Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der erste Brief an Timotheus

Einleitung

Einleitung folgt

Kapitel 1

Vers 1

Paulus, Apostel Christi Jesu nach Befehl Gottes, unseres Heilandes, und Christi Jesu, unserer Hoffnung, 1.Tim 1,1

Paulus stellt dem Timotheus von Anfang an vor, wer beruft. Diener Gottes werden von oben her eingesetzt, nicht von unten her (z. B. durch eine Wahl von Menschen). Die Gemeinde darf nicht demokratisch geführt werden, die Gemeinde wird durch Christus geführt, was deutlicher nicht gesagt werden kann, wenn geschrieben steht:

Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Heiland des Leibes. Eph 5,23

Christus ist das Haupt des Leibes und Er setzt in die Ämter ein, nicht die Menschen (1. Kor 12,5). Christus sagt also, wen Er als Ältesten oder Lehrer einsetzen will, nicht Menschen haben das nach Gutdünken zu entscheiden. Die Menschen haben sich auf ihre Plätze zu bewegen; ihnen steht nicht zu, von der Bühne des Dirigenten aus zu befehlen, wer welche Funktion im Leib zu besetzen hat. – Mögen wir das verstehen und umsetzen! Amen!

Vers 2

Timotheus, meinem echten Kind im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserem Herrn! 1.Tim 1,2

Timotheus war nicht ein leibliches Kind von Paulus, Paulus war nicht verheiratet und zeugte somit keine leiblichen Kinder; Timotheus war ein Mensch, der durch die Predigt des Paulus zum Glauben gekommen war.

Timotheus war ein „echtes Kind im Glauben“, was bedeutet, dass er in Wahrheit wiedergeboren war. Trotz dieser grossen Errettung und Segnung durch den HERRN wünscht Paulus dem Timotheus weiterhin Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, was die ständige Verbundenheit mit Gott, auch nach der Bekehrung, voraussetzt. Wer nach der Bekehrung und Wiedergeburt denkt, autonom leben zu können, hat nicht verstanden, dass Gott stets mit uns verbunden sein will, wie uns durch die Schrift erklärt wird:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Joh 15,5

Deshalb hat es Gott so eingerichtet, dass ein Christ, ein Bruder oder eine Schwester im HERRN, sich nie von der Gnade, Barmherzigkeit und vom Frieden von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus wegbegeben sollten. Ein sich in ein autonomes Leben entfernen, bedeutet, sich von Gottes Segnungen zu entfernen. Amen.

 

Vers 3

So wie ich dich bat, als ich nach Mazedonien abreiste, in Ephesus zu bleiben, damit du einigen Weisung erteilen solltest, nichts anderes zu lehren 1.Tim 1,3

Für Timotheus galt immer noch dieselbe Weisung des Paulus, welche Paulus ihm gab, als er nach Mazedonien abreiste: Bestimmte Leute sollten keine falschen Lehren verbreiten!

Was damals galt, gilt auch heute für uns, die wir getreu dem Worte Gottes folgen! Das Wort verbietet klar, die Herde des HERRN mit Lehren, die Menschengebote sind, in die Irre zu leiten. Daher gilt die Weisung, die damals für Timotheus galt, auch für uns: Wenn jemand die Schafe in der Gemeinde in die Irre leiten will, sollen wir diese Menschen ernsthaft zur Nüchternheit aufrufen! Amen!

Vers 4

noch mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern sich abzugeben, die mehr Streitfragen hervorbringen, als sie den Verwalterdienst Gottes fördern, der im Glauben geschieht -. 1.Tim 1,4

Es gibt auch Menschen, die an Fabeln glauben und solche, die Fabeln in die Welt setzen, indem sie zu wissen vorgeben, wie die Schöpfung vonstattenging, als ob sie dabei gewesen wären (Hiob 38,4). Und es gibt solche, die sich in Geschlechtsregistern verlieren und mit solchen Themen die Gläubigen am rechten Weg hindern, nämlich den Verwalterdienst Gottes zu fördern, der im Glauben geschieht. Gott hat uns die Verwaltung seiner heiligen Dinge anvertraut. Dieser Dienst muss vorankommen, was im Glauben geschieht. Und wahrer Glaube wird gelebt, wenn man an die Worte Gottes glaubt, auch wenn die Welt vermittelt, dass ein Glaube an Christi Worte ein Irrglaube sei. Die Welt lacht über Christus, der von einem verstorbenen Menschen sagt, er schlafe nur. Doch für Christus schlafen die Toten in Wirklichkeit nur, denn als Allmächtiger ruft Er Verstorbene mit einem Wort ins Leben zurück. Wir sind angehalten, den Verwalterdienst Gottes in diesem Glauben auszuführen. Das lernt uns beten, wo nichts mehr zu hoffen ist, wie Hiskia betete, wo eine Schlacht gegen die Assyrer völlig aussichtslos gewesen war. Da Hiskia aber an den allmächtigen Gott glaubte, schritt dieser ein und vernichtete den Feind Hiskias in einer Art, an welche die Welt nicht glauben kann, da sie völlig übernatürlich ist (2 Kö 19,35). Diesen Glauben zu leben, sind wir angehalten! Lasst es uns tun, das ist kein Irrglaube, denn unser Gott ist nicht tot, wie die Götzen der Nationen, die nichts können. Unser Gott lebt! Amen.

Vers 5

Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. 1.Tim 1,5

Die Weisung Gottes, seine Gebote für die Menschen, führen zur Liebe, die aus reinem Herzen und guten Gewissen und ungeheucheltem Glauben kommt. Wenn die Dinge Gottes zu Zerwürfnissen führen, hat man Gottes Weisung missverstanden und sie durch menschliche Überlegungen verfälscht. – Das ist in jedem Fall so. Wenn es Streitereien in Deiner Gemeinde gibt, so regiert nicht der Gott des Friedens unter Euch, sondern Ihr Menschen sucht selber, das Reich Gottes aufzurichten, was ein sinnloses Unterfangen ist. Aus diesem Antrieb ist es von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Wenn die Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben in Eurer Gemeinde regiert, so habt ihr Gottes Anweisung verstanden und umgesetzt. – Gelobt sei der HERR! Amen!

 

Vers 6

Davon sind einige abgeirrt und haben sich leerem Geschwätz zugewandt. 1.Tim 1,6

Einige unter uns wenden Gottes Weisung nicht in der rechten Weise an, dass diese zur Liebe führt. Vielmehr missbrauchen sie die Gebote Gottes um andere zu knechten oder sich selber einen Vorteil zu verschaffen. Die Worte solcher Menschen sind leeres Geschwätz, auch wenn sie Bibelworte in ihrem Mund führen. Sie stehen ausserhalb des Willens Gottes. Wir brauchen sie weder zu fürchten noch ihnen zu folgen.

 

Vers 7

Sie wollen Gesetzeslehrer sein und verstehen nichts, weder was sie sagen noch was sie fest behaupten. 1.Tim 1,7

Es gibt viele Absolventen von theologischen Fakultäten, die Texte strukturieren und schön zusammenfassen können. Solche Menschen wirken in ihren Vorträgen überzeugend, wie auch sonstige Prediger, die ihre Erklärungen mit Fachbegriffen schmücken. – Wenn aber all die Argumente auf Menschenweisheit basieren und nicht zum Endziel, zur Liebe führen, so bleiben die Reden ohne Nutzen und sind damit wertlos.

Vers 8

Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn jemand es gesetzmässig gebraucht, 1.Tim 1,8

Wenn das Gesetz Gottes gut angewendet wird – ich spreche vom alt- und vom neutestamentlchen Geboten – dann führen beide Wege zur Liebe und nicht zum Streit. Das alte Gebot führte zur Liebe, wie das neue Gebot heute zur Liebe führt. Die alte Haushaltung führte zum Guten, wie die neue Haushaltung zum Guten führt. Moralische Grundgedanken haben sich nicht geändert. Die Gottesliebe und die Bruderliebe standen bzw. stehen immer an erster Stelle.

Wenn man aber in der Art der damaligen Gesetzesgelehrten das Gesetz zu missbrauchen anfängt, sei es um das Volk zu unterdrücken und sich selbst als Gesetzesgelehrter zu verherrlichen, dann gebraucht man es nicht mehr gesetzmässig; man wendet es nicht mehr so an, wie es anzuwenden ist.

 

Vers 9

indem er dies weiss, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Widerspenstige, für Gottlose und Sünder, für Heillose und Unheilige, Vatermörder und Muttermörder, Mörder, 1.Tim 1,9

Setzt Du Dich immer wieder mit dem Gesetz auseinander, da es Dich anklagt? Dann musst Du Dich ernsthaft fragen, ob Du heillos lebst. Das Gesetz ist nämlich nicht für den Gerechten bestimmt! Das ist eine sehr starke Aussage, die aber gut zu verstehen ist. Die Kinder, die im Palast des Königs leben, müssen nicht ständig an die Hausordnung erinnert werden. Sie kennen sie und halten sich nach einer gewissen Ausbildungszeit daran. Sie halten sich ihrer Identität gemäss und ihrer Liebe zum König aus einer gesunden inneren Haltung an die Palastordnung, nicht aus Angst vor Konsequenzen bei Übertretung dieser Gebote.

Wenn Du nun ein Kind des Königs bist, das Ihn liebt, wirst Du automisch nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Wenn Dir aber die Unordnung der im Untergrund lebenden Menschen gefällt und Du mit dieser liebäugelst, so wird Dich die Hausordnung des Königs anklagen. 

Wo stehen Sie, liebe Leserin und lieber Leser? Werden Sie von Gottes Gesetz angeklagt oder leben Sie in Freiheit, da die Palastordnung für sie selbstverständlich und lieblich ist?

Vers 10

Unzüchtige, Knabenschänder, Menschenhändler, Lügner, Meineidige, und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegensteht, 1.Tim 1,10

Wer weder Knabenschänder noch ein Menschenhändler ist, kann immer noch Unzüchtig sein und beispielsweise (fremde) Frauen ansehen und dabei begehren und dabei in schwerer Sünde leben. Das nennt die Bibel Unzucht und wird vom HERRN selbst als schwere Sünde taxiert, bei welcher sich man lieber die Augen ausreissen soll, anstatt darin zu verweilen, wie geschrieben steht: 

28 Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. 29 Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiss es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Mt 5,28-29

Nicht nur Vatermörder und Muttermörder haben schwer gesündigt, nein, auch die Unzucht, welche der Teufel in der Welt salonfähig gemacht hat, ist ebenso sehr schwere Sünde, welche grundsätzlich in die Hölle leitet, sollten die Umkehr in Reue und die Annahme der Vergebung Jesu Christi ausbleiben.

 

Vers 11

nach dem Evangelium der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut worden ist. 1.Tim 1,11

Das Evangelium beinhaltet die Aussage, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist (Vers 9). Das Gesetz steht gegen solche, seien es wiedergeborene Christen oder nicht, die etwas von dem in der Aufzählung ist, tun. Die Aufzählung ist nicht abschliessend, denn wer etwas tut, das der gesunden Lehre entgegensteht, hat auch das Gesetz gegen sich.

Der Gerechte lebt aus Glauben an den Sohn Gottes und aus der Gemeinschaft mit Ihm. Ein Gerechter hat die Gewohnheiten des alten Menschen abgelegt, die alle gegen das Gesetz gerichtet sind. Wir wissen, was in der Natur des natürlichen Menschen steckt; der HERR offenbart es uns persönlich:

Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen; Mt 15,19

Halleluja, loben wir wahren Christen unseren Gott, der uns von der Sklaverei des alten Menschen errettet hat! Möge Er uns davor behüten, in alte Gewohnheiten zurückzufallen! Amen.

 

Vers 12

Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, 1.Tim 1,12

Jesus Christus hatte Paulus berufen und in das Amt gestellt, das Paulus innehatte. Niemand anders, keine Wahl vom Menschen haben Paulus zu dem gemacht, was er war: Ein Apostel des HERRN. Und Jesus Christus verlieh Paulus die Kraft, die er für dieses Amt benötigte. – Was lernen wir daraus? – Nicht von Menschen her kommt die Berufung und die dazu benötigte Kraft für ein göttliches Amt. In göttliche Ämter muss der berufen, nach dem das Amt benannt ist: Gott. Und die Gemeinde sollte die göttliche Auswahl akzeptieren und sich nicht dagegen stellen! Amen!

Vers 13

der ich früher ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden, weil ich es unwissend im Unglauben getan hatte; 1.Tim 1,13

Der Herr Jesus hat denjenigen in den Dienst der Gemeinde gestellt, der früher die Gemeinde verfolgt hatte. Paulus war bekanntlich vor seiner Bekehrung ein Verfolger der Gemeinde!

