auf die Zinne des Tempels, und versuchte den HERRN mit Worten aus der Heiligen Schrift (Mt 4,5), als er Ihn nach Jerusalem auf die Zinne des Tempels nahm und anfing, aus den Psalmen zu zitieren (Ps 91,11.12).

Vers 5

Darum, da auch ich es nicht länger aushalten konnte, sandte ich ihn, um euren Glauben zu erfahren, ob nicht etwa der Versucher euch versucht habe und unsere Arbeit vergeblich gewesen sei. 1.Thess 3,5

Wie schön ist die durch Liebe zu den Thessalonichern motivierte Aussage von Paulus: „Darum, da auch ich es nicht länger aushalten konnte.“ – Das Leben in Christus ist von Gefühlen geprägt, wie Christus selbst viele Gefühle hat und sie ausgedrückt hatte. Er weinte vor dem Grab des Lazarus (Joh 11,35). Er sehnte sich (mit Sehnsucht) nach besonderer Gemeinschaft mit den Jüngern (Lk 22,15). Der Herr Jesus drückte mit diesem Vers im Lukasevangelium ein sehr starkes Gefühl nach dem Bedürfnis aus, mit seinen Jüngern eine besondere Gemeinschaft beim Abendmahl zu pflegen. Weiter veranlasste Ihn die Liebe zu seiner Mutter, am Kreuz hängend, wo man hätte meinen können, andere Probleme würden überwiegen, ihre weitere Versorgung zu regeln (Joh 19,27). Und überhaupt ist an dieser Stelle wieder zu erwähnen, dass die Erfüllung der höchsten Gebote durch Gefühle bestimmt ist. Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben sind Gefühle, welche sich in dementsprechenden Handlungen manifestieren, wie in unserem Beispiel die Sendung Timotheus‘ nach Thessalonich, eine Handlung der Liebe war, um der Gemeinde eine zuverlässige und im Glauben gut verwurzelte Person als Stärkung zukommen zu lassen.

Und das freiwillige Sterben am Kreuz für unwürdige Sünder unseres hochgelobten Herrn Jesus Christus war der höchste Ausdruck der Liebe überhaupt.

Liebe manifestiert sich in Taten, in Liebestaten. Glückselig der Mensch, bei dem solche reichlich vorhanden sind. Amen.

Vers 6

Da jetzt aber Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die gute Botschaft brachte von eurem Glauben und eurer Liebe, und dass ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und sehr verlangt, uns zu sehen, wie auch wir euch: 1.Thess 3,6

Der Geist der Liebe (2. Tim 1,7), der in die Herzen der Gläubigen ausgegossen ist (Röm 5,5) bewirkte in den Thessalonichern genau das Gleiche, was Er in Paulus bewirkt hatte: Er entfachte die Geschwisterliebe. Auch die Thessalonicher hatten Liebe zu Paulus und seinen Mitarbeitern im HERRN, welche sich nicht nur nach einem Wiedersehen sehnte, sondern sogar danach verlangte.

Diese Geschwisterliebe ist das Kennzeichen für die Welt (Joh 13,35). Der natürliche, unbekehrte Mensch ist selbstsüchtig und bringt im Vergleich zu geistlichen Christen höchstens einen Bruchteil der Liebe gegenüber seinen Allernächsten auf. Ein geistlicher Christ, das ist ein Christ, der im Willen des HERRN lebt, bringt hingegen durch den Geist der Liebe (2. Tim 1,7) eine Liebe auf, die ihresgleichen sucht. Ein geistlicher Christ liebt so viel mehr, dass jedem natürlichen, unbekehrten Menschen sofort klar wird, dass Christus dahinter stehen muss, denn anders wäre eine solche Liebe nicht möglich, wie geschrieben steht:

Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Joh 13,35

Christen haben das, was die Welt gerne hätte; sie haben wahre, brennende und echte Liebe, die nicht das ihre sucht, sondern die das Wohl des Nächsten sucht. Daher wird Weltmenschen sofort klar, wenn sie einen geistlichen Christen im Blick auf den Umgang mit seinen Brüdern und Schwestern beobachten, dass zwingend hinter dieser für sie unerreichbaren Liebe der Gott der Liebe stehen muss. – Die Liebe ist somit ein sehr starkes Zeugnis, das wir in uns tragen! Mögen wir unser Zeugnis nicht unter einen Kübel stellen (Mt 5,15). Amen!

Vers 7

deswegen, Brüder, sind wir über euch bei all unserer Not und Bedrängnis getröstet worden durch euren Glauben; 1.Thess 3,7

Der Bericht des Timotheus tröstete Paulus und seine Mitarbeiter. Das war nicht ungewöhnlich, denn sie sahen die gute Ordnung bei den Thessalonichern und sie sahen sich geliebt. Das war wie Balsam für ihre durch Not und Bedrängnis geschundenen Seelen.

Wieder sehen wir, dass die durch Christus kommunizierte Wahrheit mit Sicherheit auf die Menschen kommen wird, die Gott gefallen möchten (2. Tim 3,12). Not und Bedrängnis kamen auf Paulus und seine Mitarbeiter, und auch ich, der diese Zeilen schreibe, bin durchtränkt davon.

Doch Bedrängnis und Not gehören nicht zum letzten Willen des Vaters für uns. Das sind lediglich die Beweise gegen die gottlose himmlische (der Teufel und seine Engel) und die gottlose irdische Welt (die Menschen, die Gott und sein Wort ablehnen und den Lügen glauben), um sie der gerechten höllischen Strafe zuzuführen, denn die Nachfolger Satans haben sich sehr am von Gott geliebten Volk (an der Gemeinde und an Israel) vergriffen. Das wird ihnen ewige und unauslöschliche Schande bringen (Jes 66,24), das ist der letzte Wille Gottes für diejenigen, die mit Ihm gebrochen haben. Der letzte Wille Gottes für sein erlöstes Volk ist aber keinesfalls Schande, sondern ein Leben bei Ihm in Herrlichkeit und in Freude! Amen.

Vers 8

denn jetzt leben wir wieder auf, wenn ihr feststeht im Herrn. 1.Thess 3,8

Wenn es Brüdern und Schwestern gut geht, lebt man wieder auf, das ist die natürlichste Sache der Welt. Wenn es der Familie nicht gut geht, dann geht es einem auch nicht gut, das ist klar. Dieser Vers zeigt einmal mehr, dass Paulus und seine Mitarbeiter die Brüder und Schwestern in Thessalonich wirklich lieb hatten.

Auf diese Weise sollen wir einander auch lieb haben. Daran erkennt die Welt, dass wir Jünger Christi sind (Joh 13,35).

Vers 9

Denn was für Dank können wir Gott eurethalben abstatten für all die Freude, womit wir uns euretwegen freuen vor unserem Gott, 1.Thess 3,9

Mit anderen Worten stellt Paulus die rhetorische Frage, wie sehr er doch Gott für all die Freude danken könne, über die er sich wegen der erfreulichen Botschaft der Thessalonicher freuen kann!

Die Freude entspringt dem gläubigen Herzen automatisch, wenn man hört, dass es Geschwistern gut geht, wie gleichsam Traurigkeit über einen kommt, wenn man hört, dass Geschwister bedrängt werden.

Vers 10

wobei wir Nacht und Tag aufs inständigste bitten, euer Angesicht zu sehen und das zu vollenden, was an eurem Glauben mangelt? 1.Thess 3,10

Menschen, die das Verhalten und Denken des Paulus‘ sahen und kannten, wussten, dass da eine Geschwisterliebe vorhanden war, die alles für den Bruder oder die Schwester getan hätte. Es war die Liebe in Paulus, von welcher wir in 1. Kor 13 lesen, wo steht:

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf,
5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit,
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 1.Kor 13,4-7

Paulus hätte mit seiner göttlichen Erkenntnis Bewunderung bei seinen Zuhörern hervorrufen und sich auf einen Sockel stellen können. Die Liebe in ihm hielt ihn aber davor zurück, er gab nur das weiter, was die Geschwister weiterbrachte, denn die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf. Paulus hätte seinen Vorteil suchen können, er hätte sich beispielsweise von den Gemeinden bezahlen lassen können, was auch vor Gott in Ordnung gewesen wäre (1. Kor 9,11). Doch Paulus ging darüber hinaus und verlangte kein Geld für seinen Dienst, damit die Geschwister aller Gemeinden, die er gegründet hatte, noch unbeschwerter sein konnten. Und Paulus ertrug alles, alle Beschwerden auf seinen Reisen (2. Kor 6,4) liessen ihn nicht zurückschrecken; er wollte trotz all dieser Widerwärtigkeiten den Geschwistern Trost und Hilfe sein.

Paulus hatte eine beispielhafte Geschwisterliebe in sich, an welcher wir uns wirklich ausrichten sollten. Er schreibt in diesem Brief, dass er Tag und Nacht in maximaler Intensität bat, die Geschwister sehen zu dürfen, um allfälligen Mangel auszugleichen. Das war ein absolut herrliches und königliches Verhalten. Ein solches Verhalten sollten wir alle, also alle Kinder des Königs lernen und uns aneignen.

Vers 11

Unser Gott und Vater selbst aber und unser Herr Jesus richte unseren Weg zu euch. 1.Thess 3,11

In der Bibel offenbart sich Gott als der eine und einzige Gott, der aus drei eigenständigen Personen besteht, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wir sind angehalten, Gott anzubeten, und zwar den Vater und den Sohn. Die Person des Heiligen Geistes hat unter anderem die Aufgabe übernommen, den Sohn zu verherrlichen (Joh 16,13.14). Der Vater und der Sohn sind nicht dieselben Personen, und doch betet man zum einen und einzigen Gott, wenn man zu ihnen betet. Und doch gibt es einen feinen Unterschied, auf den uns die Schrift aufmerksam machen will: Beim Beten ist ein Unterschied zu machen, denn der Vater sucht auch Anbeter. Der Sohn soll also angebetet werden, aber der Vater auch, wie geschrieben steht:

Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Joh 4,23

Die Stelle macht klar, dass auch der Vater Anbeter sucht. Die Lehre der Apostel, in welcher wir bleiben sollen (Apg 2,42), beinhaltet aber auch klar die Anbetung des Sohnes (1. Kor 1,2). Die Gemeinschaft mit dem Sohn schliesst seine Anbetung mit ein (z. B. 1. Kor 1,9; 5,4; 1. Tim 1,12). Wir sollen also den Sohn, wie auch den Vater anbeten. Wir sollen also wissen, zu wem wir beten. Und wir sollen alle drei Personen der Gottheit in unser Leben einbeziehen, wie es Paulus im aktuellen Vers betreffend den Vater und den Sohn tut: Der Vater und der Sohn sollen (gemeinsam) den Weg von Paulus und seinen Mitarbeitern zu den Thessalonichern richten. Andere Stellen lehren uns, dass wir mit dem Wirken des Heiligen Geistes rechnen dürfen (Röm 15,13; 1. Kor 12,11).

Dies macht klar, dass wir Gott besser kennen sollen, als wie man ein diffuses, unpersönliches Wesen kennt. Die Nationen wissen nicht viel von Gott, ausser dass er sehr stark ist und das Böse ins Gericht ziehen wird (Röm 1,18-20 und 32). Dieses Wissen reicht jedoch offenbar trotzdem nicht zur Umkehr.

Vers 12

Euch aber lasse der Herr zunehmen und überreich werden in der Liebe zueinander und zu allen – wie auch wir euch gegenüber sind – 1.Thess 3,12

Dieser Vers macht klar, dass wir uns Christen in einem Wachstumsprozess befinden. Es gibt Ziele im Glauben, die anzustreben sind. Die Bekehrung ist nicht das Ziel, sondern der Startpunkt in einem Christenleben, wie wir längst wissen. Danach ist ein Wettlauf (Heb 12,1) in der Rennbahn (1. Kor 9,24) zu laufen. Damit zeigt der Heilige Geist an, dass das Ziel nicht automatisch und ohne eigenen Einsatz erreicht werden kann. Vom Start- bis zum Zielpunkt gilt es an der Hand des HERRN zu bleiben und auf dem Weg des Glaubens treu und fleissig zu sein (Lukas 19,11 ff.). Das Ziel ist die Liebe zu Gott und den Mitmenschen (2. Petr 1,5-7), welche wie nach einem Stufenplan erreicht wird, obschon sie in unsere Herzen ausgegossen worden ist (Röm 5,5). Doch unser Fleisch, das uns immer wieder in der Geistlichkeit hindert, muss entschieden zurückgedrängt werden, damit sich diese Liebe ungehemmt entfalten kann. 

Vers 13

um eure Herzen zu stärken, untadelig in Heiligkeit zu sein vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen. 1.Thess 3,13

Paulus wollte und betete, dass die Herzen der Thessalonicher gestärkt würden. Sie sollten in der Heiligkeit ohne Tadel sein, wenn der Herr Jesus zurückkommt.

