Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der erste Brief des Johannes

Einleitung

Der erste Johannesbrief wurde ebenfalls durch den Apostel Johannes verfasst und ist dem Evangelium sehr ähnlich. Das Evangelium gibt uns die Sicherheit der Grundlage unserer Errettung, es spricht von der Heilstatsache, wie geschrieben steht:

Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Joh 20,31

Der erste Johannesbrief führt in die Heilserfahrung hinein. Ein besonderer Vers dazu ist der folgende:

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. 1.Joh 5,13

Beides zusammen gibt uns die völlige Gewissheit unseres Heils. Wie erwähnt, gibt uns das Johannesevangelium die Tatsache des Heils: In seinem Namen steht das Heil jedem Glaubenden bereit. Aufgrund der Tat Jesu Christi ist das Heil für jeden Menschen greifbar, er muss nur an den Namen des Sohnes glauben. – Die Worte im ersten Johannesbrief schrieb Johannes, damit die Jünger des Heils gewiss sein sollten; sie sollten die sichere Gewissheit haben, dass sie ewiges Leben haben. Wörtlich schreibt der Apostel: „Damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt.“ Im ersten Johannesbrief sind sichere Indikatoren zu finden, die dem Christen sagen: Wisse, dass Du jetzt ewiges Leben hast!

Kapitel 1

Vers 1

Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens 1.Joh 1,1

Johannes weist in seinem ersten Brief auch auf einen Anfang hin, wie es in seinem Evangelium der Fall ist. Er weist aber im 1. Johannesbrief nicht auf den allerersten Anfang der Geschichte überhaupt hin, wie er es im Evangelium tut. Er weist in diesem Brief auf den Anfang mit Jesus Christus hin, den er selbst hat miterleben dürfen. Das ist der Anfang, in welchem die Apostel mit dem „Wort des Lebens“, das ist Jesus Christus, dabei waren.

Vers 2

- und das Leben ist geoffenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns geoffenbart worden ist –, 1.Joh 1,2

Im Evangelium strich Johannes sofort die ewige Gottheit Christi hervor. Im ersten Vers des ersten Kapitels schrieb er, dass das Wort Gott war und im vierzehnten Vers zeigt Johannes schön auf, dass dieses Wort Fleisch wurde. Damit macht Johannes durch die Inspiration des Heiligen Geistes von Anfang an klar, dass Jesus Christus der fleischgewordene ewige Gott ist, wie es auch die ersten Kapitel des Kolosser- und Hebräerbriefes klar machen. Weitere eindeutige Stellen finden wir gegen das Ende des Johannesevangeliums (Joh 20,28) und im Römerbrief (Röm 9,5); die Liste der Erwähnungen, welche die Gottheit Christi bezeugen, ist mit diesen Stellenangaben längst nicht abgeschlossen.

In der gleichen Art, in welcher Johannes das Evangelium geschrieben hatte, prägte er den ersten Brief. In den ersten Versen stellt Johannes wieder klar: Jesus Christus ist Gott, der Allmächtige! Anders ausgedrückt sagt Johannes mit diesem zweiten Vers: „Wir verkündigen euch das ewige Leben (ein Leben ohne Anfang und Ende, ein Leben, das schon immer Bestand hatte), das bei dem Vater war und uns geoffenbart worden ist.“ Die Rede ist zweifelsfrei von Jesus Christus, was der Text im Zusammenhang mit dem Johannesevangelium und dem nachfolgenden 3. Vers dieses Briefes in der Gesamtheit aussagt.

Vers 3

was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 1.Joh 1,3

Der Zweck dieses Briefes ist, wie in der Einleitung erwähnt, dass die Briefempfänger Heilsicherheit haben sollten, wie geschrieben steht:

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. 1.Joh 5,13

Die Gewissheit, zur Familie Gottes zu gehören, schliesst aber noch weitere Elemente ein: Sie beinhaltet die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Es liegt dem Apostel Johannes am Herzen, dass die Empfänger des Briefes ebenfalls in diese Gemeinschaft hineinkommen. Gemeint mit der im aktuellen Vers (1. Joh 1,3) erwähnten Gemeinschaft, ist nicht eine Gemeinschaft zwischen den Empfängern des Briefes und Johannes mit seinen Getreuen. Johannes trachtete danach, dass die Empfänger des Briefes auch in die Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn Jesus Christus hineinkommen, wie Johannes und seine Geschwister im HERRN sie bereits geniessen durften.

Vers 4

Und dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei. 1.Joh 1,4

Die Freude des Apostels (und seiner Gefährten) konnte nicht vollkommen sein, solange er noch nicht jedes in seiner Macht stehende gute Werk für die Geschwister getan hatte. Als Ältester war er verantwortlich für die ihm anbefohlenen Seelen (Heb 13,17), wie ein Vater seinen Kindern gegenüber verantwortlich ist. Ein verantwortlicher Vater ruht nicht, bis er seinen Kindern alles vermittelt hat, was sie für ein gutes Leben wissen müssen. Erst danach, wenn er alles ausgeführt hat, kann seine Freude vollkommen sein. Solange seine Kinder noch durch Unwissenheit in der Gefahr stehen, auf ihrem Weg auszugleiten, kann sich kein verantwortlicher Vater vollkommener Freude erfreuen; die Sorge um die Kinder hemmt solange die vollkommene Freude.

Vers 5

Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist. 1.Joh 1,5

Was für eine einfache aber wichtige Botschaft: Gott ist Licht und gar keine Finsternis ist in Ihm! Da gar keine Finsternis in Gott ist, ist jedes seiner Motive rein, in keinem einzigen Gedanken Gottes ist nicht einmal der kleinsten Makel zu finden!

Obschon die Botschaft einfach und klar ist, ist sie einigen Christen nicht klar. Und obschon der Mensch in vielerlei Hinsicht fehlt, zweifelt er regelmässig nicht die eigenen, sondern Gottes Wege an. „Warum muss mir das passieren?“ „Warum kann mein Leben nicht in anderer Art verlaufen?“ „Warum wird mir dieser Wunsch jetzt nicht gewährt?“ In dieser und ähnlicher Art stellen sich die Menschen viele Fragen, so individuell ihre Leben verlaufen. Wer die Botschaft Johannes‘ im vollen Umfang verstanden hat, sie ist nicht schwer zu verstehen, der hört auf, Gottes Wege in dieser, man kann es nicht anders sagen, törichten Art anzuzweifeln. – Wieso er Gottes Wege nicht mehr in törichter Art anzweifelt? – Weil Gott Licht ist und gar keine Finsternis in Ihm ist!

Vers 6

Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 1.Joh 1,6

Niemand, der in täglicher Gemeinschaft mit Gott ist, kann gleichzeitig in der Finsternis wandeln. Vielleicht muss man an dieser Stelle noch kurz erklären, was „in der Finsternis wandeln“ bedeutet. Wer in der Finsternis wandelt, wandelt so, wie die Nationen wandeln. Die Weltmenschen, die Menschen, welche Christus nicht haben, wandeln in der Finsternis. Damit sind nicht nur die düsteren Gestalten gemeint, die sich nachts auf Diebestour begeben, sondern auch die „feinen“ Weltmenschen in Anzug und Abendkleid, die gerade eine Wohltätigkeitsveranstaltung besuchen. Ein Weltmensch kann durch seine sündige Natur nur schon naturbedingt (Röm 7) nicht rein und edel unterwegs sein und lebt daher in Dunkel- und Unreinheit vor Gott (Mt 4,15.16).

Derjenige Mensch, dem Gott durch den Herrn Jesus Christus begegnet ist, kann in die Gemeinschaft mit Gott kommen. Diese Gemeinschaft findet stets im hellen Licht statt. Unreine Gedanken oder gar Taten haben in dieser Gemeinschaft keinen Platz. Wer nun sagt, er habe Gemeinschaft mit Gott, aber wie ein Weltmensch lebt, lügt die Umgebung an und betrügt sich gleichzeitig selbst.

Vers 7

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. 1.Joh 1,7

Gemäss dem vorausgehenden Vers 6 haben wir, hat der Christ keine Gemeinschaft mit Gott, wenn er wandelt, wie die Nationen wandeln. – Wie können wir, wie kann der Christ den wissen, ob die Gemeinschaft mit Gott besteht? – Die Gemeinschaft mit Gott besteht, wenn wir, wenn der Christ im Licht wandelt. Wir wandeln im Licht, wenn wir ein von der Welt abgesondertes Leben führen. Das Wort „heilig“ bezeichnet einen für Gott abgesonderten Zustand. Ein Weltmensch lebt nicht heilig, weil er der Sünde zugewandt und somit in der Dunkelheit lebt. Ein in Gemeinschaft mit Gott lebender Christ lebt ein Leben im Licht, weil er ein der Sünde abgewandtes und damit ein Gott zugewandtes Leben lebt.

Mit diesem Vers gibt uns Johannes einen sehr guten Indikator, mit welchem wir uns prüfen können, wo wir stehen. Wenn wir ein Leben leben, das denjenigen unserer ungläubigen Kollegen gleicht, dann können wir nicht sagen, dass wir in Gemeinschaft mit Gott leben. Leben wir hingegen ein abgesondertes und somit heiliges Leben für Gott, stehen wir in der Gemeinschaft mit Ihm! Und dazu kommt noch ein herrlicher Aspekt: Wenn wir Sünden getan haben, werden uns diese vergeben, was der letzte Teil des Verses klarmacht!

Vers 8

Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 1.Joh 1,8

Das Fleisch, das ist unsere sündige alte Natur, die nur sündigen kann (Röm 7), bleibt auch nach der Bekehrung in uns; es haftet uns an, bis zum Tod. Dies muss so sein, sonst hätten wir ja keine Bewährungsprobe im Glauben. Wenn wir aber erben wollen, müssen wir nachweislich bewährt sein.

Die neue Natur, die wir durch Gott erhalten haben, sündigt nicht (1. Joh 5,18). Die alte Natur kann nur sündigen, die neue Natur sündigt nicht. Inmitten dieses Konfliktes steht unser Wille, welcher sich für das Ziehen der einen oder der anderen Seite entscheiden kann. Die Bibel sagt, dass ein Mensch, der sich (in diesem Konflikt) im Griff hat, besser ist als einer, der eine Stadt erobert, wie geschrieben steht:

Besser ein Langmütiger als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert. Spr 16,32

Nun, die Tatsache ist, dass wir in unserem Leben weiterhin in Sünde fallen. Grobe und willentliche Sünden sollten bei uns nicht mehr vorkommen, das sollten wir dem Herrn Jesus nicht antun, der für unsere Sünden hat äusserst qualvoll sterben müssen! Aber ich sage, dass Sünden in unseren Leben nicht auszuschliessen sind. Deshalb kann keiner von uns sagen, er habe keine Sünde, auch im Blick auf das Leben nach der Wiedergeburt, nach der Reinigung vom alten, sündigen Leben, kann niemand von sich sagen, er habe keine Sünde. Wer das sagt, betrügt sich selbst und wähnt sich in einem falschen und gefährlichen Status, welchen ihn weniger mit dem Opfer Christi beschäftigen lässt, was einer ganz fatalen Sache gleichkommt!

Vers 9

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 1.Joh 1,9

Es Brüder und Schwestern, die glauben, dass der HERR ihnen ab einer gewissen Anzahl derselben Sünde, in welche sie vielleicht immer wieder fallen, nicht mehr vergibt. Doch der HERR vergibt, wie es geschrieben steht!

Nun es ist so, dass Sünde nicht verniedlicht werden darf. Dieser Vers (1. Joh 1,9) darf auch nicht strapaziert werden, um gedankenloses Sündigen zu tolerieren. Wer gedankenloses Sündigen toleriert, hat die Wahrheit nicht in sich, denn Johannes sagt klar, dass jemand, der sagt, er habe Christus erkannt, seine Gebote aber nicht hält, ein Lügner ist und dass in einem solchen die Wahrheit nicht ist. Ein solcher Mensch bekennt aber in der Regel seine Sünden auch nicht.

Aufrichtige Menschen, die nicht sündigen wollen und die Worte Jesu in die Praxis umsetzen wollen, aber trotzdem ab und zu in Sünde fallen, dürfen aber wissen, dass der HERR sehr gnädig ist. Bei aufrichtigen Menschen wendet der HERR das Wort an, welches Er selbst auch seinen Jüngern in Bezug auf Sündenvergebung gebietet:

21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal! Mt 18,21-22

Siebzig mal sieben Mal ergibt 490 Mal. Das ist natürlich eine symbolische Zahl. Niemand führt Buch über eine spezifische Sünde und zählt sie, bis sie 490 Mal begangen wurde. Die hohe Zahl steht dafür, dass wir den Brüdern immer vergeben sollen, wenn sie uns darum bitten!

Und was der HERR von seinen Nachfolgern verlangt, übt Er selbst in Perfektion aus. Daher dürfen wir voll und ganz auf den Vers 1. Joh 1,9 bauen. Brachte ich, brachten Sie ihre Sünde reumütig zum HERRN? Dann dürfen wir gewiss sein: Er hat uns vergeben, denn Er lässt kein Wort aus der heiligen Schrift kraftlos werden. Wenn kein Jota und kein Strichlein der Bibel vergehen (Mt 5,18), dann vergeht ein ganzer Vers daraus schon gar nicht! Amen!

Kapitel 2

Vers 1

Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt – wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 1.Joh 2,1

Im vorausgehenden Kapitel zeigt Johannes auf, dass wir beim Bekennen der Sünde und in der Gemeinschaft mit Gott gereinigt werden. Auf diese Weise werden wir unsere Sünden wieder los, die wir auch als Christen noch begehen. Der Apostel Johannes verfolgt mit diesem Brief aber noch mehr, als nur das Aufzeigen, wie man von Sünden befreit werden kann. Der Apostel will die Leser des Briefes dahin bringen, dass sie grundsätzlich aufhören zu sündigen. Er schärft ihr Bewusstsein über das Vorhandensein der Sünde. Daher weist er schon im ersten Kapitel darauf hin, dass jeder ein Sünder ist und niemand sagen kann, er sei ohne Sünde. Damit macht Johannes klar, dass die Sünde ein Problem eines jeden Menschen ist. Sie ist da. Und aus seinem Vers, 1. Joh 1,6 und anderen Schriften (z. B. Jes 59,2) wissen wir, dass die Sünde den Menschen von Gott trennt. Wir können nicht in der Finsternis der Sünde wandeln und gleichzeitig Gemeinschaft mit Gott pflegen. Sünde und Gemeinschaft mit Gott vertragen sich nicht. Deshalb

  1. schärft der Apostel das Bewusstsein über das Problem der Sünde (1. Joh 1,8).
  2. zeigt der Apostel auf, wie der Mensch die Sünde loswerden kann (1. Joh 1,9).
  3. leitet der Apostel die Leser dahin, eine Abscheu gegenüber der Sünde zu entwickeln (1. Joh 1,6; 2,1). Johannes klärt auf: Man betrügt sich selbst, wenn man sagt, man habe Gemeinschaft mit Gott, aber gleichzeitig Sünden im Leben toleriert.

Ich bedanke mich bei Gott jetzt schon, beim zweiten Kapitel, für den 1. Brief des Johannes. Er ist eine enorme Lebenshilfe in diesen Zeiten der Orientierungslosigkeit! Amen.

Vers 2

Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt. 1.Joh 2,2

Die Rede ist wieder von den Sünden, welche von Gott trennen. Jesus Christus hat ebendiese gesühnt, die unsrigen und jene der ganzen Welt. Deshalb geschah das dermassen ausdrucksstarke Zeichen im Tempel, als Er starb: Der Vorhang zum Allerheiligsten, die Trennung zu Gottes Wohnstätte, riss entzwei (Mk 15,38). Damit deutete Gott an, dass die Trennung zwischen Gott und Mensch aufgehoben ist. – Und warum ist sie aufgehoben? – Sie ist aufgehoben, weil Er, Jesus Christus, das Sündenproblem, das die Trennung herbeigeführt hatte, aus der Welt geschafft hat! Als der Vorhang zerriss, trug einer ausserhalb der Stadt Jerusalem unsere Sünde; Er trug nicht nur unsere Sünde, sondern die der ganzen Welt!

Gepriesen seist Du, Sohn Gottes, mein Retter und Retter dieser Welt! Amen!