Das zeigt uns die sehr grosse Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus! Sie scheint im hellen Licht! Paulus wusste vor seiner Bekehrung nicht, was er tat. Er handelte völlig fleischlich, religiös und war in der Überzeugung, mit religiösen Aktivitäten könne sich der in sich böse Mensch, der die Gebote Gottes nicht hält, Gott nahen. Und obschon diese Überlegung lächerlich ist, glauben immer noch viele Menschen, auch die, welche die „Grosse Kirche“ frequentieren, sie würden sich selbst mit beispielsweise Rosenkranzgebeten und dem Herumtragen von geschnitzten Holzstatuen Gott nahen können. Ein absurder Gedanke! Denn die Sünde – unsere Sünde! – fordert den Tod, den Christus an unserer Statt erlitten hat! Daher die Konklusion: Nur wer an Jesus Christus glaubt, kann sich Gott nahen! Amen!

 

Vers 14

überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind. 1.Tim 1,14

Überströmend muss die Gnade und Liebe sein, wenn ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter der Gemeinde nicht nur in den Dienst der Gemeinde gestellt, sondern wenn einem solchen noch Leitungsfunktionen in der Gemeinde anvertraut werden. Das zeigt und klar, dass die göttliche Gnade weit über die menschliche hinausgeht. Dies kann unsere ängstlichen Herzen angesichts unserer Schwachheiten zur Ruhe bringen.

 

Vers 15

Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin. 1.Tim 1,15

Jesus Christus ist mit einem klaren Auftrag in die Welt gekommen. Diesem Auftrag hat Er voll und ganz entsprechen, Er ist weder zur Rechten noch zur Linken abgewichen. Der Auftrag war: Sünder zu erretten. Und Er ist der einzige, der dieser Aufgabe gewachsen war, kein anderer Mensch oder kein anderes Wesen kann Menschen retten. Daher steht geschrieben:

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Joh 14,6

Mit dem letzten Versteil sagt Paulus: „Ich bin der schlimmste Sünder!“ Er verfolgte den Leib Christi, das ist die Gemeinde. Damit schlug er direkt gegen Christus aus; er sündigte nicht gegen Menschen, sondern direkt gegen den Heiligen Gottes. 

Das Beispiel des Paulus zeigt, die Barmherzigkeit Gottes, die sogar den schlimmsten Sünder noch begnadigen kann. – Gott sei dafür gepriesen in Ewigkeit!

Vers 16

Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, damit Jesus Christus an mir als dem ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben. 1.Tim 1,16

Paulus wurde von Jesus Christus zum Musterbeispiel gemacht. An Paulus zeigt sich die Langmut, die Geduld Christi. Obschon Paulus gegen die Gemeinde Christi tobte und sehr übel handelte, löschte ihn Christus nicht aus. Christus ging noch viel weiter; Er ertrug den Paulus nicht nur, Er führte ihn in die Gnade ein! - Was für ein Trost für uns! Da kann uns der Teufel noch lange einreden, wir wären nicht würdig, um Kinder Gottes zu werden. Wenn ein Paulus ein Kind Gottes werden durfte, dann wir erst recht! Amen!

Vers 17

Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1.Tim 1,17

Diesem Gott, der Personen, wie beispielsweise einem Paulus, welcher die Kirche verfolgte, in dieser gezeigten beispiellosen Barmherzigkeit begegnet, sei Ehre und Anbetung! In dieser beispiellosen Barmherzigkeit ist Er vielen Sündern begegnet, die sich längst dem Satan durch ihre sehr bösen Taten wie Mord, Ehebruch, ausschweifender Unzucht verkauft hatten und sich auf dem direkten Weg zur Hölle befanden. Auf ihrem bösen Weg, den sie sich selber zugezogen hatten, bot ihnen Gott einen Ausweg an und hat jeden Sünder gerettet, der vor dem Untergang im Sündenpfuhl den durch Gott ihm zugeworfenen Rettungsring, das ist der herrliche Sohn, Jesus Christus, ergriffen hat.

Vers 18

Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Kind Timotheus, nach den vorangegangenen Weissagungen über dich, damit du durch sie den guten Kampf kämpfst, 1.Tim 1,18

Timotheus‘ Auftrag war auch ein persönlicher Auftrag, wie ihn Gott jedem Christen austeilt. Er war kein Ausserirdischer mit ganz besonderen Aufträgen, die uns nicht ansatzweise auch befohlen werden könnten. – Nein, Timotheus war ein Christ wie wir, der nach apostolischer Lehre zu wandeln hatte und einen persönlich gefärbten Auftrag hatte. Wie uns der erste Korintherbrief im Kapitel 12 lehrt, haben alle Christen, neben den allgemeinen neutestamentlichen Regeln (v. a. die Bergpredigt, Matthäus 5 – 7) auch persönlich gefärbte Aufträge. Timotheus erhielt eine solche persönliche Aufgabe, was nichts besonderes ist, da jedem von uns eine persönliche Aufgabe zugeteilt ist. Der Leib besteht aus verschiedenen Gliedern, die verschiedene Funktionen haben, wie geschrieben steht:

8 Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem anderen aber Glauben in demselben Geist, einem anderen aber Gnadengaben der Heilungen in dem einen Geist, 10 einem anderen aber Wunderwirkungen, einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen aber Auslegung der Sprachen. 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will. 1.Kor 12,8-11

Im obenstehenden Auszug von Kapitel 12 – ich empfehle das ganze Kapitel zu lesen – bekommen wir eine Ahnung, wie die Aufgabenverteilung im Leib Christi ist. Es ist wichtig, dass wir uns an die Grundsätze des Neuen Testaments halten (Bergpredigt, Matthäus 5 – 7 als wichtiger Bestandteil) und es ist für einen erfolgreichen Dienst wichtig, dass wir unsere persönlichen Aufgaben kennen. Timotheus wurde zum Beispiel angewiesen, falsche Lehrer zu stoppen (1. Tim 1,3.4). Diese Aufgabe kann nicht jeder übernehmen, dazu braucht es eine gewisse Überzeugungskraft, viel Bibelwissen und Durchsetzungsfähigkeit. Für andere Aufgaben braucht es wieder andere Eigenschaften; es steht für jeden Bruder und für jede Schwester eine Aufgabe bereit. – Bist Du bereit, sie zu kennen und sie auszuführen?

Vers 19

indem du den Glauben bewahrst und ein gutes Gewissen, das einige von sich gestossen und so im Hinblick auf den Glauben Schiffbruch erlitten haben; 1.Tim 1,19

Manchmal gehen wir unseren Weg etwas zu sorglos. Bitte missverstehen Sie meine Worte nicht. Unsere Sorgen sollen wir alle auf den Herrn werfen (Mt 11,28), damit wir entlastet leben können. Anhand dieses Verses wird aber klar, dass ein Gläubiger Schiffbruch im Blick auf den Glauben erleiden kann, sonst würde Paulus den Timotheus nicht darauf aufmerksam machen. Mit Schiffbruch ist nicht der Verlust der Kindschaft gemeint, was nicht möglich ist, was uns das natürliche Leben schon zeigt. Somit bleibt die Vaterschaft Gottes für einen wiedergeborenen Menschen immer bestehen – Er sei gelobt dafür! 

Schiffbruch im Hinblick auf den Glauben können wir erleiden, wenn wir das für uns von Gott vorgesteckte Ziel – jeder Gläubige hat ein solches Ziel für sein Leben – verfehlen. Und es ist möglich, als Kind Gottes, das vorgesteckte Ziel zu verfehlen. Wäre das nicht möglich, so würde Paulus, wie oben erwähnt, dem guten Timotheus nicht schreiben, er solle den Glauben und ein gutes Gewissen bewahren (damit es ihm nicht abhandenkomme, wie die nachfolgend erwähnten Menschen).

Lassen Sie uns diese Ermahnung ernst nehmen, damit wir nicht Schiffbruch erleiden, wie leider einige Schiffbruch erlitten haben! Amen.

Vers 20

unter ihnen sind Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie zurechtgewiesen werden, nicht zu lästern. 1.Tim 1,20

Im Zusammenhang mit dem vorausgegangen Vers erkennen wir, dass das Gewissen eines wiedergeborenen Menschen immer noch eine entscheidende Rolle spielt. Wer es von sich stösst, wer nicht auf sein Gewissen hört, wird Schiffbruch erleiden; es ist eine Lüge Satans zu glauben, alles komme automatisch gut. Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir unser Leben durch einige durch uns zugelassenen Umstände selbst zerstören können.

Hymenäus und Alexander hörten nicht auf ihr Gewissen (Vers 19). Sie übergingen einfach die Warnungen ihres Gewissens, bis ihr Lebensschiff an den Klippen zerschellte. Und damit in ihren Leben nicht noch mehr Unheil angerichtet wurde, übergab sie der Apostel in seiner besonderen Autorität dem Satan, damit sie in Zucht genommen würden.

Was für ein Niedergang eines Menschen! Unter der Zucht des Satans zu sein, anstatt in göttlicher Würde die Wege Gottes beschreiten zu dürfen!

Die Aussage der Bibel ist klar: Unser Lebenserfolg kommt nicht automatisch. Er kommt nur, wenn wir uns an die Aussagen der Schrift halten und kämpfen! Wenn wir den guten Kampf kämpfen (1. Tim 1,18; 6,12; 2. Tim 4,7), werden wir unser Lebensschiff sicher in den Zielhafen bringen. Wenn wir nicht auf unser Gewissen hören und wenn wir nicht den guten Kampf kämpfen, so werden wir mit biblisch bestätigter Sicherheit Schiffbruch erleiden. Obschon der Weg zum Ziel von Christus allein und ohne jegliche Menschenhilfe gebaut wurde, gab Gott uns die Entscheidung in die Hand, ob wir diesen Weg beschreiten wollen oder nicht.

Kapitel 2

Vers 1

Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 1.Tim 2,1

Hier wird uns durch den Apostel vorgestellt, was in erster Linie für die Menschen getan werden sollte. An erster Stelle steht das Gebet, die Kommunikation zu Gott, welche verschiedene Themen betreffen kann, wie wir es aus der Kommunikation unter uns Menschen kennen. In der Kommunikation zu Gott können wir Gott danken. Wir können aber auch wegen menschlichen Nöten zu Ihm flehen. Wir können in „gewöhnlichen“ Gebeten mit Ihm sprechen, um mit Ihm unser Leben zu teilen, wie wir es mit unseren Freunden in Gesprächen teilen. Mit Fürbitten treten wir für uns und für andere ein vor Gott, wir können als Beispiel für Menschen bitten, die aus Verblendung oder Krankheit nicht mehr selber zu Gott beten. Damit füllen wir den Mangel aus, den wir und andere Menschen haben.

Der Vers sagt aus, dass das Sprechen zu Gott, in welcher Form es auch sei, in unserem Leben an erster Stelle kommen sollte. An welcher Stelle steht das Gebet in Deinem Leben?

Vers 2

für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 1.Tim 2,2

Dieser Vers sagt aus, was Gott, der Vater, für seine Kinder haben will. Er möchte, dass seine Kinder ein ruhiges und stilles Leben haben sollen. Dies soll, mit anderen Worten ausgedrückt, von ihnen in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit gelebt werden. – Es ist nicht Gottes Wille, dass seine Kinder in Gefängnissen von Ländern mit gottlosen Regierungen schmoren.

Wir wissen, dass längst nicht alle Christen ein ruhiges Leben haben. Es ist auf dieser Welt nicht selbstverständlich, ein ruhiges Leben zu haben. An dieser Stelle werden wir aufgefordert, diesen natürlichen Wunsch des Menschen als Anliegen im Gebet zu formulieren.

 

Vers 3

Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 1.Tim 2,3

Als gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott – das ist unser Gott, der unsere Rettung ist – wird angesehen, wenn wir vor allen anderen Dingen für alle Menschen Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen machen und für die Regierungen beten. 

Ein grundsätzlich ruhiges und stilles Leben sollen wir schon in dieser Zeit, soweit es möglich ist, leben dürfen. Das ist der Wille unseres Retters, der uns liebt!

 

Vers 4

welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Tim 2,4

Gott will alle Menschen retten, das ist ein Fakt. Und diese Wahrheit steht der falschen Lehre der Vorbestimmung entgegen. Es gab Prediger, z. B. Johannes Calvin (daher der Name calvinistische Lehre), die neben vielen guten Dingen auch lehrten, dass die Menschen, die einst zur Hölle fahren müssen, dazu vorbestimmt waren. Mit anderen Worten ausgedrückt, hätten die Menschen gar keine Chance gehabt, sich zu bekehren. – Das stimmt natürlich nicht und steht im Wiederspruch zu diesem Vers und zu Gottes Gerechtigkeit. Es wäre ungerecht, den einen Sünder zu retten und den anderen nicht, beide sind ja schuldig und müssten verdammt werden. 

Jesus Christus ist für die ganze Welt gestorben und bietet jedem Menschen das ewige Leben an. – Wie ist es denn möglich, dass der eine gerettet wird und der andere nicht? – Es ist möglich, weil der eine sich vor Gott demütigt, seine Schuld einsieht und die Erlösung in Christus annimmt. Der andere tut es nicht, nimmt das Lösegeld in Christus nicht an, lässt sich nicht von Tod und Sünde freikaufen und geht daher konsequenterweise verloren, was aber absolut nicht hätte sein müssen. Denn Gott will alle Menschen retten und die Rettung in Christus steht für alle bereit! Amen!