Wir wissen, dass wir auch vor ein Gericht kommen werden, wenn der HERR zurückkommt, wenn auch nicht vor das Gericht der Ungläubigen. Auch wir Christen haben Gebote zu befolgen und können diese im Gehorsam tun oder im Ungehorsam missachten. Es steht mehrfach darüber geschrieben, lesen wir nachfolgend eine Stelle:

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Röm 14,10

Paulus spricht hier beabsichtigt zu unachtsamen oder gar bewusst ungehorsamen Christen und verweist dabei auf dieses spezielle Gericht, in welchem die Taten der Christen am Ende gewogen werden. Paulus‘ Wunsch war, dass die Christen, also seine Brüder und Schwestern, später in diesem Gericht nicht getadelt werden müssen, sondern sie ohne Tadel vor dem HERRN glänzen würden, wenn es soweit ist.

 

Kapitel 4

Vers 1

Übrigens nun, Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr ja von uns Weisung empfangen habt, wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt – wie ihr auch wandelt – dass ihr darin noch reichlicher zunehmt. 1.Thess 4,1

Es gibt Verhaltensweisen, die Gott gefallen und Verhaltensweisen, die Ihm nicht gefallen. Wir sollen dringend auf unseren Weg achten, nicht alle Wege sind gut für den Menschen, wie ich schon mehrfach erwähnt habe. Es steht geschrieben:

Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber zuletzt sind es Wege des Todes. Spr 14,12

Manchmal sind wir überzeugt, der Weg sei (auch vor Gott) richtig, den wir beschreiten, das sagt der erste Versteil aus: Der gerade beschrittene Weg erscheint dem Menschen gerade. Und doch kann es sein, dass der angeblich gute Weg, ins Verderben führt.

Daher tut eine stetige Prüfung unseres Verhaltens gut. Daher ist es so wichtig, dass wir mit Gott verbunden sind. Daher ist die Stelle im Lukasevangelium, Kapitel 21 und Vers 36 so wichtig:

Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen! Lk 21,36

Ich möchte den Fokus diesmal auf dem ersten Versteil belassen; wir sollen wachen und beten zu aller Zeit! Wir fällen den ganzen Tag über Entscheidungen, wie die Zeit des Aufstehens, unserer Garderobe, der Einteilung des Betens und Bibellesens nach dem Aufstehen, dem Umgang mit den Hausgenossen, dem Umgang mit den Arbeitskollegen, den Nachbarn, unserem Geld und dem allgemeinen Auftritt nach aussen. Um mit Christus verbunden zu sein, müssen wir beständig mit Ihm in Kontakt sein, um allen Herausforderungen des Alltags in richtiger Weise begegnen zu können. Damit ehren wir Ihn in Allem. Wenn wir hingegen nach dem Lesen und nach dem Beten alles ohne weiteren Kontakt zum HERRN auf uns zukommen lassen, so können wir plötzlich auf einen Weg kommen, der anstatt zum Leben zum Tode führt.

Dem Apostel war es darum ein grosses Anliegen, dass die von ihm betreuten Gemeinden weiter in der Erkenntnis des Willens Gottes wachsen sollten. Sie sollten sich immer weiter vom Eigendünkel befreien und immer tiefer in die Erkenntnis Gottes eintauchen, damit sie dem Leben nahe standen und sie nicht dem Tode nahe standen! Amen!

Vers 2

Denn ihr wisst, welche Weisungen wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. 1.Thess 4,2

Die Lehre der Christenheit basiert auf der Unterweisung (Lehre) der Apostel, welche die Worte Christi weitergegeben haben. Die ersten Christen wandelten nach dieser Lehre, wie geschrieben steht:

Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Apg 2,42

Diese Lehre kommt von Christus. Sie ist so wichtig, dass der HERR praktisch ein ganzes Bibelbuch im Neuen Testament dazu aufwendet, diese Lehre zu schützen bzw. gegen falsche Apostel zu verteidigen. Das erwähnte Bibelbuch ist der 2. Korintherbrief, in welchem der Apostel Paulus seine Position rechtfertigt.

Die Lehre haben die Apostel durch den Herrn Jesus erhalten, daher steht im Neuen Testament, dass dieses direkt durch den Herrn Jesus selbst gegeben ist (siehe nachfolgend Vers 2):

1 Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten,
2 hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; Hebr 1,1.2

Das Alte Testament wurde auf vielerlei Weise den Alten verkündigt, im Neuen spricht der Sohn persönlich durch die Evangelien oder durch die Apostel. Das Neue Testament ist somit die direkte Rede des Sohnes Gottes. Die Autorität, welche die Apostel hatten, war beispiellos.

Heutzutage gibt es Menschen, die von sich sagen, das Neue Testament zu anerkennen, aber Vorbehalte gegen bestimmte Schreiber des Neuen Testamentes haben. Da wird zum Beispiel kritisch von den „paulinischen Briefen“ gesprochen. Wem der Apostel Paulus, Petrus oder Johannes, wem irgend ein Schreiber der Bibel nicht passt, ist ein allgemeiner Bibelkritiker, der sich zum Richter des Wortes Gottes erklärt. Wehe einem solchen Menschen!

Vers 3

Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet, 1.Thess 4,3

Der Wille Gottes ist die Heiligung (= Absonderung für Gott) des Menschen. In dieser Absonderung hat die Unzucht natürlich keinen Platz. Unzucht war im Alten Testament jede sexuelle Handlung zwischen Menschen ausserhalb der Ehe zwischen Mann und Frau. Im neuen Testament hat der HERR diesen Begriff erweitert. Als Unzucht wird bereits jede gedankliche Entgleisung taxiert, wie der HERR im Beispiel eines möglichen Ehebruchs erklärt:

27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen.
28 Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. Mt 5,27.28

Der Wille es HERRN für unsere Heiligung (Absonderung für Ihn) beinhaltet also auch das Beherrschen unserer Gedanken und das bewusste Lenken unserer Augen. Amen. Der HERR sei gelobt für sein Wort!

Vers 4

dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäss in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse, 1.Thess 4,4

Mit „sein eigenes Gefäss“ sind im übertragenen Sinn der eigene Leib oder derjenige der eigenen Frau gemeint. Lesen wir diese Passage zum besseren Verständnis im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Vers:

3 Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet,
4 dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäss in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse, 1.Thess 4,3.4

Der Tenor, der aus diesen Versen klingt, ist, dass wir uns vor Unzucht hüten sollen. Unser Leib oder der unserer Frau sollen zur Ehre Gottes sein, wir sollen so zusammenleben, wie es Gott gefällt und nicht wie die Nationen in ihren Begierden miteinander umgehen. Unser Leib sowie unsere Frau sind in der Absonderung zu Gott zu bewahren und nicht Objekte, welche zur Schau gestellt werden oder ungezügelte Lust befriedigen sollen.

Der nachfolgende Vers untermauert diesen Sachverhalt noch, wie wir sehen werden.

Vers 5

nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen; 1.Thess 4,5

Lesen wir nochmals die Verse im Textzusammenhang, damit wir diesem Vers besser verstehen können:

2 Denn ihr wisst, welche Weisungen wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus.
3 Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet,
4 dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäss in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse,
5 nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen; 1.Thess 4,2-5

Die Weisung, gegeben durch den Herrn Jesus Christus ist (Vers 2), dass wir heilig (= abgesondert für Gott) und nicht unzüchtig leben (Vers 3) und dass wir unseren Leib und denjenigen der Frau in dieser Absonderung für Gott (= Heiligung) und Ehrbarkeit gewinnen (Vers 4).

Wir sollen uns nicht so verhalten, wie die Nationen es in ihrer Begierde tun, die Gott nicht kennen (und somit auch nicht fürchten). Die Nationen sehen ihren Leib und denjenigen der Frau als Mittel, die Lust ungehemmt auszuleben, was zu vielen Sünden wie Ehebruch und Unzucht führt.

Der Herr Jesus sagt mit diesen Versen nicht aus, dass wir uns an keiner Frau erfreuen dürfen; wir dürfen uns als Mann, an unserer Ehefrau erfreuen und wir dürfen uns als Frau, an unserem Ehemann erfreuen, denn die Ehe zwischen Mann und Frau ist von Gott, wie geschrieben steht:

18 Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend!
19 Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gemse – ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar! Spr 5,18-19

Viele – leider auch viele unter uns – kennen Gott nicht. Sie denken, die Ehe sei nur zum Kinderkriegen da und dann sei Schluss mit der Freude am Partner. Doch die Ehe ist mehr als das, wie uns die Verse in den Sprüchen erklären. Aber unser Körper und jener einer anderen Person sind nicht da, um ihn in der unzüchtigen Lust zu schänden, wie es die Nationen mit Körpern tun, die ihnen anzufassen oder zu begehren nicht erlaubt sind.

Vers 6

dass er sich keine Übergriffe erlaube noch seinen Bruder in der Sache übervorteile, weil der Herr Rächer ist über dies alles, wie wir euch auch vorher schon gesagt und eindringlich bezeugt haben. 1.Thess 4,6

Übergriffe, über den Ehegarten hinaus, sind keine erlaubt. Brüder sind in der Sache nicht zu übervorteilen (durch Ehebruch).

Lassen Sie mich das für die heutige Zeit der totalen Orientierungslosigkeit ausdeutschen bzw. erklären. Der Schöpfergott, der auch Richter aller Menschen ist, hat die Ehe gestiftet. Das ist eine besondere Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau, in welcher eine fleischliche Verbindung (Geschlechtsverkehr) nicht nur erlaubt sondern fester Bestandteil sein soll.

Alles was sich ausserhalb einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau geschlechtlich abspielt, nennt die Bibel Ehebruch, Unzucht oder Schandtat bzw. Gräueltat, auf welcher die göttliche Todesstrafe liegt. Diese wird spätestens nach dem Tod des Menschen oder bei der kurz bevorstehenden Wiederkunft Christi ohne Gnade vollzogen werden, auch wenn die Welt heutzutage jede geschlechtliche Verbindung ausserhalb der Ehe zwischen Mann und Frau als „Bereicherung der Gesellschaft“ preist. Dazu müssen wir wissen: Moralische Degeneration kann die Welt als Fortschritt anpreisen und so tun, als ob es das wäre. Der Schöpfergott, der auch Richter der Menschen ist, sagt, dass auf dem, was in der Welt als „Bereicherung der Gesellschaft“ angepriesen wird, die göttliche Todesstrafe liegt. – Was für ein Kontrast!

Vers 7

Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligung. 1.Thess 4,7

Unreinheit steht dem Menschen überhaupt nicht an, wie wir gelesen haben und es eigentlich schon gewusst hatten. Sexuelle Sünden gehören gemäss Gottes Einteilung zu den schwerwiegendsten Sünden wie Mord und Gotteslästerung.

Im Gegensatz zur Unreinheit steht die Heiligung. – Was bedeutet das Wort „Heiligung“? Das Wort bedeutet „für heilige Zwecke absondern“. Da Gott heilig ist und wir auch heilig sein sollen, sollen wir uns für diesen heiligen Gott absondern, damit wir Ihm dienen können. Mit einem der Welt zugewandten Wandel können wir Ihm nicht dienen; die Welt ist sündig, sie ist in ihrem Wesen Gottes Natur entgegengesetzt. Die Welt nennt die Abkoppelung von Gott Fortschritt und der Zerfall der Moral ist in ihrem Sinne tatsächlich ein „Fortschritt“. Es ist ein fortschreitende Manifestation des Bösen, welche in der Annahme des Antichristen gipfelt und in der vollen Unterstützung seiner gottlosen Lehre. Das Endergebnis des weltlichen „Fortschrittes“ wird der ewige Aufenthalt in der Hölle sein, den die Bibel als Feuersee bezeichnet, damit der Mensch sich diese ewige Endstation vorstellen kann. Einen unpässlicheren Ort für den Menschen gibt es nicht, als in einem Pfuhl von Feuer zu landen und ewig zu brennen. Dazu wurde der Mensch nun wirklich nicht geschaffen. Die hartnäckige Gottesablehnung wird ihn aber dorthin bringen, jeder, der im Feuerpfuhl brennt, wird wissen: Ich habe (bewusst) mit Gott gebrochen, niemand landet unbewusst im Feuerpfuhl, wie es uns der Prophet Jesaja offenbart:

Und sie werden hinausgehen und sich die Leichen der Menschen ansehen, die mit mir gebrochen haben. Denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch. Jes 66,24

Man wird die Leichen der Menschen im Feuerpfuhl sehen, die mit Gott gebrochen haben. Man sieht nicht die Seelen derer dort brennen, die unwissend ins Verderben geschlittert sind. Ihr Wurm wird nicht sterben. Das bedeutet, dass ihre Qual ewig sein wird, sie werden nicht plötzlich aufhören zu existieren, da alles, was Gott schafft, ewig sein wird, wie es der Prediger unmissverständlich erklärt (Pred 3,14).

Wir sollen uns in die Absonderung für Gott, in die Heiligung hineinbegeben, das ist der Wille Gottes für uns! Das Ende von geheiligten Menschen wird im Gegensatz zu denen, die im Feuerpfuhl darben, herrlich sein! Amen.