Vers 3

Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben: wenn wir seine Gebote halten. 1.Joh 2,3

Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir das Richtige tun. Dieser Vers deckt sich mit dem Vers 2 aus dem 5. Kapitel, wie geschrieben steht:

Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. 1.Joh 5,2

Im Befolgen seiner Gebote (und in der Liebe zu Gott) erkennen wir, wo wir stehen. Sie sind ein sicherer Indikator dafür

  1. dass wir Gott erkannt haben
  2. dass wir unsere Glaubensgeschwister lieben

Johannes will uns mit dem ersten Brief diese Indikatoren geben, damit wir Sicherheit haben, denn wir Menschen kennen uns manchmal selber nicht und erleben manchmal Wechselbäder der Gefühle, welche unsere Heilssicherheit ins Wanken bringen können. Eben dazu liess Gott den ersten Johannesbrief schreiben. Der Zweck dieses Briefes, ich habe es schon erwähnt, ist unsere Heilssicherheit, wie geschrieben steht:

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. 1.Joh 5,13

Ich möchte Gott nochmals für diese Lebenshilfe danken! Amen!

Vers 4

Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit. 1.Joh 2,4

Niemand betrüge sich selbst! Und niemand lasse sich von anderen betrügen! Wenn der Mensch merkt, dass sein Leben nicht mit den neutestamentlichen Geboten der Heiligen Schrift, mit den Worten Jesu, übereinstimmt, so sollte der Mensch anerkennend sagen: „In mir ist nicht die Wahrheit!“

Und leider sind viele unter uns sehr leichtgläubig im Hören, was Andere sagen. Die Geschwister unter uns, die auf Menschen hören, die grosse und schöne Worte führen, aber die Gebote Christi nicht einhalten, die kriechen diesen Irrlehrern auf den Leim!

Johannes gab uns in seinem ersten Brief die schönsten Gradmesser und die besten Temperaturfühler, damit wir uns nicht selbst betrügen oder von anderen betrogen werden. Lassen Sie nicht locker im Lesen der Bibel und im Umsetzen der Gebote Christi! Hören Sie in keinem Fall auf Menschen, welche nicht nach der Schrift leben, auch wenn diese noch so viel die Wörter, Gott, Jesus, Heiligung, Himmelreich und dergleichen in ihrem Munde führen! Amen!

Vers 5

Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Hieran erkennen wir, dass wir in ihm sind. 1.Joh 2,5

Das Ziel des Glaubens ist in der Liebe vollendet zu sein. Wir alle kennen bestimmt den Stufenplan für ein Kind Gottes aus dem zweiten Petrusbrief:

5 Setzt deshalb alles daran, dass aus eurem Glauben sittliche Bewährung erwächst, aus der sittlichen Bewährung Erkenntnis,
6 aus der Erkenntnis Selbstbeherrschung, aus der Selbstbeherrschung Standhaftigkeit, aus der Standhaftigkeit echte Frömmigkeit,
7 aus der Frömmigkeit Liebe zu den Glaubensgeschwistern, aus der Liebe zu den Glaubensgeschwistern Liebe zu allen Menschen.
8 Wenn ihr dies alles habt und ständig darin zunehmt, wird sich das auswirken und Frucht bringen in einer vertieften Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.
9 Wer dagegen all das nicht hat, ist kurzsichtig und geistlich blind. Ein solcher Mensch hat völlig vergessen, was es bedeutet, dass er von seinen früheren Sünden gereinigt worden ist. 2.Petr 1,5-9

Fleiss wird bei einem Kind Gottes vorausgesetzt. Es soll alles daran setzen, dass aus dem Glauben sittliche Bewährung erwächst, daraus soll Erkenntnis wachsen, daraus soll Selbstbeherrschung wachsen, auf welche die Standhaftigkeit und echte Frömmigkeit folgen. Aus dieser Gottseligkeit, wie das Wort auch übersetzt wird, folgt die Liebe. Und die Liebe ist das Höchste, in der Liebe zu den Menschen und zu Gott erfüllen wir alle Ansprüche Gottes. Das ganze Wort Gottes ist darin zusammengefasst (Mt 22,40).

Nun stellt Johannes den Christen wieder einen Gradmesser vor, in dem er sinngemäss sagt: Wer das Wort Christi nicht befolgt, ist in dieser Liebe nicht vollendet. Vielleicht beteuert er, ein guter Christ zu sein und versucht das nach aussen mit Worten und Taten kenntlich zu machen. Nun sollen wir aber wissen, und die Schrift kann nicht aufgelöst werden: Wer das Wort Gottes nicht hält, der hat Gott nicht erkannt (1. Joh 2,4). Ein solcher Mensch weiss nicht, wie Gott denkt und wie sich ein Kind Gottes zu verhalten hat.

Vers 6

Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist. 1.Joh 2,6

Nur wer so wandelt, wie Er gewandelt ist, kann sagen, dass er in Ihm bleibt oder dass er „in Ihm“ ist, wie man auch zu sagen pflegt. Wer sich einen solchen Wandel auf die Fahne schreibt, kann zuversichtlich auf die Erhörung seiner Gebete warten, wie geschrieben steht:

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen. Joh 15,7

Wiederum gibt uns Johannes mit seiner inspirierten Aussage ein Eichinstrument, ein Gradmesser, an welchem sich der Christ ausrichten kann. Insgesamt macht Johannes klar, dass Christus in allem unser Vorbild ist. Dazu sind seine Worte ernst zu nehmen und zu halten, wenn man es mit dem Christenleben ernst meint und als wahrer gläubiger Mensch gelten will.

Vers 7

Geliebte, nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. 1.Joh 2,7

Johannes macht mit diesem Vers klar, dass er in diesem Brief keine neues Regelwerk, also kein neues Gesetz verkündigt. Er verkündigt lediglich das, was von Anfang an vom Herrn Jesus verkündigt wurde. In diesem Sinn eröffnet er auch seinen Brief, wie wir bereits wissen:

Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens 1.Joh 1,1

Mit dem Anfang, in welchem das Wort des Lebens verkündigt wurde, ist der Anfang mit Johannes dem Täufer und dem Beginn der Predigt Jesu Christi gemeint, in welcher Worte des Lebens waren. Johannes meint nicht den Anfang der Gesetzgebung Gottes auf dem Berg Sinai. Im Gesetz des Moses waren für gefallene Menschen keine Worte des Lebens, da der Mensch das gute Gesetz (Rö 7,12) nicht halten konnte (Apg 15,10).

Johannes sagt damit aus, dass wir uns an die Worte Christi halten sollen. Wir sollen nicht zu versuchen anfangen, wenn es schwer wird, unser Glück in anderen Quellen zu finden (Jer 2,13). Amen!

Vers 8

Wiederum schreibe ich euch ein neues Gebot, das, was wahr ist in ihm und in euch, weil die Finsternis vergeht und das wahrhaftige Licht schon leuchtet. 1.Joh 2,8

Und doch schrieb Johannes in einer Art ein neues Gebot, weil die Worte des HERRN zwischenzeitlich wahr geworden sind, was vorher lediglich angekündigt worden war. Alles was Er gesagt hatte und in Ihm war, war es jetzt auch in der Gemeinde, es war „in euch“, wie der Apostel schreibt. Das war eine Neuheit, das war die Wirklichkeit der Worte Christi, in welche die Gemeinde nun gekommen ist! Herrliche Wahrheit!

Vers 9

Wer sagt, dass er im Licht sei, und hasst seinen Bruder, ist in der Finsternis bis jetzt. 1.Joh 2,9

Johannes bleibt dem Zweck seines Briefes treu: Wir sollen wissen, dass wir ewiges Leben haben (1. Joh 5,13). Dies können wir an den vielen verschiedenen Gradmessern erkennen, welche uns Johannes zur Verfügung stellt. Natürlich können wir gerettet sein und auch einmal fallen, sodass uns ein hier vorgestellter Gradmesser verurteilt. Aber dann haben wir die Möglichkeit, welche immer unmittelbar ergriffen werden sollte, um Sündenvergebung zu erbitten (1. Joh 1,9) und damit in Ordnung zu kommen. In dieser Ordnung wird uns kein Gradmesser mehr verurteilen. Vielmehr werden uns alle die Gewissheit geben, dass wir dank der Tat Jesu Christi ewiges Leben haben!

Wer seinen Bruder oder seine Schwester hasst, soll wissen: Er steckt in tiefster Finsternis!

Vers 10

Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht, und nichts Anstössiges ist in ihm. 1.Joh 2,10

Nichts Anstössiges ist in jemandem, der seinen Bruder im HERRN liebt. In Finsternis bleibt jemand, der seinen Bruder im HERRN hasst. Das ist eine einfach zu verstehende Regel. Selbst wenn wir durch andere Geschwister schwer beleidigt worden sind, sollen wir wissen, dass unsere durch den HERRN vergebene Schuld immer viel grösser war, als die der Geschwister gegen uns je sein kann. Das macht uns der HERR im Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht klar. Vielleicht hat sich ein Mitknecht an uns schwer versündigt. Was uns Gott vergeben hat, ist viel mehr, als wir je einem Bruder oder einer Schwester zu vergeben haben. Das ist nicht schwer zu verstehen, selbst wenn uns Geschwister schwer zugesetzt haben. Denn unsere Sünde gegen den höchsten König, der sein Leben für sündige Menschen gegeben hat, wiegt in jedem Fall viel schwerer als jedes Verbrechen, das uns ein Bruder oder eine Schwester antun kann. Das erklärt der HERR mit diesem Gleichnis:

21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal!
23 Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.
24 Als er aber anfing, abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete.
25 Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen.
26 Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.
27 Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erliess ihm das Darlehen. Mt 18,21-27

Zehntausend Talente schuldeten wir dem HERRN. Diese Schuld wurde uns erlassen. Lesen wir, wie es im Gleichnis weitergeht:

28 Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!
29 Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen.
30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe.
31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
32 Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest.
33 Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?
34 Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war.
35 So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. Mt 18,28-35

Das Prinzip ist einfach. Bei einem Bruder oder einer Schwester, die das Kleine nicht vergeben will, greift der HERR auf das zurück, was er oder sie selbst dem Höchsten schulden. Und wenn wir an das Verhältnis denken: Zehntausend Talente schulden wir Gott. Mit lediglich 100 Denaren (= ungefähr 100 Tageslöhne eines Taglöhners) kann sich ein Bruder oder eine Schwester an uns versündigen. Im Verhältnis zu unserer Schuld bei Gott ist die Schuld des einen gegen den anderen Bruder wie nichts!

Wir sehen, wir haben rein gar nichts in der Hand, um nicht von Herzen zu vergeben!

Vers 11

Wer aber seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiss nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat. 1.Joh 2,11

Wer Hassgefühle auf Brüder und Schwestern zulässt, hat vergessen, was ihm selbst vergeben wurde.

Gewiss versündigen sich immer wieder Brüder und Schwestern an uns und wir versündigen uns an ihnen, da niemand perfekt ist. – Nun verhält es sich aber so, wie wir es im vorausgehenden Kommentar gelesen haben, das Gleichnis des unbarmherzigen Knechts lehrt uns, dass wir die Verfehlungen anderer zu vergeben haben, wie uns Gott unsere noch viel grösseren Verfehlungen gegen Ihn vergeben hat. Es bleibt kein Platz und es gibt keine Rechtfertigung, um Groll oder Hass gegen andere zu hegen.

Vers 12

Ich schreibe euch, Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 1.Joh 2,12

In diesem und den folgenden Versen schreibt der Apostel Johannes speziell an die „Kinder“, die „Väter“ und die „jungen Männer“, um danach nochmals alle drei Gruppen anzusprechen.

In diesem Vers schreibt er an die „Kinder“. Kinder haben eine andere Wahrnehmung der Dinge; sie sehen sie nicht wie verantwortliche Väter oder wie junge Männer, die in der vollen Kraft stehen. Kindern ist wichtig, dass die Beziehung unbelastet ist und sich jemand um sie kümmert. Johannes schreibt die Kinder adäquat, also dementsprechend an. Johannes beschreibt ihre Beziehung zu Gott als unbelastet, die Sünden sind um Christi willen vergeben. Das ist genau das, was Kinder für ihren unbeschwerten Wandel benötigen! Und dieser darf unbeschwert sein, weil Christus (in diesem Fall wie fürsorgliche Eltern) alles Notwendige in die Wege geleitet hat, dass eine ebensolche Beziehung möglich ist!

Vers 13

Ich schreibe euch, Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. 1.Joh 2,13

Die Väter, welche in der Verantwortung stehen, erinnert Johannes daran, wer der Urheber des Lebens ist. Sie sollen wissen, wem sie letztendlich, in eigenen Verantwortlichkeiten stehend, vertrauen können. Johannes weiss und vermittelt: Wer sich an Jesus Christus bindet, dessen Hoffnung wird nie und nimmer zuschanden werden.

Den jungen Männern, die in der Vollkraft stehen, erklärt Johannes, dass sie den Bösen überwunden haben. Sie sollen wissen, dass der Fürst dieser Welt, wie die Bibel den Teufel nennt, von Christus überwunden wurde. Da Christus seine erkauften Brüder und Schwestern seines Leibes und seines Triumphes teilhaftig werden lässt, kann Johannes schreiben, dass sie, die jungen Männer also, (in Christus) den Bösen überwunden haben. Das ist eine schöne Botschaft für einen jungen Mann, der jeder einer siegreichen Truppe angehören will. Mit dem glorreichen Feldherrn, Jesus Christus ist sein Name, haben sie als Helden der göttlichen Armee den starken Fürsten dieser Welt überwunden, welcher die Macht hatte, die Menschen in seinen Bann zu ziehen. – Was für eine Aussage! Was für ein Sieg! Was für ein Wort, das junge Männer sehr gut verstehen können!

Vers 14

Ich habe euch geschrieben, Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt. Ich habe euch, Väter, geschrieben, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich habe euch, ihr jungen Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt. 1.Joh 2,14

Die gläubigen Kinder erkennen in Gott den wahren Vater. Die Väter, die selbst schon in der Verantwortung stehen, erkennen in Gott den, welcher die Gesamtverantwortung für die Schöpfung wahrnimmt, denn Er war von Anfang an! Und die jungen Männer wissen in ihrer Kraft: Das Wort Gottes weicht nicht vom Gläubigen (Heb 13,5) und der HERR hat den Gläubigen in seinen Sieg eingebunden, wie ich im vorausgehenden Kommentar erwähnt habe. Die jungen Männer wissen: Mit dem glorreichen Feldherrn, Jesus Christus ist sein Name, haben sie als Helden der göttlichen Armee den starken Fürsten dieser Welt überwunden, welcher die Macht hatte, die Menschen in seinen Bann zu ziehen!

Vers 15

Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; 1.Joh 2,15

Johannes sagt uns, dass wir die Welt nicht lieben sollen (in nächsten Vers erklärt er, was Weltliebe ist). Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Es braucht keine Erklärungen zu diesem Vers, er ist klar: Ein die Welt liebender Mensch steht am falschen Ort, ein solcher geht nicht auf Gottes Wegen. Es steht klar und unmissverständlich da: Wer die Welt und das ihre liebt, ist in Bezug auf Gott im Irrtum.

Vers 16

denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt. 1.Joh 2,16

Gerade im nächsten Vers wird uns gesagt, dass die Welt und ihre Begierde vergeht. Was nicht vom Vater ist, wird vergehen. Das Fleisch und seine Begierde werden vergehen. Die Augen werden nicht mehr irgendetwas begehren müssen, in Gott werden wir alles haben. Und mit dem Hochmut wird der Mensch nichts mehr zu schaffen haben, alle Stellungen und Gewalten werden durch Gott vor allen geregelt sein. Es wird klar sein, dass wir Gott für alles, was wir sind und dass von Gott alles kommt, was wir besitzen. Das wird jeglichem Gedanken zu glauben, hoch von uns denken zu können, die Nahrung nehmen.

Vers 17

Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. 1.Joh 2,17

Die Begierde der Welt muss vergehen, sie kann keinen Bestand im Reich Christi haben. Ein Beispiel dieser Begierde: Gemäss der Begierde dieser Welt, gemäss dem Geist dieser Welt begehrt unser Fleisch sündige Dinge (das Angebot der gefallenen Welt). Die Begierde unseres Fleisches ist gegen Gott gerichtet; nachfolgend ist die Begierde und die Frucht des Fleisches aufgelistet:

19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Gal 5,19-21

Es liegt auf der Hand, wir wissen, dass die Welt mit den unbekehrten Menschen auf diese Weise funktioniert. Und im Reich Christi darf eine solche Sauerei keinen Platz finden! Die sündige Welt wird mit ihrer Begierde im Reich Gottes keinen Bestand haben; daher steht geschrieben, dass die Welt vergehe und ihre Begierde vergehe. 