Vers 5

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, 1.Tim 2,5

In den vorausgegangenen Versen spricht Paulus durch den Heiligen Geist darüber, was Gottes Wille ist: Die Rettung aller Menschen (Vers 4) und das Wohlergehen seiner Erlösten (Vers 2). In diesem Vers macht der Heilige Geist durch den Apostel nochmals klar, wer der Weg zu dieser Erlösung ist: Jesus Christus ist der Weg zum Vater. 

In der Welt, sei es in Ausbildungsstätten oder wo auch immer, wird den Menschen entweder weisgemacht, es gäbe keinen Gott oder alle Religionen würden zu Ihm führen. – Das ist eine Lüge! – Nur der Weg über denjenigen, der unsere Schuld getilgt hat, kann uns mit Gott versöhnen. Das entspricht auch der normalen Logik. Ein Sünder, einer der Schulden hat vor Gott, kann weder mit einem Blumensträusschen noch mit irgendeiner Heiligenstatue vor Gott, vor dem er grosse Schuld aufgehäuft hat, erscheinen. Handelt einmal vor Euren Steuerämtern auf diese Weise, wenn ihr dort Schulden habt. Geht mit einem Blumensträusschen und schönen Gebeten dort hinein, wenn ihr dem Staat zehntausend Euro schuldet und schaut, ob er sich damit zufrieden gibt. Oder nehmt eine Marienstatue und sagt im Steueramt, ihr hättet die ganze Nacht zu ihr gebetet, und fragt, ob das nun ausreiche, um die Schuld zu tilgen. Ein solches Verhalten ist gegen jede Logik!

Aber den Menschen will man weismachen, dass ein solch irrationales Verhalten Gott beeindrucke, vor dem der Mensch zum Schuldner geworden ist. Wir können uns Gott nur mit der Person nähern, die unsere Schuld getilgt hat, wie wir nur im Steueramt erscheinen können, wenn wir die geforderte Summe vorweisen können!

Nun ist es so, dass nur ein Mensch, das ist Jesus Christus, die von Gott für unsere Schuld geforderte Summe bezahlt hat. Daher gibt es nur einen Mittler, der zu Gott führt, das ist Jesus Christus. Kein anderer Weg oder anderer Heiliger oder irgendeine andere Heilige – auch nicht etwa die Madonna – können uns vor Gott vertreten. Amen.

Vers 2

der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1.Tim 2,6

Der Herr Jesus gab sich als Lösegeld für alle. Der lang ersehnte Retter Gottes war endlich gekommen! 

Die Menschheit, auch die aufrichtigen Juden, hatten erkannt, dass ein Retter kommen musste, dass sich der Mensch alleine nicht retten kann. Die jüdischen Opfer konnten die Schuld nur zudecken, sie konnten die Schuld nicht wegschaffen (Heb 10,4). Es musste ein besseres Opfer kommen. Und es kam zur rechten Zeit als Zeugnis Gottes.

Über dieses Zeugnis Gottes begannen die Apostel zu sprechen und bezeugten das Heil (siehe nächster Vers). – Das Heil ist nirgendwo sonst zu finden als nur in der Person, die unser Sündenproblem aus der Welt schaffen konnte. Keine Religion kann dieses Problem aus der Welt schaffen, denn der Mensch hat gesündigt. Der Lohn für die Sünde ist der Tod, das Urteil steht, da kann man noch lange heulen, sich vor Heiligenstatuen niederwerfen, den Rosenkranz beten, sich ritzen und weinen, flehen und sich in jeder Art demütigen, nichts davon wird helfen. Ohne die Annahme des Opfers, ohne die Annahme Jesu Christi ist alles umsonst, da wir unsere Schulden selber nicht tilgen können. Amen.

 

Vers 7

Dafür bin ich eingesetzt worden als Herold und Apostel – ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht – als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit. 1.Tim 2,7

Paulus war von Gott autorisiert, die Menschen über den Weg des Heils zu lehren. Nun müssen wir wissen, dass es „Lehrer“ gibt, die sich selbst ernannt haben, die aber nicht von Gott dazu autorisiert sind. Vor diesen sollten wir uns hüten. Sie zitieren zwar auch Bibelverse, doch sie reissen nieder, statt aufzubauen. 

Nun denken wir vielleicht, die Gefahr vor solchen Menschen sei klein. – Nun ist es aber so, dass die Gefahr, die von solchen Menschen ausgeht, die nicht von Gott autorisiert sind, nicht klein ist. Selbst ernannte Lehrer können ganze Gemeinden von Christus wegführen. Solche Menschen haben es geschafft, Gemeinden Gottes von ganzen Gebieten zu verführen, wie es mit den Gemeinden in der römischen Provinz Asien geschehen war. Da wurden mehrere Gremien von Ältesten, also die Verantwortlichen dieser Gemeinden verführt, nicht mehr auf Paulus zu hören, auf den man gemäss Christi Willen hätte hören müssen. So fiel die ganze Gegend der römischen Provinz Asien von Paulus ab, sodass dieser traurig schreiben musste:

Du weisst dies, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben; unter ihnen sind Phygelus und Hermogenes. 2.Tim 1,15

Sehen wir uns daher vor, auf die von Gott autorisierten Brüder zu hören, wie geschrieben steht:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2.Kor 10,18

Wir sollen keinesfalls auf solche hören, die von sich selber sagen, sie wären wichtige Verkündiger. Amen.

Vers 8

Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung, 1.Tim 2,8

Gemäss Gottes Schöpfungsordnung haben die Männer die Hauptverantwortung unter den Menschen vor Gott. Die Rollen – nicht die Wertigkeit! – wurden von Gott bewusst für Mann und Frau unterschiedlich verteilt. Dies versucht der böse Geist, der in den ungehorsamen Kindern dieser Welt wirkt, zu leugnen, das ist der böse Geist, welcher die Schöpfungsordnung konstant durcheinanderbringen will.

Seit Adam und Eva ist klar – Adam wurde für den Ungehorsam, entsprechend seiner Verantwortlichkeit, härter bestraft als Eva – dass der Mann in seiner Verantwortlichkeit auch in Gottes Dingen eine Vorreiterrolle einnehmen soll. Paulus spricht in diesem Vers von der Verantwortlichkeit der Männer und lehrt an dieser Stelle den Timotheus, wie er die Männer zu unterweisen habe. Die Männer sollen sich nicht scheuen, überall, wo sie sich gerade aufhalten, den Kontakt zu Gott aufrecht zu erhalten, welcher gesagt hat:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Joh 15,5

Wir können nicht getrennt von Christus bleibende Dinge wirken. Ein Christenleben, das nur am Sonntagmorgen stattfindet, ist mehr als armselig, es verspottet vielmehr den Schöpfer, welcher uns in der Person von Jesus Christus völlig andere Verhaltensweisen vorgelebt hatte. Lasst uns daher von den schwächlichen Gewohnheiten, in welche wir Christen gefallen sind, Abschied nehmen und ein Leben in der ständigen Abhängigkeit Christi leben, was nur in ständiger Verbundenheit mit Ihm möglich ist. Lasst uns an jedem Ort beten, ohne zu zweifeln, wie es der Vers sagt! Amen!

Vers 9

ebenso, dass auch die Frauen sich in würdiger Haltung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, 1.Tim 2,9

Der vorausgegangene Vers macht die Rolle der Männer im Glaubensleben deutlich. Sie sollen als Männer Gottes aktiv sein – was man glaubt wird anhand der Taten sichtbar. Sie sollen als Verantwortliche vorangehen und beispielhaft zeigen, wie man in Verbundenheit mit Gott lebt, indem sie an jedem Ort beten, ohne zu zweifeln. Die Frau, welche für den Mann geschaffen ist, wie die Gemeinde für Christus geschaffen ist, es ist nicht umgekehrt, soll sich ihrer Rolle gemäss verhalten. Hinweis: Wer in diesen Worten einen verminderten Wert der Frau gegenüber dem Mann sieht, hat nichts vom Thema verstanden; es geht hier überhaupt nicht um die Wertigkeit, der Kaufpreis für die Frau war genau derselbe, wie für den Mann. 

Das Thema ist an dieser Stelle die Rolle der Frau, wie im vorausgehenden Vers das Thema die Rolle des Mannes war. Wenn die Frau ihre Rolle einnehmen will, wird von ihr nicht verlangt, sich in seltsamer Art zu verhalten. Die darf als Mensch, der wie der Mann durch Christi Blut freigekauft wurde, in aufrechter Haltung ihre Stellung einnehmen. Ihr Verhalten soll ihrer Rolle entsprechen, was sich in würdiger und angemessener Kleidung ausdrückt. Die Haltung der gottesfürchtigen Frau ist sittsam, keinesfalls Reize betonend nach der Art der ehebrecherischen Welt. Durch Schamhaftigkeit, mit moralischer Abneigung gegen eine schändliche Tat ziert sich eine gottesfürchtige Frau. Sie stellt sich nicht mit Üppigkeit ins Rampenlicht. Zu beachten ist: Es ist an dieser Stelle nicht von einer Frau verlangt, sich wie eine „graue Maus“ zu kleiden oder sich gar in hässliche Lumpen zu hüllen.

Vers 10

sondern mit dem, was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke. 1.Tim 2,10

Hier steht – das sage nicht ich mit einer gewissen Prägung des Lebens oder der Gesellschaft, was im Vers steht, wird uns vielmehr durch den Heiligen Geist mitgeteilt – dass sich auch die Frauen, wie die Männer, in ihre entsprechenden Rollen stellen sollen. Die guten Werke sollen eine Frau zieren, nicht das üppige Verschönern ihrer natürlichen Schönheit soll die Frau zieren, wie es im vorausgehenden Vers gesagt ist. Gute Werke, nicht viel Schmuck, seien die Zierde der Frau.

 

Vers 11

Eine Frau lerne in der Stille in aller Unterordnung. 1.Tim 2,11

Dieser Vers wurde zum Schutze der Frau gegeben. Er ist nicht frauenfeindlich, wie uns Gegner der Offenbarung Gottes weismachen wollen. Gott ist Liebe. Diese Liebe hat er auch besonders Frauen gegenüber ausgedrückt. Als Er der Ehebrecherin verzieh, tat Er nichts anderes, als sein eigenes Todesurteil zu unterzeichnen und lud sich damit die Schmerzen auf, die nach dem Gesetz Ehebrecherinnen durch Steinigung verordnet waren. Denn das Gesetz forderte unerbittlich den Ausgleich für den Ehebruch. Und Christus kam nicht dazu, das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen (Mt 5,17). Da diese Frau freigesprochen wurde, musste ganz klar ein anderer Mensch sterben, um das geschehene Verbrechen zu sühnen. Christus zeigte damit, dass Er gekommen war, für Frauen (wie auch für Männer) zu sterben und sie auszulösen und sie von allen Sünden zu entlasten. 

Wir kennen aus der Bibel auch die Geschichte der Maria, die nach aussen in besonderer Art zeigte, wie sehr sie ihn für sein Werk liebte. Darauf ordnete Er sofort an, dass dieser Ausdruck der Liebe zu Ihm überall auf der Welt erwähnt werden soll. Er gab ihr eine ewige Anerkennung, schriftlich festgehalten! – Und nun kommen satanische Strömungen auf, die sagen, der Gott der Bibel habe eine frauenfeindliche Art! – Wie können solche frechen und lügnerischen Behauptungen aufkommen? Sie kommen durch den Vater der Lüge, der auch der Durcheinanderbringer und der Feind Gottes ist, auf. Der Satan, der in der Gesellschaft die sogenannte Emanzipation aufkommen liess, suggerierte damit, dass die Frau bis jetzt als minderwertiges Wesen behandelt worden sei. Die Frau sei erst als gleichwertig anerkannt, wenn ihr die Rolle des Mannes gegeben würde. Damit brach der Satan die Tür zum totalen Chaos auf. Es trägt heute den Namen Gender Mainstreaming und führt zu totaler Verwerfung jeglicher Gesellschaftsordnung. Die Früchte davon sind Vereinsamung, Identitätsverlust, Angstzustände (vor nicht bewältigbaren Aufgaben), Ehescheidungen und einer Form von einem (beständig) unzüchtigen Zusammenleben mit teilweise verschiedenen Partnern. Kinder wachsen mit orientierungslosen Menschen auf, von denen sich vielleicht wenige wie echte Eltern um sie kümmern, da diese längst wieder Partner gewechselt haben. Die Erwachsenen, bei denen die Kinder aufwachsen, übernehmen nur noch wenig Verantwortung für die zurückgelassenen Kinder eines Elternteils, was die Seele der Kinder zerstört. Sie fühlen sich ungeliebt, als Störenfriede wenn sie etwas vom Erwachsenen wollen, der ihnen gelangweilt ins Gesicht schaut, wenn er den Blick für einige Sekunden von seinem elektronischen Gerät nehmen muss.

