Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der erste Brief an die Thessalonicher

Einleitung

Einleitung folgt

Kapitel 1

Vers 1

Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade euch und Friede! 1.Thess 1,1

Paulus schreibt hier gemeinsam mit Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher. Paulus nennt Silvanus und Timotheus gleich neben seinem eigenen Namen, obschon Paulus zweifellos der durch Christus am besten ausgebildetste Mann war. Paulus stellt die mitarbeitenden Brüder auf dieselbe Stufe, auf welcher er selbst stand, auf die der geliebten Arbeiter des HERRN, denn bei wahren Arbeitern gibt es keine Neider oder gar Klassenkämpfer; die Wertschätzung eines jeden einzelnen Bruders oder jeder einzelnen Schwester lässt das keinesfalls zu.

Heute ist das in vielen Gemeinden leider ganz anders. Wenn jemand im HERRN Erfolg hat, freuen sich jeweils viele Geschwister nicht mit, obschon sie es durch Christi Gebot tun sollten (Röm 12,15). Von vielen wird einem der geistliche Erfolg leider vergönnt, was ich leider schon sehr oft habe erleben müssen.

Wer der Frage nachgeht, wem wir denn überhaupt dienen, uns selber oder Christus, sollte zur Einsicht kommen, dass die geistlichen Erfolge, die wir feiern, dem HERRN gehören. Wir dienen Ihm! Nur schon diese Erkenntnis sollte dem Neid oder gar dem Klassenkampf keinen Platz lassen!

Vers 2

Wir danken Gott allezeit für euch alle, indem wir euch erwähnen in unseren Gebeten und unablässig … 1.Thess 1,2

Die direkten Worte Gottes und die Lehre der Apostel, welche die Gesandten Gottes waren, wie auch ihr Vorbild, sind die Wegweiser unseres Lebens, wie wir wissen. An die Lehre der Apostel, die von Christus gesandt waren, hielten sich schon die ersten Christen, wie geschrieben steht:

Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Apg 2,42

Wir sollen so leben, wie es uns Christus vorlebte, aber auch so, wie es uns die Apostel vorgelebt haben. Und hier lesen wir, dass die Apostel dermassen dankbar waren, dass sie Gott allezeit dankten und Geschwister unablässig in Gebeten erwähnten, was voraussetzte, dass sie selbst unablässig im Gebet verharrten. Wir sind nun aufgefordert, es ihnen gleichzutun! Amen.

Vers 3

vor unserem Gott und Vater an euer Werk des Glaubens gedenken und die Bemühung der Liebe und das Ausharren in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus; 1.Thess 1,3

Im Kontext mit dem Vers 2 gedenkt der Apostel allezeit an die Thessalonicher und betet vor Gott ebenso viel für sie. Doch Paulus tut nicht nur das; er gedenkt auch ihrer Werke, die sie vor Gott getan haben. Er gedenkt 1. an das Werk des Glaubens 2. an die Bemühung der Liebe und 3. an das Ausharren in der Hoffnung auf den Herrn Jesus Christus! Paulus denkt an all diese Dinge der Thessalonicher.

An diesem Punkt müsste jeder Leser innehalten. Ich halte auch inne, ich will an dieser Stelle keine weiteren Dinge der Schrift erwähnen, seien sie noch so herrlich. Sie attestieren dem Christen zwar eine gewisse Frömmigkeit, wenn er wissbegierig von jedem Höhepunkt in der Schrift zum nächsten springt. Da am Ende aber die Umsetzung der Schriftworte verlangt ist, bringe ich hier keine weiteren Highlights der Schrift, sondern fordere den Leser und die Leserin ernsthaft auf, sich selbst zu fragen, wo sie angesichts dieser drei Verse im 1. Thessalonicherbrief stehen. Verharren Sie in dem, was uns Christus als Meister vorgezeigt hat? Und verhalten Sie sich wie die Apostel, seine Abgesandten? Denken Sie allzeit an die Geschwister im HERRN und an ihr Wohl oder wäre es Ihnen lieber, wenn wir jetzt zum nächsten biblischen Thema springen würden? Denken Sie an die Glaubenswerke Ihrer Geschwister oder sehen Sie sie eher kritisch? Denken Sie an die Bemühungen der Liebe Ihrer Geschwister oder werden diese Gedanken durch ein falsches Fokussieren auf deren Schwächen verdrängt? Denken Sie an das Ausharren Ihrer Geschwister, wenn diese in Not und Krankheit sind und sehen Sie darin die Beständigkeit ihres Glaubens, selbst wenn sich dieser vielleicht nur schwach bemerkbar macht? – Sollte das nicht der Fall sein, so hat es nur einen bedingten Wert, sich weiteren Themen zu widmen. Weitere Themen könnten vom Wesentlichen, das noch in Schieflage ist, ablenken. Der Gläubige könnte sich mit der Beschäftigung mit weiteren Themen selber täuschen und könnte sich wegen der Beschäftigung mit ihnen sehr fromm fühlen, obschon er nicht einmal grundlegende Themen so verstanden hat, dass er sie auch in die Praxis umsetzt. - Lassen Sie uns anfangen, auch einfach erscheinende Verse ernst zu nehmen und sofort in die Praxis umzusetzen! Amen!

Vers 4

und wir kennen, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung; 1.Thess 1,4

Ein herrlicher Vers! Gott wählt alle Menschen, doch nicht alle lassen sich retten. Doch die es tun, gehören definitiv zur Auswahl Gottes! Gelobt sei unser Herr, der uns geliebt und sich für uns hat schlachten lassen, dass dieser Vers so da stehen kann; dass hier steht, dass es die Auserwählung gibt!

Vers 5

denn unser Evangelium erging an euch nicht im Wort allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in grosser Gewissheit; ihr wisst ja, als was für Leute wir um euretwillen unter euch auftraten. 1.Thess 1,5

Gott tut unter Menschen, die nicht glauben wollen, wenig bis keine Wunder. Das wissen wir aus Christi Wirken, der Gott und gelobt in Ewigkeit ist (Mt 12,39; 16,4; Mk 6,5; Lk 11,29).

Bei den Thessalonichern unterstützte Gott die Predigt seiner Apostel mit Kraft und mit Heiligem Geist; sie wirkten in seiner Vollmacht. Diese Tatsache und das Ergebnis, das im nächsten Vers präsentiert wird, gab den Aposteln die Gewissheit der Erwählung der Thessalonicher. Anhand des Vorbildes des Apostels und seinen Gefährten, sahen sie das Werk Gottes in Christus. Das wurde ihnen vorgelebt, damit auch die Thessalonicher gerettet würden.

Vers 6

Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und die des Herrn, indem ihr das Wort in viel Bedrängnis mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen habt, 1.Thess 1,6

Die vom Teufel regierte Welt bedrängt jemanden, der sich retten lässt, sofort. Der Heilige Geist gleicht diese Bedrängnis mit Freude aus, unter anderem auch, damit es dem Gläubigen nicht zu schwer wird. Der Weg Gottes für einen Gläubigen ist nicht zwingend die Segnung durch irdische Dinge, sondern geprägt durch Friede und Freude im Heiligen Geist, wie geschrieben steht:

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Röm 14,17

Der Apostel ermutigt die Thessalonicher und attestiert ihnen ein sehr gutes Verhalten, indem er sagt, sie wären seine und des HERRN Nachahmer geworden. – Es ist sehr wichtig, dass wir uns gegenseitig ermutigen, denn viel Bedrängnis kann zu Unsicherheit oder Entmutigung führen.