Vers 18

Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist. 1.Joh 2,18

Johannes irrte sich zeitlich nicht, als er diese Worte vor 2000 Jahren schrieb. Denn damals brach die letzte Stunde an, die Erfüllung der Prophetien auf den Messias hin war gekommen. Das Zeitalter der Sammlung aller Menschen war angebrochen und dieses Zeitalter endet mit dem Gericht über diese Welt, das mit Feuer kommen wird. Die Zeitalterwende zur Zeit Johannes des Täufers, vom Gesetz zur Gnade, geschah eher unspektakulär, nicht mit einem weltumspannenden Flammenmeer, wie man das kommende Gericht auch umschreiben könnte. Die Zeitalterwende, vor der wir jetzt stehen, wird hingegen im negativen Sinne sehr spektakulär sein. Deshalb sprach Johannes von der letzten Stunde, da er wusste, dass kein weiteres Zeitalter vor das Gericht geschaltet werden wird. Wir sind in der letzten Periode, in welcher Antichristen auftreten (und schon viele aufgetreten sind) bis dann der letzte, grosse Antichrist auftritt und durch seine Verführung und maximale Bosheit das Gericht Gottes entfesseln wird.

Lasst uns daher nüchtern sein, liebe Leserinnen und liebe Leser, denn es ist die Wahrheit, welche uns sagt: „Kinder, es ist die letzte Stunde!“

Vers 19

Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, würden sie wohl bei uns geblieben sein; aber sie blieben nicht, damit sie offenbar würden, dass sie alle nicht von uns sind. 1.Joh 2,19

Ein Antichrist ist die krasse Art der Verführer. Sie sind anti-christus, gegen Christus gesinnt; es sind Gegen-Christusse. Diese Art kommt nicht aus den gläubigen Reihen.

Trotzdem müssen wir in unseren Reihen darauf gefasst sein, dass fleischliche, also irdisch gesinnte Brüder und Schwestern, weit neben der Spur des Christus wandeln können. Das macht uns Petrus in seinem Brief klar:

1 Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Die ziehen sich selbst schnelles Verderben zu.
2 Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, um derentwillen der Weg der Wahrheit verlästert werden wird.
3 Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten kaufen; denen das Gericht seit langem schon nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht. 2.Petr 2,1-3

Im ersten Vers spricht Petrus von Menschen, die den Gebieter Jesus Christus, der sie erkauft hat, verleugnen. Es sind erkaufte Menschen, unsere Brüder und Schwestern also, die durch eigenwilligen Wandel den Geist und den Wandel Christi verleugnen. Sie bringen es sogar soweit, dass wegen ihnen der Weg der Wahrheit verlästert wird, da sie Wasser predigen und selber Wein trinken. Sie führen die Worte Christi in ihrem Mund, tun aber nicht danach. Und ich kann es aus eigener Wahrnehmung bestätigen: Wegen solchen Brüder und Schwestern lachen die Nationen über den christlichen Weg und verlästern ihn, wie es das Wort vorausgesagt hat. Solche Brüder und Schwestern lassen sich Christen nennen, schaffen es aber, z. B. im Ehebruch zu leben, wie es die Nationen tun. – Wenn solches, junger Christ, in Deinen Ohren unglaublich klingt, so wisse: Es ist die Wahrheit. Das Wort kann nicht aufgelöst werden. Und ich kann das durch die Erfahrung in meinem fortgeschrittenen Alter heute als lebendiges Zeugnis bestätigen. Mein Zeugnis braucht es aber nicht, da die Bibel die absolute Wahrheit ist und sich selbst durch all die erfüllte Prophetie längst als wahr zu sein bestätigt hat.

Vers 20

Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen. 1.Joh 2,20

Johannes schreibt den Gläubigen, dass sie die Salbung hätten, was eine sehr grosse Sache ist. Denn nur Priester, Propheten und Könige wurden gesalbt. Und dass wir die Salbung haben zeigt, dass wir von Gott in sehr herrliche Stellungen gehoben wurden. Ich sage das bewusst in der Mehrzahl, denn wir sind mindestens Könige und Priester, wie es Petrus durch den Heiligen Geist festgehalten hat:

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat; 1.Petr 2,9

Die Salbung durch den Heiligen Geist, die auf uns ist, hebt uns nicht nur in erhabene Stellungen. Dieser Heilige Geist, der auch Tröster oder Beistand (Joh 14,26) genannt wird, unterweist uns auch in den Dingen, die Christus betreffen (Joh 14,26). Daher schreibt Johannes, dass wir das Wissen haben. Selbst wenn wir noch nicht alles begriffen haben, ist doch der Heilige Geist da, der alles weiss und uns in die Dinge des HERRN einführt, sobald wir es zu tragen vermögen.

Vers 21

Ich habe euch nicht geschrieben, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit ist. 1.Joh 2,21

Weshalb schrieb Johannes den Jüngern Christi von den Dingen, die Christus betreffen, wo sie die Wahrheit doch schon kannten? – Er schrieb ihnen wegen der vom HERRN angeordneten gegenseitigen Achtung. Christen sollen sich gegenseitig achten und stärken. Und wir wissen, dass wir uns, wider besseres Wissen, manchmal von ungerechtfertigten schlechten Gedanken herunterziehen und entmutigen lassen. Wenn dann ein Bruder oder eine Schwester kommt und uns an Dinge erinnert, die uns helfen, wieder auf die Höhe zu kommen, ist das herrlich und tröstlich, wie geschrieben steht:

Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen, so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit. Spr 25,11

Lasst uns einander mit dem Worte Gottes ermahnen, ermutigen und trösten, auch wenn wir wissen oder uns denken können, dass unser Zuhörer die Worte schon kennt (Apg 20,2; 2. Kor 1,4; 1. Thess 4,18; 5,11; Heb 3,13; 1. Petr 5,12). Amen.

Vers 22

Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 1.Joh 2,22

Jede Religion oder jede Zunge oder jeder Engel, der leugnet, dass Jesus der Christus (hebr. Messias = der Gesalbte) ist, verbreitet Lügen. Der wahre Gesalbte Gottes ist Jesus Christus, der nach dem prophetischen Wort in Betlehem zur Welt kam, in Nazareth aufwuchs und am Kreuz die Befreiung aller Menschen erwirkte. Er ist der König und Priester Gottes und Gott gleich (Röm 9,5).

Nun ist es so, dass nur ein antichristlicher Geist sagt, Gott habe keinen Sohn. Wer das sagt, leugnet nicht nur den Sohn, sondern auch den Vater. Und wir wissen, dass der Islam und andere Religionen, wie beispielsweise die Zeugen Jehovas, die Gottheit Jesu und somit seinen Status als Christus leugnen.

Vers 23

Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. 1.Joh 2,23

Jeder, der den Sohn als das was er tatsächlich ist, ablehnt, leugnet Ihn in Wirklichkeit. Der Islam anerkennt einen „Jesus“ (Isa) und die Zeugen Jehovas anerkennen einen „Jesus“. Beide Religionen lehnen aber den wahren Herrn Jesus ab, der wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch ist. Und damit leugnen sie den wahren Christus. Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott, wie geschrieben steht:

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Jes 9,5

„Ein Kind ist uns geboren“, bedeutet: Jesus ist Sohn der Maria; Er ist wahrer Mensch! „Man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit“; bedeutet: Jesus Christus ist Gott! – Die Religion oder die Menschen, die das nicht anerkennen, haben weder den Vater noch den Sohn. Sie predigen nicht den Schöpfer- und Retter-Gott, sondern etwas anderes. Fakt ist: Sie leugnen den, der allein retten kann. 

Vers 24

Ihr! Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. 1.Joh 2,24

Am Anfang hört jeder Christ (zum Glück noch) die Grundwahrheit, sonst könnte er sich gar nicht bekehren. Er hört: „Tue Busse und bekehre dich zum Herrn Jesus Christus, der für deine Sünden bezahlt hat!“ In dieser Aussage steckt viel gesunde Lehre: 1. Der Mensch ist ein verlorener Sünder! Sünde bringt Verderben! Sünde bringt dem Menschen am Ende den ewigen Aufenthalt in der Hölle! 2. Die Rettung liegt in der Person von Jesus Christus, welcher der Sohn Gottes ist.

Später hört ein Mensch, der sich zum HERRN bekehrt hat, allerlei Dinge von aussen und unter seinesgleichen. Die einen sagen dies, die anderen das. Davon ist nicht alles wahr und nicht alles schriftgemäss; vieles weicht von den biblischen Wahrheiten ab, die der Mensch, der Christ wurde, von Anfang an gehört hat. Der Apostel Johannes ermahnt deshalb, dass man bei dem, das man von Anfang an gehört hat, bleiben soll; man soll keiner abweichenden Lehre Glauben schenken.

Die Irrlehren kommen nicht plump daher, dass man die Lüge „gegen den Wind riechen kann“. Irrlehren kommen so daher, dass man sie nur mit einem wachen Geist erkennen kann. Ein Beispiel: Heutzutage kursiert vielerorts die Phrase: „Das oder jenes ist nicht heilsnotwendig.“ Damit wollen Christen die Lehre Christi gewichten und legen sie geteilt in zwei Gefässe. Ein Gefäss heisst „Heilsnotwendig“ und das andere heisst „Nicht heilsnotwendig“. In das Gefäss „Heilsnotwendig“ legen sie den Glauben an Jesus Christus, der für die Bekehrung zwingend notwendig ist. Viel von der Lehre Christi legen sie dann aber in das Gefäss „Nicht heilsnotwendig“, wie die Erwachsenentaufe, die Heiligung, das tägliche Bibellesen, den Fleiss in der Arbeit des HERRN, die Versammlungsordnung, die Lehre über die Kopfbedeckung, u. s. w., was die Sünde und den Abfall vom Worte Gottes verniedlicht, da sie es ja als nicht (heils-) notwendig klassifizieren. Der böse Gedanke, der hinter dem Gefäss „Nicht heilsnotwendig“ steckt ist dieser: „Man kann die Gebote Christi, die wir Menschen in dieses Gefäss gelegt haben, befolgen oder auch nicht, sie dienen nicht zu unserem Heil!“ – Merken Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser, wie böse und frevelhaft diese Aufteilung der Gebote Christi ist?

Das Gebot Gottes im Garten Eden war nur, die Frucht des einen Baumes nicht zu essen. „Niedlich, nicht?“, könnte man sagen! „Was kann schon passieren, wenn wir dieses so harmlos klingende „Gebötchen“ des HERRN übertreten?“, mochten sich Eva und Adam in der Verführung durch die Schlange gedacht haben. Was durch die Übertretung gekommen ist, ist nun offenbar: Tod, Krankheit, Schmerz und jede erdenkliche Plage für die Menschen! – Passen wir auf! Die Lehre Christi aufzuteilen in „Heilsnotwendig“ und „Nicht heilsnotwendig“ kommt von Satan, dem Menschenmörder, damit er das im Garten Eden begonnene Unglück der Menschen weiterführen kann. Und das sogar unter Christen!

Lassen Sie uns daher bei dem bleiben, was wir von Anfang an gehört haben: Wir brauchen die Erlösung durch Jesus Christus von ALLEN unseren Sünden! Durch die Übertretung des einen (Adam) kamen wir in die Stellung von verlorenen Sündern (Röm 5,12)! Die Übertretung des „Gebötchens“ Gottes, das heute seinen Platz im Gefäss „Nicht heilsnotwendig“ fände, brachte die Katastrophe über die Menschheit! Heiligung (Absonderung von der Welt) tut Not! Lasst uns tun, was der HERR gesagt hat, lasst uns alles tun! Eine Aufteilung seiner Gebote in „wichtig“ und „unwichtig“ ist eine sehr üble Sache! Lasst uns bleiben in dem, was wir von Anfang an gehört haben und so werden wir in dem Sohn und in dem Vater bleiben! Amen!

Vers 25

Und dies ist die Verheissung, die er uns verheissen hat: das ewige Leben. 1.Joh 2,25

Eine Verheissung Gottes trifft in jedem Fall ein, auch dann, wenn es auf dem normalen Weg nicht mehr geht und ein übernatürlicher erforderlich ist. Das sehen wir in der Geschichte von Abraham und Sara. Ihnen wurde ein Sohn verheissen, doch Sara war unfruchtbar. Sie blieb bis ins hohe Alter kinderlos und auf dem normalen (biologischen) Weg war es unmöglich, noch ein Kind zu kriegen. Aber Gott wäre nicht Gott, wenn Er seine Verheissungen nicht wahrmachen würde! Es kam daher, wie es verheissen worden war: Abraham erhielt als Hundertjähriger den verheissenen Nachkommen von seiner ebenfalls sehr betagten Sara.

Wir sollen uns nicht beirren lassen, Verheissungen Gottes werden immer wahr. Wenn etwas angeblich Verheissenes nicht eintrifft, war die „Verheissung“ von Menschen und nicht aus dem Munde Gottes. Wir sollen unser Wunschdenken oder jenes der Gemeinde niemals zu einer Verheissung Gottes erheben. Sonst sind wir dann enttäuscht, wenn sie nicht eintrifft. Zudem verwirren wir die Geschwister, die auf uns hören und schaden ihnen, indem wir mit falschen Verheissungen ihren Glauben schwächen. Wir sollen nur Sachen erwarten, die Gott tatsächlich verheissen hat! Aussagen von Ältesten und sogar Gemeindebeschlüsse sind keine Verheissungen Gottes! Ich sage nicht, dass Älteste unweise reden und Gemeindebeschlüsse nichtig sind, alles kann seine Richtigkeit haben, ich sage nur, dass Menschliches nicht wie Göttliches gewichtet werden darf. Das Göttliche ist unantastbar und in jedem Fall wahr und trifft in jedem Fall ein. Das Menschliche kann Fehler beinhalten und zu Fehlschlägen führen, wenn es nicht in engster Zusammenarbeit mit Christus, unserem HERRN und Gott, projektiert und ausgeführt wird.

Hier in diesem Vers 25 spricht Johannes, durch den Geist Gottes angeleitet, aber klar von einer göttlichen Verheissung, welche in jedem Fall (!) und ohne jeden Zweifel eintreffen wird, selbst wenn sich alle Armeen der Unterwelt dagegen stellen würden! Der HERR, Herr Zebaoth (= Herr der Heerscharen*) ist sein Name, WIRD sie wahr werden lassen! Ein an Jesus Christus gläubiger Mensch erhält das ewige Leben! Amen!

*Gott ist nicht der alte Tattergreis, wie er in üblen Comics dargestellt wird. Gott selbst ist allein schon unschlagbar und kann ohne jegliche Hilfe das ganze Universum zusammenrollen und vernichten, wenn Er will. Aber Er präsentiert sich auch als mächtiger Heerführer einer unschlagbaren Armee, die vor keinem Feind kehrt macht, schon gar nicht vor den Reihen des Widersachers, des Teufels. Ein Engel Gottes kann, wenn er den Befehl erhält, den Satan ohne weiteres binden (Offb 20,1.2).

Vers 26

Dies habe ich euch im Blick auf die geschrieben, die euch verführen. 1.Joh 2,26

Im Anfang hörten die von Johannes angeschriebenen Christen die gesunde, durch die wahren Diener Gottes verkündigte Lehre. Das ist ein Ausschnitt von gesunder Lehre:

1 Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht,
2 durch das ihr auch errettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.
3 Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften;
4 und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften; 1.Kor 15,1-4


Danach kommen Christen mit Verführern in Kontakt, denn Verführungen müssen kommen, damit der Glaube sich bewähren kann, wie geschrieben steht (Christus spricht):

Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass nicht Verführungen kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen! Lk 17,1

Verführungen sind ernst zu nehmen. Es ist nicht so, dass niemand auf Irrlehrer hereinfällt. Sonst hätten die Zeugen Jehovas, um ein Beispiel zu nennen, nicht einen einzigen Anhänger. Irren wir uns nicht, Verführer werden Erfolg haben, wie es das Wort Gottes schon vorausgesagt hat:

und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen; Mt 24,11

Genau aus diesem Grund schreibt Johannes diese Zeilen; er wusste von der ernstzunehmenden Gefahr, die von Verführern ausgeht. Und die Verführung wird immer feiner und ausgeklügelter. Heute sprechen Verführer nicht mehr von offener Rebellion gegen Gott. Sie kategorisieren den Inhalt der Heiligen Schrift in „wichtig“ (heilsnotwendig) und „unwichtig“ (nicht heilsnotwendig) und lehren damit in versteckter Weise, dass die unbedingte Befolgung vieler Gebote Gottes fakultativ oder gar aufgehoben sei.