Vers 8

Deshalb nun, wer dies verwirft, verwirft nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen Heiligen Geist in euch gibt. 1.Thess 4,8

Eins ist klar: Auch dem frömmsten Menschen gefallen nicht alle Aussagen und Gebote der Heiligen Schrift. Wer legt gerne sein ganzes (!) Sein auf die Seite für Gott. Wer will sich schon in jedem Lebensbereich verleugnen, um Ihm zu gefallen? Ein junger Mensch sagt vielleicht vorschnell: Ich! Auf diese Weise agierte Petrus, bevor Petrus den HERRN in der Angst, verfolgt oder gar getötet zu werden, Ihn nicht einmal, sondern dreimal verleugnete (Mt 26,75).

Wenn wir nicht jedes Wort der Schrift in die Praxis umsetzen wollen, sollen wir trotzdem wissen: Die Anweisungen und Gebote kommen von Gott; sie kommen von diesem Gott, der uns (auf der Grundlage des Todes und der Auferstehung Christi) den Heiligen Geist gegeben hat. Wir sollten die Anweisungen – auch jene, die uns weniger gefallen – nicht verwerfen. Wir sollen Gott nicht verwerfen! Möge Er uns helfen! Amen.

Vers 9

Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben; 1.Thess 4,9

Gott hat uns selber gelehrt, dass wir Gott und einander lieben sollen. Betreffend die Liebe zu Gott war schon den Alten gesagt:

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. 5.Mose 6,5

Und die Nächstenliebe betreffend steht schon im Alten Testament:

Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR. 3.Mose 19,18

Schon im Gesetz vom Sinai, das durch Mose zu dem Volk kam, war das Gebot zur Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten verankert. Im Neuen Testament werden wir diesbezüglich direkt durch den Mund des Höchsten, des Sohnes Gottes darauf hingewiesen:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Joh 13,34

Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Joh 15,12

Dies gebiete ich euch, dass ihr einander liebt! Joh 15,17

Das sind direkte Worte des Höchsten an uns! Und Er beliess es nicht allein bei diesen; Er liess dieses Gebot der Liebe später durch seine Apostel immer wieder erwähnt werden, wie es die zwei nachfolgenden Beispiele schön zeigen:

Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Röm 13,8

Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen! 1.Petr 1,22

Wie es der heutige Vers (1.Thess 4,9) eindrücklich anzeigt, sind wir wirklich von Gott selbst gelehrt, einander zu lieben! Amen!

Vers 10

das tut ihr ja auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher zuzunehmen 1.Thess 4,10

Paulus attestierte den Brüdern in Thessalonich, dass sie die Geschwister in der ganzen Umgegend lieb hatten. Paulus sagte das nicht aus einem Gefühl heraus, er nannte dabei die Umgegend der Thessalonicher (Mazedonien) und erwähnte die Brüder, die darin wohnten. Was die Thessalonicher ihnen taten, zeigte die Liebe. Die Liebe ist nicht an Worten sondern an Taten messbar. Ein Beispiel: Frauen, die Worten glaubten, die nicht an Taten gebunden sind, fielen auf Heiratsschwindler herein. Heiratsschwindler beteuern zu lieben, doch das tun sie nur mit leeren Worten. Ihre Taten zeigen genau das Gegenteil: Sie nehmen die Person, die sie zu lieben vorgeben, materiell aus und missbrauchen sie in jeder Hinsicht, um diese dann eiskalt fallen zu lassen.

Was Paulus hier den Thessalonichern attestiert, war echte Liebe, die sich in Taten manifestiert hatte. Ihre Liebe war nicht nur ein Lippenbekenntnis, ihre Liebe war echt, ihre Herzen waren den anderen Gemeinden zugeneigt, was diese bestätigt hatten (1. Thess 1,7). Die Gemeinden in Mazedonien und Achaja nahmen sich die Thessalonicher als Vorbilder, was heisst, dass sie das Verhalten der Thessalonicher übernehmen wollten.

Obschon all das Gute bei den Thessalonichern vorhanden war, ermahnte sie Paulus, darin noch weiter zuzunehmen. Paulus wusste, dass das Ziel eines Gläubigen sehr hoch gesteckt ist, wenn wir den folgenden Vers lesen, werden betreffend das hohe Ziel alle Zweifel verfliegen:

Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Mt 5,48

Unsere Vollkommenheit wird nicht an anderen menschlichen Vorbildern gemessen. Unsere Vollkommenheit soll diejenige des absolut Vollkommenen erreichen. – Im Licht dieses Verses wird sofort klar, weshalb Paulus eine Gemeinde, die schon Vorbildfunktion hatte, ermahnte, das gute Verhalten noch weiter auszubauen. Der Weg zu dieser Vollkommenheit ist nicht so kurz, wie wir manchmal glauben, der Christ muss sich schon einsetzen, um dahin zu kommen und muss dem innewohnenden Heiligen Geist den maximal möglichen Raum überlassen, ohne diesen mit unnötigen Informationen aus Fernsehen, Zeitungen und sozialen Medien vollzustellen. Amen.

Vers 11

und eure Ehre darein zu setzen, still zu sein und eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben, 1.Thess 4,11

Die Thessalonicher sollen in der Liebe noch weiter zunehmen (Vers 10), kein Lärm machen, die eigenen Geschäfte tun und zu arbeiten. Das hatten ihnen der Apostel und seine Mitarbeiter schon geboten, was sie hier im Brief nochmals erwähnen.

Es ist wichtig, dass wir demütig wandeln und nicht viel „Wind“ um uns und unsere Dienste im Reich machen. Wenn ein exponierter Mann immer davon erzählt, was er tut, kann er unwissentlich die Christen beschämen, die keinen exponierten Dienst haben, die aber viel besser sein können, als er selber. Petrus spricht in der folgenden Stelle von Frauen mit einem stillen Geist:

sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr köstlich ist. 1.Petr 3,4

Diese Frauen leben ein Leben, das vor Gott nicht nur köstlich ist, sondern sehr köstlich ist. Das sind Frauen, die das Potenzial haben, in der Stille vor Gott die Welt zu überwinden. Ausserlich sieht man nicht, wie sie vor Gott stehen. Sie sind vielleicht nicht gross beachtet von den Menschen, vor Gott sind sie aber auserwählte Edelsteine!

Des Weiteren ist klar, dass wir selber arbeiten und nicht anderen auf der Tasche liegen sollten, auch dem Staat nicht, sofern wir durch die Gnade Gottes über genügend Gesundheit verfügen. Das ist ein Gebot im Neuen Testament, nach dessen Einhaltung wir nur schon um des Zeugnisses willen beten und trachten sollen! Amen!

Vers 12

damit ihr anständig wandelt gegen die draussen und niemanden nötig habt. 1.Thess 4,12

Unser Zeugnis nach draussen ist sehr wichtig. Es ist wichtiger, als dass wir es manchmal wahrhaben wollen. Wenn wir als Christen ein schlechtes Zeugnis haben, zerstören wir nicht nur unsere eigene Glaubwürdigkeit, sondern wir zerstören die der ganzen „Organisation“ (des Leibes Christi) und die des „Vorstandes“ (des Christus bzw. die unseres Gottes), um den Sachverhalt zu Anschauungszwecken mit weltlicher Terminologie auszudrücken. Ein unordentliches Mitglied einer beispielsweise politischen Partei bringt die ganze Partei in Verruf, nicht nur sich selber, das ist eine Tatsache, die jeder kennt. Es ist daher als Christ sehr wichtig, auf ein tadelloses Leben zu achten. Es ist keinesfalls egal, wie wir unterwegs sind. Und wenn wir unser Fehlverhalten nicht selber merken und in der Folge von anderen Geschwistern ermahnt werden, so tun wir sehr gut, wenn wir uns dieser Ermahnung nicht verschliessen.

Für Gegner einer Partei ist es ein gefundenes Fressen, wenn sie Fehlverhalten von Mitgliedern einer andersdenkenden Partei aufdecken und an die Öffentlichkeit bringen können. "Parteimitglied Peter Müller* der Freiheitspartei* alkoholisiert am Steuer!“ oder „Parteimitglied Anna Scherzinger* der Partei der Bundesgenossen* wegen Steuerhinterziehung angeklagt!“, sind Schlagzeilen mit tödlichem Charakter für die Organisation, zu welcher der oder die Betreffende zugehörig sind (*frei erfundene Namen). Persönliches Fehlverhalten schadet nicht nur dem Betreffenden selber, es schadet dem Organismus, in welchem er sich aufhält. Das Fehlverhalten eines Christen schadet dem Ruf Christi und somit seinem lebensrettenden Werk! Dazu spielt es dem Satan, das ist Gottes Gegenspieler, in die Hand. Unsere Fehltritte sind für ihn gefundene Fressen, uns anzuklagen und dabei Recht zu bekommen. Und er benutzt jede Gelegenheit, uns unermüdlich anzuklagen, wie geschrieben steht:

Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. Offb 12,10

Durch unser Fehlverhalten schaden wir nicht nur dem irdischen Leib Christi. Wir gefährden zusätzlich die Rettung der Seelen und machen darüberhinaus, dass in den himmlischen Örtern der Name des HERRN angeschwärzt wird.

Lasst uns daher untadelig wandeln und arbeiten, damit wir keine Unterstützung von aussen nötig haben! Amen.

Vers 13

Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. 1.Thess 4,13

Die Übrigen, die keine Hoffnung haben, sind die Heiden, welche denken, nach dem Tod hätten sie keine Hoffnung mehr. Sie denken eigentlich richtig in diesem Punkt, denn jeder Heide (Ungläubige) weiss, dass danach ein Gericht kommt, in welchem ein sündiger Mensch keinen Bestand haben kann, wie es die Bibel sagt (Röm 1,32). Paulus deckt durch den Heiligen Geist mit den kommenden Versen auf, was mit unseren Toten geschehen wird. Wenn wir wissen, was mit unseren Toten geschehen wird, so werden wir nicht wie die Heiden – wegen Menschen, die von uns gegangen sind – betrübt sein.

Vers 14

Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen. 1.Thess 4,14

Unsere Hoffnung unterscheidet sich wie Tag und Nacht von der Hoffnung der Ungläubigen. Wir glauben, dass der auferstandene Herr Jesus die verstorbenen Christen mit sich in das Reich bringen wird.

Aus diesem Grund spricht die Bibel bei verstorbenen Christen von Entschlafenen. Sie schlafen lediglich und werden beim Weckruf ins (wahre) Leben gerufen. Bei den Ungläubigen spricht die Bibel ganz anders, lassen Sie sich das eine Warnung sein, sollten Sie Christus nicht angenommen haben. Bei Ungläubigen spricht die Bibel von Menschen, die tot sind. Sie sind tot in ihren Sünden und Verfehlungen und haben ohne das Leben in Christus, den sie partout nicht annehmen wollen, keine Chance, das Leben zu sehen. Sie sind lebendig tot und gehen, wenn sie ihre Lebensspanne ohne Christus vergeudet haben, in den zweiten Tod, der endgültig ist. Lassen Sie uns den vorweggenommenen Teil noch biblisch untermauern. Nachfolgend lesen wir die Stelle, worin steht, dass Ungläubige lebendig tot sind:

Jesus aber spricht zu ihm: Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben! Mt 8,22

Im natürlichen Zustand ist man tot; nur durch Christus findet man das Leben:

auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet! Eph 2,5

Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Kol 2,13

Wer in diesem Zustand des Todes, im ungläubigen Zustand verharrt, wird für ewig verloren gehen. Diese Endstation, für welche der Mensch eigentlich nicht bestimmt ist, nennt die Bibel „Zweiter Tod“, wie geschrieben steht:

Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, das ist der zweite Tod. Offb 21,8

Der zweite Tod ist eine so furchtbare Sache, welche eigentlich in allen Medien täglich erwähnt werden müsste. Es geht schliesslich darum, wo der Mensch sich die nächsten 100‘000 Jahre im Feuer angewöhnt, zu brennen, aber dabei nicht aufgezehrt wird. Nach dieser Periode folgt die nächste und so fort – inzwischen ist jeder brennenden Seele klar, dass man sich nie an solche Qualen gewöhnen kann – doch es gibt keinen Ausweg mehr, auf ewig. Sie haben das Lamm Gottes verworfen, sie haben mit Gott gebrochen, daher sind sie an diesem Ort, wie geschrieben steht:

Und sie werden hinausgehen und sich die Leichen der Menschen ansehen, die mit mir gebrochen haben. Denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch. Jes 66,24

Lassen Sie es, liebe Leserin und lieber Leser, nicht soweit kommen. Amen!

Vers 15

Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 1.Thess 4,15

Mit den Versen 14 und 15 erklärt Paulus unsere Hoffnung betreffend die Verstorbenen, das ist eine Hoffnung, welche die Ungläubigen nicht haben. Wir haben eine Hoffnung, denn Christus wird unsere Verstorbenen mit sich bringen (Vers 14). Die Entschlafenen werden keinen Nachteil und wir Lebenden keinen Vorteil haben, wir werden zur gleichen Zeit vom HERRN abgeholt werden (Vers 15).

Unser Gott ist sehr wohlwollend und hat für alle aus seinem Volk etwas sehr Gutes im Sinn, auch wenn – äusserlich gesehen – sein Volk eher wie Schlachtschafe behandelt wird.

Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.« Röm 8,36

Spötter sagen: „Was ist das für ein Gott, der sein Volk so unter die Räder kommen lässt?“ Leider sagen das nicht nur unkundige Spötter. Manchmal sagen es auch Volksgenossen aus dem Volke Gottes, auch hochgestellte Glieder aus dem Volk. Hören wir die Worte Asafs:


1 Ein Psalm. Von Asaf.
Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind.
2 Ich aber – fast wären meine Füsse ausgeglitten, beinahe hätten gewankt meine Schritte.
3 Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah. Ps 73,1-3


13 Fürwahr, umsonst habe ich mein Herz rein gehalten und in Unschuld gewaschen meine Hände;
14 doch ich wurde geplagt den ganzen Tag, meine Züchtigung ist jeden Morgen da. Ps 73,13.14

Asaf war ein Chorleiter, ein Levit aus dem Geschlecht von Gerschom (1. Chronik 16,24-28). Er war ein hochgestellter Mann mit einer hochgestellten Aufgabe. Und doch wäre er beinahe ausgeglitten, wie er selber schreibt, als er die äusserliche Behandlung der Menschen sah (Ps 73,2). Im Psalm beschreibt er, wie er sah, dass es den Gottlosen gut ging. Er wurde stattdessen jeden Tag gezüchtigt (Ps 73,14). Das liess ihn für einen Moment zweifeln, da er die Wege Gottes nicht begriff. Doch als er ins Heiligtum Gottes ging, fing er an zu verstehen:

16 Da dachte ich nach, um dies zu begreifen. Eine Mühe war es in meinen Augen,
17 bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes. Bedenken will ich dort ihr Ende.
18 Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie, du lässt sie in Täuschungen fallen.
19 Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken.
20 Wie einen Traum nach dem Erwachen, so verachtest du, Herr, beim Aufstehen ihr Bild. Ps 73,16-20

Wir dürfen getrost sein und wir sollten keinesfalls Schlüsse aus äusserlichen Eindrücken ziehen. Richtige Schlüsse sollten ausschliesslich „im Heiligtum Gottes“ (Ps 73,17) gezogen werden. Das geschieht in unserem Gebetsleben, in welchem wir uns durch den Geist Christi zur Gottheit (Vater und Sohn) wenden.

Vers 16

Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 1.Thess 4,16

Der HERR kommt wieder. Das sagte er selbst und das wissen alle Geistwesen, die guten und die bösen. Sonst hätten die bösen nicht gefragt, ob der HERR sie nun vor der festgesetzten Zeit in den Ort der Qual senden würde, wie geschrieben steht:

Und siehe, sie schrien und sagten: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen? Mt 8,29

Der Feuersee, der dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, ist ein Ort der Qual, wie wir wissen.

Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. Offb 14,11

Der Platz derer, die in die Hölle fahren, wird ein furchtbarer Platz der Qual sein. Es ist ein Irrtum zu glauben, die Hölle sei das Reich des Teufels und man könne es dort auch gut haben, wenn man sich mit ihm verbündet. Der Teufel selbst wird dort Nacht und Tag gequält werden. Er wird niemandem mehr etwas geben können, das er Gott genommen hat. Und er selbst kann kein Neues schaffen, wie Gott es kann. Er wird einfach brennen müssen. Dort wird sich erfüllen, was der HERR über Wesen gesprochen hat, die mit ihm gebrochen haben: Sie werden niemals Frieden haben!

Kein Friede den Gottlosen, spricht der HERR. Jes 48,22

Kein Wort des HERRN wird ausbleiben. Glückselig sind die, die sich zu Gott halten und Ihm gehorsam sind! Amen!

Vers 17

danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1.Thess 4,17

Zur Erinnerung: Die Verse 13-18 dienen zu unserer Ermutigung betreffend die Geschwister, die vorübergehend durch den Tod von uns gehen. Es erwächst niemandem ein Nachteil, wir sollen nicht traurig sein darüber. Niemand kommt dem anderen zuvor; wir werden zugleich mit ihnen dem HERRN entgegen entrückt werden. Und wir werden allezeit beim HERRN sein!

Vers 18

So ermuntert nun einander mit diesen Worten! 1.Thess 4,18

Wir sollen uns mit dem Trost, den wir im Gegensatz zu den Heiden haben, ermuntern. Dies befiehlt uns der Heilige Geist durch die Heilige Schrift! – Wir lassen uns leider viel zu oft durch Gedanken, die wir nicht unter dem Gehorsam Christi halten, niederdrücken. Manchmal nehmen wir einen Verlust eines Menschen so schwer, dass wir uns deswegen für den Rest unseres Lebens in Knechtschaft begeben, was zu vielen weiteren Zielverfehlungen (Sünden) führen kann, wie Undankbarkeit, Freudlosigkeit, mangelndem Antrieb, mangelnder Freude im HERRN. Psychologische Kriegsführung ist ein Liebling des Teufels, mit welcher er Christen in viele Blockaden und Sünden führen kann. Wir sollten uns davor hüten! Unsere Gedanken sollten daher kontrolliert und unter den Gehorsam Christi gestellt werden, vor allem dann, wenn in unserem Leben Dinge passieren, die uns gar nicht gefallen. Es gab bzw. es gibt bei den besten Gottesmännern Weisungen von Gott, die in ihren Augen sehr übel waren bzw. sind, wie zum Beispiel:

Und dieses Wort war sehr übel in Abrahams Augen um seines Sohnes willen. 1.Mose 21,11

Auch der grosse Mose war nicht über jede Anordnung Gottes glücklich:

Doch Mose erwiderte: »Nimm es mir nicht übel, Herr, aber schicke einen andern!« 2. Mo 4,13

Und auch der rechtschaffene Samuel trauerte über die Entscheidung Gottes, Saul abzusetzen und konnte sich davon kaum lösen:

Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange willst du um Saul trauern, den ich doch verworfen habe, dass er nicht mehr König über Israel sei? 1.Sam 16,1a

Der gerechteste Mann zu seiner Zeit, Hiob, war nicht mit der Entscheidung Gottes über sein Leben einverstanden:

1 Danach öffnete Hiob seinen Mund und verfluchte seinen Tag.
2 Und Hiob begann und sagte:
3 Vergehen soll der Tag, an dem ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: Ein Junge wurde empfangen!
4 Dieser Tag sei Finsternis! Gott in der Höhe soll nicht nach ihm fragen, und kein Licht soll über ihm glänzen!
5 Dunkel und Finsternis sollen ihn für sich fordern, Regenwolken sollen sich über ihm lagern, Verfinsterungen des Tages ihn erschrecken!   
6 Diese Nacht – Dunkelheit ergreife sie! Sie freue sich nicht unter den Tagen des Jahres, in die Zahl der Monate komme sie nicht!
7 Siehe, diese Nacht sei unfruchtbar, kein Jubel soll in sie hineinkommen! Hiob 3,1-7

Selbst Jeremia, der grosse Prophet, drückt unmissverständlich aus, dass er Mühe mit den Wegen Gottes in seinem Leben hatte:

Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde; der Tag, an dem meine Mutter mich gebar, sei nicht gesegnet! Jer 20,14

Wer Gott folgt, wird vom eigenen Ego weggeführt, zu Christus hin. Ein solcher wird angeleitet, sich in Christus genügen zu lassen und die eigenen Wünsche zurückzustellen, was im Neuen Testament mit „Leben verlieren“ umschrieben wird. Wer sein Leben um Christi willen verliert, wird es im Gegenzug finden, wie geschrieben steht:

Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Mt 10,39

Dieser Selbstverleugnungsprozess verlangt dem Einzelnen viel ab; es können grosse Interessenskonflikte zwischen eigenen Wünschen und Gottes Willen entstehen, die Trauer zur Folge haben können. Daher ist es wichtig, dass wir die Anordnung und Bereitschaft, einander zu trösten, hochhalten. Amen!

Kapitel 5

Vers 1

Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. 1.Thess 5,1

Hier beginnt der Apostel von der Rückkehr des Herrn Jesus zu sprechen. Das Thema war den Thessalonichern nicht neu, daher sagt er: „So habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird.“ – Die Thessalonicher waren bereits darüber informiert, denn Paulus hatte ihnen ein umfassendes Evangelium gepredigt. Er predigte ihnen nicht so, wie heute vielerorts gepredigt wird. In vielen Kirchen wird heute nur die Hälfte des Wortes Gottes gepredigt, zum Beispiel: Es gibt einen Himmel! Es gibt Essen auf der Welt. Es gibt Liebe! Gott liebt alle Menschen! Gott gab seinen Sohn für die Sünden der Welt. Nun, es gibt auch eine Hölle, in welcher Menschen für immer schmoren werden. Es gibt auch grossen Hunger auf dieser Welt. Es gibt auch Hass! Gott hasst Menschen, bei denen es offensichtlich ist, dass sie Ihn verworfen haben. Leider muss ich aufgrund grosser Unkenntnis im Christentum an dieser Stelle den Beweis liefern, damit viele Leser jetzt nicht – voller Unverständnis – aufhören, weiterzulesen:

Der HERR prüft den Gerechten; aber den Gottlosen und den, der Gewalttat liebt, hasst seine Seele. Ps 11,5

Esau aber habe ich gehasst, und ich habe seine Berge zum Ödland gemacht und seinen Erbbesitz den Schakalen der Steppe überlassen. Mal 1,3

Ihre ganze Bosheit wurde in Gilgal offenkundig, ja, dort habe ich sie gehasst. Wegen der Bosheit ihrer Taten vertreibe ich sie aus meinem Haus. Ich werde sie nicht mehr lieben; all ihre Obersten sind Widerspenstige. Hos 9,15

Und weiter müssen wir wissen, dass das Opfer des Sohnes Gottes seine Wirksamkeit nur bei Menschen entfaltet, die es annehmen und demütig Busse tun. Bei anderen entfaltet es seine Wirkung nicht, der Zorn Gottes bleibt auf ihnen.

Niemand verführe euch mit leeren Worten! Denn dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Eph 5,6

Es wird Menschen geben, die auf ewig in die Hölle geworfen werden. „Es hätte nicht sein müssen“, wird man später sagen, „aber sie haben nicht anders gewollt.“ Und der Herr Jesus kommt wieder und wird diese Erde richten.

Das ist das volle Evangelium, das ist die ganze Botschaft, die gepredigt werden sollte. Die Thessalonicher kannten es und wir tun gut, es auch zu kennen. Wenn die ganze Wahrheit in ihrer Gemeinschaft nicht gepredigt wird, dann bitten Sie Gott, dass Er Sie in die volle Wahrheit hineinführt. Sie finden unter den vielen Predigern auf beispielsweise YouTube.com auch einige gute.

Vers 2

Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. 1.Thess 5,2

Die Thessalonicher waren informiert. Wie ich im vorausgegangenen Kommentar geschrieben habe, wurde den Thessalonichern die ganze Botschaft Gottes vermittelt, nicht nur die halbe. Zur ganzen Botschaft Gottes gehört gepredigt, dass der HERR wiederkommt und es eine Abrechnung geben wird. Seine Wiederkunft wird für die Menschen so überraschend kommen, wie es bei einem Dieb in der Nacht ist: Man erwartet ihn nicht. Auf die selbe Weise wird die Wiederkunft des HERRN von den Menschen (leider auch von vielen Christen) nicht erwartet.

Alle Menschen, ob gläubig oder nicht, die Christi Wiederkunft nicht erwarten, sind darauf nicht vorbereitet und daher werden die meisten unter ein Gericht kommen. Die Nationen werden sich zu sterben wünschen, wie geschrieben steht:

Dann werden sie anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns! Lk 23,30

und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Offb 6,16

Doch auch Christen, die in den Dienst des HERRN gekommen sind, werden unangenehme Dinge erleben müssen. Denn wer sich nicht vorbereitet hat, hat den Willen des HERRN nicht ausgeführt. Und wer den Willen des HERRN nicht ausgeführt haben wird, wird nicht nur die Belohnung verlieren, ein solcher Christ wird auch geschlagen werden, wie geschrieben steht:

47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wusste und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden;
48 wer ihn aber nicht wusste, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern. Lk 12,47.48

Lassen Sie uns auf die Wiederkunft Christi vorbereitet sein, indem wir Ihm stets folgen und gehorchen. Amen!

Vers 3

Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. 1.Thess 5,3

Die Weltmenschen – aber leider auch viele Christen – erkennen nicht, dass die Wiederkunft Christi ansteht. Und plötzlich wird Christus da sein. Er wird nicht einer von vielen auf den Strassen New Yorks sein, ein Mensch den man in den Massen nicht wahrnimmt. Als Richter der Welt wird Er die Welt dem Gericht zuführen, wie es ein autorisierter Richter tut: Er hat die Mittel, um alle, die dem Gericht verfallen sind (jeden Menschen), dem Gericht zuzuführen. – Und er wird es tun!