Vers 7

so dass ihr allen Gläubigen in Mazedonien und in Achaja zu Vorbildern geworden seid. 1.Thess 1,7

Die Thessalonicher waren eine sehr gute Gemeinde, sie stellten einen Standard in Mazedonien und in Achaja. Sie lebten nach dem höchsten Gebot (Mt 22,38-40) in der Liebe zueinander, wie geschrieben steht:

9 Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben;
10 das tut ihr ja auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. 1.Thess 4,9.10a

Paulus, der auch vom Charakter Christi widerspiegelte, liebte diese Gemeinde sehr und sehnte sich sehr nach ihr. Darin sehen wir, wie sich Christus nach einer Gemeinde sehnt, die Ihn liebt. Eine derartige Gemeinde wird Christus in jeden Fall vor der Grossen Trübsal bewahren, wie Er das der Gemeinde von Philadelphia verspricht (Offb 3,10). Zu beachten ist, dass das, was für Philadelphia gilt, nicht automatisch auf alle Gemeinden übertragen werden kann, am wenigsten auf die Gemeinde in Laodicea, welche kirchengeschichtlich die Gemeinde in der heutigen und letzten Zeit vor der Wiederkunft Christi wiederspiegelt.

Vers 8

Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jeden Ort ist euer Glaube an Gott hinausgedrungen, so dass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen. 1.Thess 1,8

Was für ein herrliches Zeugnis die Gemeinde in Thessalonich doch hatte! Sie war damit auch ein Beispiel dafür, dass das Licht Christi nicht unter einen Scheffel, einen Kübel gehört. Das Licht Christi gehört auf das Lampengestell, damit es alle sehen (Mt 5,15)! Die Thessalonicher waren nicht nur Vorbilder in Sachen Bruderliebe; sie setzten Christi Worte auch konsequent in anderen Bereichen um. Damit werden sie allen Bibellesern zum Vorbild; was sie taten, ist zweifelsfrei nachzuahmen!

Vers 9

Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen 1.Thess 1,9

Betreffend das Zeugnis der Thessalonicher bedurfte es keiner weiteren Verkündigung durch die Apostel. Das Zeugnis war schon zu allen durchgedrungen! – Die Thessalonicher standen im Gegensatz zu vielen heutigen Christen vor der ganzen Welt zum Glauben! In der ganzen Umgegend kannte man ihre Geschichte. Und man wusste nicht nur diffuses Zeug von einem angeblichen Wandel, vielmehr wussten alle genau, was geschehen war: Vorher dienten die Thessalonicher den Götzen, wie es alle taten und heute noch tun, doch nach der Predigt des Paulus bekehrten sie sich zu Gott, um Ihm fortan zu dienen! – Was waren die Thessalonicher doch für Vorbilder, die es nachzuahmen gilt!

Vers 10

und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn. 1.Thess 1,10

Die Thessalonicher bekehrten sich von den toten Götzen zu Gott, dem lebendigen und wahren Gott und erwarteten seinen Sohn aus den Himmeln, welcher uns alle vor dem kommenden Zorn errettet, was man mit anderen Worten so zusammenfassen kann: Sie bekehrten sich zur rettenden Wahrheit! Götzenanbetung ist falsch, denn diese haben im Blick auf die Schöpfung nichts getan und können nichts. Hat jemals ein Götze Israel geholfen, als es dem Götzendienst verfallen war? Israel fiel dadurch nur immer tiefer ins Elend hinein.

Eine Hinwendung zum lebendigen Gott hingegen ist richtig, denn Er hat uns erschaffen und Er liebt uns! Sollten wir Ihn dann nicht wiederlieben und uns nicht zu Ihm bekehren? Und eine Bekehrung zu seinem Sohn ist richtig, denn Er trug das Gericht Gottes für uns am Kreuz, damit es uns nicht trifft. Er rettet uns vor dem kommenden Zorn!

Kapitel 2

Vers 1

Denn ihr selbst wisst, Brüder, dass unser Eingang bei euch nicht vergeblich war; 1.Thess 2,1

Für einen Wortverkündiger ist es das Schönste, wenn seine Arbeit nicht fruchtlos bleibt. Wenn sie einem Verwandten oder Nachbarn oder einem Arbeitskollegen das Evangelium predigen und die Predigt vergeblich war, ist das nichts Aufbauendes. Es macht den Verkündiger vielmehr traurig, dass die befreiende Botschaft Gottes ihre Rettung bei den betreffenden Personen nicht entfalten konnte. Der Gedanke, dass die Zuhörerschaft im völlig verlorenen Zustand verharren will, ist bedrückend! Wenn die Botschaft aber ankommt und Frucht bringt, dann ist das eine sehr herrliche Sache, da sich die Zuhörer vom Tod zum Leben hinüber haben retten lassen!

Vers 2

sondern nachdem wir vorher gelitten hatten und misshandelt worden waren, wie ihr wisst, in Philippi, wurden wir freimütig in unserem Gott, das Evangelium Gottes zu euch zu reden unter viel Kampf. 1.Thess 2,2

Paulus liess sich nicht unterkriegen. Zuerst hatte er viel gelitten und war in Philippi misshandelt worden, obschon er für das Evangelium – die rettende Botschaft für die Menschen – unterwegs war. Die Leiden und Misshandlungen hinderten ihn nicht, trotzdem weiterzumachen und nach Thessalonich zu kommen. Und obschon er in Thessalonich auch wieder viel Wiederstand antraf, führte er seinen Auftrag dennoch aus, was ihm ein sehr herrliches Ergebnis bescherte. Er durfte in Thessalonich eine vorbildliche Gemeinde gründen und damit viele Menschen retten!

Wir alle sind Beauftragte Gottes, die wir den Herrn Jesus Christus in unserem Leben angenommen haben. Er sagte uns, dass wir Licht und Salz in dieser Welt sein sollen. Diesen Auftrag wollen viele unter uns, wenn nicht alle, ausführen, solange alles glatt läuft. Sollten dann aber Widerstände und Probleme auftreten, so lasst uns dem Beispiel des Paulus folgen: Es ist in jedem Fall weiterzumachen! Amen!

Vers 3

Denn unsere Ermahnung geschah nicht aus Irrtum, auch nicht aus Unlauterkeit, auch nicht mit List; 1.Thess 2,3

Andere Übersetzungen geben diesen Vers mit folgenden Worten wieder:

Ihr könnt daran sehen: Wenn wir zum Glauben rufen, folgen wir nicht irgendwelchen Hirngespinsten. Wir tun es auch nicht in eigennütziger und betrügerischer Absicht. 1.Thess 2,3 

Paulus wusste, dass Gottes Auftrag hinter seiner Arbeit stand, daher liess er sich trotz aller Widerstände nicht entmutigen und konnte seiner Zuhörerschaft plausibel erklären, dass er nicht im eigenen Auftrag in eigennütziger und betrügerischer Absicht handelte.