Vers 27

Und ihr! Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre, sondern wie seine Salbung euch über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt in ihm! 1.Joh 2,27

Der Apostel Johannes fängt das neue Thema mit ganz direkter Anrede an: „Und ihr!“ Wir sollen aufpassen, „die Ohren spitzen!“ Was Johannes sagt, dessen sollen wir gewiss sein! – Er sagt, dass die Salbung in uns bleibt und uns belehrt. Das sind zwei wichtige Punkte! Erstens sind wir gesalbt, was bedeutet, dass wir von Gott für das Königtum und das Priestertum vorgesehen sind (Könige und Priester wurden gesalbt), wie es Petrus bestätigt (1. Petr. 2,9). Zweitens wurden wir nicht wie die Priester und Könige im Alten Testament mit gewöhnlichem Öl gesalbt. Unsere Salbung kann uns belehren, wie es dieser Vers sagt. Wir haben eine lebendige Salbung in uns, das ist der Heilige Geist Gottes (Apg 10,38).

Und nun sollen wir so in Ihm bleiben, wie uns die Salbung belehrt, was bedeutet, dass wir keine anderen Ansichten annehmen sollen, selbst wenn wir von Brüdern und Schwestern anders gelehrt werden. Wir sollen in Ihm bleiben, wie uns die Salbung belehrt.

Vers 28

Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft! 1.Joh 2,28

Die Kern von „in Ihm bleiben“ ist: Wir sollen in Ihm, in seiner Lehre, seinem Verhalten, seiner Liebe bleiben, wir sollen ganz nach seinem Wesen wandeln. Dann werden wir bei seiner Ankunft nicht beschämt werden. – Wieso besteht die Möglichkeit, dass wir bei seiner Ankunft beschämt werden? – Nun, wir wissen, dass wir die Früchte des von uns gesäten Samen ernten werden. Das ist ein Prinzip im Leben eines jeden Menschen. Christus spricht:

4 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Joh 15,4-5

Nur in Christus bringen wir Frucht, getrennt von Ihm bringen wir nur tote Werke, die im Feuer der Prüfung verbrennen werden (1. Kor 3,12-15). Und tote Werke wollen wir um jeden Preis vermeiden, da doch Gott echte Früchte von uns erwartet (Phil 4,17). Nun ist es so, dass – wenn wir keine Früchte bringen werden, obschon Gott für uns alles vorbereitet und uns dafür seine volle Unterstützung zugesagt hat – wir bei seiner Wiederkunft wie die faulen Knechte (Mt 25,24 ff.; Luk 19,20 ff.) beschämt sein werden. Davor warnt uns Johannes, der treue Knecht Christi.

Vers 29

Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt, dass auch jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist. 1.Joh 2,29

Das ist ein sehr starker Vers! Er sagt aus: Jeder, der die Ungerechtigkeit tut, ein nicht wiedergeborener Heide ist; er sagt also aus, dass jeder Heide in Ungerechtigkeit, in Sünde lebt! – Wir wissen aus dem Kapitel 7 des Römerbriefes, dass der Mensch Gottes Gesetz nicht halten kann. Er hält es nicht und lebt in Ungerechtigkeit, wie geschrieben steht:

18 Denn ich weiss, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht.
19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Röm 7,18-19

Die Gesellschaft versucht das mit allen Mitteln zu kaschieren. Im Zug macht man Menschen mit einer Behinderung Platz. Häuser baut man „barrierefrei“, damit auch Rollstuhlfahrer leichten Zugang haben. In öffentlichen Gebäuden ist das schon der Standard. – Sage ich damit, es sei nicht gut, wenn man Menschen mit einer Behinderung hilft? – Auf keinen Fall sage ich das! Der Mensch tut viel Gutes, doch er kann Gottes Gesetz trotzdem nicht halten und lebt daher vor Ihm in Ungerechtigkeit. Die Sünden der Menschen sind so vielfältig und so individuell, wie die Menschen selber. Die einen sündigen in sexueller Hinsicht und blicken mit begierigen Augen dorthin, wo sie nicht hinblicken sollten. Andere leben im Stolz und der Überhebung, andere in der Missgunst und der Lieblosigkeit. Kein nicht wiedergeborener Mensch lebt in Gerechtigkeit. Das ist die Aussage der Bibel, die nicht ignoriert werden kann. Der natürliche Mensch ist verloren! Der Mensch, der Jesus Christus nicht als den Retter annimmt, bleibt vor Gott in der Ungerechtigkeit!

Kapitel 3

Vers 1

Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heissen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. 1.Joh 3,1

Gott ist für den natürlichen Menschen zu erkennen, das wissen wir aus der Sichtbarkeit der Schöpfung und das wird durch den Römerbrief bestätigt, wie geschrieben steht:

18 Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten,
19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart.
20 Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien;
21 weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Röm 1,18-21

Der Mensch ist ohne Entschuldigung, weil Gott durch die Werke der Schöpfung wahrgenommen wird. Doch die Menschen verdrängen diese Wahrheit durch Ungerechtigkeit. Deshalb kann Johannes sagen: Die Welt hat Ihn nicht erkannt. Und die Welt erkennt uns Christen auch nicht; sie will mit Göttlichem nichts zu tun haben! Die Welt will verloren gehen, und der Feuersee (die Hölle) steht schon bereit! – Ein schreckliche Wahrheit, welche Gott für keinen Menschen will. Gott will die Menschen retten und reich machen!

Menschen, die den Rettungsanker, Jesus Christus, annehmen, rettet Gott nicht „nur“ vor der Hölle, Er schenkt ihnen noch viel mehr! Gott macht Menschen, die an seinen Sohn Jesus Christus glauben, zu seinen eigenen Kindern, das sind Kinder mit der göttlichen Natur! Was für eine Liebe, die Gott zu den Menschen hat! Was für eine Verheissung und Tatsache! Gepriesen sei unser HERR!

Vers 2

Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1.Joh 3,2

Eine sehr herrliche Feststellung, die uns da Johannes, inspiriert durch den Heiligen Geist, übermittelt. Wir sind Kinder Gottes! Und wir werden sein, wie Jesus Christus ist! Eine solche Behauptung, wir werden sein, wie Er ist, würde ich nie aufstellen, wenn es nicht in der Bibel stehen würde, da ich meine Schwachheit und die der Geschwister ständig vor Augen habe. Da kommt es einem gefühlsmässig unmöglich vor, einmal zu sein, wie Jesus Christus ist. Doch das Wissen, dass wir unseren alten Menschen einmal ganz ablegen dürfen und uns dann nur noch die göttliche Natur, die nicht sündigen kann (1. Joh 5,18), bleibt, dann können wir diese Tatsache auch eher verstandesmässig begreifen.

Vers 3

Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist. 1.Joh 3,3

Gott ist völlig rein und wir sind seine Kinder! – Sollen wir uns verunreinigen? – Sicher nicht! Wir wollen uns standesgemäss, der Familie gemäss verhalten! Im selben Geist wie Johannes schreibt auch Paulus zum selben Thema im zweiten Korintherbrief, wie geschrieben steht:

16b »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.«
17 Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen
18 und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.
7,1 Da wir nun diese Verheissungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. 2.Kor 6,16b-7,1

Christus musste wegen unserer Befleckung sterben. Wie könnten wir Gott ehren, wenn wir weiter sündigten? Wie könnten wir seinen Namen zieren, wenn wir die Sünde in Kauf nähmen? Das wäre schlicht unmöglich!

Nun sagt Johannes, dass sich der Christ selber reinigt. – Wie geht das, sich selber zu reinigen? – Wenn man sich selber richtet und den Blick und das Begehren von der Sünde abwendet, dann reinigt man sich selber. Damit stoppt man den Prozess der Verunreinigung durch die Sünde und kommt zur Busse und wird durch das Blut Christi reingewaschen. Die definitive Reinigung kommt zwar von Gott, den Prozess setzt der Mensch in Gang. Deshalb sagt Johannes, dass sich jeder selbst reinigt, der die Hoffnung auf Ihn hat.

Vers 4

Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit. 1.Joh 3,4

Johannes gibt dem Sündigen einen weiteren Namen: Tun der Gesetzlosigkeit. Gesetzlose tun Gesetzlosigkeit. Das ist für alle eine Warnung, die Sünde verniedlichen oder gar zum Kavaliersdelikt herunterspielen. Die Übertretung eines einzigen Gebotes Gottes, das von aussen gesehen nicht schwerwiegend zu sein schien, brachte den Tod, die Krankheit und den Schmerz in das Leben der Menschen. Verlangt war im Anfang: Der Mensch sollte die Frucht des einen Baumes nicht essen, was durch Eva und Adam ignoriert wurde. Die Folgen sind heutzutage klar: Sie sind katastrophal!

Trotzdem gibt es heute immer mehr Menschen unter uns, welche die Sünde wieder verniedlichen wollen, damit der Mensch wieder in die Fallen des Teufels und des Todes tappt, wie Eva und Adam in den Anfängen. Man versucht heute wieder, schwächere Sünden zu legitimieren. Mord und den Eltern fluchen werden nach wie vor von der Mehrheit der Christen als Übertretung betrachtet. In allgemeinen und besonders in göttlichen Aufgaben fleissig und der Obrigkeit untertan sein, werden aber schon vielerorts als fakultative (freiwillige) biblische Gebote betrachtet. Damit wird die böse und todbringende Sünde verniedlicht. Nun soll der Mensch wissen, Johannes stellt das klar, dass jeder Mensch den unrühmlichen Titel „Gesetzloser“ tragen wird, wenn er anfängt, die Sünde, sie mag noch so klein sein, zuzulassen.

Vers 5

Und ihr wisst, dass er geoffenbart worden ist, damit er die Sünden wegnehme; und Sünde ist nicht in ihm. 1.Joh 3,5

Christus kam, um die Sünden wegzunehmen und selbst hat Er keine Sünde. Er kam wegen dem Sündenproblem, um es zu lösen, nicht um es zu verniedlichen. Sein Tod am Kreuz zeigt die Hässlichkeit der Sünde. Um das Sündenproblem zu lösen musste Er sich völlig aufgeben und unter maximalen Qualen alles hergeben, was Er hatte! Daher sollen wir mit der Sünde definitiv nichts zu schaffen haben!

Und wenn wir Ihm gleichförmig sein wollen, ist auch klar, dass Sünde in unserem Leben keinen Platz finden soll, deshalb weist Johannes auf die folgende Eigenschaft Jesu Christi hin: Sünde ist nicht in Ihm!

Vers 6

Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt. 1.Joh 3,6

Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; das ist der Gradmesser, der uns wissen lässt, ob wir mit Ihm verbunden sind und uns seinem Wesen gemäss verhalten. Und Johannes stellt klar: Wer sündigt, ist nicht nur etwas weniger mit Ihm verbunden, aber auch noch irgendwie in Ordnung. Johannes erklärt, wo ein Mensch steht, der sündigt: Der Mensch, der sündigt, hat Ihn nicht gesehen noch Ihn erkannt! Hätte der sündigende Mensch erkannt, dass Christus der Sünde wegen gekreuzigt wurde, so hätte er nicht Sünde in seinem Leben zugelassen! Amen.

Vers 7

Kinder, niemand verführe euch! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie er gerecht ist. 1.Joh 3,7

Mit diesem und dem nächsten Vers doppelt Johannes in einer in christlichen Gemeinden selten gesehenen, konsequenten Haltung gegen die Sünde nach. Niemand soll uns verführen! Niemand soll uns mit einer halbkonsequenten Lehre einlullen. Niemand soll kommen und sagen, die 70-prozentige Verleugnung des Fleisches sei schon viel und damit wäre man schon weit über dem christlichen Durchschnitt.

Nein, wir sollen uns auf gar keinen Fall verführen lassen! Nur die 100-prozentige Verleugnung des alten und sündigen Menschen ist vor Gott angenehm. Der Sünde soll die Türe kein Spalt offengelassen werden. Wenn es in unserem Leben etwas gibt, das uns zur Sünde verführt oder verführen könnte, so sollen wir uns die Worte des HERRN in der Bergpredigt immer wieder anhören:

29 Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiss es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
30 Und wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Mt 5,29-30

Unser HERR verlangt von uns ein Leben im neuen Menschen, in der neuen Natur, die nicht sündigen kann. Das ist vom Christen verlangt, nicht weniger. Mögen wir das in diesen Zeiten des sittlichen Zerfalls, der auch in christlichen Gemeinden wie ein Krebsgeschwür um sich greift, begreifen! – Niemand verführe Euch! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie er gerecht ist. – Lesen wir, was Johannes als Nächstes sagt.

Vers 8

Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte. 1.Joh 3,8

Die alte Natur wurde durch den Teufel vergiftet. Wir wissen, dass in ihr nichts Gutes wohnt (Rö 7). Es wohnt auch nicht der kleinste gute Kern darin, wie es der HERR bestätigt (wie unwissend ist diesbezüglich doch die Welt!):

19 Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen;
20 diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht. Mt 15,19-20

Ich finde weder in Römer 7 einen einzigen Hinweis, dass es einen guten Kern im Menschen geben könnte und noch viel weniger finde ich in den Worten Jesu einen Hinweis dazu. Der natürliche Mensch, die alte Natur ist total verdorben und funktioniert dem Teufel gemäss.

Wer nun in ihr verweilt, tut den Willen des Teufels, ein solcher vermag den Willen Gottes nicht zu tun. Der Sohn des Menschen kam, um die Werke des Teufels zu vernichten. Dazu gab Er uns eine neue Natur; eine Natur, die nicht sündigt. Wie könnten wir nun in der neuen Natur verweilen und damit in der Sünde bleiben? – Ist nicht nur der Gedanke daran schon frevelhaft? 

Vers 9

Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. 1.Joh 3,9

Was für ein Vers! Und wie oft wird er als nicht 100-prozentig wahr betrachtet, was nicht berechtigt ist. Wer auf sein Versagen blickt, soll nicht sagen, Gottes Same könne noch sündigen! Wie könnte das möglich sein, da doch alles, was von Gott kommt, perfekt und sündlos ist!

Das neue Leben, das wir durch die Wiedergeburt aus unserem Glauben an Jesus Christus erhalten haben, wurde durch Gott gezeugt. Dieses Leben ist absolut sündlos und kann nicht sündigen, wie es der Vers indiskutabel sagt. – Nun fragen wir uns vielleicht, wieso wir denn immer noch in Sünde fallen können. Ängstliche unter uns fragen sich vielleicht sogar, ob sie sich überhaupt zu Christus bekehrt haben, wenn sie merken, dass sie noch sündigen können. – Die Antwort auf diese Frage ist: Wir haben die alte Natur immer noch in uns, die uns zur Sünde reizt, welche wir aber verleugnen sollen. Paulus beschreibt dieses sündige Gesetz (z. B. Rö 7,23) in seinem Brief an die Römer. Sie steckt noch in uns und kann uns in die Sünde hineinführen. Das neue Leben ist aber seit der Wiedergeburt auch in uns und kann uns in die Freiheit, aus der Knechtschaft der Sünde, hinausführen. Die Entscheidung liegt bei uns, auf welche Stimme wir hören wollen, ob wir auf die Stimme der alten oder auf jene der neuen Natur hören wollen.

Wir sollen einfach wissen: Wenn wir auf die neue Natur hören, sündigen wir nicht und gefallen Gott in allem, was wir tun! Deshalb kann Johannes ohne zu übertreiben schreiben, dass ein aus Gott Geborener nicht sündigt. Eine grosse Hilfe, um konzentriert und ohne Ablenkung in diesem neuen Leben zu bleiben, finden wir im Epheserbrief, Kapitel 6, ab Vers 10.

Lassen Sie uns gemäss dieser neuen Natur wandeln! Amen!

Vers 10

Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott, und wer nicht seinen Bruder liebt. 1.Joh 3,10

Johannes setzt die Grenzen in unserer christlichen Gesellschaft neu. Dort, wo die gutmenschlich denkenden Christen offene Türen für alle Menschen haben, egal in welchem moralischen Zustand sie sich befinden, korrigiert Johannes scharf und schliesst einen Grossteil (gefühlt den grösseren Teil) der Menschen aus, die von denen anerkannt werden, die lieber sein wollen als der liebe Gott. JEDER, der nicht Gerechtigkeit tut, ist NICHT aus Gott. Punkt. Wer (JEDER, der) seinen Bruder nicht liebt, ist NICHT aus Gott. Punkt. Wer nicht aus Gott ist, ist aus dem Teufel, denn „hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels“. JEDER, der nicht Gerechtigkeit tut und JEDER, der seinen Bruder nicht liebt, ist … Wer darüber diskutieren will, soll wissen, dass die Schrift nicht aufgelöst werden kann (Joh 10,35), somit ist hierüber jede Diskussion hinfällig. Amen.