Nicht nur die Erde wird durch Gericht gereinigt, die Himmel werden es auch, der Teufel und sein Heer werden aus dem Himmel geworfen werden:

Und es wurde geworfen der grosse Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. Offb 12,9

Und danach wird die Erde gereinigt werden:

9 Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand,
10 so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.
11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. Offb 14,9-11

Wenn irgend ein Mensch, mit Gott bricht und dem Teufel und seiner Gefolgschaft Ehre erweist, wird er für immer in die Hölle geworfen werden. Christus wird, wie erwähnt, nicht wie irgendein Mensch auf den Strassen von New York wandeln und in den Massen nicht wahrgenommen werden. Er wird jeden Menschen richten und seiner Bestimmung zuführen. Wer sich die Hölle durch den Bruch mit Gott verdient hat, wird zur Hölle fahren müssen, wer sich vor Gott gedemütigt hat, wird das Leben finden. Amen.

Vers 4

Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreife; 1.Thess 5,4

Die Geschwister in Thessalonich waren in Bezug auf die Wiederkunft des HERRN aufgeklärt, wie ich schon in vorausgehenden Kommentaren erwähnt habe. Sie wussten viel mehr, als der Durchschnittschrist von heute weiss, was für uns traurig ist aber voll dem Zeitgeist entspricht. Christus spricht in dieser Art zur Endzeitgemeinde:

17 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weisst, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloss bist,
18 rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weisse Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blösse nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst. Offb 3,17-18

Viele von uns Christen wird der Tag des HERRN wie ein Dieb ergreifen, weil sie blind sind, wie es der HERR der Endzeitgemeinde attestiert. – Eine traurige Sache!

Lassen Sie uns daher das folgende zu Herzen nehmen:

14 denn alles, was offenbar wird, ist Licht. Deshalb heisst es: »Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten! und der Christus wird dir aufleuchten!«
15 Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise!
16 Kauft die rechte Zeit aus! Denn die Tage sind böse.
17 Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! Eph 5,14-17

Lassen Sie uns das zu Herzen nehmen!

Vers 5

denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. 1.Thess 5,5

Die Geschwister im HERRN gehören nicht der Finsternis an, was alles Weltliche ausschliesst, auch das vermeintlich Gute. Wir müssen da klar sein. Was, natürlich gesehen, vernünftig zu sein scheint, ist es nicht immer. Eine neue viel Glück versprechende Ehe nach einer katastrophalen ist in den wenigsten Konstellationen der Wille des HERRN, da damit in jedem Fall, auch wenn der Ehepartner verstorben ist und damit keine Scheidung vorliegt, schon ein Gelöbnis gebrochen wird (1. Tim 5,12). Die geistliche Sicht ist der weltlichen in vielen Fällen völlig entgegengesetzt. Wir wollen den Komfort und ein ruhiges Leben (siehe Vers 3 nachfolgend) und das stimmt manchmal mit dem Willen des HERRN überein, denn es steht geschrieben:

1 Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen,
2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott,
4 welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Tim 2,1-4

Doch nicht immer ist das am nächsten Liegende Gottes Wille. Daher sind wir nicht ein Volk, das gemäss dem weltlichen Handeln agiert, sondern wir agieren (hoffentlich) gemäss Gottes Willen. Das am nächsten Liegende kann manchmal sogar teuflisch sein und die Rettung der Menschen substantiell gefährden. Wir kennen den liebgemeinten Ratschlag des Petrus, welcher – wäre er befolgt worden – die Menschheit für immer in die Hölle gebracht hätte, wie wir inzwischen wissen:

21 Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.
22 Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte: Gott behüte dich, Herr! Dies wird dir keinesfalls widerfahren.
23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.
24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!
25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. Mt 16,21-25

Hätte der Herr Jesus Christus auf den völlig ungeistlichen, aber weltlich voll vernünftigen Einwand gehört, so wäre Er nicht ans Kreuz gegangen. Damit wäre unsere Rettung nicht zustande gekommen und unsere Zukunft wäre was ewige Schmoren in der Hölle! So weit bringt uns die weltlich-menschliche Weisheit, die Weisheit jener, die in der Finsternis wohnen.

Daher, liebe Geschwister, sollten wir unterscheiden lernen, was Entscheidungen im Lichte der Bibel sind und was zu rein menschlichem Wunschdenken gehört. Manchmal ist es mit dem Bibelwort konform, aber in vielen, wenn nicht den meisten Fällen ist es dem Willen des Vaters entgegengesetzt.

Vers 6

Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein! 1.Thess 5,6

Im vorausgehenden Vers ist gesagt, was wir sind: Ein Volk des Tages! Dieses Wissen sollte uns davor schützen, geistlich zu schlafen, was auch für uns möglich ist, sonst würden wir nicht davor gewarnt werden. Wenn wir uns unserer Bestimmung konform bewegen, so schlafen wir als „Söhne des Tages“ nicht. Wenn wir uns aber von unserer Bestimmung wegbewegen und uns an das Verhalten der Nationen anlehnen – bildlich gesprochen: Wenn wir als Israeliten uns das Verhalten der Kanaaniter aneignen – so sehen wir geistlich nicht mehr klar und fallen in schwere Sünde.

Vers 7

Denn die da schlafen, schlafen bei Nacht, und die da betrunken sind, sind bei Nacht betrunken. 1.Thess 5,7

Die Weltmenschen tappen im Dunkeln umher, sie sehen nicht klar. Das sagt die Bibel. Sie sehen nicht klar, weil sie in einer eigenen Wahrnehmung leben, die nicht der Realität entspricht. Weltmenschen leiten aus dem Sichtbaren Dinge ab und selbst diese werden falsch interpretiert, wenn wir an die menschlichen Theorien denken, die Spitzenphysiker vertreten. Stephen Hawkings, ein Kopf der weltlichen Wissenschaftler, sagt in seinem Buch „The Grand Design“ mit anderen Worten: Das Weltall habe sich selbst erschaffen. Er sagt nichts anderes aus, als dass etwas, was nicht existierte, sich selbst in die Existenz rufen konnte. – Diese Aussagen zeigen, dass Weltmenschen im Dunkeln tappen.

Die Bibel sagt, dass Gott Licht ist und seine Ankunft Licht in das Dunkel bringt, wie geschrieben steht:

12 Als er aber gehört hatte, dass Johannes überliefert worden war, entwich er nach Galiläa;
13 und er verliess Nazareth und kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt, in dem Gebiet von Sebulon und Naftali;
14 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet worden ist, der sagt:
15 »Land Sebulon und Land Naftali, gegen den See hin, jenseits des Jordan, Galiläa der Nationen:
16 Das Volk, das in Finsternis sass, hat ein grosses Licht gesehen, und denen, die im Land und Schatten des Todes sassen, ist Licht aufgegangen.«
17 Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Busse, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen! Mt 4,12-17

Als Christus (Gott in ins Fleisch gekommen, Joh 1,1.14) nach Galiläa kam, sah das dortige Volk, das in der Finsternis und im Schatten des Todes sass, ein Licht. Die Nationen tappen nicht nur im Dunkeln, das wäre vielleicht noch erträglich, sie sitzen vielmehr im Schatten des Todes und sie wissen es nicht! Sie sind lebendig tot, gemäss der Aussage der Heiligen Schrift, und sie sind unterwegs zur Hölle, wie ihr Weg von der Rockband AC/DC mit dem Lied „Highway to Hell“ mit erschreckend wahren Worten besungen wurde. Eine Übersetzung, die man hier finden kann (https://www.songtexte.com/uebersetzung/glee-cast-feat-jonathan-groff/highway-to-hell-deutsch-53d60709.html) beschreibt den Weg des Weltmenschen, der sich „frei“ fühlt, indem er die Regeln Gottes mit Füssen tritt. Das Ergebnis ist die Hölle. Das ist ein Auszug aus dem Lied nach der Übersetzung der oben angegebenen Webseite:

Lebe einfach, liebe frei, Saisonticket, auf einer Fahrt ohne Rückkehr
Frage nichts, lass mich sein, nehme alles in meinem Schritt
Brauche keinen Grund, brauche keine Reime
Nichts was ich lieber tun würde
Hinabgehend, Partyzeit, meine Freunde werden auch dort sein

Ich bin auf der Autobahn zur Hölle [Highway to Hell]
Auf der Autobahn zur Hölle
Autobahn zur Hölle
Ich bin auf der Autobahn zur Hölle

Keine Stoppschilder, Tempolimit, niemand wird mich bremsen
Wie ein Rad (ooh), werde es drehen, niemand wird mich schikanieren
Hey Satan, bezahle meine Schulden, (bezahl meine Schulden), spiele in einer rockigen Band
Hey Mama, sieh mich an, ich bin auf meinem Weg in das Gelobte Land

„Das Gelobte Land“ der Weltmenschen ist die Hölle, wo sie ewig brennen werden. „Das Gelobte Land“ der Christen ist das Reich ihres Herrn Christus Jesus, der sie auf grünen Auen weiden wird.

Wir sehen darin die Wichtigkeit, das Evangelium zur verkündigen. Wir sind durch den HERRN, der alle Menschen retten will (Hes 33,11, 1. Tim 2,4), angehalten, mit dem Evangelium, mit der Guten Botschaft des Christus, Licht in diese Dunkelheit der Nationen scheinen zu lassen! Amen!

Vers 8

Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, bekleidet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils. 1.Thess 5,8

Nun gehören wir mit dem neuen Leben in uns nicht mehr der Nacht an; wir gehören dem Tag an. Wir tappen nicht in der Dunkelheit und im Glauben, das Universum habe sich selber erschaffen mit dem Ausblick auf die zukünftige Hölle. Wir wissen, woher wir kommen (wir waren vor Grundlegung der Welt von Gott gewollt, Eph 1,4) und wohin wir gehen (für uns ist der Eingang ins Reich Christi bestimmt, 2. Petr 1,11).

Wie Abraham Zeit hatte, wieder in sein Heimatland zurückzukehren, so hätten wir auch Zeit, wieder den Weg der Welt und der Dunkelheit zu wählen. Doch das wollen wir nicht, wie die Heilige Schrift sagt, wir wollen nüchtern sein, nicht betrunken oder (wie das hier verwendete Wort) „trunken“ sein. Dazu ziehen wir den Brustpanzer des Glaubens an, um die feurigen Pfeile des Bösen durch unerschütterlichen Glauben abprallen zu lassen bzw. zu ignorieren. In anderen Worten ausgedrückt: Die Angriffe von aussen können unsere Standfestigkeit im HERRN nicht erschüttern. Es ist wie wenn auf uns gezielt abgeschossene Pfeile bei uns auf einen Brustpanzer treffen und ohne jede Wirkung abprallen. Wir reagieren in keiner Weise darauf.

Unsere Hoffnung des Heils ist unser Helm, der weitere, vielleicht anders gelagerte Angriffe, wirkungslos macht. Die Hoffnung des Heils behält uns in der Standfestigkeit, auch wenn man uns, sinnbildlich gesprochen, durch gezielte, gefährliche Schläge gegen das Haupt mutlos machen will.

Vers 9

Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 1.Thess 5,9

Dieser Vers stärkt unseren Helm des Heils, der im vorausgehenden Vers erwähnt ist. Mit dem Wissen, dass unsere Hinwendung zu Gott in der herrlichen Tat seines Sohnes uns zum Heil dient, wollen wir uns nie mehr von diesem Weg abbringen lassen, selbst wenn uns das die grössten Widerwärtigkeiten beschert. Die Widerwärtigkeiten prallen dann an diesem Helm ab, sie haben keine Chancen, das, was unter dem Helm ist, unser Wollen, Denken und Handeln, negativ zu beeinflussen.

Vers 10

der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. 1.Thess 5,10

Die Verse 9 und 10 sind die Grundlage unseres „Helm des Heils“. Das Wissen über Christus und sein Werk für uns, bewahrt unser Haupt (unser Denken und Handeln) – trotz der Schläge Satans und seiner Gefolgschaft – auf der Rechten Bahn. Die Hoffnung, die wir in Christus haben, mit Christus in jedem Zustand leben zu können, hält uns auf dem rechten Weg.

Vers 11

Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut! 1.Thess 5,11

Das Wort für „ermahnen“, das hier verwendet wird, bedeutet: trösten, ermuntern. Es ist nicht ein Ermahnen mit erhobenem Zeigefinger gemeint. In der Position des Lichtes, in welche uns Christus gestellt hat, solle wir einander trösten und ermuntern. Die Dinge laufen nicht immer so, wie wir es uns wünschen und auch unsere Brüder und Schwestern im HERRN können krank werden. Wir sollen daher noch umso mehr füreinander da sein und wir sollen einander trösten und ermuntern.

 

Vers 12

Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen, 1.Thess 5,12

Wer die von Gott autorisierten Geschwister nicht anerkennt, verschliesst sich der Wahrheit Gottes. Der Aufbau wird dadurch massiv behindert. Der arbeitende Bruder kann durch internen Widerstand entmutigt werden, wie Simson entmutigt wurde, als er merken musste, dass die eigenen Brüder in denen ausliefern wollten, die nach seinem Leben trachteten (Ri 5,12). 

Die Verwerfung durch die eigenen Brüder half sicherlich mit, dass Simson fiel. In der Folge suchte sich Simson Trost bei Frauen, jedoch leider bei den falschen, was sein Fall war. Wir könnten nun die ganze Schuld bei Simson sehen, was sicherlich nur bedingt der Wahrheit entspricht. Denn die Bibel sagt, dass Ungehorsam gegen Führer allen nicht dienlich ist. Die Führer beginnen zu seufzen und der Gemeinde gereicht es zum Schaden, wie geschrieben steht:

Gehorcht und fügt euch euren Führern! Denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre nicht nützlich für euch. Hebr 13,17

Untergraben wir daher nicht die Ordnung Gottes in den Gemeinden. Amen.