Vers 4

sondern wie wir von Gott tauglich befunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. 1.Thess 2,4

Ein wahrer Diener Gottes wird von Gott als tauglich befunden und in der Folge von Ihm eingesetzt. Das steht im krassen Gegensatz zu den „Dienern“, die von Menschen gewählt und eingesetzt werden. Schnell kann man von Menschen eingesetzte Diener entlarven: Sie reden das, was die Menschen hören wollen, sie versuchen ihnen zu gefallen. Ein weiterer Indikator, ob ein Diener von Gott eingesetzt ist, ist der Monitor (der Spiegel) seines Lebens, welcher anzeigt, ob er von Gott gestützt ist oder nicht. Diener Gottes werden in ihrer Arbeit von Gott unterstützt und damit durch Ihn empfohlen, so steht es geschrieben:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2.Kor 10,18

Ein Mensch, der sich selbst zu etwas Grossem erklärt oder jemand, der durch die Gemeinde zum Hirten erklärt wird, ist noch lange nicht das, was er selbst zu glauben meint oder jenes, zu was ihn die Gemeinde gemacht hat. Die wahre Stellung des Menschen ist diejenige, in welche Gott ihn berufen hat. Diese Position haben der Mensch und die Gemeinde zu akzeptieren.

An dieser Stelle ist zu bemerken, dass eine Wahl von Ältesten, die durch die Gemeinde, also von unten her erfolgt, höchst fragwürdig ist. Ein Ältester sollte sich durch den Geist Gottes entwickeln und als das offenbar werden und von der Gemeinde als von Gott in diese Stellung gehoben akzeptiert werden. Eine Vereinswahl nach der Art der Welt, wie sie in vielen Gemeinden angewendet wird, öffnet jedem den Weg in die Gemeindeleitung und setzt die von Gott gesetzten Kriterien (z. B. 1. Tim 3,2) ausser Kraft. Diese Wahlmethode ist auch ein Grund, dass viele der heutigen Gemeinden geistlich so schwach unterwegs sind.

Vers 5

Denn weder sind wir jemals mit schmeichelnder Rede aufgetreten, wie ihr wisst, noch mit einem Vorwand für Habsucht – Gott ist Zeuge – 1.Thess 2,5

Paulus und seine Gefährten traten wie ein Diener Gottes auf, nicht wie Menschen, die ihren eigenen Vorteil bzw. den Ruhm vom Menschen suchen. Nie traten sie mit schmeichelnder Rede auf. Nie traten sie mit einem Vorwand für Habsucht auf, um von Menschen Geld zu bekommen, vielmehr beschreibt Paulus, dass er und seine Mitarbeiter selbst für ihren Unterhalt gesorgt hatten (2. Thess 3,8).

Damit gab Paulus ein Beispiel für echte Diener Gottes und einen Anhaltspunkt, um echte Diener Gottes von selbst ernannten oder durch falsche Wahl eingesetzte zu unterscheiden.

Vers 6

noch suchten wir Ehre von Menschen, weder von euch noch von anderen, 1.Thess 2,6

Neben Habsüchtigen gibt es auch Menschen, die auf die Ehre von Menschen abfahren. Solche Menschen wollen überall im Mittelpunkt stehen und setzen alle ihre Möglichkeiten daran, diesen zu erreichen. – Paulus hätte mehr Möglichkeiten gehabt, als andere Menschen, in den Mittelpunkt zu kommen; er hatte göttliche Gaben, wie die Krankenheilung, welche in sofort auf den ersten Platz unter den Menschen gebracht hätte.

Aber Paulus suchte nicht seine eigene Ehre; er suchte Gottes Ehre, was auch zur Rettung der Menschen dienlich war.

Was bedeutet dieser Vers für uns? – Es kann sein, dass wir durch zunehmendes Alter und durch zunehmende Weisheit Gunst (Beliebtheit) bei den Menschen erlangen. Diese könnte uns stolz werden und uns am vorgesteckten Ziel Gottes vorbeigleiten lassen. Wir sollten daher erkennen: Wenn uns Gott bei Menschen Gehört verschafft, sollten wir diese Situation für das Evangelium und alle anderen Angelegenheiten Christi ausschöpfen und uns keinesfalls selber gefallen! Amen!

Vers 7

obwohl wir als Christi Apostel gewichtig hätten auftreten können; sondern wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. 1.Thess 2,7

Das ist der Unterschied zwischen hochgestellten Personen in der Welt und hochgestellten Personen im Reich Gottes. Hochgestellte Personen im Reich Gottes dienen ihren Brüdern und Schwestern im Gegensatz zu hochgestellten Personen in der Welt, die sich bedienen lassen. Hochgestellte Personen folgen dem Beispiel Christi, der sein Leben für die Gemeinde hingegeben hat und funktionieren nach dem Prinzip, das der HERR christlichen Leitern gegeben hat.

26 Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch gross werden will, wird er euer Diener sein,
27 und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein;
28 gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. Mt 20,26-28

An dieses Prinzip hielten sich die Apostel und dienten der Gemeinde, anstatt über sie zu herrschen. – Diese Demut soll aber nicht zu falscher Demut führen! Wenn es erfordert war, schritten die Apostel ein und versteckten nicht Untätigkeit hinter falscher Demut! Als sich Sünde in die Gemeinde geschlichen hatte (z. B. 1. Kor 5), handelten sie scharf und konsequent, damit die anvertrauten Schafe nicht unter ein Gericht kommen würden. So war selbst die manchmal ausgeübte Härte auch ein Ausdruck der Liebe, damit, wie erwähnt, die Gemeinde nicht ins Unglück käme.

Vers 8

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart. 1.Thess 2,8

Mit Geschwistern, die man lieb gewonnen hat und man spürt, dass man wiedergeliebt wird, teilt man auch sehr gerne die Lebensumstände. Das geht nicht in jedem Fall, wo Zweifel oder gar noch Missgunst vorherrschen, geht das nicht, da muss man Wort und das tiefere Offenbaren des Privatlebens in der Regel trennen.

In der guten Gemeinde in Thessalonich, der die Schrift selbst das Zeugnis gibt, vorbildlich zu sein, fiel das dem Paulus natürlich viel leichter als in Korinth, zur Zeit ihres Stolzes, in welchem die Korinther scharf ermahnt werden mussten (1. Kor 5). Da blieb kein Platz, Freuden und Lebensumstände zu teilen, sondern die Sorge des Paulus um die Korinther musste der Ermahnung den ganzen Platz lassen.

Es ist eine Gnade Gottes, wenn wir in eine Gemeinde gehen dürfen, in welcher wir gerne auch unsere Lebensumstände teilen können! Amen!

Vers 9

Denn ihr erinnert euch, Brüder, an unsere Mühe und Beschwerde: Nacht und Tag arbeitend, um niemand von euch beschwerlich zu fallen, haben wir euch das Evangelium Gottes gepredigt. 1.Thess 2,9

Mit diesem Vers führt der Apostel im Anschluss an Vers 7 weiter aus, dass er nicht seiner Position gemäss herrschte, sondern sich zu einem völlig ergebenen Diener der Gemeinde erniedrigt hatte. Um der Gemeinde nicht zur Last zu fallen, kam er zusätzlich zur Arbeit, die er für die Gemeinde ausführte, selber für seinen Lebensunterhalt auf.