Vers 11

Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen. 1.Joh 3,11

Gott hat seinen gleichbleibenden Willen den Menschen geoffenbart und hat sich durch diese beiden Tatsachen, durch die Offenbarung seines Willens und durch seine Unwandelbarkeit, berechenbar gemacht. Wenn wir seinen Willen durch das Lesen der Heiligen Schrift kennenlernen und uns daran halten, so können wir seines Wohlgefallens sicher sein. Wenn wir uns aber gegen seinen Willen verhalten, so können wir auch sicher sein, dass wir unter Zucht kommen (Heb 12,6.7).

Johannes schreibt hier etwas von einer gleichbleibenden Botschaft, was bei der Botschaft Gottes natürlich ist, wie erwähnt. Gottes Wort verändert sich nicht; es ist gleichbleibend. Und die Gottesliebe und die Nächsten- und auch besonders die Bruderliebe wurden von Gott schon von Anfang an kommuniziert, wie geschrieben steht:

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. 5.Mose 6,5

Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR. 3.Mose 19,18

In Gottes Wort muss nicht für jeden Tag etwas Neues gesucht werden. Gottes Wille bleibt gleich. Wir sollen das Wort Gottes kennenlernen und in die Praxis umsetzen. Dann können wir sicher sein, dass wir vor Gott wohlgefällig unterwegs sind. Dann können wir uns dessen ganz sicher sein! Amen!

Vers 12

Nicht wie Kain sollen wir sein, der aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. 1.Joh 3,12

Kain zeigte durch den Brudermord ein Verhalten, das wir gerade nicht annehmen sollen, denn Kain zeigte das Gegenteil von Bruderliebe. Brudermord ist das Gegenteil von Bruderliebe. – Und wie kommt man dazu, den Bruder zu töten? – Durch das Zulassen des Bösen, kommt man dazu.

Die Werke Kains waren böse, was im Mord am Bruder gipfelte: Er erschlug seinen Bruder Abel, der ihm nichts zuleide getan hatte. Die Bibel attestiert Abel, dass seine Werke gerecht waren, wie wir es eben gelesen haben.

Vers 13

Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst. 1.Joh 3,13

Es ist leicht, dass uns die Welt hasst, weil sie Christus hasst und sie das Licht Gottes nicht erkennen will. Selbst unser HERR sagte persönlich zum Thema:

Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Joh 15,18

Wenn uns die Welt (um Christi willen) hasst, sollen wir wissen, dass sie Christus vor uns gehasst hat. Deswegen sollten wir uns nicht grämen, denn es steht geschrieben:

11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist gross in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Mt 5,11-12

Christus wird uns unsere böse Zeit des Leidens überreich belohnen, die wir um seinetwillen erdulden, wie er vom Vater belohnt wurde, weil Er sich unter den Willen des Vaters gestellt hatte. – Er sei gelobt! Amen!

Vers 14

Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer nicht liebt, bleibt im Tod. 1.Joh 3,14

Johannes sagt damit aus, dass erst im Leben ist, wer aus der geistlichen Natur, die von Gott kommt, lebt. Gott ist Liebe (1. Joh 4,8) und wer den Bruder liebt, lebt durch diese Natur; ein solcher ist im Leben! Die alte Natur hat hingegen keine Zukunft, sie kann und wird somit nicht in das Reich hineinkommen (1. Kor 15,50), auch die vom besten fleischlichen Menschen wird nicht ins Reich kommen. Unsere alte Natur ist dem Tod übergeben. Wer nun in ihr bleiben möchte, bleibt im Tod.

Vers 15

Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat. 1.Joh 3,15

Der erste Johannesbrief, ein von Gott inspiriertes Bibelbuch, ist die dringend benötigte Medizin für christliche Gutmenschen. Johannes übermittelt Gottes Denken über solche, die ihre Brüder hassen und setzt sie mit dem Teufel in eine Reihe. Der Teufel trägt den Titel Menschenmörder (Joh 8,44). Diesen Titel bekommen die Menschen unter uns, die Brüder und Schwestern hassen – nicht abgeschwächt wohlverstanden.

Die Botschaft von Johannes, welche durch den Heiligen Geist inspiriert ist, ist völlig klar. Ein christlicher Gutmensch, der alles schönreden will und in jeder Person etwas Gutes sieht, benötigt diese Medizin dringend, um von seiner völlig in die Irre führenden Einstellung geheilt zu werden. Johannes rückt das in Schieflage geratene Bild des christlichen Gutmenschen gerade: Wer nicht liebt, bleibt im Tod und jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder! Amen.

Vers 16

Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. 1.Joh 3,16

Christi Hingabe seines Lebens gipfelte am Kreuz. Den Anfang der Hingabe sehen wir im Stall von Bethlehem, wo Er vom Himmel her ins Fleisch gekommen war. Dann lebte Er ein Leben in der völligen Abhängigkeit des Vaters für die Menschen, damit den Menschen ein Weg der Rettung bereitet würde. Christus lebte nicht nach seinem Willen, kein Mensch gibt sich gerne einem beschwerlichen Leben hin, wenn er es anders haben könnte. Christus lebte mit seinem Vater als Gott, als oberster Herrscher über Königreiche und Fürstentümer im Himmel. Die zwischenzeitlich entstandene Not auf der Erde liess Ihn nicht kalt, sodass Ihn seine Liebe zur Schöpfung antrieb, alles zur Rettung Notwendige aufzugeben. Die Rettung des Menschen erforderte nun alles von Christus; Er musste die Himmel verlassen und wie ein Mensch in Niedrigkeit leben. Aber das reichte immer noch nicht für das Sündenproblem, das war „erst“ der Anfang seiner Hingabe. Damit die Rettung vollständig geschaffen werden konnte, musste Er sein Letztes, was Er besass, auch noch dahingeben, das war sein eigenes Leben. Und Er hat es getan! Das ist die Liebe Christi zu uns Menschen!

Johannes erklärt uns, dass wir unseren Geschwistern dieselbe Hingabe schulden. Glückselig, wer sich das zu Herzen nimmt und es in die Praxis umsetzt! Amen!

Vers 17

Wer aber irdischen Besitz hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschliesst sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? 1.Joh 3,17

Zum Vers 16 mag der religiöse Mensch ja noch nicken und seine Zustimmung geben. Aber wie sieht es in der praktischen Anwendung aus? Johannes gibt mit diesem Vers 17 ein Praxisbeispiel. Verurteilst Du Dich nicht gleich selbst, wenn Du als vermeintlich guter Christ Deine Zustimmung zum Vers 16 gegeben hast und gleichzeitig Dein Bruder oder Deine Schwester Mangel leiden und Du Dein Herz vor ihnen verschliesst?

Vers 18

Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit! 1.Joh 3,18

Von aussen gesehen geben sich alle Menschen als lieb zu sein aus. Wer würde von sich aus zugeben, einem Bedürftigen nicht helfen zu wollen? – In der Praxis sieht aber alles ein wenig anders aus, sonst hätte Gott diese Ermahnung nicht mehrfach ins ewige Wort aufgenommen (2. Mo 23,5; 3. Mo 19,18; Mt 22,39; Jak 2,14 ff; der erste und letzte Versangaben deuten auf Praxisbeispiele, die mittleren beiden auf den Antrieb).

Wo stehen Sie, liebe Leserin und lieber Leser? Beteuern Sie nur oder setzen sie um, was sie bekräftigen?

Vers 19

Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor ihm unser Herz zur Ruhe bringen, 1.Joh 3,19

Dieser Vers und der nächste gehören zusammen. Sie zeigen auf, wie man ein bekümmertes oder ein unruhiges Herz zur Ruhe bringt.

Viele unter uns haben bekümmerte und unruhige Herzen, lassen Sie Ihr Herz von Gott zur Ruhe bringen!

Vers 20

dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott grösser ist als unser Herz und alles kennt. 1.Joh 3,20

Die Verse 19 bis 22 muss man im Kontext sehen. Man darf diesen Vers 20 nicht nehmen, um ein anklagendes Herz beiseite zu schieben, indem man sagt: „Gott ist grösser als mein Herz!“

Das Herz ist ernst zu nehmen! Wenn es uns anklagt, so müssen wir uns in Bezug auf Sünde untersuchen. Wenn Sünde vorhanden ist, müssen wir sie unbedingt vor Gott bereinigen, da wir nur Freimütigkeit zu Gott haben, wenn uns das Herz nicht verurteilt (siehe nächster Vers)! Wenn ein Nächster zu uns kommt, der von seinem Herzen geplagt wird, sollen wir auf keinen Fall seine aufgewühlten Gefühle herunterspielen und eine Generalamnestie durch Gott aussprechen. Wenn das Herz des Nächsten ihn in berechtigter Weise anklagt, so müssen wir ihn auf den Weg zur Busse führen.

Danach gilt: Wenn wir unsere Sünden vor Gott bekennen, ist Gott grösser als ein (weiterhin) anklagendes Herz, da Er uns von der Sünde tatsächlich reinigt (1. Joh 1,9). – Es gibt fröhlichere und schwermütigere Herzen. Da unsere Herzen nicht in einer perfekten Art funktionieren, kann es vorkommen, dass uns das Herz wegen einer durch uns begangenen und vielleicht schwereren Sünde immer wieder anklagt und uns in einer unberechtigten Weise in einer „beständigen Untersuchungshaft“ belassen möchte, obschon wir die Sünde in echter Reue vor Gott und, falls Menschen geschädigt wurden, auch vor den Menschen bekannt haben. In einem solchen Fall können wir besorgten Menschen oder unserem eigenen, immer noch unruhigen Herzen sagen: Da die Sünden in wahrer Reue vor Gott bekannt wurden, so dürft Ihr Menschen (oder: unser Herz) zur Ruhe kommen! Gott ist jetzt (seit dem Zeitpunkt der Bereinigung) grösser als die Unruhe über die geschehene Sünde, da Er versprochen hat, uns bei Reue vollständig zu reinigen und uns vollständig zu vergeben! Amen!

Vers 21

Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, 1.Joh 3,21

Es ist wichtig, dass uns das Herz nicht verurteilt. Mit der Aussage, Gott sei grösser als unser Herz, sagte Johannes nicht, es sei egal, ob uns unser Herz verurteilt oder nicht, wie bereits im vorausgehenden Kommentar erwähnt. Das wird mit diesem Vers bekräftigt. Erst, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott.

Solange es uns verurteilt, sollen wir Gott um die Klärung der Ursache bitten. Da wir nicht perfekt sind, kann uns unser Herz auch mal ohne Grund (z. B. wegen Beschuldigung durch andere Menschen) anklagen. Dann ist auch mit Gott abzuklären, ob tatsächlich etwas vorliegt oder wir die Sache als nichtig beiseitelegen können. Sollte sich um Sünde handeln (vielleicht zuvor verdeckte), so sollen wir sie vor Gott bekennen. Dann ist Gott grösser als jede Anklage, Er ist grösser als die Anklage des Teufels oder die unseres Herzens, weil Gott durch die Tat Christi jede Sünde aus der Welt schaffen kann, solange sie reumütig vom Menschen bekannt wird.

Vers 22

und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun. 1.Joh 3,22

Die Verse 21 und 22 bilden eine Aussage. Wenn uns das Herz nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, und was immer wir bitten, empfangen wir von Ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor Ihm Wohlgefällige tun. Wenn unser Herz mit Ihm im Einklang steht, müssen wir uns nicht vor Strafe fürchten; wir können einfach auf Ihn zugehen und schöne Gemeinschaft pflegen. Die Bibel sagt, dass wir in diesem Fall alles erhalten werden, worum wir bitten. Und das ist wahr, weil die ganze Bibel wahr ist und keine einzige Aussage des Heiligen Geistes anzuzweifeln ist.

Vers 23

Und dies ist sein Gebot, dass wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie er es uns als Gebot gegeben hat. 1.Joh 3,23

Wer sich beim vorausgehenden Vers gefragt hatte, was denn die Gebote Gottes wären, damit er sie hielte und in seinen Segen käme, bekommt mit diesem Vers eine alles zusammenfassende Antwort:

Die primäre und entscheidende Voraussetzung für ein vor Gott wohlgefälliges Leben ist der Glaube an seinen Namen, das ist der Name Jesus Christus. Danach sollen wir einander lieben, was die Summe aller Gebote ist. – Einfach und herrlich, nicht wahr?

Vers 24

Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm; und hieran erkennen wir, dass er in uns bleibt: durch den Geist, den er uns gegeben hat. 1.Joh 3,24

Wer seine Gebote hält, fällt nicht in Sünde und bleibt in Ihm und Christus in ihm, da kein trennender Keil der Sünde dazwischenfährt.

Zum zweiten Teil des Verses gibt es eine Parallelstelle, die exakt dasselbe aussagt:

Hieran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 1.Joh 4,13

Gottes Geist, den wir in uns haben – was für eine grosse Sache! – ist der Indikator (Er zeigt an), dass wir mit Christus verbunden sind. Er hat uns ja als Glieder in seinen Leib eingefügt! Und wenn wir den Fluss in diesem Leib spüren, wenn wir den Geist spüren, so können wir sicher sein: Wir sind mit Ihm verbunden! Zu dieser Verbundenheit müssen wir aber aktiv einen eigenen Beitrag leisten, sonst hätten wir die dazugehörige Aufforderungen Christi nicht:

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. Joh 6,56

Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. Joh 15,4

Auch Johannes fordert die Gläubigen im Auftrag Christi nochmals dazu auf:

Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft! 1.Joh 2,28

Achten wir darauf, in Ihm zu bleiben. Dazu muss die Sünde gerichtet und sein Angesicht gesucht werden. Amen!

Kapitel 4

Vers 1

Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. 1.Joh 4,1

Was ist ein falscher Prophet? – Ein falscher Prophet gibt an, im Namen Gottes zu sprechen, spricht aber aus seiner eigenen Wahrnehmung (Hes 11,5) oder durch nichtgöttlichen Einfluss (2. Chr 18,18 ff.); ein falscher Prophet spricht nicht die Aussprüche Gottes aus. Auf diesem Weg bringt ein falscher Prophet die Menschen auf einen falschen Pfad.

Wie können wir nun die Geister prüfen, die hinter den Menschen stehen, die zu uns reden? – Die einen haben die Gabe der Unterscheidung der Geister (1. Kor 12,10), andere nicht. Doch auch die, welche diese Gabe nicht haben, können anhand der Bibel die Geister prüfen, ob sie aus Gott sind. Sobald Reden an uns gelangen, die nicht mit der Schrift übereinstimmen, sind sie nicht aus Gott, sondern aus Geistern, die uns auf eine falsche Fährte und damit zu Fall bringen wollen.

Diese Ermahnung ist wichtig, denn falsche Propheten stossen leider auf Gehör und verführen viele, was selbst von der Schrift bestätigt wird (Mt 24,11).

Vers 2

Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; 1.Joh 4,2

Der Apostel Johannes gibt hier eine grundsätzliche Hilfestellung, wie man den Geist Gottes (das Reden des Geistes Gottes) erkennen kann: Wer die Gottheit Christi leugnet (Islam, Zeugen Jehovas), zeugt nicht von der Wahrheit. Nur ein Geist, der bekennt, dass Christus schon immer war, da Er Gott ist, und dann ins Fleisch kam (Menschengestalt annahm), der ist aus Gott. Es ist ein grosser Unterschied, ob man Mensch wird (wir) oder ob man schon immer war und an einem bestimmten Zeitpunkt ins Fleisch kommt (Jesus Christus). Wir Menschen wurden geschaffen, wir sind geschaffene Wesen. Jesus Christus war schon immer, Er ist unerschaffen (Joh 1,1; 8,58). Zur bestimmten Zeit kam Er ins Fleisch und nahm Menschengestalt an. Er wurde zum vollkommenen Menschen, blieb aber gleichzeitig Gott, da Er Dinge für sich beanspruchte, die nur Gott für sich beanspruchen kann (die Macht, Sünden zu vergeben; Lahme und Blinde zu heilen [Lk 7,22]).

Vers 3

und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt. 1.Joh 4,3

Jeder Geist, der den Herrn Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Der Vers 3 ist die Fortsetzung des Verses 2, welcher aussagt, dass Christus im Fleisch gekommen ist. Jede Stimme, die Christus die Gottheit abspricht, jede Stimme, die sagt, Christus würde erst seit der Jungfrauengeburt in Betlehem existieren, kommt aus dem Geist des Antichristus, aus dem Geist des Gegenchristus. Wir wissen, wer gegen Christus ist: Der Teufel und alle seine Kollaborateure.