 

Vers 13

und dass ihr sie ganz besonders in Liebe achtet um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander! 1.Thess 5,13

In diesem Vers sind nicht die falschen Brüder gemeint, die in Schafskleidern kommen und ganze Gemeinden Gottes von ihrer geistlichen Ebene auf das Niveau weltlicher Organisationen herunterzerren und dem Niedergang und dem Unglauben preisgeben. Diesen Weg haben wir durch ein von uns anerkanntes Ausbildungssystem leider selbst geöffnet und damit die Möglichkeit geschaffen, dass uns Ungläubige führen! Es muss nur jemand – ob gläubig oder nicht – Theologie studieren oder eine Bibelschule besuchen und schon kann er als 25-jähriger eine Kirchgemeinde übernehmen!

In aktuellen Vers sind Gottesarbeiter gemeint, die auch von Gott selbst eingesetzt werden, wie geschrieben steht:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2.Kor 10,18

Nicht das Diplom einer theologischen Akademie autorisiert die Menschen zum Gemeindedienst, Gott ist es der Arbeiter in seinem Reich nominiert. Und diesen von Gott eingesetzten Arbeitern müssen die Werke des Geistes folgen, wie: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit (Gal 5,22-23), Gerechtigkeit, Wahrheit (Eph 5,9), Erbarmen, Demut, und Milde (Kol 3,12). Wirklich gläubige Arbeiter, die das bringen, soll man besonders in Liebe achten. Vor den Erstgenannten sollte man sich aber vielmehr hüten, damit ihre Philosophie, ihre Bibelkritik und ihr Unglaube unseren kostbaren Glauben nicht zerstören!

Vers 14

Wir ermahnen euch aber, Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig gegen alle! 1.Thess 5,14

Dieser Vers hat uns viel zu sagen. Wenn wir uns umschauen, sehen wir unter uns Christen viel Unordentliche, Kleinmütige und Schwache. Wir sehen einen Zustand, der zu falschen menschlichen Schlüssen führen könnte. Man könnte sagen, was soll ich noch ermutigen, wenn alle ohne Hoffnung in Bezug auf das Wirken Gottes sind? Ein Beispiel: Wer glaubt heute noch, dass ein Gelähmter wirklich von Gott geheilt wird? Der Zustand in der christlichen Landschaft heute ist wie jener damals zur Zeit Nehemias: Das Volk Gottes war am Boden. 

Nehemia hätte sich sagen können: „Schade, es macht mich traurig, dass es meinem Volk nicht gut geht. Glücklicherweise habe ich einen guten Job am Königshof; Gott hat für mich gesorgt.“ Doch Nehemia sprach nicht so, er stieg dort in den Ring, wo nichts mehr zu hoffen war und agierte dort, wo alles am Boden lag, wie geschrieben steht:

Ach, Herr, lass doch dein Ohr aufmerksam sein auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die gewillt sind, deinen Namen zu fürchten! Lass es doch deinem Knecht heute gelingen und gewähre ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann! – Ich war nämlich Mundschenk des Königs. Neh 1,11

Nach diesem Gebet baute er unter Einsatz seines Lebens die Mauer Jerusalems wieder auf. Als Mundschenk, nicht als Chefmaurer, führte er eine Grossbaustelle. Und mit Gott führte er in ständiger Lebensgefahr das Grossprojekt in Rekordzeit zum Erfolg, wie geschrieben steht:

15 Und die Mauer wurde am 25. des Monats Elul, in 52 Tagen fertiggestellt.16 Und es geschah, als alle unsere Feinde es hörten, da fürchteten sich alle Nationen, die rings um uns her waren, und unsere Feinde sanken sehr in ihren Augen. Und sie erkannten, dass dieses Werk von unserem Gott aus geschehen war. Neh 6,15-16

Gott liess Nehemia die Sache gelingen, die nicht einmal professionelle Bauarbeiter unter diesen widrigen Umständen (Neh 4) in derselben Zeit geschafft hätten, denn alle mussten erkennen, dass dieses Werk von Gott aus geschehen war (Neh 6,16).

Vers 15

Seht zu, dass niemand einem anderen Böses mit Bösem vergelte, sondern strebt allezeit dem Guten nach gegeneinander und gegen alle! 1.Thess 5,15

Wir wissen, dass jedes Wort Gottes „siebenmal gereinigt“ wird (Ps 12,7), bevor es uns zu Ohren kommt. – Was bedeutet das? – Das bedeutet, dass wir Gottes Wort nicht als ein Wort von Menschen nehmen sollen. Wenn Menschen etwas erklären, kann ihre Erklärung aufgrund eines zu kleinen Wortschatzes oder mangelhafter Sachkenntnis zu einem mangelhaften Bericht führen. Bei Gott verhält es sich nicht so. Jedes Wort in der Bibel ist sorgfältig ausgewählt und abgewogen, rein und bedeutet genau das, was es aussagt. Das sollten wir uns merken, denn allzu oft gehen Menschen viel zu oberflächlich mit Gottes Wort um. Ein Beispiel, die Schrift sagt: 

Dann wird es mit dem Reich der Himmel sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, dem Bräutigam entgegen. Mt 25,1

In diesem Gleichnis spricht der HERR von Jungfrauen, fünf waren klug, fünf waren töricht. Die Rede ist von einer Gruppe von Menschen, die sich einfach in ihrer Haltung unterschieden; das Wort „Jungfrau“ ist siebenmal geläutert und ist damit bewusst ausgewählt. Jungfrauen gehören dem HERRN, denn die Gemeinde ist Christi Jungfrau, wie ebenfalls im siebenfach geläuterten Wort im 2. Korintherbrief, Kapitel 11, Vers 2 steht. Ungläubige Menschen aus der Welt werden niemals als jungfräulich zu sein bezeichnet, da ihnen der Unflat der Sünde anhaftet. Sie haben Gott nie um Reinigung gebeten (Sündenvergebung durch Jesus Christus), wie es die Christen bei ihrer Bekehrung getan haben. Die Bibel gibt ihnen den Status „jungfräulich“ nicht, die Bibel gibt unbekehrten Menschen den Status „tot“ (Mt 8,22; Lk 9,60).

Obschon aus dem ganzen Gleichnis hervorgeht, dass alle 10 Jungfrauen wiedergeborene Christen repräsentieren, verdrehen viele „Ausleger“ (Menschen, welche die Bibel zu erklären versuchen) die Worte des HERRN und behaupten – gestützt durch den mangelhaften Sinn der Menschen – der HERR spreche hier von zwei verschiedenen Arten von Menschen. Sie sagen, der HERR spreche hier von echten Gläubigen und von solchen, die nur so tun, es aber im Grunde nicht sind. Damit wird gesagt, der HERR drücke sich so ungenau aus, wie es die Menschen untereinander tun. Sie sagen, der HERR habe in der Terminologie, die nur für echte Christen stehen sollte, auch solche miteingeschlossen, die nur Scheinchristen sind (Namenschristen, also Christen, die sich nur so nennen, aber keine Kinder Gottes sind). Damit werfen sie dem HERRN ungenaues Sprechen vor. 

Lassen Sie mich noch kurz für junge Gläubige weitere Beweise anführen, dass selbst die törichten Jungfrauen im Gleichnis wiedergeborene Christen sind:

Alle warten auf dem Bräutigam und gehen Ihm entgegen! Das tut kein Heide (Ungläubiger), auch wenn er als Christ erscheinen will. Ein Ungläubiger lebt sein eigenes Leben und will es keinem anderen Willen unterstellen. Alle eingeschlafenen (gestorbenen) Jungfrauen wachen zum gleichen Zeitpunkt auf. Sie haben also Teil an derselben Auferstehung, der Auferstehung der Gläubigen. Heiden haben nicht Teil an derselben Auferstehung (die Auferstehung der Gläubigen ist vor dem 1000-jährigen Reich). Heiden stehen erst nach dem 1000-jährigen Reich auf und werden vor dem Grossen Weissen Thron gerichtet. Alle Jungfrauen haben brennende Lampen, sie unterscheiden sich nur in einem Punkt: Die törichten Jungfrauen haben weniger Öl im Zusatzgefäss, was auf einen in Eigenregie und nicht durch den Heiligen Geist gelenkten Lebenswandel hindeutet. Dafür werden sie bestraft, wie das siebenmal gereinigte Wort im Lukasevangelium es vorstellt (Lk 12,47.48). Wer Ohren hat zu hören, der höre! Amen.

Kommen wir jetzt zum aktuellen Vers (1. Thessalonicher 5,15): Das siebenmal geläuterte Wort sagt aus, dass wir Christen (der Brief ist an Christen gerichtet, an die Gemeinde in Thessalonich), Böses nicht mit Bösem vergelten sollen. – Stellen wir uns vor, das muss unter wiedergeborenen Christen gesagt werden, weil selbst unter uns viel schändliches Treiben vorkommt! Ein Beispiel: Vor kurzem verkrachten sich zwei evangelisierende Geschwister derart, dass sie ihr Vorhaben abbrechen und nach Hause gehen mussten! 

Wundern wir uns darüber? – Nein, denn das siebenfach geläuterte Wort sagt, dass Christen sich fleischlich (negativ, der alten, bösen Natur gemäss) verhalten können (1. Kor 3,3), wenn sie dieser Natur Raum geben! Und gerade aus diesem Grund muss die Schrift selbst echte, wiedergeborene Christen vor niederschwelligen und verwerflichen Aktionen warnen! Lassen Sie uns daher nach dem Guten gegeneinander und gegen alle streben! Amen!

Vers 16

Freut euch allezeit! 1.Thess 5,16

Ein leichter zu verstehender Vers, wenn es Dir gut geht, nicht? – Was ist, wenn gerade Dein Kind gestorben ist? Was ist, wenn Du aufgrund des Glaubens im Gefängnis sitzt und geschlagen wirst?

Entwich dieser Vers der siebenfachen Läuterung (Ps 12,7), von welcher wir wissen, dass jedes Wort Gottes sorgfältig gewählt und abgewogen wurde? Hat dieser Vers seine Berechtigung im Wort, das auch an ein leidendes Volk geschrieben ist? – Ja, er hat zweifelsfrei seine Berechtigung! Nur wer Gott nicht kennt, spricht ihm seine Berechtigung ab. Denn Gott spricht:

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird. Hebr 11,6

Gott stellt sich auch als Belohner vor; Er ist viel mehr als nur Schöpfer, Retter und Richter, wie viele glauben. Gott stellt als Belohner seinen Getreuen eine Zukunft vor, die dieses Zeitalter mit all den Herrlichkeiten dieser Welt bei weitem überragt. Selbst wenn wir zur Weltelite gehören würden und uns all das und mehr, was beispielsweise der reiche und mächtige König Salomo geniessen konnte, jetzt schon gehören würde, so wäre das nichts im Vergleich zu dem, was uns Gott als Belohner geben kann. Die Welt kann nicht geben wie Gott in seinem Reichtum geben kann. Die Herrlichkeit wird so überragend sein, dass selbst ein für Christus leidender Christ sich in dieser Erwartung noch freuen kann. 

Deshalb lügt der aktuelle Vers nicht, auch dann nicht, wenn sich der Christ in sehr schlechten Umständen befindet. Amen!

Vers 17

Betet unablässig! 1.Thess 5,17

Wir sind daran, eine Reihe von Befehlen zu lesen. Das sind Gebote! Das Neue Testament ist auch voller Gebote, wie das Alte Testament voller Gebote ist. Als die Gebote im Alten Testament vom Volk verworfen worden waren, wurde das Volk von Gott verworfen. Wir lesen von schwersten Züchtigungen, die Gott auf sein Volk kommen liess.

Nun glauben und predigen heutzutage einige Schlaumeier, die neutestamentlichen Gebote seien fakultativ, obschon die Bibel genau das Gegenteil sagt. Gott sagt mit siebenfach geläuterten Worten, dass es viel schlimmer sein wird, wenn die direkt durch Gott ausgesprochenen Worte des Neuen Testaments verworfen werden. Denn diese aus dem Alten Testament waren nicht direkt durch Gott ausgesprochen, sondern sie waren durch den Mittler Moses gegeben (Heb 1,1.2). Und schon deren Verwerfung hatte Todesfolgen. Wer die neutestamentlichen Worte nun ablehnt, wird ein noch grösseres Problem haben als die Israeliten, welche die Worte Moses‘ und die der Propheten verworfen hatten (Esra 9,13a).

Auf Christen, die ein Vorbild im Volk Israel haben, wird also ein noch grösseres Unheil kommen, wenn sie all die Warnungen verwerfen (1. Kor 10,6.11) und Christi (Gottes) direkte Rede in den Wind schlagen.