Ein Arbeiter Gottes hat das Recht, von seiner Arbeit durch die Unterstützung der Gemeindeglieder zu leben ohne zusätzlich selbst für den Lebensunterhalt auch noch aufkommen zu müssen. Das erklärt Paulus an dieser Stelle:

6 Oder haben allein ich und Barnabas kein Recht, nicht zu arbeiten?
7 Wer tut jemals Kriegsdienste auf eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und isst dessen Frucht nicht? Oder wer hütet eine Herde und isst nicht von der Milch der Herde?
8 Rede ich dies etwa nach Menschenweise, oder sagt das nicht auch das Gesetz?
9 Denn in dem Gesetz Moses steht geschrieben: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«. Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt?
10 Oder spricht er nicht durchaus um unsertwillen? Denn es ist um unsertwillen geschrieben, dass der Pflüger auf Hoffnung pflügen und der Dreschende dreschen soll auf Hoffnung, am Ertrag teilzuhaben.
11 Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Grosses, wenn wir von euch das Irdische ernten?
12 Wenn andere an dem Verfügungsrecht über euch Anteil haben, nicht erst recht wir? Wir haben aber von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium Christi kein Hindernis bereiten.
13 Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel essen, dass die, welche am Altar tätig sind, Anteil am Altar haben?
14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben. 1.Kor 9,6-14

Wer es nicht aus dem Kontext herauslesen kann, versteht es spätestens aus dem Vers 14, in welchem es unmissverständlich heisst, dass es eine Verordnung des HERRN ist, dass die Arbeit, das Verkündigen des Evangeliums, eine vollwertige Arbeit ist, die den Lebensbedarf decken soll. Ein Evangelist soll und darf also allein von der Verkündigung des Evangeliums leben. Wenn dieser eine Zusatzleistung erbringen und selber für den Lebensunterhalt aufkommen will, so kann er das selbstverständlich auch tun, doch das ist nicht Gottes Erwartung und auch nicht jedem gegeben bzw. möglich. Wenn ein Evangelist noch eine Familie mit kleinen Kindern hat, so ist es ihm nicht in jedem Fall möglich, neben einem gut und Gott wohlgefällig ausgeführten Evangeliumsdienst, abends noch bis in alle Nacht einer weiteren Arbeit nachzugehen, um ein eigenes Einkommen zu sichern. Paulus konnte das als unverheirateter Mann tun, es stand ihm frei, vom Evangelium zu leben oder den für ihn maximalen Weg zu beschreiten und mit weiterer Arbeit seinen Unterhalt zu decken, um damit die Gemeinde von finanzieller Unterstützung zu befreien.

Vers 10

Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren; 1.Thess 2,10

Ein Gesandter Gottes lebt gemäss der Natur seines himmlischen Vaters. Der Vater ist heilig, gerecht und untadelig. Ein von Gott bestätigter Abgesandter lebt genauso. Bewusst schreibe ich: Ein von Gott bestätigter Abgesandter. Viele sogenannte „geistliche Würdenträger“ sind gar nicht von Gott eingesetzt. Sie haben den weltlichen Weg via eine theologische Ausbildungsstätte gewählt und haben sich nach dem Studienabschluss in einem von Menschen aufgebauten System in leitende Positionen wählen lassen. Mit anderen Worten ausgedrückt: Längst nicht jeder Pfarrer, Priester, Diakon, Älteste ist von Gott in den heiligen Dienst berufen worden. Wir sehen das an ihren Leben. Diejenigen unter dem Zölibat sind unter einer Lehre von Dämonen (1. Tim 4,1-3). Diejenigen, die eine hierarchische Struktur unterstützen (Klerus vs. Laien), sind damit gegen Christus und sein Wort (Mt 23,8-10). Diejenigen, welche Maria anbeten oder „verehren“ wie es die Kirche heuchlerisch rechtfertigend sagt, verwerfen denjenigen, der gesagt hat, dass es nur einen Gott gibt und nur einen einzigen Mittler (Christus) zwischen Gott und den Menschen, wie geschrieben steht:

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 1.Tim 2,5

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Sie brauchen keinen „christlichen Würdenträger“ zu fürchten, sie sind nicht eingesetzt von Gott. Nur wenn einer heilig, gerecht und untadelig wandelt, ist er von Gott anerkannt. Amen.

Vers 11

wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder 1.Thess 2,11

Paulus sah sich nicht als Vater der Thessalonicher, da es in Wahrheit nur einen geistlichen Vater gibt, das ist der Vater in den Himmeln. Daher benutzt Paulus die Worte „wie ein Vater“ und nicht „(er habe) als Vater (agiert)“. Das widerspricht sich auch nicht mit der Stelle Philemon 1,10, in welcher er sich als der bezeichnet, welcher Philemon gezeugt hat. Dort sagt Paulus lediglich in figurativer Sprache, dass Philemon durch seine Predigt zum Kind Gottes wurde. Paulus hielt sich, im Gegensatz zur katholischen Kirche und anderen, an die Worte Christi aus dem Matthäusevangelium und bezeichnete sich nicht als Vater. Im krassen Gegensatz handelt die gemäss der biblischen Lehre völlig illegal organisierte katholische Kirche, wie erwähnt, welche das von Christus angeordnete Gesetz mit ihrem Oberhaupt in Rom mit Füssen tritt. Christus befahl mit den Worten „ihr sollt auch nicht“ (siehe nachfolgender Vers), dass sich kein Mensch (geistlicher) Vater nennen soll. Und obschon der Verstoss in Rom so eindeutig und offensichtlich ist, scheint es Millionen von Menschen, die sich zum Glauben bekennen, nicht aufzufallen bzw. nicht zu kümmern.

Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel. Mt 23,9

Paulus handelte als Diener Gottes rücksichtsvoll mit den ihm anvertrauten Seelen des HERRN, wie ein liebender Vater rücksichtsvoll mit seinen Kindern handelt. – So sollen wir uns auch verhalten. Amen.

Vers 12

ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. 1.Thess 2,12

Paulus ermahnte die Thessalonicher, wie ein Vater seine Kinder ermahnt. In lebenswichtigen Sachen lässt ein Vater, der seine Kinder liebt, nicht locker und geht, falls nötig, bis zur langatmigen, fast flehender Ermahnung, für welche hier das Wort „beschworen“ steht, indem ein liebender Vater sinngemäss sagt: „Kinder, wenn ihr die göttlichen Lebensregeln befolgt, wird es euch gut gehen, ich beschwöre euch, glaubt mir und tut sie, denn ich will, dass es euch gut geht und ihr nicht in schlimme Fallen tappt, welche eure Leben verderben!“

Dies tat Paulus, indem er die zu unterweisenden Gemeindeglieder anleitete, des Gottes würdig zu wandeln, welcher eine hohe Aufgabe für uns vorgesehen hat, nämlich die Berufung zu seiner (königlichen) Herrlichkeit. – In Werk des Paulus sehen wir echte Fürsorge für die Gemeindeglieder. Diese Fürsorge geziemt sich auf jeden Fall für von Gott eingesetzte Gesandte, Älteste und Pastoren, wie Paulus ein grosser von ihnen war, aber nicht nur! Der HERR will, dass die Liebe unter allen Gliedern offenbar sei. In Fürsorge und Liebe sollen sich alle gegenseitig pflegen, selbst wenn das teilweise mit viel Demut in Verbindung stehen kann, wie es der HERR mit der Fusswaschung an seinen Jüngern bildhaft und sehr eindrücklich gelehrt hat (Joh 13).

Vers 13

Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt. 1.Thess 2,13

Es ist eine Gnade und grosse Freude für einen Diener Gottes, wenn er sieht, dass sein Wort von seiner Zuhörerschaft als Gottes- und nicht als Menschenwort aufgenommen wird. Denn Menschenwort verwirft man wieder, wenn man glaubt, dass der Ratschlag wertlos sei, an Gottes Wort klammert sich der Mensch auch dann, wenn jegliche Hoffnung, äusserlich gesehen, verschwunden ist. Denn Gottes Wort fehlt nie! Amen!