Zum Glück ist es mit dem Zerfall der Gesellschaft noch nicht überall so weit gekommen. Die Richtung ins totale Chaos ist aber vorgegeben und weit fortgeschritten. Und dies ist geschehen, weil die Menschen, gepusht durch den Geist der Welt, ihre Rollen aufgeben. Der Mann soll die männliche Rolle aufgeben und weiblich werden. Und die Frau soll in die Rolle des Mannes schlüpfen. 

Gott schützt mit diesem Vers die Frauen, dass sie in ihrem sehr gesegneten Bereich verweilen und die Männer damit unterstützen, ihren Bereich – für den Männer einst vor Gott Rechenschaft ablegen müssen – gut zu verwalten. Amen.

 

Vers 12

Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte, 1 Tim 2,12

Ich arbeitete eine lange Zeit in einem Ausbildungszentrum einer grossen Firma. Meine zu meiner Rolle gehörten schöne Aufgaben, ein schöner Bereich des Betriebs war mir zur Verwaltung anvertraut. Doch mir war nicht gegeben, vor Kursteilnehmer zu treten und zu sprechen. Ich musste mich im Hintergrund halten und die Lehrer in diesem Zentrum in Sachen Infrastruktur, Seminartechnik, Informationen, Personenleitsystem und Verpflegung unterstützen. Ich war sozusagen verantwortlich für einen reibungslosen Betrieb. Dazu war ich aber nicht befugt, wie erwähnt, vor die Kursteilnehmer zu treten, um sie zu unterweisen, was bedeutet, dass ich nicht über die Lehrer verfügen konnte und ich mich nicht in ihren Bereich einmischen durfte.

Meine Aufgabenverteilung war klar und die Kompetenzen und Befugnisse klar geregelt, was jedem Menschen einleuchtet. Jeder Aufgabenbereich hat seine Grenzen und wer sich nicht daran hält, provoziert ein Chaos. Wäre ich vor die Klasse gestanden und hätte versucht, die Arbeit des Lehrers auszuführen und dieser hätte sich in meinen Aufgabenbereich gemischt, so hätte alles im Chaos geendet, was völlig einleuchtend ist.

Nun ist es so, dass zum Aufgabenbereich der Frau – ohne ihren Wert herabzusetzen – eher Aufgaben gehören, wie ich sie im Ausbildungszentrum wahrgenommen hatte. Das waren Aufgaben, die nicht im Rampenlicht wahrgenommen werden, jedoch genau so wichtig waren, wie diejenigen der Lehrer. Ich wiederhole mich: Es verhält sich ähnlich zwischen Mann und Frau, wie es sich im Ausbildungszentrum zwischen mir und den Lehrern verhalten hatte. Als Menschen hatten wir absolut den gleichen Wert. Ein Lehrer stand in der der Wertskala nicht über mir; wir waren absolut gleichwertige Menschen. Aber wir unterschieden uns in den Rollen. Der Lehrer hatte die Rolle, zu lehren, ich hatte die Rolle, ihm darin in allem den Rücken frei zu behalten, ihn also in allem zu unterstützen. Meine Aufgaben im ganzen Ausbildungsangebot dieser Firma, für die wir arbeiteten, waren nicht minderwertig, hätte ich sie nicht ausgeführt, so hätte keine Ausbildung stattfinden können. Ich hatte an meinem Platz zu stehen und mich in der Stille zu halten, wie der Lehrer an seinem Platz zu stehen und zu lehren hatte. Gesegnet ist die Frau, die ihren Platz einnimmt und gesegnet der Mann, der seinen Platz einnimmt. Damit wird das Werk Gotte nicht behindert. Amen.

Vers 13

denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; 1.Tim 2,13

Mann und Frau sind bekanntlich ein Bild von Christus und der Gemeinde (Eph 5,32). Christus war immer, die Gemeinde wurde später aus Ihm gebildet. Dies zeigte Gott im Bilde, indem er zuerst den Adam schuf und – nachdem Adam schon eine Weile gelebt und Dinge getan hatte – die Eva bildete. Eva bildete Gott aus der Substanz von Adam; Gott nahm nicht erneut Erde, um Eva zu bilden. Eva wurde aus Adam gebildet, damit wir sehen, dass die Gemeinde ein Teil aus Christus ist. Die Gemeinde ist Christi Leib, aus Ihm gebildet, was absolut herrlich ist!

Diese Wahrheit sollten wir stets korrekt darstellen, eine Hilfe dazu finden wir im 1. Korintherbrief, Kapitel 11.

Vers 14

und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. 1.Tim 2,14

Eva liess sich tatsächlich verführen, als sie die Schönheit und die Möglichkeiten des verbotenen Baumes im Garten Eden sah. Die Schwäche der Frau liegt dort; da sie viel auf Gefühle gibt, können diese ein rationales Abwägen übersteuern. Die Schwäche des Mannes liegt in der Ergebenheit gegenüber dem schönen Geschlecht. Der Mann lässt sich nicht verführen, seine Schwäche liegt in der Aufgabe der Vernunft beim weiblichen Angebot. Adam fiel so in Sünde, Eva fiel durch Verführung in Sünde. Darin liegen grosse Belehrungen! Bei deren Beachtung können wir uns viel Leid ersparen. In wichtigen Lebensfragen sollen die Männer entscheiden und die Verantwortung dafür tragen. Dabei sollen sie ihren Verstand nicht durch Betörungen ausschalten. 

In der christlichen Gemeinde verhält es sich gleich (Christus symbolisiert den Mann und die Gemeinde die Frau): Christus, der Mann soll das letzte Wort haben; es wäre absurd, wenn die Gemeinde, seine Braut (2. Kor 11,2), sich über Ihn setzen würde.

 

Vers 15

Sie wird aber durch das Kindergebären hindurch gerettet werden, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit. 1.Tim 2,15

Was bedeutet „sie wird aber durch das Kindergebären hindurch gerettet werden“? Werden Frau und Mann nicht durch den Glauben an Christus gerettet? Ist man nachdem man an Christus glaubt und damit das „Himmelsticket“ durch Sündenvergebung erworben hat, nicht auf der sicheren Seite? Ist man dann nicht gerettet? – Sicherlich! Dann sind die Sünden vergeben und man wird ein Sohn oder einer Tochter Gottes für immer! 

Nun ist es aber so, dass man nach der Bekehrung am Anfang eines Weges steht, auf welchem unser Denken an Christi Denken angeglichen wird, damit wir in allem unanstössig werden. Diesen Prozess nennt man „Heiligung“, das ist die Absonderung von der Welt zu Gott hin. Ohne die Heiligung wird niemand Gott schauen, wer darin versagt, wird seine himmlische Bestimmung auch als Sohn oder Tochter Gottes nicht einnehmen. 

Im Prozess der Heiligung retten wir unsere Seele vom Bösen, was das Ziel unseres Glaubensweges ist, wie Petrus sagt:

und so erlangt ihr das Ziel eures Glaubens: die Rettung der Seelen. 1.Petr 1,9

Zu diesem Ziel gelangt die Frau, wenn sie die Rolle, die ihr von Gott gegeben ist, übernimmt und sich der Mutterrolle nicht entzieht, um sich in einer Männerrolle zu verlieren. Hinweis: Männer müssen den Heiligungsprozess in der ihnen angewiesenen Rolle selbstverständlich auch durchlaufen.

Wer mit offenen Augen lebt und das Weltgeschehen wahrnimmt, merkt, dass der Geist dieser Welt, das ist ein böser Geist, genau die angewiesene Rolle aus dem Leben der Frau nehmen will. Damit wird der Frau die biblische Möglichkeit zur Rettung ihrer Seele genommen. Die Welt nennt die gesellschaftliche Degeneration Fortschritt, wie sie die Auslöschung von Leben im Mutterleib fortschrittlich bezeichnet. Kindstötungen gab es in der Geschichte schon immer, sie sind weder fortschrittlich noch eine neue Erscheinung und gerade in diesem Thema sollten wir wissen: Immer, wenn Völker angefangen haben, ihre Kinder zu töten, stand das Gericht Gottes unmittelbar vor der Türe, wie es heute der Fall ist. Mit dem Aufkommen der aktuellen und vollständigen gesellschaftlichen Degeneration haben sich gleichzeitig auch alle Voraussetzungen für Christi Wiederkunft erfüllt. Das bedeutet: Das Gericht dieser Welt steht vor der Türe.

Kapitel 3

Vers 1

Das Wort ist gewiss: Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk. 1.Tim 3,1

Dieser Vers unterstreicht das darin Enthaltene, es ist gewisslich so: Der Aufseherdienst ist ein schönes Werk. Es geht darin nicht nur um Arbeit, die lieber andere verrichten sollen. 

Nur schon die Tatsache ist sehr schön, dass sich Menschen bereit erklären, ihre Freizeit zur Überwachung des Werkes Jesu Christi zu opfern. Ein Aufseher überwacht die Vorgänge im Hause Christi; er übernimmt dafür Verantwortung. Ein Aufseher ist exponiert, man kennt ihn; er kann nicht in der Stille und der Unterordnung sein. Ein Aufseher muss daher vom Worte Gottes her männlich sein, um diese Rolle zu bekleiden. Die Rolle der Frau wurde im vorausgegangenen Textabschnitt klar definiert; ihr kostbarer Dienst ist nicht mit dem hier vorgestellten kompatibel, was wir in den weiteren Anforderungen noch sehen werden. Man kann die Veränderung der Gesellschaftsordnung in keinem Fall anführen, um einen Rollentausch zu rechtfertigen. 

Die Bibel gibt uns Fixpunkte, die für alle Zeiten gelten, auch für die Jahre nach der zweiten Jahrtausendwende. Sie gelten auch für die Jahre, in welchen wir aktuell leben. Ein Beispiel: Nur in Christus ist die Erlösung, Maria hat am Kreuz nicht ihre Hand gereicht, um auch einige Sünden zu tragen, sie konnte es auch nicht, weil sie selbst eine Sünderin war, wenn auch eine begnadete. Wäre sie es nicht gewesen, würde sie nicht selbst erklärt haben, einen Erlöser, einen Retter zu benötigen (Luk 1,47). Ausserhalb von Christus gibt es keinen Erlöser, das gilt für alle Generationen. Und die Regeln der verschiedenen Rollen, die vom ewigen Gott für die Weltzeit den Männern und den Frauen gegeben wurden, ändern sich auch nicht, auch wenn sich die Gesellschaft durch Degeneration (welche Gottesferne, millionenfache Kindstötungen und zerstörte Familien mit sich bringt) und Ichsucht am Verändern ist. Wir müssen wissen, dass wir gesellschaftlich nicht fortschrittlich leben. Technologisch leben wir fortschrittlich. Aber zu sagen, wir leben in den Jahren nach der zweiten Jahrtausendwende und dabei meinen, die Gesellschaft hätte sich fortschrittlich (zum Guten) entwickelt, so ist das nicht wahr. Fragen Sie einmal in den Psychiatrien nach. Wirklich gesunde Seelen finden sie dort, wo sich Seelen an den Worten Christi und seiner Apostel ausrichten. 

 

Vers 2

Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, sittsam, gastfrei, lehrfähig, 1.Tim 3,2

Hier werden die Anforderungen für einen Aufseher angeführt. Wer sie nicht erfüllt, sollte auch nicht nach diesem Amt trachten, da er die göttlichen Anforderungen nicht erfüllt. Von Menschen kann man schnell ein Aufseheramt bekommen, sogar als Ungläubiger völlig illegal, nämlich mit einem Abschluss einer theologischen Fakultät. Wer aber im Segen Gottes als Aufseher wirken will, muss die göttlichen, nicht die menschlichen Anforderungen erfüllen. All die im Vers angeführten Anforderungen bedürfen keiner weiteren Erklärung, ausser die Anforderung, dass der Aufseher Mann einer Frau sein müsse. Da wird verstanden, dass ein Aufseher nicht zwei Frauen gleichzeitig haben dürfe. In der westlichen Welt können wir das gut verstehen, weil das der Standard bei uns ist. Wir dürfen aber nicht ausser Acht lassen, dass Vielehen in einigen Kulturen erlaubt sind. Verstanden wird in der Masse, dass ein Aufseher nur mit einer Frau aktuell verheiratet sein darf, eine Zweitehe dem Aufseherdienst jedoch nicht im Wege stünde, nachdem die erste Frau beispielsweise verstorben ist. Durch den Tod der Frau sei der Mann schliesslich nicht mehr gebunden, wird argumentiert.

Die Ansicht, dass ein Aufseher zweimal, wenn auch legal (z. B. durch Tod der ersten Frau), verheiratet sein darf, kann ich nicht teilen und diese aus folgenden Gründen: Der Aufseher hat Vorbildfunktion. Die Schafe der Gemeinde blicken auf die Leitung. Wenn sich Mitglieder der Leitung mehrfach verheiraten dürfen, so sagen sich die Schäfchen: „Wenn die das dürfen, dann dürfen wir uns erst recht mehrmals verheiraten!“ Damit sind der Abwertung einer heiligen Ehe, die Christus und die Gemeinde repräsentiert, Türen und Tore geöffnet.