1 Deswegen müssen wir um so mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa am Ziel vorbeigleiten.
2 Denn wenn das durch Engel verkündete Wort fest war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing,
3 wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so grosse Rettung missachten? Hebr 2,1-3a

Kommen wir jetzt zum aktuellen Befehl (Vers)! Wir sollen unablässig beten! Das wird im Neuen Testament sehr oft kommuniziert, mit Gleichnissen (Lk 18,1 ff.) und direkten Hinweisen des HERRN, wie zum Beispiel:

Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen! Lk 21,36

Der HERR gibt in seiner Barmherzigkeit sogar noch für uns nachvollziehbare Gründe an, zu was Er überhaupt nicht verpflichtet wäre. Das Gebet bringt uns Vorteile, es ist aber auch vom Vater sehr erwünscht, der mit uns in Gemeinschaft leben möchte. Das bringt Er unmissverständlich zum Ausdruck, in dem Er Wohnung im Gläubigen macht. Er kommt in den Gläubigen hinein und der Gläubige soll Ihm mit Gebet entgegenkommen! Man muss Gott nicht da oder dort suchen, Er ist da und Er ist nicht nur da, Er ist schon in uns (gemeint ist: im wiedergeborenen Gläubigen)! 

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Joh 14,23

Lasst uns daher den neutestamentlichen Befehl beherzigen! Amen.

Vers 18

Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 1.Thess 5,18

Ein Christ kann und soll in allem dankbar sein, da er 1. unverdient gerettet wurde, da 2. seine Rettung den höchsten je im Universum geforderten Preis gekostet hat und da 3. der Vater die Geretteten darüber hinaus noch reichlich belohnen will.

Selbst wenn uns der Teufel an alle unsere dunklen Seiten in unserem Leben ständig erinnern will, sollte uns das nie von der Danksagung gegenüber Gott abbringen, denn (in solchen Fällen wiederhole ich mich sehr gerne): 

Ein Christ kann und soll in allem dankbar sein, da er 1. unverdient gerettet wurde, da 2. seine Rettung den höchsten je im Universum geforderten Preis gekostet hat und da 3. der Vater die Geretteten darüber hinaus noch reichlich belohnen will. Amen!

Vers 19

Den Geist löscht nicht aus! 1.Thess 5,19

Der Christ sollte durch den in ihm innewohnenden Geist geleitet werden, wie wir wissen.

Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Röm 8,14

Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz. Gal 5,18

Ein fleischlicher Christ (1. Kor 3,3) lässt die Leitung durch den Heiligen Geist nicht zu, weil er sich nicht unter fremde Führung stellen will. Und da Gott niemand zum Glück vergewaltigt, zieht sich in solchen Fällen der Geist zurück. Gott agiert nicht wie der Teufel. Die bösen Geister übernehmen gewaltsam die Kontrolle über die Menschen, die sie bewohnen (Mt 17,15), da hat der Besessene nichts mehr zu melden.

Der Heilige Geist übernimmt die Kontrolle eines Christen nicht mit Gewalt. Wenn der Christ sich diesem perfekten Einfluss anvertrauen will, so übernimmt der Geist, steht der Christ mit ungläubigem Willen dagegen, zieht sich der Heilige Geist zurück, was für den Christen eine Tragödie ist! Anstatt auf grüne Wiesen geleitet zu werden, verharrt der Christ in kurzsichtiger Planung auf fruchtlosen Wegen. Lassen Sie uns daher Gott jeden Morgen bitten, die Kontrolle über unser Leben weiterzuführen! – Das ist eine grosse Gnade für uns! Amen!

Vers 20

Weissagungen verachtet nicht, 1.Thess 5,20

Um zu verstehen, was Weissagung ist, ein Beispiel:

Er aber sprach zu ihnen: Treffend hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Mk 7,6

Der Herr Jesus sagt damit in anderen Worten: „Treffend hat Jesaja euren Zustand vorausgesagt.“ Ein anderes Beispiel: 

Da sprach er zu mir: Weissage über diese Gebeine und sage zu ihnen: Ihr vertrockneten Gebeine, hört das Wort des HERRN! Hes 37,4

Die Bibel stellt uns die Weissagung als prophetische Rede für zukünftige Dinge vor, das sehen wir im Alten sowie im Neuen Testament. Auch über Paulus wurde so prophetisch vorausgesagt, dass er am Ziel seiner Reise gebunden werden würde:

10 Als wir nun mehrere Tage blieben, kam ein Prophet mit Namen Agabus von Judäa herab. 11 Und er kam zu uns und nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Füsse und die Hände und sprach: Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen überliefern. Apg 21,10-11

Es kam ein Prophet und dieser prophezeite in seiner Eigenschaft als Prophet, er sagte etwas voraus. Ein Prophet ist ein Seher Gottes im Gegensatz zu den Sehern des Teufels, die man Hellseher nennt. Ein Hellseher orakelt und spricht vage und seine Rede ist wie ein Horoskop, eine völlig nebulöse Prognose, es kann alles bedeuten. Die Rede eines Hellsehers ist zum Verderben und zur Verführung des Menschen. Die Rede eines Propheten Gottes ist klar, wie die Rede des Propheten Agabus klar war.

Heute – im Zeitalter von Laodizea (Offb 3,14 ff.) – wird auch der Begriff Prophetie und der Begriff Prophet nicht mehr verstanden, was kein Wunder ist. Denn der HERR sagt zur Gemeinde Laodizea, die unseren Zustand wiederspiegelt, sie sei blind. Prophetie wird heute als „erbauende Rede“ bezeichnet. Sie muss nicht mehr zwingend eine göttliche Voraussage beinhalten. Man degradiert Prophetie zu Lehre oder gar hinunter bis zu „freundlichen Worten“. Ein Prophet steht aber über dem Lehrer, das ist klar aus der Reihenfolge im 1. Korintherbrief, Kapitel 12, Vers 28 zu sehen. Ein Prophet kann etwas Zukünftiges sehen, was ihm eine grosse Macht verleiht. 

Prophetie kann natürlich missbraucht werden und viele missbrauchen sie. Nur schon wenn ein Christ sagt: „Ich fühle mich gedrängt, Dir zu sagen …“, so kann Missbrauch von Prophetie vorliegen. Ich sage: „es kann Missbrauch vorliegen“, ich sage nicht: „es liegt Missbrauch vor“. Denn wenn jemand sagt, dass er sich gedrängt fühle, etwas zu sagen, so suggeriert er ein Drängen des Heiligen Geistes, etwas zu vermitteln. Und wenn es sich so verhält, so ist der vermittelte Inhalt göttlich und in jedem Fall wahr. Wenn jemand aber so spricht und er wird nicht durch den Geist dazu gedrängt, so liegt Missbrauch vor, was ein ganz schwere Sache ist. Falsche Propheten werden durch die Schrift sehr stark ermahnt und ihre Zukunft ist alles andere als rosig, wenn sie nicht radikal Busse tun (Hes 13,8.9).

Durch den Missbrauch der Prophetie sank ihr Ansehen praktisch auf Null. Wer kann noch was glauben, wenn heute, im gefallenen Christentum, jemand aufsteht und beispielsweise von Erweckung spricht, wo wir nur das Gegenteil, den Abfall sehen? – Wir sehen, die Scharlatanerie hat die wahre Prophetie unglaubwürdig gemacht. Doch die Bibel sagt uns im aktuellen Vers, dass wir Prophetie nicht verachten sollen. Das heisst, dass wir die Ohren und die Augen weiterhin dafür offen halten sollen. Wir sollen das Kapitel Prophetie nicht für uns schliessen, weil die Schindluderei überhandgenommen hat. Die Bibel verbietet uns das ausdrücklich. Wir sollen Prophetie nicht verachten. Daher sollen wir, wenn wir mit Prophetie in Berührung kommen, den Herrn, dessen Geist in uns wohnt, fragen, ob Er uns bestätigen kann, was wir gerade als deklarierte Prophetie dargereicht bekommen. Wir sollen in jedem Fall Prophetie nicht verachten, das ist die klare Aussage. Amen.

 

Vers 21

prüft aber alles, das Gute haltet fest! 1.Thess 5,21

Das ist ein weiterer Befehl, ein weiteres Gebot im Neuen Testament. Die Nichtbeachtung dieses Gebotes hat viel Leid und Elend in viele Leben gebracht, denn der Teufel verführt immer mit scheinbarem Glück, welches sich nachher als tödliches Gift entpuppt. Wie er Eva mit der äusserlichen Schönheit der Sünde verführt hatte, so verführt er die Menschen heute mit der äusserlichen Schönheit der Sünde. Die Bibel sagt aber, dass die Sünde den Tod zur Folge hat.

Nun erhebt sich die Frage, wenn wir glauben wollen, dem Teufel, der ein Menschenmörder ist oder dem himmlischen Vater, der seinen geliebten Sohn für uns dahingegeben hat. Ich glaube lieber der Botschaft der Liebe, aus dem Mund des Schöpfers als der Botschaft des Hasses aus dem Munde des Teufels, der mir nach dem Leben trachtet. Amen! 

Die Philosophie dieser Welt, welche vom Teufel kommt, steht im krassen Kontrast zur Bibel und dem Zeitgeschehen. Man glaubt in der Welt, es werde alles gut kommen. Die Bibel sagt im krassen Kontrast dazu, dass die Welt vor der grössten jemals kommenden Katastrophe steht, welche die „Grosse Drangsal“ genannt wird (Mt 24,21). Und danach werden viele Menschen für alle Ewigkeit mit dem Teufel zur Hölle fahren müssen, weil sie das Gute partout nicht haben annehmen wollen. Doch der Teufel, der von all diesen Dingen Kenntnis und nicht mehr viel Zeit hat (Offb 12,12) fährt zu seiner Ehre fort mit seiner Verführung, damit die Menschen zu ihrem Verderben ihm glauben.

Vers 22

Von aller Art des Bösen haltet euch fern! 1.Thess 5,22

Nach all den schönen Befehlen zum Guten, bei denen man ein ebenfalls gutes Verhalten des Christen voraussetzt, muss der Heilige Geist trotz allem diesen Vers noch einbauen, der ein ganz tiefes Niveau anspricht, dass der Christ sich vom Bösen fernhalten soll. Und bedenken wir, dass die Worte in der Heiligen Schrift siebenmal geläutert sind. Sie durchlaufen eine siebenfache Prüfung (Ps 12,7), bevor sie zum Menschen kommen. Sie werden nicht einfach so gegeben, nur dass etwas gesagt ist.

Dass dieser Vers trotz all des guten Bestrebens des Menschen noch so klar eingebaut sein und nun dastehen muss, ist ein Hinweis auf den latenten Hang zum Bösen, der auch bei bekehrten Menschen noch vorhanden ist. Solange wir den alten Menschen nicht vollständig abgestreift haben, gibt es die alte Natur von Adam noch in uns, die Gottes Wort weder halten kann, noch halten will. Wer ihr Raum gibt sündigt schnell. Um uns das bewusst zu machen und um dieser Gefahr entgegenzuwirken, liess der Heilige Geist diesen Vers in die Bibel einfliessen. Und Er baute ihn an einem Ort ein, wo wir ihn nicht vielleicht erwartet haben. Nachdem die Rede von schönen und hohen Dingen war, wird praktisch im gleichen Atemzug vor niederschwelligen und bösen Verhaltensweisen gewarnt! Mit anderen Worten ist das ein weiterer Hinweis auf die Unbeständigkeit des Menschen, der schnell von geistlichem in weltliches Verhalten kippen kann. – Nehmen wir diesen Vers ernst und merken wir uns: Wir sollen uns vor aller Art des Bösen fernhalten! Amen!

Vers 23

Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus! 1.Thess 5,23

Das ist der Segenswunsch eines Pastors für seine Gemeinde, welcher, zuerst von ihm ausgesprochen, zum Wunsch eines jedes einzelnen Gemeindegliedes werden sollte. Zuerst bat der Oberhirte, Jesus Christus, für seine Gemeinde (Joh 17) und danach sollen es die Hirten tun und danach die Schafe untereinander. Zwischen Hirten und Schafen macht der HERR keinen Unterschied, die Hirten sollen einfach den Schafen in allem vorangehen, das ist das einzige, in was sie sich von den Schafen unterscheiden sollen. Im Neuen Testament gibt es im Gegensatz zum Alten Testament keine Hierarchie mehr (Mt 23,8 -14, besonders Vers 8b), auch wenn das besonders die Landes- aber auch die sogenannten Freikirchen nicht wiederspiegeln. 

Vers 24

Treu ist, der euch beruft; er wird es auch tun. 1.Thess 5,24

Dass der HERR treu ist, liegt auf der Hand. Er hält alles, was Er verspricht. – Doch was wird Er gemäss diesem Vers tun? – Er wird in seiner Treue alles ausführen, was er gesagt hat, in diesem Fall besonders, das, was in den vorausgehenden Versen beschrieben ist. Die Bibel ist im Kontext zu lesen, mit Verspickerei kann man den Sinn der einzelnen Verse verfehlen.