Vers 14

Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden, 1.Thess 2,14

Ein positiver Aspekt einer Gemeinde ist ihre Verfolgung. Eine der Welt gleichförmige Gemeinde wird nicht verfolgt (Joh 15,19), denn diese zeugt nicht gegen die Welt. Eine bibeltreue Gemeinde zeugt gegen die Welt und die Welt, die nur das ihre liebt, beginnt sie zu verfolgen, das ist garantiert, wie auch an folgender Stelle geschrieben steht:

Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden. 2.Tim 3,12

Diese Thematik erklärt der Herr Jesus seinen Jüngern auch im Johannesevangelium (Joh 15,20).

Die Thessalonicher haben von den eigenen Landsleuten Verfolgung erlitten, wie die Gemeinden in Judäa von den Juden, den eigenen Landsleuten, erlitten hatten. Deshalb nennt sie der Apostel Nachahmer; es erging ihnen so, wie den christusgläubigen Gemeinden in Judäa.

Liebe Leserin und lieber Leser! Wenn Sie aufgrund Ihres Glaubens verfolgt werden, glückselig sind Sie. Denn gleichsam haben sie die Propheten Gottes verfolgt.

11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist gross in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Mt 5,11.12

Aufgrund dieser Reden des HERRN können wir den Zustand einer Gemeinde oder unseren Zustand besser einordnen. Die Gemeinde in Thessalonich hielt an Christus und seinem Zeugnis fest, daher wurde sie verfolgt, was sie auszeichnete. Viele der heutigen Gemeinden werden nicht verfolgt, sie sind der Welt gleichförmig geworden, was der Welt keinen Anlass gibt, sie zu verfolgen. Das ist ein ernsthaftes Problem, welches Christus mit den Worten an die Gemeinde von Laodicea anprangert (Offb 3,14 ff).

Vers 15

die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, 1.Thess 2,15
 
Die Juden haben den Herrn Jesus und auch die Propheten getötet und haben zu all diesem Bösen auch die verfolgt, die nachher in den Dienst für Gott getreten sind, wie einen Paulus beispielsweise.
 
Es ist nun mal so, dass ein Christ sogar von den allernächsten Menschen verfolgt werden kann, wenn diese Gott ablehnen. Wie die Juden die eigenen Landsleute verfolgt hatten, die Christen geworden waren, so haben die Griechen die gläubig gewordenen Thessalonicher verfolgt. Die Menschen verhalten sich so, weil ein Christ gegen die Welt zeugt, indem er die Busse von dem sündigen und gottlosen Wandel der Welt predigt und Menschen, denen der sündige, ehebrecherische und gottlose Weg dieser Welt gefällt, passt eine solche Predigt überhaupt nicht.

Vers 16

indem sie – um ihr Sündenmass stets voll zu machen – uns wehren, zu den Nationen zu reden, damit die errettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen. 1.Thess 2,16

In diesem Vers spricht Paulus immer noch von den Juden, die den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und die weiteren Abgesandten Gottes, die Apostel, verfolgt hatten. Diese Juden waren allen Menschen feindlich, weil sie mit aller Kraft und all ihren Möglichkeiten den Weg zur Errettung verschliessen wollten, zum Verderben aller Menschen,

Wie es damals viele solcher gottesfeindlichen Menschen gab, gibt es sie heute auch. Sie kämpfen gegen alles, was zur Errettung führt; sie sind Christus und Christen feindlich gesinnt. Solche Menschen preisen sich als Menschenfreunde an, sie führen immer Menschenrechtsgedanken in ihrem Munde, doch wenn der einzige Weg, der zur Errettung führt, das ist Jesus Christus, zur Sprache kommt, wehren sie dieser Verkündigung!

Durch das Wort Gottes geht eine ernsthafte Warnung an solche Menschen. Denn für Menschen, die mit Gott brechen, gibt es einen Ort, der unerträglich ist (Jes 66,24), denn ihr Wurm wird (in diesem Feuersee) nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.

Vers 17

Wir aber, Brüder, da wir für kurze Zeit von euch verwaist waren, dem Angesicht, nicht dem Herzen nach, haben uns um so mehr mit grossem Verlangen bemüht, euer Angesicht zu sehen. 1.Thess 2,17

Eine solche Aussage sollte normal sein unter Geschwistern, die sich eine Zeit lang nicht mehr gesehen haben. Das Verlangen, sich zu sehen, sollte gross sein.

Doch das ist leider nicht immer der Fall. Manchmal kommen einem temporäre Trennungen gerade recht, so muss man das Gesicht von X oder von Y für eine Zeit nicht sehen, sagen sich dann einige, was nicht sein sollte und fleischlichen Wandel offenbart. Unter fleischlichen Christen gibt es leider Zank (1. Kor 3,3).

Geistliche Christen lieben sich aus reinem Herzen, denn das ist nicht schwer, denn diese übernatürliche Liebe wurde uns von Christus geschenkt, wie geschrieben steht:

die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Röm 5,5

Von dieser Liebe Gebrauch zu machen, wurde uns von unserem HERRN angeordnet (Joh 13,34). Wer diese Liebe nicht freisetzt, scheitert in elementaren Dingen. Der HERR darf diese Liebe befehlen und niemand kann sagen, er könne nicht „auf Knopfdruck“ lieben, denn der HERR ordnet nur an, was möglich ist. Nie verlangt der HERR Unmögliches von seinen Kindern.

Vers 18

Deshalb wollten wir zu euch kommen – ich, Paulus – nicht nur einmal, sondern zweimal, und der Satan hat uns gehindert. 1.Thess 2,18

Die Liebe Christi in uns ist so stark, dass sie nicht ohne weiteres aufgibt. Deshalb unternahm Paulus mehrere Anläufe, um zu den Thessalonichern zu kommen. – Die Geschwisterliebe drängt uns dazu, nicht lockerzulassen, wenn es auf Anhieb nicht klappt, wie es Eltern bei eigenen Kindern tun würden. Man sagt nach einem erfolglosen Anruf nicht: „Ich komme nicht durch!“, und legt den Telefonhörer auf die Seite, um es nicht mehr zu versuchen.

Wir sollen wissen, dass der Satan einem alles offen hält, was von Christus wegführt und alles bekämpft, was biblisch ist. Deshalb wollte er es auf keinen Fall sehen, dass Paulus die Thessalonicher besuchen geht, was ihm offenbar, zumindest temporär, gelungen war. Doch ein Diener Gottes lässt sich durch solche Attacken nicht unterkriegen, denn er weiss, dass er mit Gottes Hilfe den Satan, den Tod und die Finsternis überwinden wird. So griff der Apostel zu Alternativen, wie hier zur Feder und schrieb den Thessalonicher zumindest mal diesen Brief, aus welchem sie auch die Liebe des Apostels zu ihnen herauslesen konnten und in welchem sie mit weiteren Wahrheiten gestärkt wurden.