Um diese Ansicht zu stützen, müssen wir nicht Altgriechisch studieren, um den Ausdruck „Mann einer Frau“ begreifen zu können. Die Belehrung für eine Frau, die zweimal heiratet – auch wenn das völlig im legalen biblischen Rahmen geschieht -, öffnet uns den Vorhang über die Gedanken Gottes betreffend die Ehe. Gott macht klar, dass eine zweimal verheiratete Frau ein Vorrecht aus der Hand gegeben hat, sie hat sich der automatisch geltenden Unterstützungspflicht der Gemeinde beraubt, wie geschrieben steht:

Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war, 1.Tim 5,9

Eine Witwe bekommt, durch den Heiligen Geist angeordnet, automatisches Unterstützungsrecht durch die Gemeinde, wenn sie gewisse Kriterien erfüllt. Ein Kriterium aus dem Anforderungskatalog ist die Ehe. Sie darf, um in die Unterstützungspflicht der Gemeinde zu kommen, nur einmal verheiratet gewesen sein. Achtung: Damit ist überhaupt nicht gesagt, dass andere verarmte Witwen nicht unterstützt werden sollen; damit ist gesagt, dass sich eine zweifach verheiratete Witwe sich betreffend die automatische Unterstützungspflicht für verarmte Witwen disqualifiziert hat. – Diese Belehrung aus dem 5. Kapitel des Briefes spricht Bände und die Schlussfolgerung ist klar: Eine Zweitehe, wenn auch legal geschlossen, lässt das Kind Gottes in der geistlichen Autorität ein Treppchen nach unten, nicht nach oben steigen. Durch wird absolut klar, was gemeint ist in Sachen, dass ein Aufseher der Mann einer einzigen Frau sein soll. Er sollte nur eine einzige Frau in seinem Leben geheiratet haben. Eine Zweitehe – wenn auch legal geschlossen – disqualifiziert den Mann für das Aufseheramt.

Vers 3

kein Trinker, kein Schläger, sondern milde, nicht streitsüchtig, nicht geldliebend, 1.Tim 3,3

Ein Aufseher sollte zudem nicht fleischlich agieren. Christen, die ihren Sinn noch nicht grundlegend erneuert haben und noch in alten Mustern denken (Röm 12,2), können immer noch den Hang haben, um zur Flasche zu greifen. Sie können sich auch immer noch schnell reizen lassen und sich so als Schläger entlarven. Ein Aufseher sollte zudem der Falle der Geldliebe entflohen sein, ansonsten ist er als Aufseher befangen und lässt sich durch böse Faktoren steuern.

Wer in so elementaren Dingen versagt, kann nicht eine Gemeinde beaufsichtigen, selbst wenn er im Berufsleben den Rang eines Direktors hat. Ein einfacher Mann, der nur einmal verheiratet ist, der in der Welt nur einen niederen Job ausführt, aber gelernt hat, seine alte Natur in Schach zu halten, ist hingegen viel mehr ein möglicher Kandidat für das Aufseheramt. Ein fleischlicher Direktor ist disqualifiziert, ein geistlicher aber niederer Mitarbeiter ist viel eher qualifiziert. – Am Ende sollte immer der Herr Jesus entscheiden, wen Er unter den qualifizierten Kandidaten gewählt hat, was sich durch eine klare Übereinstimmung bei den geistlichen Dienern Gottes feststellen lässt. Amen.

 

Vers 4

der dem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder mit aller Ehrbarkeit in Unterordnung hält 1.Tim 3,4

Ein Aufseher muss seinem eigenen Haus gut vorstehen können. Er steht seinem Haus nicht als schlechtes Beispiel vor, indem er sich nicht um die Hausgenossen kümmert oder indem er seine Ansichten wie ein Tyrann umsetzt. Ein Aufseher ist in der Lage, seine Führungsrolle mit Ehrbarkeit zu wahren. Er zieht keine rebellischen Kinder heran, die den Zerfall der Einheit der Familie heraufbeschwören. Er schafft im Kleinen, was Christus im Grossen schafft: Er steht einer kleinen Gemeinschaft vor, die er von ganzem Herzen liebt und sich für sie aufzehren lassen würde und bewahrt dabei die notwendige Ehre und den notwendigen Respekt, indem er seine Führungsstufe nicht untergraben lässt, um sie zum Wohl der Familie weiterhin gut ausüben zu können.

Das ist keine leichte Aufgabe; wir sehen in der Welt grosses Versagen bei Menschen, bis in die höchsten Ämter hinein. Der HERR will aber in der Gemeinde keine Versager, die seiner Gemeinde vorstehen. Er will gute Hirten für seine Schafe, die wie Er, das Leben für die Herde lassen würden. Seine Liebe lässt nicht zu, dass Tyrannen über die Herde herrschen dürfen. Dort, wo es so ist, können Sie sicher sein, liebe Leserin und lieber Leser, dass die Aufseher nicht nach den Regeln der Einsetzung für Aufseher eingesetzt wurden.

 

Vers 5

- wenn aber jemand dem eigenen Haus nicht vorzustehen weiss, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen? –, 1.Tim 3,5

Dieser Vers leuchtet jeder Person ein: Wer Kleines nicht bewirtschaften kann, kann Grosses auch nicht bewirtschaften. Das lehrt uns der Herr Jesus persönlich, indem Er sagte:

10 Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben? 13 Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Lk 16,10-13

Die Verse in Lukas 16 entlarven zwei Lügen: Die erste Lüge, an welche Menschen glauben, die es nicht so genau nehmen, ist: 

- „Wenn ich einen grossen Verwaltungsbereich bekäme, wäre ich darin treu!“

Die zweite Lüge ist der jetzt stark in der Welt kursierende Glaube an Fähigkeit des Multitaskings im Dienste zweier unterschiedlicher Anspruchsguppen. Wer das Folgende sagt, kennt sich nicht und betrügt sich selbst:

- „Ich kann zwei Chefs gleichzeitig dienen!“

Das gleichzeitige Bedienen von Lenkrad und Richtungsanzeiger mag vielleicht beim Autofahren gehen, wo man abbiegen und gleichzeitig den Blinker betätigen kann. Aber zwei Herren, einem ungerechten und einem gerechten, kann niemand gleichzeitig dienen, weil die eine Einstellung des einen Chef der anderen des anderen Chefs völlig entgegengesetzt ist. Und bei Sklaven ist die Sachlage noch viel offensichtlicher: Man gehört entweder dem einen oder dem anderen Besitzer ganz. Wer sich vor den Karren des Teufels spannen lässt, sammelt für den Teufel, Christus bleibt in einem solchen Fall aussen vor. Das müssen wir klar sehen!

Kommen wir zurück zum Vers im Brief an Timotheus. Wir wissen klar, es liegt auf der Hand: Wer keine Sorge zum geborgten Fahrrad trägt, wird auch keine Sorge zum geborgten Auto tragen, im Gegenteil! So kann jemand, der nicht für seine kleine Familie sorgen kann, unmöglich für die Gemeinde Gottes sorgen!

Vers 6

nicht ein Neubekehrter, damit er nicht, aufgebläht, dem Gericht des Teufels verfalle. 1.Tim 3,6

Ein Neubekehrter darf nicht sofort ein Aufsichtsamt in der Gemeinde übernehmen. Was will er beaufsichtigen, was er nicht kennt? Was weiss ein eben angeworbener Rekrut in der Armee von guter Kriegsführung?

Kommt ein solcher Neuling sofort in eine Aufseherrolle bläht das den Neubekehrten auf. Es sieht sich unverhofft vor Menschen stehen, die seit 60 Jahren im Glauben sind. Wie leicht kann einen diese Tatsache überheben und ins Gericht führen, das Überheblichen bereitet ist. Der Teufel hat sich über seine ihm gesetzten Grenzen überhoben. Daher blüht ihm dieses Gericht. Lasst uns aufeinander acht haben, damit niemand dem gleichen Gericht verfällt. 

Die Absurdität, dass man Neulinge ohne jede Erfahrung in für sie verderbliche Aufseherrollen gehen lässt, macht heute die Pfarrwahl möglich. Das ist ein System, das der in der Bibel vorgestellten Autorisierung von Aufsehern spottet. So können 25-jährige mit einem Diplom einer theologischen Fakultät heute problemlos in eine Aufseherrolle gewählt werden und sollten fortan gestandenen und bewährten Christen den Weg weisen! - Möge uns der HERR bitte helfen, uns vor weiteren Fehltritten bewahren und uns zu Ihm zurückkehren lassen! Amen!

Vers 7

Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen, die draussen sind, damit er nicht in übles Gerede und in den Fallstrick des Teufels gerät. 1.Tim 3,7

Jemand, der in der Welt durch schlechtes Verhalten aufgefallen ist, kann nicht ein Aufseher in der Gemeinde werden. Der Heilige Geist macht klar: Ein solcher ist nicht dazu qualifiziert. Die Heiden draussen und selbst die Geschwister innerhalb der Gemeinde könnten nicht verstehen, warum jemand, der früher durch negatives Verhalten auffiel, nun plötzlich als ein Vorbild amtieren sollte. – Nicht einmal in der Welt stellt man Kandidaten, die im Leben durch schlechtes Verhalten aufgefallen waren, als Leiter einer Institution auf. Das verträgt sich nicht. Ein schlechtes Image einer Person schadet auch der Institution. Mit solchen Personen im Vorstand käme sofort übles Gerede auf und man würde in die anfänglich gut getarnte Falle des Teufels geraten.

Vers 8

Ebenso die Diener: ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, 1.Tim 3,8

Im Grunde genommen sind wir alle Diener Christi. Und wir sollten einander dienen, das sind Grundsätze von Personen, welche die anderen höher als sich selbst achten sollen (Phil 2,3). Dienste funktionieren aber nicht immer automatisch, wie wir es in der ersten Gemeinde in Jerusalem sehen. Einige Witwen kamen in der Versorgung zu kurz und es mussten Geschwister ernannt werden, die den praktischen Dienst in und für die Gemeinde übernehmen sollten. 

1 In diesen Tagen aber, als die Jünger sich mehrten, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Bedienung übersehen wurden. 2 Die Zwölf aber riefen die Menge der Jünger herbei und sprachen: Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und die Tische bedienen. 3 So seht euch nun um, Brüder, nach sieben Männern unter euch, von gutem Zeugnis, voll Geist und Weisheit, die wir über diese Aufgabe setzen wollen! 4 Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren. 5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. 6 Diese stellten sie vor die Apostel; und als sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf. Apg 6,1-6

Diese Begebenheit lehrt uns viele Dinge. Der Dienst am Wort sollte durch den Dienst an den Geschwistern nicht verkürzt werden. Die Führer bzw. die Aufseher, die Ältesten in der Gemeinde, welche Verantwortung über die Seelen tragen (Heb 13,17), sollten ihren wichtigen geistlichen Dienst nicht durch andere Aufgaben vernachlässigen. Für das zweifellos berechtigte soziale Engagement innerhalb der Gemeinde sollten zusätzlich Gemeindediener ernannt werden. Man nennt sie in Anlehnung an das griechische Wort Diakone. 

Für Diakone gelten ähnlich hohe Standards, wie sie für die Führer (auch Aufseher oder Älteste genannt) gelten, wie es dieser Vers und die nachfolgenden Textstellen zeigen.

Vers 9

die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. 1.Tim 3,9

Unser Glaube bleibt für viele Menschen ein Geheimnis, da Gott nicht jedem Menschen das Verständnis für die Offenbarung der Rettung in Christus gibt. Wer kein demütiges Herz hat, wird keine Gnade bekommen, wie geschrieben steht:

Er gibt aber desto grössere Gnade. Deshalb spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.« Jak 4,6

Aber die unbekehrten Menschen beobachten die Christen. Ein Diener der Gemeinde hält dieses Geheimnis des Evangeliums durch ein untadeliges Leben in Ehren. Christen, die sich Fehltritte leisten, bringen den Weg des Glaubens in Verruf. Da kommt sofort unschönes Gerede auf. Ein Diener muss daher ein untadeliges Leben aufweisen, um in der Gemeinde als Diener wirken zu können.

 

Vers 10

Auch sie aber sollen zuerst erprobt werden, dann sollen sie dienen, wenn sie untadelig sind. 1.Tim 3,10

Für bestimmte Aufgaben muss man sich qualifizieren. Der HERR muss jemanden dazu ausrüsten und seinen Sinn umwandeln, was nicht von heute auf morgen geht. Wer sich in der Qualifikationsphase bewährt, kann danach der Gemeinde dienen. 