Der HERR wird also alles daran setzen, uns völlig zu heiligen und ans Ziel zu bringen (V 23). Er setzt alles daran, um unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib untadelig zu bewahren, damit wir so bei seiner Ankunft erfunden werden! – Nun fragen sich vielleicht einige: Warum ist es denn noch möglich, dass nicht alle im idealen Zustand bei der Ankuft Christi erfunden werden, wie der Knecht, der sich vom guten zum Schlechten gewandt hat oder die 5 törichten Jungfrauen, die nicht – obschon es echte Christen sind – zum Ziel gekommen sind? – Die Antwort lautet: Wir müssen wollen! An Gott liegt es nicht; Er will uns vollenden und Er wird immer daran arbeiten, solange wir mitmachen. Wenn wir uns aber dagegen sperren, so müssen wir wissen, dass Er nichts gegen unseren Willen tun wird. Deshalb kann es durchaus sein, dass einige unter uns nicht am Ziel sind, wenn Er wiederkommt. Das ist eine ernste Warnung (siehe auch 1. Kor 10,6.11)!

 

Vers 25

Brüder, betet für uns! 1.Thess 5,25

Der grosse Apostel bittet Schäfchen in Thessalonich um Unterstützung durch Gebete! – Einige würden sagen: Das geht doch gar nicht! Ein so grosser Mann des HERRN kann doch nicht kleine Schäfchen um Unterstützung durch Gebete bitten! – Die solches sagen, habe nicht begriffen, dass es am Ende keinen Unterschied zwischen einem Pastor und einem frischbekehrten Schäfchen geben sollte. Am Ende, wenn wir vor Christus stehen werden, sollte es diesen Unterschied nicht mehr geben, weil der HERR 

1. Im neuen Testament die Hierarchie abgeschafft hat.

2. Will, dass jedes Gemeindeglied zur Vollendung kommt. 

Am Ende soll es keine Unterschiede mehr geben. Paulus kannte diese Zusammenhänge sehr genau und sah deshalb die gleichen Möglichkeiten und die gleich wirksame Kraft des Geistes in den Geschwistern! Er war in seiner Funktion als Apostel nicht abgehoben und dachte in keinem Moment: „Was soll ich als erfahrener Krieger kleine Kinder um Hilfe bitten?“ Paulus dachte nicht so, denn er wusste, dass Gott alle Menschen zu einem Leib in Christus zusammengefasst hat und dass jedes Glied in diesem Leib sehr wichtig ist! Daher stützte er sich auch voll auf diesen Leib des HERRN, das ist die Gemeinde Christi. Er wusste, dass er nur mit dieser demütigen Haltung aus der vollen Kraft des Heiligen Geistes würde schöpfen können. 

Wir sollten auch zu dieser Erkenntnis kommen und gegenseitige Fürbitte tun und sie von anderen auch akzeptieren oder gar verlangen, wie Paulus sie an dieser Stelle verlangte. Amen!

Vers 26

Grüsst alle Brüder mit heiligem Kuss! 1.Thess 5,26

Zum Heiligen Kuss, bzw. dem Kuss der Liebe, wird heute von bedeutenden Auslegern nicht viel gesagt und geschrieben; es kommt mir vor, wie wenn eine Ratlosigkeit bei diesem Thema herrscht. Ehrlich gesagt hätte ich diese Stelle am Liebsten unkommentiert übersprungen, da ich mir selbst über dessen Bedeutung nicht ganz im Klaren bin. Doch dies erschien mir unmöglich, wo der Heilige Geist diese Aufforderung für den Gruss nicht weniger als fünf Mal (!) niederschreiben lässt. Sie wird viermal mehr erwähnt, als die so vieldiskutierte Kopfbedeckung der Frau, die durchaus ihre Berechtigung hat, obwohl sie nur einmal erwähnt wird. Es erscheint mir daher wichtig, die weiteren vier Stellen, die über den Kuss berichten, aufzulisten:

Es grüssen euch die Brüder alle. Grüsst einander mit heiligem Kuss! 1.Kor 16,20

Grüsst einander mit heiligem Kuss! Es grüssen euch alle Heiligen. 2.Kor 13,12

Grüsst alle Brüder mit heiligem Kuss! 1.Thess 5,26

Grüsst einander mit dem Kuss der Liebe! Friede euch allen, die in Christus sind! 1.Petr 5,14

Aufgrund der Häufigkeit dieser Erwähnung glaube ich nicht, dass es sich um eine traditionelle Begrüssung der damaligen Gesellschaft handelt, die hier vom Geist des HERRN erwähnt wird. Denn der Kuss von dem hier die Rede ist, ist „heilig“ oder ein „Kuss der (göttlichen) Liebe“ (agape, gr.). Petrus benutzt in seinem Vers das Wort für göttliche Liebe, nicht jenes, das menschliche Liebe ausdrückt. Beides kann nicht von menschlichen Traditionen abgeleitet werden, denn natürliche Küsse von ungeretteten Menschen sind weder heilig noch durch göttliche Liebe gewirkt.

Auch Jesus und seine Jünger müssen diese Art der Begrüssung gepflegt haben, Judas wählte diese offensichtlich gewohnte Form auch beim Verrat, um nicht mit dem Finger auf den HERRN zeigen zu müssen und seinen Status als Verräter vor allen zu offenbaren (Mt 26,48).

Vielleicht sind diese Verse in der heutigen Zeit abstrakter für uns geworden, wo die Leistung immer mehr zählt als ein Mensch. Persönlich glaube ich auch, dass die Möglichkeiten der anonymen Kommunikationsmittel die Gefühlsarmut fördert. Viel Kommunikation läuft auf Plattformen ab, die keine menschliche Nähe erfordern und wo Gefühle nicht gezeigt und erwidert werden können. Doch aufgrund dieser Verse bin ich überzeugt, dass der HERR will, dass wir die Liebe füreinander nicht im Verborgenen lassen. Von verborgen gehaltener Liebe hat niemand etwas, da nützt sogar ein Scheltwort noch mehr (Spr 27,5). Welcher entmutigte Mensch weiss etwas von inniger Bruderliebe, wenn er sie nur als Floskeln und Beteuerungen kennt? Lassen Sie mich zur Veranschaulichung über eine traurige Begebenheit von verborgen gehaltener Liebe berichten:

Meine italienischstämmige Mutter, welche mich und meine Schwester sehr lieb hatte und es wie alle Südländerinnen es auch mit vielen Umarmungen und sonstigen Liebkosungen zeigte, hielt, wie erwähnt, ihre Liebe zu den Kindern nicht im Verborgenen. Als heranwachsender Jugendlicher wurden mir die Umarmungen jedoch peinlich, da Jungs doch „stark“ sind und keine Liebkosungen brauchen. „Solches ist doch nur für Kleinkinder“, dachte ich. In der Folge entzog ich mich ihr und gab ihr auch im Erwachsenenalter nur noch die Hand bei der Begrüssung und dem Abschied. Sie blieb trotzdem für mich ein ganz besonderer Mensch, den ich auch besonders lieb hatte. Eines Tages jedoch, ich stand an ihrem Sterbebett, wo mir bewusst wurde, dass es der letzte Abschied sein würde und ich nicht wusste, wie ich ihr sagen sollte, dass ich sie immer ganz fest lieb hatte, drückte ich ihr mit tränenüberströmten Augen einen dicken Kuss auf die Wange, der auf eine spezielle Art ausdrücken sollte: „Mama, ich habe Dich sehr lieb!“ Worte allein erschienen mir in dieser Situation ein Mittel mit viel zu schwacher Aussagekraft. Sie sollte an ihrem Leib spüren, dass sie ein sehr geliebter und wertgeschätzter Mensch war! 

Es gibt einfach Situationen, wo eine mit Worten beteuerte Liebe nicht genügend ist. Dies wird uns auch in im Buch Hohelied ganz schön beschrieben:

O wärest du mir doch ein Bruder, der die Brust meiner Mutter gesogen! Fände ich dich dann draussen, könnte ich dich küssen, und man dürfte mich dennoch nicht verachten. Hld 8,1

Die Frau, die sich nach dem Mann ihres Herzens sehnte, sie, die „krank“ war vor Liebe (Hld 5,8), suchte eine Möglichkeit, diese Liebe zum Ausdruck zu bringen. Worte hätten die Gefühle nicht annähernd umschreiben können! – Da es damals aber nicht statthaft war, sich vor der Zeit öffentlich zu küssen, wünschte sie sich für den Augenblick, ihr Freund wäre ihr Bruder. Dann hätte sie ihn küssen dürfen, weil das ganz normal war und hoffentlich heute noch ist, dass sich Geschwister lieb haben.

Es scheint mir, dass der Heilige Geist mit dem Vers 16 aus dem gleichen Kapitel des Römerbriefes und den vier weiteren Stellen sagen möchte, dass wahrhaftige und echte Bruderliebe nicht dauerhaft allein in Worte gepackt werden kann. Wenn uns demnach Worte genügen, um unsere Liebe auszudrücken, müssen wir uns fragen, weshalb wir uns nicht danach sehnen, den Bruder, den wir aus reinem Herzen lieb haben, einmal zu umarmen, um ihm in einer stärkeren Ausdrucksweise als mit Worten zu zeigen, wie sehr wir ihn wertschätzen. Wenn diese Sehnsucht fehlt, sind wir vielleicht noch nicht fähig, richtig zu lieben oder schon etwas abgestumpft. 

Lassen Sie uns diese Verse vor dem HERRN bewegen! Sie stehen nicht ohne Grund in fünffacher Ausführung in dem ewigen Wort! Die Liebe ist mehr wert als die Tat, den ganzen Leib (ohne Liebe) für Christus hinzugeben und dabei zusätzlich die ganze Habe den Armen zu vererben (1. Kor 13,3)! [Aus der Erklärung zu Römer 16, Vers 16 übernommen]

Vers 27

Ich beschwöre euch bei dem Herrn, dass der Brief allen Brüdern vorgelesen werde. 1.Thess 5,27

Das ist die Stimme des Pastors im Apostel! Paulus war nicht nur ein sehr guter Gemeindegründer und ein sehr guter Lehrer. Er war auch ein guter Hüter der Herden Christi und nicht nur das. Er kümmerte sich auch um die einzelnen Schafe. Ein Lehrer erklärt den Zuhörern die Schrift; ein Hirte hält die Herde zusammen, führt sie auf gute Auen und verbindet das Schwache und Kranke. Wir sehen diesen Dienst bei Paulus für das Wohlergehen der ganzen Gemeinde zum Beispiel auch an dieser Stelle:

7 Denn wer gibt dir einen Vorrang? Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber auch empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen? 8 Schon seid ihr satt, schon seid ihr reich geworden; ihr seid ohne uns zur Herrschaft gekommen. Oh, dass ihr doch wirklich zur Herrschaft gekommen wäret, damit auch wir mit euch herrschen könnten! 1.Kor 4,7-8

In diesen Versen sehen wir nicht den Lehrer Paulus, sondern wir sehen den Hirten Paulus. Er weist die Schafe zurecht, dass sie den Kopf nicht zu hoch tragen sollten. In Vers 7 sagt er, dass die Schafe nicht so tun sollten, als ob sie sich ihr Sein und ihren Besitz selber erworben hätten, als ob das, was sie hatten, aus ihnen selbst gekommen wäre. Sie sollten nicht so tun, als ob sie die Güter nicht von Gott empfangen hätten, denn sie hatten ja alles von Gott, wie wir alles von Gott haben. Mit diesen Worten hielt sie der Pastor in der Demut und richtete der Pastor ihren Blick auf den Oberhirten, Christus, aus, damit sie nicht in Selbstgefälligkeit von der Strasse abkämen. Im aktuellen Vers im Thessalonicherbrief sehen wir wieder dieses Herz des Pastors schlagen: Es war nicht zufrieden mit einer abgearbeiteten Aufgabe für den HERRN (der Brief ist geschrieben und versendet); das Herz des Pastors Paulus wollte, dass damit jedes Gemeindeglied in der Gemeinde von Thessalonich erreicht und damit aufgebaut würde. Es schlug für jedes einzelne Schaf des HERRN!

Das ist eine Tugend, nach der wir auch trachten sollten! Ein Abarbeiten unserer Aufgaben mit Tunnelblick lässt uns in Selbstgefälligkeit an den Bedürfnissen anderer vorbeirasen, bis wir am Ende von uns sagen können: „Wir sind jetzt soweit, dass wir sogar die Küchenkräuter verzehnten!“, und uns sehr fromm vorkommen. Wenn wir dann aber merken müssen, dass wir das Wichtigere, die Nächstenliebe, ausgelassen haben, werden wir sehr beschämt dastehen!

Vers 28

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch! 1.Thess 5,28

Obschon der Apostel viel weiter im Reifeprozess war als die Angeschriebenen, wünsche er ihnen trotzdem Gnade und somit den Segen des HERRN. Das wünscht er sogar den Korinthern (1. Kor 16,23), die teilweise noch fleischlich und sehr unedel im Verhalten waren (1. Kor 3,3). 

In diesem Segenswunsch können wir uns wieder ein Vorbild in Paulus nehmen, denn das ist ein edles Verhalten. Paulus dachte nicht: „Die sollen erst mal auf ein vernünftiges Niveau kommen, damit sie sich die Gnade des HERRN verdient haben!“ Paulus wünschte sich diese Gnade in bedingungsloser Art für seine Brüder und Schwestern! Das ist ein hochstehendes und edles Verhalten! Amen!