Vers 19

Denn wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder Ruhmeskranz – nicht auch ihr? – vor unserem Herrn Jesus bei seiner Ankunft? 1.Thess 2,19

Paulus brachte durch seinen geistlichen Dienst Früchte hervor. Die Gemeinden, die er gründete, werden bei der Wiederkunft Christi sein Ruhmeskranz sein! Er arbeitete nach der Anweisung Christi, nach der Anweisung des Hauptes der Gemeinde (Eph 1,22). Wer so arbeitet, wird nicht fruchtlos bleiben. Wer auf eigene Faust agiert, schlägt in ziellos in die Luft, das tat Paulus nicht, weil er sich von Christus anleiten liess, wie geschrieben steht:

25 Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
26 Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt;
27 sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde. 1.Kor 9,25-27

Wer den Anweisungen des HERRN folgt, kann nicht ziellos in die Luft schlagen, weil der HERR als Feldherr den völligen Überblick hat. Dazu ist Er die Weisheit in Person, niemand kann bessere Anweisungen geben, das wissen wir schon aus der Geschichte Israels. Keine Schlacht wurde von Israel verloren, in welcher sich Israel an die Weisungen Gottes gehalten hatte. Es ist unmöglich mit Gott zu verlieren. Kämpfe gingen nur verloren, wenn sich Israel oder Juda (z. B. 2. Kö 14) nicht an die Weisung Gottes gehalten hatte oder wenn Sünde zugelassen wurde (Jos 7).

Wenn wir uns an die Anweisungen Gottes halten (die Bibel) und Sünde nicht zulassen, werden wir am Ende unseres Lebens auch sagen können: Das oder jenes Werk oder die oder jene Geschwister, die wir zum Glauben geführt haben, sind unsere Hoffnung oder Freude oder Ruhmeskranz vor unserem Herrn Jesus bei seiner Ankunft! Dasselbe konnte Paulus auch von seinem Werk an den Philippern sagen („Meine Freude und mein Sigeskranz“, Phil 4,1)! – Wie schön!

Vers 20

Denn ihr seid unsere Herrlichkeit und Freude. 1.Thess 2,20

Die Thessalonicher waren Paulus‘ Herrlichkeit; wer das Werk des Paulus‘ sah und dann die herrliche Gemeinde, die draus erwachsen war, musste bzw. muss heute noch beeindruckt sein. Es ist natürlich, dass Paulus sich daran erfreute und er demzufolge die Thessalonicher als seine Freude und diejenige seiner Mitarbeiter bezeichnete. An einem so gut gelungenen Werk muss man sich einfach erfreuen!

Kapitel 3

Vers 1

Deshalb, da wir es nicht länger aushalten konnten, beschlossen wir, allein in Athen zurückzubleiben, 1.Thess 3,1

Paulus nahm seine Verantwortung wahr als Apostel Christi. Gott hat uns in eine Welt gestellt, in welcher durch das individuelle Agieren eines jeden Individuums, sei es Engel oder Mensch, das Begehren und Trachten des Innern offenbar wird. Am Ende ist unter der Sonne unmissverständlich klar, wer für den HERRN war und wer nicht. Doch nicht nur das wird klar sein. Es wird in feinen Graden abgestuft ersichtlich sein, welches Herz mehr für den Herrn schlug und welches weniger. Bei den Ungläubigen wird auf einer gleich feinen Skala der Grad des Abfalls angezeigt sein.

Gott wird am Ende – für Menschen und Engel nachvollziehbar – in der Lage sein, 100-prozentig gerecht zu richten. Dazu wäre Er auch sonst in der Lage. Aber auf diese Weise kann sein Gericht von allen nachvollzogen werden. Paulus wird in Gericht über die Christen (das ist das Gericht vor dem Richterstuhl, Römer 14,10; 2. Kor 5,10) glänzen. Er handelte agil für den HERRN, aber auch umsichtig und verantwortungsbewusst.

Vers 2

und wir sandten Timotheus, unseren Bruder und Mitarbeiter Gottes in dem Evangelium des Christus, um euch zu stärken und zu trösten eures Glaubens wegen, 1.Thess 3,2

Gott hat eine Umgebung geschaffen, in welcher zunächst jeder seinen freien Willen ausleben kann, sei es Engel oder Mensch, bis die Stunde der Abrechnung kommt. Diese Umgebung ist sehr dynamisch und es begegnen sich darin Böse und Gute. Und bei beiden Menschengruppen wird durch ihre Werke offenbar, was in ihrem Herzen ist.

Durch unsere Taten bringen wir nicht nur ans Licht, was in uns wohnt, sondern stossen damit bei anderen auf Zustimmung oder Ablehnung, was im Anschluss auch Aussagen über das Denken und Verhalten unserer Umgebung zulässt. Tun wir Gutes und werden dafür bedrängt, so kann man Aussagen über unsere Bedränger machen. Tun wir Gutes und werden dabei unterstützt, sagt das etwas Gegensätzliches über unsere Unterstützer aus. Tun wir Schlechtes und werden abgelehnt, spricht das wieder in einer Weise über unsere Mitmenschen. Tun wir Schlechtes und werden dabei unterstützt, ist die Aussage über unsere Unterstützer wieder eine spezifische.

Liebe Leserin und lieber Leser! Je älter Sie sind, desto mehr liegt auf dem Tisch, was für Sie oder gegen Sie aussagt. Der Massstab des Gerichts, mit welchem Sie und ich am Ende beurteilt werden, ist nicht der Ethikgrundsatz ihrer Kultur, Religion oder jener der eigenen Vorstellung. Der Massstab, welcher Gott an Sie legen wird, ist das Wort Gottes, über das gesagt ist:

Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen. Mt 21,44

Die Bibel sagt, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, der Eckstein ist, an welchem alles ausgerichtet, bzw. gemessen werden wird. Wer zu Lebzeiten den Sohn Gottes als Erretter in Wahrheit, nicht in einem hohlen Lippenbekenntnis, annimmt, ist am Eckstein ausgerichtet, was im Kontrast zum „darauf Fallen“ steht. Wer sich nicht in Gottes Bau einfügen und sich nicht an Jesus Christus ausrichten lässt, dem wird dieser Stein plötzlich begegnen (bei der Erscheinung des Sohnes Gottes). Die Bibel nennt das „darauf fallen“. Die Offenbarung Jesu Christi wird plötzlich geschehen, wenn man sie in der heutigen Überheblichkeit und im heutigen Übermut nie erwarten würde. Diese plötzliche Erscheinung Jesu Christi über den Menschen umschreibt die Bibel mit „auf wen er fallen wird“.

Paulus war am Eckstein ausgerichtet, er konnte weder auf diesen Stein fallen noch hätte ihn dieser Stein überraschend von oben getroffen und zermalmt, weil Paulus ja, wie erwähnt, an Ihm ausgerichtet war, wie es alle anderen zeitgenössischen Geschwister im HERRN auch waren. Und diese Ausrichtung brachte Paulus dazu, gute Werke zu wirken, wie die Entsendung des Timotheus, um nach dem Wohl der Hausgenossen Gottes zu schauen.

Unsere Ausrichtung an diesem Eckstein wird uns auch zu guten Werken führen und vor dem Schicksal der Gottlosen bewahren, daran zerschmettert oder darunter zermalmt zu werden. Amen!

Vers 3

dass niemand wankend werde in diesen Bedrängnissen. – Denn ihr selbst wisst, dass wir dazu bestimmt sind; 1.Thess 3,3

Paulus‘ Sorge um die Thessalonicher war berechtigt; er wusste, dass auch auf sie Bedrängnisse kommen würden, welche sie bedrängen würden (Joh 16,33; Apg 14,22).