Leider wird dieser Vers fälschlicherweise bei der Taufe angewendet, indem man Menschen erst tauft, nachdem sie eine gewisse Glaubensstufe erreicht haben. Ein solches Vorgehen ist komplett falsch. Wenn Gott auf der Grundlage der Tat seines Sohnes ein neues Kind zeugt, wenn also eine Wiedergeburt bei einem Menschen erfolgt, so ist dieser Mensch sofort eine neue Kreatur. Diesen Umstand hat man nach aussen durch die Taufe zu bezeugen. Dieses Zeugnis spricht von der Tat Christi, welche die Gotteskindschaft ohne jegliches Zutun vom Menschen möglich macht. Daher ist die Taufe unverzüglich nach der Wiedergeburt zu vollziehen.

Ein Kind kommt aufgrund einer Zeugung, die völlig ausserhalb seines Wirkungsbereiches liegt, zur Welt. Es kommt also völlig ohne eigenes Dazutun zur Welt, gehört aber vom ersten Tag der Zeugung zur Familie (Ps 2,7). Die Taufe bezeugt diese neue Geburt. Das alte Leben wurde abgestreift, das neue Leben angezogen. Die Taufe sollte also sofort vollzogen werden, wie es uns die Bibel lehrt.

Bei Ämtern in der Gemeinde verhält es sich anders. Die Zugehörigkeit durch die Wiedergeburt allein reicht nicht aus, dazu müssen auch entsprechende Fähigkeiten und Bewährung vorhanden sein.

Vers 11

Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allem. 1.Tim 3,11

Die Frauen der Diener werden auch erwähnt und müssen einen gewissen Standard aufweisen, denn sie nehmen häufig am Dienst ihrer Männer teil und bekommen so vieles von Nöten und Problemen anderer mit. Da wird sofort klar, dass niemand dienen kann, dessen Frau die Qualifikation dazu nicht mitbringt. Phöbe war zum Beispiel eine solche Frau (Röm 16,1) und wurde von Paulus sehr empfohlen.

Vers 12

Die Diener seien jeweils Mann einer Frau und sollen den Kindern und den eigenen Häusern gut vorstehen; 1.Tim 3,12

Da ich die Anforderungen an die Diener in diesem Punkt genau gleich sind wie jene an die Aufseher, habe ich Teile meines Kommentars zum Vers 1. Tim 3,2 hierher kopiert. Die Familie des Dieners muss natürlich in Ordnung sein. Das bedarf keiner weiteren Erklärung, ausser die Anforderung, dass der Diener, wie der Aufseher, Mann einer Frau sein müssen. Da wird verstanden, dass ein Diener nicht zwei Frauen gleichzeitig haben dürfe. In der westlichen Welt können wir das gut verstehen, weil das der Standard bei uns ist. Wir dürfen aber nicht ausser Acht lassen, dass Vielehen in einigen Kulturen erlaubt sind. Verstanden wird in der Masse, dass ein Diener nur mit einer Frau aktuell verheiratet sein darf, eine Zweitehe dem Aufseherdienst jedoch nicht im Wege stünde, nachdem die erste Frau beispielsweise verstorben ist. Durch den Tod der Frau sei der Mann schliesslich nicht mehr gebunden, wird argumentiert.

Die Ansicht, dass ein Diener zweimal, wenn auch legal (z. B. durch Tod der ersten Frau), verheiratet sein darf, kann ich nicht teilen und diese aus folgenden Gründen: Der Diener hat wie der Aufseher Vorbildfunktion. Die Schafe der Gemeinde blicken auf die exponierten Personen. Wenn sich Diener oder Mitglieder der Leitung mehrfach verheiraten dürfen, so sagen sich die Schäfchen: „Wenn die das dürfen, dann dürfen wir uns erst recht mehrmals verheiraten!“ Damit sind der Abwertung einer heiligen Ehe, die Christus und die Gemeinde repräsentiert, Türen und Tore geöffnet.

Um diese Ansicht zu stützen, müssen wir nicht Altgriechisch studieren, um den Ausdruck „Mann einer Frau“ begreifen zu können. Die Belehrung für eine Frau, die zweimal heiratet – auch wenn das völlig im legalen biblischen Rahmen geschieht -, öffnet uns den Vorhang über die Gedanken Gottes betreffend die Ehe. Gott macht klar, dass eine zweimal verheiratete Frau ein Vorrecht aus der Hand gegeben hat, sie hat sich der automatisch geltenden Unterstützungspflicht der Gemeinde beraubt, wie geschrieben steht:

Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war, 1.Tim 5,9

Eine Witwe bekommt, durch den Heiligen Geist angeordnet, automatisches Unterstützungsrecht durch die Gemeinde, wenn sie gewisse Kriterien erfüllt. Ein Kriterium aus dem Anforderungskatalog ist die Ehe. Sie darf, um in die Unterstützungspflicht der Gemeinde zu kommen, nur einmal verheiratet gewesen sein. Achtung: Damit ist überhaupt nicht gesagt, dass andere verarmte Witwen nicht unterstützt werden sollen; damit ist gesagt, dass sich eine zweifach verheiratete Witwe sich betreffend die automatische Unterstützungspflicht für verarmte Witwen disqualifiziert hat. – Diese Belehrung aus dem 5. Kapitel des Briefes spricht Bände und die Schlussfolgerung ist klar: Eine Zweitehe, wenn auch legal geschlossen, lässt das Kind Gottes in der geistlichen Autorität ein Treppchen nach unten, nicht nach oben steigen. Durch wird absolut klar, was gemeint ist in Sachen, dass ein Aufseher der Mann einer einzigen Frau sein soll. Er sollte nur eine einzige Frau in seinem Leben geheiratet haben. Eine Zweitehe – wenn auch legal geschlossen – disqualifiziert den Mann für das Aufseheramt.

Vers 13

denn die, welche gut gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist. 1.Tim 3,13

In uns selbst sind wir unnütze Knechte, wie es der HERR in Erinnerung ruft:

So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. Lk 17,10

Das muss eigentlich nicht so bleiben, denn mit dem Leben des HERRN können wir auch Göttliches und somit Beständiges wirken. Wenn wir aber bis ans Lebensende in unseren eigenen Gedanken und Verhaltensmustern bleiben, wenn es bei uns nur beim guten Willen bleibt, so werden wir am Ende nichts vollbracht haben. Unnütze waren wir und als unnütze werden wir befunden werden, wie der Knecht als solcher befunden wurde, der es nicht geschafft hatte, für den HERRN zu arbeiten, wie man es tun sollte.

Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äussere Finsternis: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Mt 25,30

Wir sehen aber auch anderes betreffend Diener Gottes. Es gibt solche, die vom Herrn nicht mehr als unnütz befunden werden. Es gibt solche, die dem HERRN gut gedient haben werden, es gibt solche, die in den Augen des Meisters Lob verdient haben, wie wir es im Lukasevangelium sehen.

16 Der erste aber kam herbei und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen. 17 Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben. Lk 19,16-17

Vom Status „unnützer Knecht“ kann jemand zum Status „guter Knecht“ mutieren. – Wie ist das möglich? – Möglich wird solches durch die Unterwerfung des eigenen Willens (Dein Wille geschehe) und den Gehorsam im Praktizieren des Wortes Gottes.

Kommen wir zurück zum Vers der aktuellen Betrachtung: Wer gut gedient hat, wer also nicht unnütze war im Dienst, der erwirbt sich eine schöne Stufe im Reich Christi. „Schöne Stufen“ sind für unnütze Knechte nicht vorgesehen (Mt 25,30). Amen.

Vers 14

Dies schreibe ich dir in der Hoffnung, bald zu dir zu kommen; 1.Tim 3,14

Manchmal drängt uns die Nächstenliebe zu gewissen Taten, zum Beispiel kann sie uns dazu drängen, Briefe zu schreiben. Paulus wäre am liebsten sofort zu Timotheus gereist und hätte ihm mündlich mitgeteilt, was er hiermit schriftlich tat. Paulus konnte zum Zeitpunkt noch nicht zu Timotheus reisen. So schrieb Paulus dem Timotheus, welchen er lieb hatte, wie er sich im Hause Gottes zu verhalten hatte. Damit konnte Paulus sicherstellen, alles getan zu haben, was er dem Timotheus durch die Nächstenliebe schuldete. 

Die Nächstenliebe fördert gute Taten, auch dann, wenn sie aufgrund von Umständen schwierig auszuführen sind. Paulus konnte nicht reisen, so schrieb er einen Brief. Du kannst Deinem Nächsten beim Umzug in die andere Stadt nicht helfen, Sachen zu tragen oder zu transportieren? Vielleicht kannst Du aber einen Geldbetrag überweisen, damit dein Nächster eine Umzugsfirma oder sonstige Dienstleister voll oder teilweise für diesen Umzug beauftragen kann. Auf diese Weise hast Du auch geholfen, selbst aus der Ferne und hast der Forderung der Nächstenliebe gut entsprochen und getan, was innerhalb Deiner Möglichkeiten war. Genau das tat Paulus bei Timotheus. Da die Möglichkeit fehlte, Timotheus besuchen zu können, wählte Paulus die schriftliche Form und glich so den Mangel des Timotheus‘ aus.

Vers 15

wenn ich aber zögere, damit du weisst, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und die Grundfeste der Wahrheit. 1.Tim 3,15

In jedem Regierungsgebäude und in jedem Königsschloss gibt es gewisse Hausordnungen, die strikt einzuhalten sind. Könige, Staats- und Regierungschefs informieren sich vor ihren Besuchen über diese Ordnungen, damit während des Besuches nicht in ein Fettnäpfchen treten.

In Gottes Haus gibt es auch eine Hausordnung, an welche man sich unbedingt zu halten hat. Paulus hatte das erkannt und sah sich genötigt, da sich seine Reise zu Timotheus offensichtlich noch verzögerte, Timotheus in dieser Ordnung zu unterweisen. Denn wer sich nicht an diese Ordnung hält, sündigt und behindert sein Wachstum im Reich Gottes.

Wenn wir an das Haus Gottes denken, stellen wir uns vielleicht den schönen und mit Gold reichlich ausgeschmückten salomonischen Tempel vor. In diesem Vers wird uns das neutestamentliche Haus Gottes vorgestellt, das sich vom salomonischen Gotteshaus völlig unterscheidet. Das Haus Gottes ist die Gemeinde Gottes, das sind wir, die Christen. – Da wir das Haus Gottes sind, ist es für uns wichtig zu wissen, dass wir uns nicht nur im Sonntagsgottesdienst an gewisse Gottesdienstregeln bzw. Regeln der Hausordnung Gottes zu halten haben. Die Hausordnung Gottes hat unter Gläubigen immer Gültigkeit, die Gläubigen sind sein Haus! Dieses besteht auch nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen, somit bestehen diese Regeln auch nach dem Gottesdienst. Auch nach dem Gottesdienst sind die Geschwister zu ehren (Phil 2,3), auch danach sind wir aufgefordert, weiterzubeten (1. Thess 5,17). Die Hausordnung ist für Christen verbindlich und gilt 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Amen.

 

Vers 16

Und anerkannt gross ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Der geoffenbart worden ist im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit. 1.Tim 3,16

Das Geheimnis unseres Glaubens ist gross. Es interessiert nicht nur die Menschen, sondern auch die Engel, wie geschrieben steht:

Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren. 1.Petr 1,12

Das Geheimnis, wie man sich Gott nahen kann, wurde geoffenbart im Fleisch, in der Menschwerdung des ewigen Sohnes Gottes. Im Geist wurde Er gerechtfertigt, Er lebte – durch den Geist geleitet – ohne jede Sünde. Die Engel sahen Ihn, die guten und die gefallenen Engel sahen Ihn, dann wurde Er gepredigt unter den Nationen: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ Diese Verkündigung brachte Millionen von Menschen zum wahren Glauben an Gott in Jesus Christus, der in Herrlichkeit vor den Augen der Jünger in die Himmel aufgenommen wurde.

Kapitel 4

Vers 1

Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, 1.Tim 4,1

Der Heilige Geist warnt mit diesem Vers vor Lehren, die von der gesunden Lehre Christi abweichen. Solche Lehren würden in späteren Zeiten kommen. – Heute sind sie da. Und die Menschen, auch Gläubige, hören auf sie und fallen vom Glauben ab. Wir sehen, dass immer mehr Gläubige sich vom Bibelwort wegwenden. Was die Bibel, das Wort zum Heil lehrt, wird durch neue gesellschaftliche Strömungen in den Hintergrund gedrängt. Und da die Menschen sich vom Wort vom Heil abwenden, geraten sie in den Strudel eines Degenerationsprozesses, der die Gesellschaft in die Einsamkeit, in ein Denunziantentum, eine verstärkte Überwachung, ungerechte Prozesse und eine völlige Exklusion des Schöpfergottes führt, der den Menschen das Leben geschenkt hat. Stimmen, welche sich zum Wohle der Gesellschaft gegen diese Degeneration erheben, werden ganz gezielt Maulkörbe verteilt.