Dieser Geist ist jetzt schon in der Welt und wirkt unter den Verlorenen, welche in der Verblendung des Gottes dieser Welt, in der Verblendung des Teufels, alles Ungöttliche hochhalten und zu jeder Schandtat, sei es perverser sexueller oder sonst jeder unmoralischer Art, bereit sind.

Vers 4

Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden, weil der, welcher in euch ist, grösser ist als der, welcher in der Welt ist. 1.Joh 4,4

Christus sagte, dass Er die Welt überwunden habe und wir deshalb getrost sein sollen (Joh 16,33). Danach hat uns Christus, die wir an seinen Namen glauben, in seinen Leib eingefügt (1. Kor 12,12.13). Damit macht uns Christus zu seinen Teilhabern und damit zu Teilhabern seines Sieges.

Die Welt untersteht dem Gott dieser Welt, wie der Teufel auch genannt wird (2. Kor 4,4), das ist der Fürst über alle Unmoral. Aber Christus hat die Welt überwunden. Damit hat Er auch den Machthaber dieser Welt überwunden, vor dem wir uns nicht mehr zu fürchten brauchen. Der in uns ist, ist grösser als der, der in der Welt ist.

Vers 5

Sie sind aus der Welt, deswegen reden sie aus dem Geist der Welt, und die Welt hört sie. 1.Joh 4,5

Sie, die Weltmenschen, die Menschen ohne Christus, sind aus der Welt. Sie reden die Sprache der Welt und deshalb werden sie gehört (von der Welt und von allem, was sie ausmacht). Der christusgläubige Mensch ist hingegen eine neue Kreatur; er wurde aus diesem bösen System, er wurde aus der Finsternis ins Reich des Lichtes herausgerettet (Eph 5,8)!

Die Bibel spricht da Klartext: Ein Weltmensch spricht die Sprache der Ungerechtigkeit, welche vom Teufel kommt, denn es heisst, sie würden die Sprache der Welt sprechen. – Es gibt „liebe“ Geschwister unter uns, die für alle Menschen immer eine Entschuldigung für deren Verhalten finden. Doch auch für solche „lieben“ Geschwister unter uns gilt: Die Bibel ist der Massstab, nicht unser Wunschdenken und nicht unser manchmal unverbesserlicher Glaube an das Gute! Die Bibel stellt klar, dass die Welt böse ist. Der Geist, der sie regiert, der Teufel, ist völlig gegen Christus und die Menschen gesinnt; er ist die Ursache des Bösen. Wenn nun Menschen gemäss diesem Geist reden und Freunde der Welt sein wollen, ist das eine ganz üble Sache, für die es keine guten Worte gibt, wie das ewige Wort im Jakobusbrief im Blick auf Christen klarstellt:

Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes. Jak 4,4

Jakobus bezeichnet Christen, die Freunde der Welt sein wollen, als Ehebrecherinnen, da ein Christ, der mit Christus eine verbindliche Beziehung eingegangen ist – er ist mit Christus verlobt (2. Kor 11,2) – diese verwirft, wenn er sich die Welt zurücksehnt. Die Bibel lehrt uns, dass Gott eine Verlobung in derselben Art schützt, wie Er es für eine Ehe verordnet hat (5. Mo 22,23.24). Daher kommt es bei einem Christen, der die Welt liebt, dem Ehebruch gleich.

Vers 6

Wir sind aus Gott; wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums. 1.Joh 4,6

Es ist grundsätzlich so, dass derjenige den Schöpfer-Gott erkennt, der uns hört, damit ist „wer uns versteht“ gemeint, denn wir sprechen von Gott und seinem Plan. Wer uns, die wir Diener der Wahrheit sind, nicht hört, der ist dem Geist des Irrtums verfallen. Einem solchen hat der Gott dieser Welt, der Teufel, die Augen verblendet.

Der Geist des Irrtums kann alle Menschen verblenden, auch die, welche anfänglich einen guten Verstand hatten. Plötzlich glauben gescheite Menschen, das Universum habe sich selber erschaffen (etwas zuvor Nichtexistentes konnte sich selbst – obschon es nicht existiert – in die Existenz „befördern“; z. B. Stephen Hawking in seinem Buch „The Grand Design“). Die Verblendung kann so weit gehen, dass die weltbesten Wissenschaftler solche Aussagen aufstellen. Und wenn solche Menschen dem Geist des Irrtums glauben, so ist es doch leicht, einfacher „gestrickte“ Menschen zu verführen.

Lasst uns Gott danken, dass Er uns das Verständnis für Ihn gegeben hat!

Vers 7

Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. 1.Joh 4,7

Die Liebe ist aus Gott. Gott ist Liebe (siehe nächster Vers). Die Welt kennt diese unendliche und alles ertragende Liebe nicht und hat eine andere Definition für Liebe. Die Welt spricht von „freier Liebe“ oder von „Liebe machen“ und meint damit in der Sprache der Bibel „Unzucht“ beim Ausdruck „freie Liebe“ und bestenfalls „ehelicher Verkehr“ beim Ausdruck „Liebe machen“, wobei die Welt dort auch den Ehebruch und jede andere perverse sexuelle Praktik miteinschliesst.

Von der hingebungsvollen, alles zurückstellenden wahren Liebe weiss die Welt nichts. Die eigenen Angehörigen werden schnell abgeschoben, wenn sie einem zur Last fallen. – Die Bibel stellt uns diese Liebe Gottes an verschiedenen Stellen vor, betrachten wir eine im Evangelium von Johannes, da wir schon dabei sind, seinen Brief zu betrachten. Der Apostel Johannes schreibt in seinem Evangelium:

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Joh 3,16

Gott liebt die Welt dermassen, dass Er seinen Sohn gab, welcher in völliger Einheit mit dem Vater die Welt auch in dieser Art liebt und das Kreuz freiwillig auf sich nahm! Er sei gelobt!

Wir sollen einander lieben, das ist die Aussage vom Vers 7. Denn die (wahre) Liebe ist aus Gott. Gott liebt. Wer aus Gott ist, liebt auch. Und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren. Wer aus Gott geboren ist, erkennt Gott selbstverständlich auch, er ist ja aus derselben Familie!

Vers 8

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe. 1.Joh 4,8

Wir müssen klar sein: Die Weltmenschen können schon auch lieben. Eine weltliche Mutter liebt normalerweise ihre Kinder, das steht ausser Frage. Auch in der Welt geht es nicht nur um sexuelle Begierden, wenn Liebe das Thema ist. Aber die „Liebe“ der Welt ist neben der Liebe Gottes wie nichts. Die Liebe Gottes kann man nicht in Worte fassen. Sie ist unendlich, denn das für uns unendliche Universum kann Gott nicht fassen. Und Gott ist Liebe.

Das Kreuz von Golgatha veranschaulicht die Liebe Gottes. Die Schrift weist uns selber darauf hin und gibt uns damit auch einen Gradmesser: So sehr hat Gott die Welt geliebt …(Joh 3,16)! – Wie sehr liebt Gott die Welt? – Er liebt sie so sehr, dass Er seinen geliebten Sohn für Menschen dahingab, die sein Gesetz völlig gebrochen und seitens der Gerechtigkeit nichts anderes als den Tod verdient hätten. Seine Liebe wird uns (hoffentlich) bewusst, wenn wir in den Evangelien nachlesen, wie die Volksführer verächtlich und mörderisch mit seinem Sohn umgesprungen waren. Anstatt diese bösen Menschen mit einem Feuer und Schwefelregen vom Himmel zu vertilgen, lud Er die ganze (auch vorsätzliche) Sündenschuld auf seinen Sohn, um allen Menschen während ihres Lebens im Namen Jesus Christus einen rettenden Ausweg zu öffnen. – Gott ist Liebe, zweifelsfrei!

Vers 9

Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. 1.Joh 4,9

Worte beweisen Fakten nicht, Taten schon. Dass Gott seinen geliebten Sohn tatsächlich für die Sünder dahingegeben hat, beweist eine nicht in Worte zu fassende Liebe. Lesen wir nochmals, wie es Johannes in seinem Evangelium ausdrückt:

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Joh 3,16

Wie es der Vers 1. Joh 4,9 sagt, ist hierin, in der Tat Gottes am Kreuz von Golgatha, die Liebe zu uns geoffenbart worden. Durch Ihn und durch niemand anders, auch nicht durch die Frau, welche von grossen Kirchen verehrt wird, empfängt jeder, der an Ihn glaubt, ewiges Leben. Amen!

Vers 10

Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden. 1.Joh 4,10

Der Apostel Johannes doppelt in den Erklärungen zur Liebe Gottes nach: Gott liebte uns zuerst! Es ist einfach, jemandem die Liebe zu erwidern, wenn dieser uns mit Liebe (in Freundlichkeit und jeder guten Absicht) entgegenkommt. Wenn uns aber jemand hasst, sieht das anders aus, dann wird es mit der Liebe schwierig.

Gott liebte uns aber schon, als wir noch seine Feinde waren und Ihm ins Gesicht spuckten (Mt 26,67; 27,30; Mk 15,19). – Wer von uns hätte an der Stelle Gottes noch am Rettungsplan seiner Feinde festgehalten? Die Feinde Christi wollten Ihn nicht haben! Und nicht nur das, sie brachten ihn zu Tode! – Hatten sie mit diesem Verhalten nicht die Hölle verdient bzw. hatten wir in unserer Ablehnung und in unserem Ungehorsam nicht die Hölle verdient? – Sicherlich stand das Urteil zur ewigen Strafe fest, und es stand zu Recht fest! Aber Gott – Er wäre nicht Liebe – liebte uns mit einer nicht in Worte zu fassenden Liebe und erduldete alles, damit der Weg zur Rettung im Gekreuzigten eröffnet werden konnte! Was für eine Liebe! Es ist die Liebe, die im Folgenden beschrieben wird:

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf,
5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit,
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 1.Kor 13,4-7

Die Liebe Gottes, des Vaters hielt alles aus, als seinem Sohn ins Gesicht gespuckt wurde. Die Liebe Gottes, des Sohnes, hielt alles aus, als sie Ihn geisselten und ans Kreuz schlugen! – Seht, welche Liebe (Joh 3,1)!

Vers 11

Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben. 1.Joh 4,11

Wenn es schon in jeder weltlichen Familie statthaft ist, die Mitglieder zu lieben, wieviel mehr sind wird schuldig, einander, die Brüder und die Schwestern zu lieben!

Vers 12

Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet. 1.Joh 4,12

Wie kann jemand sagen, Gott sei in ihm, obschon niemand Gott je gesehen hat? – Ich danke Gott für den Johannesbrief, der uns so vieles erklärt! – Die Lösung ist: Wenn wir einander lieben, wenn kein Zank, Streit und Unordnung sondern Liebe unter uns ist, bleibt Gott in uns!

Diese Erklärung des Johannes mag (zu) einfach tönen, wie die einfache Erklärung Moses, dass Gott im Anfang die Himmel und die Erde erschaffen hat. Diese Erklärungen sind für den Menschen völlig ausreichend, da der Mensch Gott nicht fassen kann. Gottes Berechnungen, die zum Resultat der Distanz der Erde zur Sonne und zur Energieleistung der Sonne geführt haben, - wer könnte sie nachvollziehen? Könnte sie ein weltlicher Wissenschaftler nachrechnen, wo wir doch nicht einmal das Licht so richtig erklären können? Ist Licht Materie oder Welle? Forscher sagen, es komme darauf an, wie man misst und die ehrlichen unter ihnen geben zu, dass sie diese Frage nicht beantworten können.

Wir sehen also, liebe Leserinnen und Leser, dass eine komplexere Erklärung Gottes über sein Schöpfungswerk nichts bringen würde, da wir die Komplexität in jedem Fall nicht erfassen könnten. Daher lässt uns Gott nur wissen, dass es Licht wurde, als Er sprach, es soll Licht werden. Wir können Licht nicht erklären, wir erfreuen uns einfach daran, wie sich ein Kleinkind über die guten Gaben der Eltern freut, dessen Herkunft und Beschaffenheit es auch nicht erklären kann.

Wir sollen daher nicht an einfachen Aussagen der Schrift zweifeln, da wir sowieso nur die einfachste Sprache Gottes verstehen können. Glauben wir daher der Schrift, wenn sie mit einfachen Worten sagt, dass Gott unter uns ist, wenn wir einander lieben!

Vers 13

Hieran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 1.Joh 4,13

Hieran – in der Liebe zueinander (Vers 12) – erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns. Wir erkennen auch hieran – in der Liebe zueinander -, dass Er uns von seinem Geist gegeben hat.

Wie schon oft erwähnt, gibt uns Johannes wertvollste Anleitungen und Indikatoren, welche uns in der Gemeinschaft mit Gott bleiben lassen und welche uns diese Gemeinschaft anzeigen. Niemand hat schliesslich Gott je gesehen, daher sind wir völlig auf solche Indikatoren angewiesen.

Ich danke Gott für den ersten Johannesbrief!

Vers 14

Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. 1.Joh 4,14

Und Johannes, der uns diese guten Indikatoren und Wegweiser zum Leben gibt, kann uns sogar als Augenzeuge die Herrlichkeiten des Christus und des ganzen Planes Gottes berichten. Er hat Ihn gesehen und er lag zu Tisch ganz nahe bei seinem HERRN, den er liebte (Joh 13,23). Diejenigen unter uns, welche noch nicht verstanden haben, dass die ganze Schrift (und somit auch dieser Johannesbrief) von Gott inspiriert ist (2. Tim 3,16), sollen dem Johannes vertrauen, da er ein Augenzeuge der Heilsgeschichte war. Er sah das Lamm Gottes; er sah den Herrn Jesus, der für die Sünden der Welt gekommen war. Er sah Ihn. Er sprach mit Ihm. Er litt mit Ihm. Doch selbst Johannes konnte nicht das tun, was der Herr Jesus getan hat, Johannes konnte die Sünden der Welt nicht tragen, wie sie der gelobte Herr Jesus tragen konnte. Aber Johannes konnte davon zeugen, und sein Zeugnis ist wahr, denn er war dort, wo der Herr Jesus war (Joh 12,26)!

Vers 15

Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 1.Joh 4,15

Jede Seele, besonders die ängstlichen und zarten, können an dieser Stelle ausrufen: „Danke Johannes!“, aber noch viel mehr: „Danke Gott, dass Du dem Johannes erlaubt hast, so detaillierte Indikatoren und Sicherheiten zu geben!“ – Hier gibt uns Johannes wieder ein Indikator, an was wir erkennen können, dass wir in Gott sind und Gott in uns ist. „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott!“

Wir bekennen, dass Du Herr Jesus, der vom Vater dargestellte Sohn bist, der ewige Sohn, der schon immer war, der unerschaffene Gott. Wir reduzieren Dich nicht zu einer erschaffenen Kreatur, wie es die Zeugen Jehovas tun, welche einen anderen Jesus – nicht den, welcher der Vater im Schriftwort vorstellt – bekennen. Ich kenne ihren Jesus nicht, aber ich bekenne vor der Welt den Jesus, welcher der Sohn Gottes ist! Und ich danke für die Offenbarung, dass dann Gott in mir bleibt und ich in Gott. Amen!

Vers 16

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1.Joh 4,16

Johannes betont immer wieder dieselben und absolut zentralen Punkte, damit die Gemeinschaft des Menschen mit Gott intakt bleibt: Ein sündloses Leben, sofortiges Selbstgericht bei aufkommender Sünde (1. Joh 2,1) und die Notwendigkeit, dass unser Lauf mit der Bruderliebe und der Liebe zu Gott einhergeht (1. Joh 3,11.14.16.18.23; 4,7.11, usw.). Wenn wir darin bleiben, so dürfen wir wissen, dass Gott in uns bleibt und wir in Gott (1. Joh 4,16).