Bedrängnisse können bei Christen starke Zweifel am Weg oder an der Beziehung zum Vater im Himmel aufkommen lassen. Christen können dadurch „wankend“ werden, sie können ihre Festigkeit im Glauben verlieren. Die Sorge des Paulus um die Geschwister beruhte auf diesen vorausgesagten Tatsachen, sie war nicht unbegründet. Es gibt vielmehr keinen Grund zu völliger Sorglosigkeit, wie sie heute teilweise unter Christen gelebt und gepredigt wird. Denn Tatsache ist: Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und schaut, wen er verschlingen könnte, wie geschrieben steht:

Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. 1.Petr 5,8

Nüchternheit und Wachsamkeit sind Tugenden, die dem Christen unter den gegebenen Umständen anstehen, nicht Sorglosigkeit im Sinn von Leichtfertigkeit oder Leichtsinnigkeit stehen dem Christen an. Unsere Sorgen dürfen wir auf Gott werfen und sie bei Ihm abladen, um erquickt zu werden (Mt 11,28), doch wir müssen weiterhin und beständig um ein gottgefälliges Leben besorgt bleiben.

Wer auf den HERRN vertraut, wird nicht wanken (Ps 26)! Amen.

Vers 4

denn auch als wir bei euch waren, sagten wir euch vorher, dass wir bedrängt sein würden, wie es auch geschehen ist und ihr wisst. – 1.Thess 3,4

Der Herr Jesus sagt, dass Bedrängnisse auf die Kirche Gottes kommen werden, wie geschrieben steht:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. Joh 16,33

Diese Wahrheit wird im Neuen Testament immer wieder bestätigt; sie steht nicht nur im Thessalonicherbrief. Die Rede von Verfolgung ist auch in der Apostelgeschichte:

Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen. Apg 14,22

In all diesen Bedrängnissen haben wir die Zusage des HERRN, dass sein Trost darüber steht:

Denn wie die Leiden des Christus überreich auf uns kommen, so ist auch durch den Christus unser Trost überreich. 2.Kor 1,5

In unseren Bedrängnissen dürfen wir darauf vertrauen, dass der Trost des Christus überreich sein werden wird.

Bedrängnisse sind uns vorausgesagt, wir sollten darin nicht anfangen zu straucheln. – In der Bedrängnis wird die Stimme des Widersachers laut und man hört ihn oft so oder auf ähnliche Art brüllen: „Gott hat dich aufgrund deines ständigen Versagens verlassen!“ Und nicht selten lässt er diesem noch Worte aus der Bibel folgen, um seiner Lügenbotschaft einen göttlichen Anstrich zu verpassen, wie der Versucher es bei Christus getan hatte. Er nahm Ihn an die „göttlichsten“ Orte, in die Heilige Stadt, auf die Zinne des Tempels, und versuchte den HERRN mit Worten aus der Heiligen Schrift (Mt 4,5), als er Ihn nach Jerusalem auf die Zinne des Tempels nahm und anfing, aus den Psalmen zu zitieren (Ps 91,11.12).

Vers 5

Darum, da auch ich es nicht länger aushalten konnte, sandte ich ihn, um euren Glauben zu erfahren, ob nicht etwa der Versucher euch versucht habe und unsere Arbeit vergeblich gewesen sei. 1.Thess 3,5

Wie schön ist die durch Liebe zu den Thessalonichern motivierte Aussage von Paulus: „Darum, da auch ich es nicht länger aushalten konnte.“ – Das Leben in Christus ist von Gefühlen geprägt, wie Christus selbst viele Gefühle hat und sie ausgedrückt hatte. Er weinte vor dem Grab des Lazarus (Joh 11,35). Er sehnte sich (mit Sehnsucht) nach besonderer Gemeinschaft mit den Jüngern (Lk 22,15). Der Herr Jesus drückte mit diesem Vers im Lukasevangelium ein sehr starkes Gefühl nach dem Bedürfnis aus, mit seinen Jüngern eine besondere Gemeinschaft beim Abendmahl zu pflegen. Weiter veranlasste Ihn die Liebe zu seiner Mutter, am Kreuz hängend, wo man hätte meinen können, andere Probleme würden überwiegen, ihre weitere Versorgung zu regeln (Joh 19,27). Und überhaupt ist an dieser Stelle wieder zu erwähnen, dass die Erfüllung der höchsten Gebote durch Gefühle bestimmt ist. Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben sind Gefühle, welche sich in dementsprechenden Handlungen manifestieren, wie in unserem Beispiel die Sendung Timotheus‘ nach Thessalonich, eine Handlung der Liebe war, um der Gemeinde eine zuverlässige und im Glauben gut verwurzelte Person als Stärkung zukommen zu lassen.

Und das freiwillige Sterben am Kreuz für unwürdige Sünder unseres hochgelobten Herrn Jesus Christus war der höchste Ausdruck der Liebe überhaupt.

Liebe manifestiert sich in Taten, in Liebestaten. Glückselig der Mensch, bei dem solche reichlich vorhanden sind. Amen.

Vers 6

Da jetzt aber Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die gute Botschaft brachte von eurem Glauben und eurer Liebe, und dass ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und sehr verlangt, uns zu sehen, wie auch wir euch: 1.Thess 3,6

Der Geist der Liebe (2. Tim 1,7), der in die Herzen der Gläubigen ausgegossen ist (Röm 5,5) bewirkte in den Thessalonichern genau das Gleiche, was Er in Paulus bewirkt hatte: Er entfachte die Geschwisterliebe. Auch die Thessalonicher hatten Liebe zu Paulus und seinen Mitarbeitern im HERRN, welche sich nicht nur nach einem Wiedersehen sehnte, sondern sogar danach verlangte.

Diese Geschwisterliebe ist das Kennzeichen für die Welt (Joh 13,35). Der natürliche, unbekehrte Mensch ist selbstsüchtig und bringt im Vergleich zu geistlichen Christen höchstens einen Bruchteil der Liebe gegenüber seinen Allernächsten auf. Ein geistlicher Christ, das ist ein Christ, der im Willen des HERRN lebt, bringt hingegen durch den Geist der Liebe (2. Tim 1,7) eine Liebe auf, die ihresgleichen sucht. Ein geistlicher Christ liebt so viel mehr, dass jedem natürlichen, unbekehrten Menschen sofort klar wird, dass Christus dahinter stehen muss, denn anders wäre eine solche Liebe nicht möglich, wie geschrieben steht:

Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Joh 13,35

Christen haben das, was die Welt gerne hätte; sie haben wahre, brennende und echte Liebe, die nicht das ihre sucht, sondern die das Wohl des Nächsten sucht. Daher wird Weltmenschen sofort klar, wenn sie einen geistlichen Christen im Blick auf den Umgang mit seinen Brüdern und Schwestern beobachten, dass zwingend hinter dieser für sie unerreichbaren Liebe der Gott der Liebe stehen muss. – Die Liebe ist somit ein sehr starkes Zeugnis, das wir in uns tragen! Mögen wir unser Zeugnis nicht unter einen Kübel stellen (Mt 5,15). Amen!

Vers 7

deswegen, Brüder, sind wir über euch bei all unserer Not und Bedrängnis getröstet worden durch euren Glauben; 1.Thess 3,7

Der Bericht des Timotheus tröstete Paulus und seine Mitarbeiter. Das war nicht ungewöhnlich, denn sie sahen die gute Ordnung bei den Thessalonichern und sie sahen sich geliebt. Das war wie Balsam für ihre durch Not und Bedrängnis geschundenen Seelen.

Wieder sehen wir, dass die durch Christus kommunizierte Wahrheit mit Sicherheit auf die Menschen kommen wird, die Gott gefallen möchten (2. Tim 3,12). Not und Bedrängnis kamen auf Paulus und seine Mitarbeiter, und auch ich, der diese Zeilen schreibe, bin durchtränkt davon.