Was auf der einen Seite Sorgen aufkommen lassen kann, lässt uns auf der anderen Seite die Zeit ablesen: Das aktuelle Zeitalter neigt sich definitiv dem Ende zu. Gott, der sich als König verantwortlich zeigen wird, wird eingreifen, wie Er mit der Sintflut in das Weltgeschehen eingegriffen hatte, als die Menschen die göttlich gesetzte rote Linie überschritten hatten. Die Wiederkunft Christi und das in der Bibel angekündigte damit verbundene Gericht Gottes über diese Erde steht vor der Türe. Christen sollen dann ihre Häupter erheben, denn ihre Erlösung steht unmittelbar bevor (Luk 21,28). Amen.

Vers 2

durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, 1.Tim 4,2

Die Heuchelei von Lügenrednern, die ein schuldbeladenes Gewissen haben, bringt Menschen weg von der gesunden Lehre. Nun müssen wir wissen, dass es zwei Lager gibt. Das eine Lager predigt Christus als den Weg zum Heil. Dann gibt es Menschen, die genau wissen, dass sie mit ihrem schuldbeladenen Gewissen in Gottes Gericht nicht bestehen werden. Diese Menschen wollen aber nicht alleine fallen, sondern fühlen sich in ihrem Weg bestärkt, wenn sie viele mitreissen, wie geschrieben steht:

Dabei kennen sie genau den Willen Gottes und wissen, dass alle, die so etwas tun, vor seinem Gericht den Tod verdient haben. Trotzdem tun sie es und ermuntern mit ihrem Beifall auch noch andere, die so handeln. Röm 1,32

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Wollen Sie der gesunden Lehre folgen oder wollen Sie schuldbeladenen Menschen folgen, deren Ziel es ist, nicht alleine ins Verderben gehen zu wollen?

Vers 3

die verbieten, zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen. 1.Tim 4,3

Der Ehebund ist von Gott gestiftet. Der heutige Trend ist gegen diesen Bund. Die Speisen sind von Gott. Der heutige Trend selektioniert Gottes gute Speisen in „gute Speisen“ und „schlechte Speisen“. 

Die Entscheidung, auf welche Stimme der Mensch hören will, liegt beim Menschen, eine neutrale Haltung gibt es nicht und beide Wege führen zu den dazugehörigen Konsequenzen, wie jede Handlung im Leben ein Ergebnis hervorbringt, sei es gut oder böse, sei es für den Handelnden gut oder schädlich.

Vers 4

Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird; 1.Tim 4,4

Alles was Gott geschaffen hat, an dieser Stelle geht es ums Essen, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn Du Gott für das Essen dankst. Auch Brot und Rahm gehören zu den Lebensmitteln, die von Gott kommen. Die einen sagen, dass man sich davon verabschieden soll. Gottes Wort sagt, dass nichts davon zu verwerfen sei, wenn es mit Danksagung genommen wird. Amen.

 

Vers 5

denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch Gebet. 1.Tim 4,5

Im Textzusammenhang geht es um die Speise. Die Speise kommt von Gott und daher ist jede Speise gut. Den Grund dazu liefern die Verse 4 und 5 zusammen. In diesen zwei Versen liegt noch eine Wahrheit, es wird ein Grund genannt, weshalb jede Speise gut ist: Die Speisen werden geheiligt durch Gottes Wort und durch Gebet. Gottes Wort liess sie hervorkommen, Speisen sind kein Produkt des Teufels. Das lässt sie in die Kategorie „gut, da von Gott produziert“ fallen. Wenn diese Speisen mit Danksagung eingenommen wird, geschieht damit noch etwas Zusätzliches, was bei Menschen, die sie gedankenlos einnehmen, nicht passiert. Die Speise wird geheiligt durch das Dankesgebet; die Verse 4 und 5 müssen, wie erwähnt, im Zusammenhang gesehen werden.

 

Vers 6

Wenn du dies den Brüdern vorstellst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist. 1.Tim 4,6

Im Textzusammenhang sehen wir, dass jemand ein guter Diener Christi ist, der die Nutzlosigkeit der dämonischen Lehren aufdeckt, welche die Menschen in ein Fehlverhalten in Bezug auf das irdische Leben führen wollen. Dämonische Lehren führen den Menschen in Gedankenkäfige, die sich auf das irdische Leben beziehen, sie berauben den Menschen in Freiheiten, die Gott gewährt, indem sie beispielsweise die Auswahl des Essens einschränken und die Möglichkeit zu heiraten, verbieten. 

Gute Diener Christi warnen vor diesen Gedankenkäfigen und predigen den ganzen Umfang der Freiheit bis zu den schützenden Grenzen, welche den Menschen gegeben sind und setzen den Menschen soweit frei, damit er sich mit himmlischen Themen auseinandersetzen kann.

Vers 7

Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit; 1.Tim 4,7

Wenn von unheiligen Dingen gesprochen wird – viel zu sehr springen wir darauf an -, sollten wir achtsam sein, denn unheilige Dinge werden in der Prüfung entlarvt, ob sie einen Bezug zu Gott haben. Wenn einer alten Fabel bzw. Erzählung jegliche Verbindung mit oder jeglicher Bezug auf Gott mangelt, sollen wir sie abweisen und uns nicht damit beschäftigen. Vielmehr sind wir angehalten, uns in der Gottseligkeit, das heisst uns auf die Beschäftigung mit Gott, auszurichten.

Vers 8

denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheissung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen. 1.Tim 4,8

Hier wird die Übung (Training) des Körpers der Übung zum Gehorsam gegen Gott gegenübergestellt. Die durch den Heiligen Geist vorgestellte Konklusion ist: Die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Übung zum Gehorsam gegen Gott ist zu allen Dingen nütze.

Nimmt mich ein Sportler ernst, wenn ich, der ich in körperlichen Belangen nicht sonderlich fit bin, solche Dinge sage? Oder denkt er, ich sage dies nur, um meinen in seinen Augen schlaffen körperlichen Zustand zu rechtfertigen? – Tatsache ist, dass die Aussage im Vers nicht von mir kommt, sondern vom Heiligen Geist! Wer körperlich gestählt ist, kann auch innert Tagen an einer Krankheit sterben und wird dem Gott begegnen, dem er nicht oder nicht in erster Linie gedient hat. Wer seinen Geist aber in der Gottesfurcht trainiert hat, wird nach dem Tod seinem wohlbekannten Herrn Jesus begegnen, mit welchem er schon zuvor tagtäglich Gemeinschaft hatte.

Der zweite Teil des Verses enthüllt eine sehr interessante Wahrheit. Die Übung zur Gottseligkeit, also die Übung zur Gottesfurcht oder die Übung zur Gottesverehrung hat nicht nur die Verheissung des zukünftigen Lebens. Sie hat auch die Verheissung des jetzigen Lebens. Wer sich in der Gottesfurcht übt, tut sich also auch für das jetzige Leben einen ganzheitlichen Gefallen. Hingegen tut sich derjenige, der sich mit leiblicher Übung einen Gefallen für das jetzige Leben tun will, nur wenig Gutes, obschon sich das bei einigen zu einer Lebensphilosophie, einer Lebenseinstellung, die das Leben massgeblich bestimmt, entwickelt hat. Wer das Körpertraining vor das Training zur Gottesfurcht stellt, soll also wissen, dass sein Nutzen ein kleiner sein wird. Wer das Training zur Gottesfurcht vor alles andere stellt, soll wissen, dass dies allen Dingen nützen wird, nämlich dem jetzigen sowie auch dem zukünftigen Leben. Amen!

Vers 9

Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert; 1.Tim 4,9

Was in den vorausgegangenen Versen gesagt worden ist, ist aller Annahme wert, denn es ist ein zuverlässiges Wort, das von Gott kommt. Wer sich zu stark auf andere Dinge konzentriert hat, wer durch leibliche Übung sein Leben bestimmen liess, der soll es zukünftig durch die geistliche Übung bestimmen lassen. Die Übung in der Gottesfurcht ist allen Dingen nütze, dort fängt die weise Lebensführung an, wie geschrieben steht:

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten nur die Narren. Spr 1,7

Wir sollten die Belehrungen der Heiligen Schrift wirklich annehmen. Weisheit und Klugheit in Bezug aufs Leben verachten nur unweise Menschen. 

Vers 10

denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. 1.Tim 4,10

Der Apostel kämpfte für das in den vorausgegangenen Versen geschriebene Wort, aber nicht nur für das. Er kämpfte für das ganze durch Gott überlieferte Wort, was die Schriften des Alten Testaments einschliesst.

Im Wort liegt die Kraft der Errettung, in der Lüge liegt die Verführung, welche die Menschen von der Wahrheit der Errettung wegzieht. Die Lüge leitet ins Verderben hinein.

Gott ist ein Erretter aller Menschen, was bedeutet, dass Er die Rettung für alle bereitgestellt hat. Wenn wir die gesamte Menschheit auf einem sinkenden Schiff sehen, so stehen genügend Rettungsboote bereit. In Jesus Christus können alle Menschen gerettet werden. Der Retter aller Menschen hat für alle genügend Platz geschaffen, dass alle gerettet werden können. Das Problem liegt nicht auf der Seite des Retters; Er hat in Christus das Gefäss zur Errettung für alle Menschen geschaffen.

Vers 11

Dies gebiete und lehre! 1.Tim 4,11

Das Bibelwort bezeugt, dass Gott ein Retter aller Menschen ist. Wie ich oben erwähnt habe, stehen für alle Menschen Rettungsboote bereit. Doch nicht alle Menschen wollen das Rettungsboot Gottes besteigen, was wir inzwischen auch wissen. – Trotzdem sollen wir auf der Verkündigung bestehen: „Menschen, hört uns! Für alle steht die Rettung in Jesus Christus bereit!“ 

Wer diese Rettung annimmt, sitzt im Rettungsboot, das durch den Geist Gottes vom sinkenden Schiff weg in stille Gewässer gezogen wird. Wer sie nicht annimmt, wird mit der Titanic dieser Welt ganz gewiss untergehen. 

Auf diesen Dingen muss der Christ bestehen und lehren. Damit rettet er seine Zuhörerschaft und sich selber! Amen.

 

Vers 12

Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit! 1.Tim 4,12

Paulus unterweist einen Diener Gottes, Timotheus, der offensichtlich ein öffentliches Amt in der Gemeinde bekleidete und damit Zuhörer hatte, wie er sich zu verhalten hatte. Dieses Wort gilt im Grunde genommen für alle Christen, aber ganz besonders für exponierte, wie Älteste, Pastoren sowie auch – das ist nicht zu unterschätzen – für Gemeindediener. Die der Gemeinde dienende Gruppe innerhalb der Gemeinde muss besonders auf ihr Verhalten achten. Wenn die Menschen, die aus Beispiele dienen sollten, versagen, wie sollen dann die, welche ihrem Beispiel folgen sollten, standhalten können?

Vers 13

Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren! 1.Tim 4,13

Paulus lässt Timotheus nicht ohne Anweisung, er lässt Timotheus nicht selbst überlassen. Als guter geistlicher Führer lässt er ihn wissen, was er arbeiten soll. Bis der Apostel ihn besuchen kommt, sollte Timotheus vorlesen, ermahnen und lehren. Timotheus war schliesslich kein Paulus und konnte daher nicht aus dem Stehgreif predigen wie Paulus, auch hatte er keine apostolische Autorität. Aber vorlesen konnte er, das kann jeder, der des Lesens mächtig ist. Durch das Lesen der Heiligen Schrift, sei es auch durch Vorlesen, erkennt man Vieles vom Weg Gottes selber und ist dadurch auch in der Lage zu Ermahnen und zu Lehren.

Vers 14

Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir gegeben worden ist durch Weissagung mit Handauflegung der Ältestenschaft! 1.Tim 4,14

Ein Christ handelt mit seiner Gnadengabe, welche er gemäss Matthäusevangelium, Kapitel 25 entsprechend seiner natürlichen Fähigkeit bekommt, wie geschrieben steht:

14 Denn es ist wie bei einem Menschen, der ausser Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe übergab: 15 und einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit, und reiste ausser Landes. Mt 25,14-15

Schnell werden diese Worte überlesen. Wir bekommen unser Talent gemäss unserer Fähigkeit. Das bedeutet, dass unmusikalische Menschen sich nicht verbiegen müssen, um ein Instrument zu lernen, weil in der Gemeindemusik eine Stelle am Klavier zu vergeben ist. Das Musikinstrument ist für den musikbegabten Menschen, nicht für den unbegabten. Der Vers im Timotheusbrief sagt uns, dass wir uns im Hause Gottes im Bereich unserer Fähigkeiten bewegen und diese fördern sollen. Wir brauchen nicht den Spagat zu machen. 

Die Gemeinde sollte sich aber so ausrichten – das ist ein Wort an die Ältestenschaft -, das Talente gesucht, gefunden und gefördert werden. Begabte Christen sollen ihre Fähigkeiten dann nicht brach liegen lassen – das ist ein Wort an alle wiedergeborenen Christen, denn es heisst „vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir.“ Und sollte die Gemeinde deine Gabe nicht fördern wollen, so gib sie im Internet oder sonstigen Gelegenheiten weiter; die Hauptverantwortung liegt bei uns, sie liegt nicht nur bei der Gemeindeleitung.