Vers 17

Hierin ist die Liebe bei uns vollendet worden, dass wir Freimütigkeit haben am Tag des Gerichts, denn wie er ist, sind auch wir in dieser Welt. 1.Joh 4,17

Wie der Sohn Gottes ist, so sind wir auch in dieser Welt! – Was bedeutet das und warum haben wir Freimütigkeit am Tag des Gerichts? – Jesus Christus kannte keine Sünde, Er lebte ein absolut sündloses Leben (1. Petr 2,22). Am Kreuz lud Er all unsere Schuld auf sich. Er hing als Verfluchter da (Gal 3,13), sodass sich der Vater wegdrehen musste (Ps 22,2; Mt 27,46), weil Er wirklich unsere Verfehlungen auf sich genommen hat. So bezahlte Er sehr bitter für uns alle unsere Verfehlung; Er bezahlten jeden einzelnen Denar (= Geldeinheit) unserer Schuld, bis sie ganz getilgt war. Wäre sie nicht getilgt worden, so hätte Er nicht auferweckt werden können, denn der Tod ist der Lohn der Sünde. Durch diesen ist Er gegangen; Er bezahlte wirklich alles, sodass Er legal wieder ins Leben zurückkehren durfte, was beweist, dass wirklich alle Schuld des Gläubigen getilgt ist. Deshalb steht geschrieben:

der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist. Röm 4,25

Seine Auferstehung ist unsere Garantie, dass wir in Ihm wirklich gerechtfertigt sind! Paulus fasst das im 5. Kapitel des Römerbriefes zusammen:

Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch eine Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Röm 5,18

Wenn wir nun zum Vers 1. Joh 4,17 zurückkommen, haben wir die Antwort auf die Frage, warum wir am Tag des Gerichts Freimütigkeit haben werden: Wir werden Freimütigkeit haben, weil unsere Schuld getilgt ist; Er hat sie getragen und fortgeschafft! Nur schon aus diesem Grund (es gibt noch viel mehr) sei Er gelobt in Ewigkeit! Amen.

Vers 18

Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat es mit Strafe zu tun. Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. 1.Joh 4,18

Ein starker Vers! – Fürchten wir uns nicht oft? – Selbst Kriegshelden, wie beispielsweise der König David, der auch ein grosser Mann Gottes war, fürchteten sich (1. Sam 21,13). Auch Abraham, der „Freund Gottes“ genannt wird (Jak 2,23), hatte zeitweise Angst vor Konsequenzen, welche er sich selber ausgemalt hatte (1. Mo 26,7).

Nun sagt dieser Vers aus, dass, wer sich fürchtet, in der Liebe nicht vollendet sei. – Wie ist er anzuwenden? – Man kann diesen Vers nehmen und ihn verzagten Christen um die Ohren schlagen, indem man sie mit dem Vorwurf, sie seien mit ihren Ängsten in der Liebe nicht vollendet, noch mehr in ihrer Hoffnung schwächt. Oder man kann sich durch diesen Vers anspornen, sich und sein christliches Umfeld dazu zu motivieren, die Vollendung in der Liebe zu erreichen. Gerne gebe ich zu dieser besseren Variante einige Gedanken:

Wenn jemand in der Liebe vollendet ist, so sieht er Gott als das, was Gott tatsächlich ist: Er ist Liebe (1. Joh 4,8). Und die Liebe sucht nur das Beste für den Nächsten, wie wir aus dem 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes wissen:

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht gross, sie bläht sich nicht auf,
5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit,
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 1.Kor 13,4-7

Ertrug Christus nicht alles erdenkliche Böse, als Er sich ans Kreuz schlagen liess? Daher kann die Schrift sagen: „Seht, welch eine Liebe (Joh 3,1)!“ Die Liebe Gottes stoppte nicht vor den grässlichsten Schmähungen und vor den schrecklichsten Schmerzen, um die Erlösung der Menschen durch alle Widerstände des Teufels durchzubringen. Wer das begriffen hat, wird sagen können:

Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Röm 8,31

Denn es verhält sich, wie erwähnt:

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Röm 5,8

Wer das begriffen hat, wird sein Vertrauen in Gott vollkommen machen und parallel wird die Furcht (Gott könnte jemanden fallenlassen) aus seinem Leben weichen. Dies sollten wir glauben (Mt 28,20b) und so sollten wir furchtsame Geschwister ermutigen. Amen!

Vers 19

Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. 1.Joh 4,19

Wir lieben den HERRN, weil Er uns zuerst geliebt hat. Dies sollte eine völlig natürliche Reaktion sein. Wenn uns jemand freundlich gesinnt ist, uns wohltut, uns hilft und uns mit all den Dingen begegnet, die man nur von wahren Freunden erwarten kann, so beginnen wir doch auch, diese Person gern zu haben. Eine solche Person ist immer gerne gesehen, sie ist sehr willkommen. – Nun ist uns der HERR auf diese freundliche Art entgegengekommen. Wir hatten Ihn nicht gesucht, doch Er kam, zahlte all unsere Schuld, warb um uns (dabei liess Er uns den freien Willen!) und liess uns zu Ihm kommen, auch wenn das von unserer Seite nur misstrauisch und zögerlich geschah.

Dieser (unser!) HERR ist sehr zu lieben; er hat uns zuerst geliebt! Amen!

Vers 20

Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat. 1.Joh 4,20

Dieser Vers ist ein weiterer Gradmesser unseres Christseins: Man kann Gott nicht lieben und gleichzeitig Glieder des Leibes Christi hassen. – Das Thema ist nicht neu im Johannesbrief (1. Joh 2,10; 3,10). Der HERR persönlich stellt die Bruderliebe als eine prioritäre und sehr ernst zu nehmende Angelegenheit dar, wie wir wissen:

Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird. Mt 5,22

Wer noch schwach im Glauben ist und auf armselige irdische Elemente achtet, soll von den Starken gestützt werden (Rö 14), der Heilige Geist ordnet durch das inspirierte Wort Gottes an, dass einem solchen Unterstützung und Langmut begegnen soll, obschon er das Christsein schwach und teilweise mangelhaft darstellt. Härteste Konsequenzen seitens des HERRN erwartet hingegen jedermann, der die Bruderliebe ignoriert oder gar mit Füssen tritt.

Nebenbei bemerkt: Mit dieser Betrachtung kann man leicht widerlegen, dass Sünde immer gleich schwer wiegen soll, wie einige behaupten. Jede Sünde gleicht der anderen in ihrer Eigenschaft der Gesetzesübertretung. Jede Sünde ist eine Verfehlung. Aber längst wiegt ein aus Furcht nicht weitergegebenes Traktat (eine Unterlassungssünde) nicht so schwer wie Bruderhass, Gotteslästerung, Ehebruch und Mord.

Vers 21

Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll. 1.Joh 4,21

Die Bruderliebe ist ein Thema, das einfach definiert und zu erfassen ist. Wir sollen es einfach tun; wir sollen sie einfach ausüben. Wenn wir schon so sein sollen, wie der Herr Jesus war, der sogar noch am Kreuz für seine Feinde bat und wir es Ihm gleichtun sollen (Mt 5,44), so sollte die Bruderliebe eine einfache Disziplin sein.

Doch wie die Bibel und die eigene Erfahrung zeigen, lebt der Christ, obgleich das Gebot eine direkte Anordnung des HERRN ist (Joh 13,34), nicht immer darin (1. Kor 3,3; Gal 5,15).

Und obschon eine Gemeinde oft aus Personen aus allen Schichten der Bevölkerung und völlig verschiedenartigen Hintergründen und Verhaltensweisen besteht, was unter Menschen geradezu Probleme heraufbeschwört, können wir bei nicht geübter Bruderliebe nie auf das Verständnis des HERRN hoffen. Die Bruderliebe ist, wie die Liebe zu Gott, als höchstes Gebot angeordnet und sie muss ausgeübt werden. Es wird keine Entschuldigung für nicht ausgeübte Bruderliebe vor dem HERRN zählen, das liegt völlig klar auf der Hand, gleichwie beim faulen Knecht keine Ausrede vor dem HERRN half, sein Nichtstun zu rechtfertigen (Mt 25,26)! Der Knecht bekam in seinen Ausreden vom HERRN zum Attribut „faul“ vielmehr noch das Attribut „böse“!

Kapitel 5

Vers 1

Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt den, der aus ihm geboren ist. 1.Joh 5,1

Jeder, der den Herrn Jesus als den Christus erkennen durfte und an Ihn glaubt, ist aus Gott geboren. Er wurde zu einem Kind Gottes. Und jeder der Gott liebt, den Urheber seiner Geburt, liebt auch seinen Bruder, der auch aus Gott geboren ist. – Das ist ein Prinzip. So lehrt es uns die Schrift.

Im nächsten Vers wird angezeigt, an was wir erkennen können, ob wir die Brüder und Schwestern echt lieben, oder nur vorgeben, sie zu lieben.

Vers 2

Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. 1.Joh 5,2

Wenn Ihnen jemand unter den Geschwistern des Leibes Christi vorgibt, Sie zu lieben, sein Leben aber nicht in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift ist, so seien Sie gewiss, dass diese Liebe nicht echt ist. Das sagt dieser Vers aus. Wer Gottes Gebote nicht befolgt, bei dem ist es auch nicht weit her mit der ungeheuchelten Liebe Gottes. Vertrauen Sie solchen Menschen nicht, selbst dann nicht, wenn sie ihre Worte freundlich machen. Dann verhält es sich so, wie in der heutigen Welt: Der moderne Mensch, der von sich behauptet, er sei aufgeklärt, glaubt von sich sehr tolerant, weltoffen, rücksichtsvoll und liebenswürdig zu sein. Gottes Gebote verwirft er aber voll. Bei der näheren Untersuchung des modernen und „aufgeklärten“ Menschen stellt sich heraus, dass er völlig selbstsüchtig ist und jenseits von jeder moralischen Grenze selbst vor der Beendigung eines gezeugten Lebens nicht zurückschreckt, wenn es nicht in sein ichsüchtiges Leben hineinpasst: Schnell bringt man die eigene Leibesfrucht, das eigene Kind im Mutterleib um! Die Menschen hassen einander und sind sehr missgünstig, die Liebe ist völlig erkaltet; Familienbande kennt man in vielen Familien nicht mehr. Psychiater gibt es zu wenige in dieser völlig an ihren eigenen Sünden erkrankten „aufgeklärten“ Gesellschaft. Untreue und Bruch von Verpflichtungen rechtfertigt man mit dem angeblichen Recht auf freie Geschlechtlichkeit (mir ist nicht bekannt, wann der Schöpfer und Richter eines jeden Menschen ein solches Recht herausgegeben haben soll).

Fassen wir zusammen: Zählen Sie nicht auf die Liebe von Menschen, auch nicht von Geschwistern, deren Leben nicht in der biblischen Ordnung ist. Sie geben vor, Liebe für Sie bzw. für den Mitmenschen übrigzuhaben. In Wahrheit ist es eine lediglich vorgegebene, nicht vorhandene Liebe, lediglich ein Gefühl, das überhaupt nicht tragfähig ist. Wenn diese angeblich verpflichtende Liebe einem selbstsüchtigen Bedürfnis im Wege steht, wird sie sofort aufgekündigt, darauf können Sie (leider) vertrauen, denn die Schrift irrt sich nie! Amen!

Vers 3

Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. 1.Joh 5,3

Denn Gott lieben heisst nichts anderes, als seine Gebote befolgen. Wer seinen Willen über Gottes Anleitung setzt, lügt, wenn er sagt, er würde Gott lieben.

Der Vers sagt auch aus, dass Gottes Gebote nicht schwer wären. Wie kann der Heilige Geist eine solche Aussage im Neuen Testament machen, dessen Gebote höher sind als die des Alten Testaments (beispielsweise Mt 5,21.22; 27.28; 38.39), wo man doch schon das Gebot des Alten Testaments nicht tragen konnte (Apg 15,10). – Die Antwort finden wir in diesem Vers:

Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. 1.Joh 3,9

Gott hat ein Leben in uns gepflanzt, das gar nicht sündigen kann. Es muss sich nicht anstrengen, nicht zu sündigen; es kann nicht sündigen. Wenn wir uns nach diesem Leben ausrichten, ist das Halten der Gebote nicht schwer, die einzige Anstrengung liegt darin, dass wir auf die Ausrichtung achten und dabei unser altes Leben mit seinen unedlen Begierden verleugnen (beiseitestellen).

Vers 4

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. 1.Joh 5,4

Selbst das Schwache Gottes ist stärker als diese Welt, wie wir wissen. Wir sind aus Gott geboren, doch sind wir im Vergleich zu Ihm noch schwach. Wir verfügen nicht einmal über die Kraft, die Simson als Mensch durch den Geist Gottes erhalten hatte (Ri 14,5). Aber die Schrift offenbart uns, dass alles was aus Gott geboren wird, auch das Schwache, stärker ist als die Menschen, wie geschrieben steht:

Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen. 1.Kor 1,25

Der natürliche, nicht aus Gott geborene Mensch konnte nur schon das Gesetz des Moses nicht halten. Der aus Gott geborene Mensch, der echte Christ, kann hingegen sagen: „Selbst das neutestamentliche Gesetz Christi ist nicht schwer zu halten (1. Joh 5,3), obschon es vom Menschen noch viel mehr fordert als das Gesetz des Moses!“ – Ja, es ist so, und die Bibel hat immer Recht, das Schwache Gottes ist stark genug, die Welt zu überwinden! Wir können zwar nicht behaupten, wir wären stark, aber wir können trotzdem sagen, dass wir die Welt überwinden werden! Solches kann nicht einmal der beste und stärkste Navy Seal (US-Elitesoldat) im unbekehrten Zustand von sich sagen, denn er hat das Leben Gottes nicht.

Vers 5

Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? 1.Joh 5,5

Glauben Sie, dass Jesus der Sohn Gottes ist? – Ja? – Dann sind Sie ein Streiter Gottes, der die Welt überwindet!

Eine zartbesaitete Seele getraut sich das vielleicht nicht zu glauben, dass sie im Heer Gottes zu den Überwindern dieser Welt gehört. Aber sie darf das glauben, weil es im Worte Gottes steht. Es steht hier im 1. Johannesbrief, Kapitel 5, Vers 5.

Vers 6

Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der dies bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. 1.Joh 5,6

Das Wasser stellt die reinigende Kraft des Wortes Gottes dar (Eph 5,26). Das Wasser allein reicht aber nicht aus, den natürlichen Menschen zu retten. Das Volk Gottes war Jahrhunderte lang mit dem Worte Gottes beschäftigt, versagte aber völlig in der Umsetzung desselben. Es konnte sich nicht aus eigener Kraft in der Anwendung des guten und heiligen (Röm 7,12) Gebotes retten. – Wir sehen also, das Wasser allein reichte zur Rettung nicht aus, der natürliche Mensch ist schlicht und einfach unfähig, sich auf ein gottgefälliges Niveau zu heben, das hat die Geschichte Israels tausendfach bewiesen.

Für die Rettung des Menschen bedurfte es eines weiteren Elementes, es bedurfte des Blutes, des Blutes Christi. Christus kam als wahrer Mensch auf diese Erde, geboren von einer Frau, in der Gleichgestalt Adams, doch ohne Sünde. Als Er starb beendete Er dieses adamitische Leben, diese Natur von Adam am Kreuz. Nach drei Tagen stand Er in der neuen, geistlichen Natur auf, welche nichts mit der alten gemeinsam hat. In diesen für jeden Menschen, der gerettet werden will, notwendigen Prozess schliesst Er alle Menschen ein, die daran teilhaben wollen. Jeder kann daran teilhaben, der das neue Leben Gottes empfangen möchte. Das neue, geistliche Leben des Christus ist das Leben, das nicht sündigt und Gott in jedem Punkt gefällt. Das ist das Leben, das nicht die Annehmlichkeiten der sündigen Welt benötigt, um glücklich zu sein. Das göttliche Leben freut sich an den Dingen, die Gott in Christus darreicht. Und diese Dinge reicht Gott in der ganzen Fülle dar, ohne mit sie mit Gefässen abzumessen, wie geschrieben steht:

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, Eph 1,3

Jede geistliche Segnung steht für uns bereit, nicht lediglich 10 oder 20 Prozent dieser Fülle von Segnungen stehen bereit. In diesen Segnungen sollen und dürfen wir Christen wandeln (Heb 13,10) und den Überfluss des Reichtums Gottes geniessen. Das sind Segnungen, von welchen unser alter Mensch nichts weiss aber auch nicht zufrieden gestellt werden kann, denn er ist fleischlich, die Segnungen Gottes sind geistlich.

Vers 7

Denn es sind drei, die es bezeugen: 1.Joh 5,7

Der Geist Gottes bezeugt den Heiland (Joh 14,26). Das Wasser (das Wort Gottes, das lebendige Wasser) bezeugt den Heiland. Und das Blut bezeugt den Heiland, denn es bezeugt die Errettung, die der Gott der Bibel dem Menschen geschaffen hat, in welcher Blut fliessen musste.

Kein Gott hat je dem Menschen eine Erlösung geschaffen! – Welchen Gott betest Du an? Betest Du einen an, der Dir keine Erlösung schaffen konnte oder betest Du den Gott der Bibel an, der am Kreuz für die Menschen starb?