Doch Bedrängnis und Not gehören nicht zum letzten Willen des Vaters für uns. Das sind lediglich die Beweise gegen die gottlose himmlische (der Teufel und seine Engel) und die gottlose irdische Welt (die Menschen, die Gott und sein Wort ablehnen und den Lügen glauben), um sie der gerechten höllischen Strafe zuzuführen, denn die Nachfolger Satans haben sich sehr am von Gott geliebten Volk (an der Gemeinde und an Israel) vergriffen. Das wird ihnen ewige und unauslöschliche Schande bringen (Jes 66,24), das ist der letzte Wille Gottes für diejenigen, die mit Ihm gebrochen haben. Der letzte Wille Gottes für sein erlöstes Volk ist aber keinesfalls Schande, sondern ein Leben bei Ihm in Herrlichkeit und in Freude! Amen.

Vers 8

denn jetzt leben wir wieder auf, wenn ihr feststeht im Herrn. 1.Thess 3,8

Wenn es Brüdern und Schwestern gut geht, lebt man wieder auf, das ist die natürlichste Sache der Welt. Wenn es der Familie nicht gut geht, dann geht es einem auch nicht gut, das ist klar. Dieser Vers zeigt einmal mehr, dass Paulus und seine Mitarbeiter die Brüder und Schwestern in Thessalonich wirklich lieb hatten.

Auf diese Weise sollen wir einander auch lieb haben. Daran erkennt die Welt, dass wir Jünger Christi sind (Joh 13,35).

Vers 9

Denn was für Dank können wir Gott eurethalben abstatten für all die Freude, womit wir uns euretwegen freuen vor unserem Gott, 1.Thess 3,9

Mit anderen Worten stellt Paulus die rhetorische Frage, wie sehr er doch Gott für all die Freude danken könne, über die er sich wegen der erfreulichen Botschaft der Thessalonicher freuen kann!

Die Freude entspringt dem gläubigen Herzen automatisch, wenn man hört, dass es Geschwistern gut geht, wie gleichsam Traurigkeit über einen kommt, wenn man hört, dass Geschwister bedrängt werden.

Vers 10

wobei wir Nacht und Tag aufs inständigste bitten, euer Angesicht zu sehen und das zu vollenden, was an eurem Glauben mangelt? 1.Thess 3,10

Menschen, die das Verhalten und Denken des Paulus‘ sahen und kannten, wussten, dass da eine Geschwisterliebe vorhanden war, die alles für den Bruder oder die Schwester getan hätte. Es war die Liebe in Paulus, von welcher wir in 1. Kor 13 lesen, wo steht:

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf,
5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit,
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 1.Kor 13,4-7

Paulus hätte mit seiner göttlichen Erkenntnis Bewunderung bei seinen Zuhörern hervorrufen und sich auf einen Sockel stellen können. Die Liebe in ihm hielt ihn aber davor zurück, er gab nur das weiter, was die Geschwister weiterbrachte, denn die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf. Paulus hätte seinen Vorteil suchen können, er hätte sich beispielsweise von den Gemeinden bezahlen lassen können, was auch vor Gott in Ordnung gewesen wäre (1. Kor 9,11). Doch Paulus ging darüber hinaus und verlangte kein Geld für seinen Dienst, damit die Geschwister aller Gemeinden, die er gegründet hatte, noch unbeschwerter sein konnten. Und Paulus ertrug alles, alle Beschwerden auf seinen Reisen (2. Kor 6,4) liessen ihn nicht zurückschrecken; er wollte trotz all dieser Widerwärtigkeiten den Geschwistern Trost und Hilfe sein.

Paulus hatte eine beispielhafte Geschwisterliebe in sich, an welcher wir uns wirklich ausrichten sollten. Er schreibt in diesem Brief, dass er Tag und Nacht in maximaler Intensität bat, die Geschwister sehen zu dürfen, um allfälligen Mangel auszugleichen. Das war ein absolut herrliches und königliches Verhalten. Ein solches Verhalten sollten wir alle, also alle Kinder des Königs lernen und uns aneignen.

Vers 11

Unser Gott und Vater selbst aber und unser Herr Jesus richte unseren Weg zu euch. 1.Thess 3,11

In der Bibel offenbart sich Gott als der eine und einzige Gott, der aus drei eigenständigen Personen besteht, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wir sind angehalten, Gott anzubeten, und zwar den Vater und den Sohn. Die Person des Heiligen Geistes hat unter anderem die Aufgabe übernommen, den Sohn zu verherrlichen (Joh 16,13.14). Der Vater und der Sohn sind nicht dieselben Personen, und doch betet man zum einen und einzigen Gott, wenn man zu ihnen betet. Und doch gibt es einen feinen Unterschied, auf den uns die Schrift aufmerksam machen will: Beim Beten ist ein Unterschied zu machen, denn der Vater sucht auch Anbeter. Der Sohn soll also angebetet werden, aber der Vater auch, wie geschrieben steht:

Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Joh 4,23

Die Stelle macht klar, dass auch der Vater Anbeter sucht. Die Lehre der Apostel, in welcher wir bleiben sollen (Apg 2,42), beinhaltet aber auch klar die Anbetung des Sohnes (1. Kor 1,2). Die Gemeinschaft mit dem Sohn schliesst seine Anbetung mit ein (z. B. 1. Kor 1,9; 5,4; 1. Tim 1,12). Wir sollen also den Sohn, wie auch den Vater anbeten. Wir sollen also wissen, zu wem wir beten. Und wir sollen alle drei Personen der Gottheit in unser Leben einbeziehen, wie es Paulus im aktuellen Vers betreffend den Vater und den Sohn tut: Der Vater und der Sohn sollen (gemeinsam) den Weg von Paulus und seinen Mitarbeitern zu den Thessalonichern richten. Andere Stellen lehren uns, dass wir mit dem Wirken des Heiligen Geistes rechnen dürfen (Röm 15,13; 1. Kor 12,11).

Dies macht klar, dass wir Gott besser kennen sollen, als wie man ein diffuses, unpersönliches Wesen kennt. Die Nationen wissen nicht viel von Gott, ausser dass er sehr stark ist und das Böse ins Gericht ziehen wird (Röm 1,18-20 und 32). Dieses Wissen reicht jedoch offenbar trotzdem nicht zur Umkehr.

Vers 12

Euch aber lasse der Herr zunehmen und überreich werden in der Liebe zueinander und zu allen – wie auch wir euch gegenüber sind – 1.Thess 3,12

Dieser Vers macht klar, dass wir uns Christen in einem Wachstumsprozess befinden. Es gibt Ziele im Glauben, die anzustreben sind. Die Bekehrung ist nicht das Ziel, sondern der Startpunkt in einem Christenleben, wie wir längst wissen. Danach ist ein Wettlauf (Heb 12,1) in der Rennbahn (1. Kor 9,24) zu laufen. Damit zeigt der Heilige Geist an, dass das Ziel nicht automatisch und ohne eigenen Einsatz erreicht werden kann. Vom Start- bis zum Zielpunkt gilt es an der Hand des HERRN zu bleiben und auf dem Weg des Glaubens treu und fleissig zu sein (Lukas 19,11 ff.). Das Ziel ist die Liebe zu Gott und den Mitmenschen (2. Petr 1,5-7), welche wie nach einem Stufenplan erreicht wird, obschon sie in unsere Herzen ausgegossen worden ist (Röm 5,5). Doch unser Fleisch, das uns immer wieder in der Geistlichkeit hindert, muss entschieden zurückgedrängt werden, damit sich diese Liebe ungehemmt entfalten kann.