Vers 15

Bedenke dies sorgfältig; lebe darin, damit deine Fortschritte allen offenbar seien! 1.Tim 4,15

Wir sollen sorgfältig an unsere Gnadengabe in uns denken, und wir sollen darin leben, damit wir nachvollziehbare Fortschritte machen.

Wir erinnern uns an die Stelle im Lukasevangelium, Kapitel 19 (Verse 11 – 26), die uns das fleissige Vervielfachen von dem, was wir von Christus erhalten haben, lehrt. Wer darin bleibt, wie der Knecht, der zum zehnfachen Ertrag gekommen war, wird bekanntlich Lob und Ehre dafür ernten. Daraus wird klar ersichtlich, was der Wille des HERRN ist. Wir sollen den anvertrauten Dienst fleissig ausführen und die Gabe des HERRN eifrig einsetzen. 

Da Prüfungen und Rückschläge das Vorantreiben behindern bzw. sogar zum Stillstand bringen können, sagt der Heilige Geist an dieser Stelle, dass wir die Ermahnung im vorausgehenden Vers 14 sorgfältig bedenken sollen, dass die Gabe des HERRN nicht zu vernachlässigen sei. – Wer sie in den Wind schlägt, ist nicht im Willen des HERRN.

Vers 16

Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Dingen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören. 1.Tim 4,16

Das Paradox der menschlichen Verantwortung und des souveränen Wirkens Gottes in der Errettung des Menschen wird hier angesprochen, wie wir es auch im neunten Kapitel des Briefes an die Römer finden. Timotheus soll seine Verantwortung (sehr) ernst nehmen, so wird er sich selbst bewahren sowohl auch die, die ihn hören. Im Gegensatz wissen wir auch, dass uns nur Gottes Ziehen zur Busse führt und wir dazu nichts beitragen können (Rö 2,4). Wir müssen mit diesem Paradox leben und unsere Verantwortung nicht von Gottes Wirken trennen.

Im Christentum finden wir aber leider häufig diese Trennung. Die einen Christen leben sorglos und verschicken täglich Verse, die ausschliesslich auf Gottes Wirken hinweisen. Sie lehnen sich in falscher Sicherheit (und teilweise in Faulheit) zurück und sagen inhaltlich korrekt aber nur eine Hälfte der Wahrheit erwähnend: Gott wird’s richten! Andere Christen leben eher in Angst und rufen inhaltlich korrekt, aber nur eine Hälfte der Wahrheit erwähnend aus: Ich elender Mensch (Röm 7,24); ich werde das Ziel nie erreichen! 

Dieses Paradox kann der Mensch nicht auflösen; er ist verpflichtet, verantwortlich zu handeln und er darf aber auch wissen, dass Jesus Christus seiner Herde helfend und alles vollbringend zur Seite steht (Heb 12,2)! Amen.

 

Kapitel 5

Vers 1

Einen älteren Mann fahre nicht hart an, sondern ermahne ihn als einen Vater, jüngere als Brüder; 1.Tim 5,1

Gemeindeverantwortliche sollen sich wie Hirten (David) benehmen; sie sollen sich nicht wie Eselstreiber (Saul) benehmen. Christus, unser Hauptvorbild, stellt sich als der gute Hirte vor (Psalm 23); Er stellt sich nicht als Sklaventreiber vor.

Wir sollen sanft und demütig agieren, wir sollen wie ein Hirte mit seiner Herde, die er liebt, vorgehen. Älteren Geschwistern begegnen wir mit grosser Achtung, wie man Eltern begegnet, und jüngeren Geschwistern begegnen wir freundlich, wie man eigenen Brüdern oder Schwestern in der Familie begegnet.

Dies bedeutet aber keineswegs, aufgrund von falscher Demut das Böse zu dulden. Das Böse würde die Herde zerstören, die wir ja schützen wollen. Sollten sich daher herdenfeindliche Elemente einschleichen, so müssen diese erkannt und entfernt werden, wie Schafhirten Wölfe unter Schafen erkennen und sich dazwischen stellen, damit kein Schaden entsteht.

Vers 2

ältere Frauen als Mütter, jüngere als Schwestern in aller Keuschheit! 1. Tim 5,2

Dieser Vers ist fest mit dem vorausgehenden verbunden. Ich rufe durch eine Wiederholung in Erinnerung, da hier wieder von älteren Geschwistern die Rede ist: Älteren Geschwistern begegnen wir mit grosser Achtung, wie man Eltern begegnet, und jüngeren Geschwistern begegnen wir freundlich, wie man eigenen Brüdern oder Schwestern in der Familie begegnet.

Dieser Vers erwähnt die Tugend der Keuschheit, mit welcher der Diener Gottes bei jüngeren Schwestern auftreten soll. Jegliche nicht statthafte Äusserung, Annäherung, Erwähnung ist strikte zu unterlassen. Und sollten nicht statthafte Signale an den Diener Gottes gesendet werden, so sind diese strikte abzublocken.

Vers 3

Ehre die Witwen, die wirklich Witwen sind! 1.Tim 5,3

Was ist mit diesem Vers gemeint? – Mit dieser Anordnung wird Timotheus etwas Wichtiges gesagt, dass Witwen, die keine familiäre oder sonstige Unterstützung erhalten, sie werden durch den Heiligen Geist als wirkliche Witwen, also wirklich Alleingelassene bezeichnet, nicht beschämt, sondern in Ehren gehalten werden sollen. Werden sie in ihrer Armut nicht beachtet, so werden sie von der Gemeinde beschämt. Werden sie aber beachtet und unterstützt, werden sie geehrt. Und dass sie geehrt werden sollen, ist hier die Anordnung des Heiligen Geistes. Es ist dieselbe Anordnung, die der HERR im Blick auf die Eltern gibt, wenn Er sagt, dass bedürftige Eltern unbedingt durch Unterstützung zu ehren seien (Mt 15,4; Mk 7,11-13).

Vers 4

Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so mögen sie zuerst lernen, dem eigenen Haus gegenüber gottesfürchtig zu sein und Empfangenes den Eltern zu vergelten; denn dies ist angenehm vor Gott. 1.Tim 5,4

Eine Witwe, die noch Kinder oder Enkel hat, ist keine Witwe im wörtlichen Sinne der Bibel, sie ist nicht völlig auf sich allein gestellt. Sie hat noch eine Familie, welche zu lernen hat, dem eigenen Haus gegenüber gottesfürchtig zu sein und Empfangenes den Eltern zu vergelten, was angenehm vor Gott ist. 

Timotheus wird nicht angehalten, Witwen durch die Gemeinde versorgen zu lassen (und dadurch zu ehren), die noch eine Familie haben. Dort soll die Familie in erster Linie für ihre Angehörigen schauen.

 

Vers 5

Die aber wirklich Witwe und vereinsamt ist, hofft auf Gott und verharrt in Flehen und Gebeten Nacht und Tag. 1.Tim 5,5

Die wirkliche Witwe hat niemanden mehr, der durch familiäre Banden zur Unterstützung verpflichtet wäre, eine wirkliche Witwe steht alleine da, sie ist vereinsamt. Sie hofft auf Gott ob reich oder arm und verharrt in Flehen und Gebeten, sei es in der Nacht oder sei es am Tag. Wirkliche Witwen konnten noch jung sein, sie konnten auch reich sein, wenn die Hinterlassenschaft gross war. Die Vorstellung, eine wirkliche Witwe sei immer arm und mittellos gewesen, ist eine gängige und berechtigte Annahme, die durchaus in vielen Fällen zutreffen konnte. Doch es gab auch junge und teilweise begüterte Witwen. Das Lukasevangelium stellt uns eine Witwe vor, die bereits nach 7 Ehejahren, also noch in jungem Alter, Witwe wurde. Und der folgende Vers bestätigt, dass auch einige Witwen die Möglichkeit hatten, in Üppigkeit zu leben. Nicht alle Witwen mussten also zwingend alt und arm sein, wie man sich das in erster Linie vorstellt. Bei den meisten traf dieser Umstand zu, aber nicht bei allen.

Eine wirkliche Witwe hatte erkannt (in jeder Konstellation, ob jung, reich, alt, arm), dass nur die Furcht und die Abhängigkeit von Gott zum Leben führt, wie wir es auch im folgenden Vers bestätigt sehen werden. Eine wirkliche Witwe hofft daher auf Gott und verharrt in Flehen und Gebeten Nacht und Tag und füllt den Tempel ihres Leibes stets mit angenehmem Gottesdienst, was bei jedem Menschen statthaft wäre.

Vers 6

Die aber in Üppigkeit lebt, ist lebendig tot. 1.Tim 5,6

Wenn eine Witwe aber ein ausschweifendes Leben führt, sich also den Vergnügungen hingibt, so ist sie lebendig tot. Sie lebt damit nicht das ihr bestimmte wirkliche Leben, da sie im Grunde den folgenden Gedanken lebt: „Lasst uns heute das Leben geniessen, denn morgen sind wir tot oder wir wissen morgen nicht, was sein wird.“ 

In der Ausschweifung wird der Tempel unseres Leibes nicht mit angenehmem Gottesdienst erfüllt. Vielmehr wird dann der Leib dazu verwendet, sich seinen eigenen Begierden hinzugeben; er wird nicht eingesetzt, Gott zu dienen und Gottes Begehren zu erfüllen.

Vers 7

Und dies gebiete, damit sie untadelig seien! 1.Tim 5,7

Timotheus sollte diese Wahrheiten nicht für sich behalten. Diese Ordnungen sollten verkündet werden, damit in der Gemeinde ein tadelloser Zustand vorherrscht. Es wird das Wort „untadelig“ verwendet, das einen maximalen Zustand fordert. Der Mensch gibt sich schnell mit weniger als 100% zufrieden, da für die letzten 20% nochmals sehr viel Aufwand betrieben werden müsste. Daher begnügt sich der Mensch schnell mit der Formel 80/20. 80% würden reichen, die übrigen 20% würde der HERR übersehen. – Der HERR übersieht aber keinesfalls Unreinheit und toleriert diese auch nicht!

Es ist so, dass der HERR ein unbeflecktes Volk haben möchte, was in seinem Sohn möglich ist, wenn wir in Ihm ruhen. Entfernen wir uns von Ihm, so wird es schwierig, da wir aus uns selbst diese Reinheit nicht halten können. Wir sind daher angehalten, den ganzen Tag (durch Gebet, Lesen des Wortes und guten Werken) in Christus zu ruhen. Das ist wohlgefällig vor Gott.

Vers 8

Wenn aber jemand für die Seinen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger. 1.Tim 5,8

Jeder unter uns soll wissen: Für bedürftigen Familienangehörige hat die Familie, nicht der Staat oder jemand anders zu sorgen. Wer diesem Prinzip nicht folgt, verleugnet den Glauben und ist schlechter als ein Ungläubiger!

Das sind harte Worte, doch es gefiel dem Heiligen Geist, sie hier festzuhalten. Und Gott ist kein Gott der unnötigen Worte; es wird nur kommuniziert, was nötig ist. Und offensichtlich ist eine solche Information auch für einige Christen notwendig.

Vers 9

Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war, 1.Tim 5,9

In den vorausgegangenen Versen haben wir gelernt, wer vom Heiligen Geist als „wirkliche Witwe“ anerkannt ist. Die Definition finden wir in Vers 5:

Die aber wirklich Witwe und vereinsamt ist, hofft auf Gott und verharrt in Flehen und Gebeten Nacht und Tag. 1.Tim 5,5

Diesen, nicht allen, soll durch die Gemeinde geholfen werden, wie wiederum im Vers 16 steht. Der Heilige Geist definiert die Hilfe der Bedürftigen sehr genau:

Wenn eine Gläubige Witwen hat, leiste sie ihnen Hilfe, und die Gemeinde werde nicht belastet, damit sie denen Hilfe leiste, die wirklich Witwen sind. 1.Tim 5,16

Zuerst soll die eigene Familie für ihre Witwen sorgen; die Familie soll von dieser Aufgabe nicht durch eine verfrühte Unterstützung der Gemeinde entbunden werden. Dazu kommt, dass sich eine wirkliche Witwe nur durch ein sehr gutes christliches Leben auf ein Unterstützungsrecht durch die Gemeinde berufen kann. Sie verliert dieses Recht bereits, wenn sie zweimal verheiratet war. Natürlich wird eine bedürftige Person durch die Gemeinde nicht fallengelassen, aber es ist so, dass man mit einem nicht ganz untadeligem Wandel Rechte verliert, die man ansonsten hätte. Damit macht der Heilige Geist klar, dass im Hause Gottes moralisch gegenüber dem besten Weltniveau eine weit überdurchschnittliche Lebensführung gefordert ist, welche den Christen im Gegenzug in ehrenvolle Positionen bringt, die aber durch Kompromisse wieder aus der Hand gegeben werden können und damit in der Spalte der Verluste in der Lebensbuchhaltung des einzelnen Christen eingetragen werden müssen.