Vers 8

der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig. 1.Joh 5,8

Was von Gott kommt widerspricht sich nie! Der Geist Gottes und das Wort Gottes (das lebendige Wasser, Eph 5,26) und das Werk Christi sind einstimmig. Es gibt in Gott und in all seinem Tun keinen Widerspruch! Denn Gott war, ist und wird derselbe sein in Ewigkeit.

Vers 9

Wenn wir schon das Zeugnis der Menschen annehmen, das Zeugnis Gottes ist grösser; denn dies ist das Zeugnis Gottes, dass er über seinen Sohn Zeugnis abgelegt hat. 1.Joh 5,9

Der Heilige Geist will uns damit sagen, dass wir Gottes Zeugnis unbedingt annehmen sollen, wo wir doch schon Dinge* von Menschen vollumfänglich annehmen, die sie uns glaubhaft darstellen (*Zeugnis von Menschen annehmen). Denn Gott ist wahrhaftig und lügt nicht (4. Mo 23,19; 1. Sam 15,29; Tit 1,2; Heb 6,18).

Vers 10

Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott über seinen Sohn bezeugt hat. 1.Joh 5,10

Wer an den Sohn glaubt, bezeugt mit seinem Glauben dasselbe, von was Gott zeugt. Er hat somit das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, hat ein Problem. Er hat das Problem, das die Nationen haben. Die Mehrheit der Nationen sagen: „Gott ist ein Lügner!“ Selbst wenn sie das nicht so formulieren, zeugen ihr antibiblischer Wandel davon, dass sie Gott für einen Lügner halten. Die Bibel, das ist Gottes Wort, sagt: Du sollst nicht töten! – Die Nationen segnen Tötung im Mutterleib ab obschon sie genau wissen, dass der Prozess des Lebens nur durch übernatürliche Kraft zustande kommt, da kein Mensch Leben künstlich herstellen kann. Zum menschlichen Leben braucht es drei Elemente: Den Geist, die Seele und den Leib! Wer tut den Geist in das kleine Menschlein und wer war verantwortlich für die Seele, wenn nicht Gott? Doch die Nationen töten und schaffen den Vollstreckern eine „legale“ Basis! Damit machen sie Gott zum Lügner, der gesagt hat: Du sollst nicht töten! Über die Aussage Gottes: Du sollst nicht ehebrechen!, brauche ich gar nicht zu schreiben. Jeder weiss, dass sich das Gros aus den Nationen nicht um eine geschützte Ehe kümmert. Wer eine Ehefrau begehrt und sie kriegen kann, nimmt sie; wer einen Ehemann begehrt und ihn kriegen kann, nimmt ihn und macht damit Gott zum Lügner, der gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen!

Liebe Geschwister! Lasst es nicht soweit kommen, dass es unter uns so zugeht, wie es in der Welt zugeht! Es darf nicht sein, dass wir unseren Erretter verleugnen; es darf nicht sein, dass wir Ihn zum Lügner machen! Lasst uns so wandeln, dass Gott von uns sagen kann: Sie haben mein Zeugnis in sich! Amen!

Vers 11

Und dies ist das Zeugnis: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 1.Joh 5,11

Die Aussage, die Gott über seinen Sohn gemacht hat, ist diese: Das ewige Leben, dass Gott uns gegeben hat, ist in seinem Sohn (und kommt aus keinem anderen Wesen im Himmel, auf Erden oder unter der Erde). – Logisch, mögen sich jetzt Menschen denken, die sich ohne Vorbelastung mit der Bibel auseinandergesetzt haben. Nun, für viele Menschen ist der Vers 1. Joh 5,11 nicht ganz klar, weil viele falsche Propheten die Runde machen. Die einen werten die Person Christi in illegaler Weise sehr ab (Zeugen Jehovas, welche behaupten, Jesus Christus sei nicht Gott) und andere heben Menschen in Positionen, welche ihnen nicht zustehen (kath. Kirche, welche Maria in eine Position stellt, welche ihr nicht zusteht und die von Christus ablenkt).

Der von den Zeugen Jehovas gepredigte Jesus kann kein ewiges Leben spenden, da ihr Jesus nur ein Geschöpf ist. Wie kann ein solches Wesen ewiges Leben weitergeben, wo es doch selber einen Anfang hat und damit in den Handlungen beschränkt sein muss? – Der wahre Herr Jesus, der Herr Jesus Christus der Bibel ist nicht eingeschränkt, Er ist ewig, da Er ein Teil der ewigen Gottheit ist. Er war da, als die Welt erschaffen wurde, ja, er war nicht nur da, Er war der Ausführende in der Schöpfungsgeschichte, wie jeder Bibelleser es wissen sollte. Lesen wir über Jesu Grösse und sein Werk:

15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung.
16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen;
17 und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn. Kol 1,15-17

1 Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten,
2 hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat;
3 er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat;
4 und er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Hebr 1,1-4

Kommen wir jetzt zu Maria, welcher eine Position gegeben wird, die ihr nicht zusteht. Sie ist nicht die „Gottesmutter“! Sie ist freilich die Mutter Jesu in seiner Eigenschaft als Mensch. Doch in der Eigenschaft als Gott bestand Er seit jeher, seit immer, ohne Anfang und Ende und ist der Ursprung der Schöpfung und somit auch der Ursprung seiner Mutter, welche Ihm das Fleisch gegeben hat. Wäre Maria das, als was sie in der Katholischen Kirche gesehen wird, hätte sie nicht selbst gesagt

46 Maria aber sprach: »Mein Herz preist den Herrn,
47 alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter! Lk 1,46-47

Mit dieser Aussage macht Maria selbst klar, dass sie einen Retter braucht. Sie braucht Gott als Retter. Und Gott bestimmte Jesus Christus, seinen ewigen Sohn, als Retter der Menschen. Er hat als ewiger Gott die Kraft, alle Menschen zu retten und ihnen ewiges Leben zu geben. Ein geschaffenes Wesen kann eine solche Kraft nicht für Milliarden von Menschen aufbringen. Jesus Christus kann das in seiner Eigenschaft als Gott!

Liebe Leserinnen und Leser! Die Bibel, Gottes Wort spricht so klar über diese Dinge. Lasst uns nicht mit unnötigen Diskussionen über die Gottheit Christi und über die Stellung von Maria ermüden. Sie bringen nichts. Maria ist auch keine Mittlerin (oder Vermittlerin). Das steht auch klar geschrieben, dass es nur einen Mittler gibt. Wer die Bibel liest, weiss das, wer sich an Fabeln hält, bleibt im Unwissen. Es steht geschrieben:

3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott,
4 welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
5 Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus,
6 der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. 1.Tim 2,3-6

Der Vers 5 des eben gelesenen Abschnittes macht klar, wer der Mittler ist. Nicht Maria ist Mittlerin, eine Person die zwischen Gott und Menschen vermitteln muss, sondern Christus ist der Mittler, auch der Mittler von Maria. Räumen Sie die Fragen und die Zweifel, die der Teufel immer wieder streut, aus Ihren Gedanken und sehen sie klar! Lassen Sie sich in der Wahrheit nicht aufhalten! Amen!

Vers 12

Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. 1.Joh 5,12

Das ewige Wort Gottes, welches noch nie in einer Prophetie gefehlt hat, sagt aus, dass, wer Buddah, Allah, einen geschaffenen und begrenzten Christus (Zeugen Jehovas), die Maria (Kath. Kirche) oder sonst eine Figur ausserhalb vom ewigen und allmächtigen Christus hat, das Leben nicht besitzt.

Die Bibel beschreibt das Endgericht klar. Im Endgericht wird zählen, ob man den Christus (Gott in der Person von Christus) im Leben zur Vergebung der Sünde angenommen hat oder nicht. Wer Ihn nicht angenommen hat, wird mit der vollen Schuld vor dem göttlichen Richter stehen, welcher Ehebrecher nach dem Recht für Ehebrecher, Diebe nach dem Recht für Diebe, Stolze nach dem Recht für Stolze und, allgemein ausgedrückt, verantwortliche Menschen nach dem Gesetz für verantwortliche Menschen richten wird. – Was willst Du dann tun, o Mensch, wenn du ohne Christus vor dem göttlichen und absolut gerechten Gericht stehen wirst? Eine gute Veranschaulichung im Blick auf die Gerechtigkeit Gottes, wie es dann in der Prüfung Ihres Lebens vonstattengehen wird, finden Sie auf YouTube; suchen Sie den Film „6000 Punkte für den Himmel“ (Dauer: 17 Minuten).

Wirst du, o Mensch, mit deinen Lügen, deinem Stolz und deinen begierigen Augen auftrumpfen können? Wirst du nicht vielmehr mit einem völlig besudelten Kleid vor dem Richter stehen, an dem kein Makel ist und welcher dich nach Recht und Gesetz verdammen wird, weil du dein Leben lang seine Gnade in Hochmut und Stolz dankend abgelehnt hast? Sieh dich vor, Menschlein, was du tun wirst!

Vers 13

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. 1.Joh 5,13

Johannes gibt dem Gläubigen Sicherheit. Der Christ soll sicher sein, dass er gerettet ist. Wer den Sohn hat, der hat das Leben!

Wie kann ich denn sicher sein, dass mich der Sohn nicht zurückweist, wenn ich Ihn anrufe, dass er mich doch annehmen soll? – Ganz einfach: Er weist niemanden zurück, der Ihn anruft, wie wir uns im ewigen Wort vergewissern können. Es steht geschrieben:

Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen; Joh 6,37

Das ist eine klare Verheissung, eine klare Zusage des ewigen und allmächtigen Sohnes Gottes! Das muss man sich, wenn man hinsichtlich der Errettung nicht sicher ist, mehrfach buchstabieren: „Und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen!“ – Sind Sie zu Ihm gekommen? Haben Sie Ihn um Sündenvergebung und Annahme angerufen? Ja? – Dann können Sie sicher sein, dass Er Sie angenommen hat. Und wer einmal von Ihm angenommen worden ist, darf wissen:

27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist grösser als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.
30 Ich und der Vater sind eins. Joh 10,27-30

Der Teufel ist ein Lügner von Anfang an und will uns immer weismachen, dass uns der HERR aufgrund von diesem oder jenem Versagen unsererseits aufgegeben hat. Aber der HERR sagt, und das ist die Wahrheit, dass Er uns nicht aufgibt:

Der HERR, er ist es, der vor dir herzieht; er selbst wird mit dir sein; er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und sei nicht niedergeschlagen! 5.Mose 31,8

Was den Alten gesagt war, gilt auch für uns, deshalb wird es im Neuen Testament wieder aufgenommen, wie geschrieben steht:

Denn er hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen«, Hebr 13,5b

Lasst Euch nicht entmutigen, liebe Geschwister, Ihr gehört IHM auf ewig! Amen!

Vers 14

Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. 1.Joh 5,14

Mit diesem Vers sind wir wieder bei dem Thema Gebetserhörung angekommen. Der Apostel Johannes sagt, dass wir die Zuversicht haben, dass Gott uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.

Nun sagen vielleicht einige unter uns, dass das nicht ihrer Erfahrung entspräche, dass viele ihrer Gebete nicht erhört werden würden. – Nun, die Ursache nicht erhörter Gebete kann erstens fehlende Ausdauer sein, welche uns der HERR im Lukas 18 vorstellt, wobei selbst nach diesem Gleichnis eine baldige Gebetserhörung in Aussicht gestellt wird, wie geschrieben steht:

7 Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?
8 Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde? Lk 18,7-8

Üble, nicht dem Willen Gottes entsprechende Bitten werden natürlich auch nicht erhört, wie geschrieben steht:

ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. Jak 4,3

Fleischliche Bitten, also Bitten aus unserer üblen, alten Natur können von Gott natürlich nicht berücksichtigt werden, weil sie gegen seinen Willen sind. Gott ist Geist und das Fleisch begeht gegen den Geist auf (Gal 5,17a). Der Mensch weiss nicht immer, was todbringende Bitten sind, fleischliches Begehren ist todbringend, wie geschrieben steht:

denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Röm 8,13

Gott erhört daher keine fleischlichen Bitten seiner Kinder, wie ein Vater seinen geliebten kleinen Kindern den Wunsch nach einer geladenen Waffe versagt, damit diese nicht sterben.

Wenn wir aber etwas nach dem Geist bitten, wenn wir im Willen des Vaters bitten, so können wir zuversichtlich sein, dass wir auch erhört werden!

Vers 15

Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben. 1.Joh 5,15

Vorausgesetzt, wir bitten innerhalb des Reichtums seines Willens, so dürfen wir wissen, dass wir es bekommen, was es auch sei! – Das ist ein sehr starkes Wort, denn Gottes Wille ist nicht auf zwei Gedanken beschränkt, sodass wir nur höchstens um zwei Dinge bitten könnten, wie zum Beispiel um eine gute Apfelernte und um einen warmen Sommer. – Gottes Gedanken sind viel zahlreicher als die unsrigen und sein Wille steht über jedem seiner Gedanken, was heisst, dass Er in jeder Sache und Möglichkeit entschieden ist. Über seine Gedanken liess Er im ewigen Wort festhalten:

17 Für mich aber – wie schwer sind deine Gedanken, o Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen!
18 Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand. Ich erwache und bin noch bei dir. Ps 139,17-18

Alle unsere Gedanken, die wir während unseres ganzen Lebens denken, machen einen winzigen Bruchteil derer aus, die Gott denkt. Deshalb steht betreffend die offenen Möglichkeiten geschrieben:

Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäss der Kraft, die in uns wirkt, Eph 3,20

Was ich sagen will: Das Angebot Gottes ist viel grösser als das Sortiment im Media Markt (= ein im deutschen Sprachraum bekannter Supermarkt für Elektro- und Elektronikprodukte), welcher abertausende von Artikel führt, die wir niemals alle kennen. Nur schon das Angebot an Haartrocknern überfordert uns in der Auswahl. Dazu gibt es die Modelle noch in verschiedenen Farben! Wie kleinkariert ist unser Denken, wenn wir Gottes Angebot an unsere Vorstellungskraft binden bzw. einschränken! In dieser unermesslichen Fülle seines Angebotes dürfen wir uns bewegen und Bitten vorbringen und dabei gewiss sein, dass sie uns erfüllt werden! Gemäss dem vorausgehend zitierten Vers kann Gott viel mehr tun, als wir erbitten oder erdenken können! Amen.

Die Gefahr ist gross, dass wir Gottes Gedanken oder den Ausgang unseres Lebens von höchstens zwei Dingen abhängig machen, möglicherweise auf unsere zwei Hauptanliegen, die Gott vielleicht nicht oder noch nicht erhören kann, da sie sich ausserhalb oder zeitlich noch ausserhalb seines guten Willens für uns Menschen befinden. Dann kann es soweit kommen, dass wir denken: Wenn Gott nicht auf unser Gebet eintritt, werden wir sterben! Oder wir denken: Wenn wir das erbetene Flugticket nicht gerade jetzt bekommen, können wir den Evangeliumsdienst nicht weiterführen. Solche Dinge denkt der Mensch und schränkt damit Gott auf einen oder zwei Gedanken von uns ein, was Ihn völlig falsch darstellt! Er hat für jede der unsrigen Lebenssituationen hunderttausende von Lösungsmöglichkeiten! Der Mensch merke sich: Das, was wir in der Bibel lesen, ist die Wahrheit, nicht unser kleinkariertes Denken stellt die Wirklichkeit dar. Amen.

Vers 16

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tod, soll er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen. Es gibt Sünde zum Tod; nicht im Hinblick auf sie sage ich, dass erbitten solle. 1.Joh 5,16

Mit diesem Vers schwenkt Johannes vom allgemeinen stets erhörten Gebet zur Fürbitte, also zum Gebet für den Nächsten. Die Aussage ist, dass wir für Brüder (damit sind die Schwestern miteingeschlossen) bitten sollen, damit ins Leben zurückfinden.

Das ist ein Vers, der wenig verstanden wird. – Christen sind doch schon im Leben, mag man sich fragen, warum soll man dann für sie bitten, dass sie das Leben bekommen? – Ganz einfach! Das Prinzip der Sünde ist der Tod. Auf die Sünde folgt der Tod! Das bedeutet für Christen nicht der zweite Tod im Feuersee, da ein Christ nicht verloren gehen kann. Doch Sünde trennt von Gott. Sünde trennt den Christen von der Gemeinschaft mit dem Lebensspender Christus. Und wer von dieser Gemeinschaft abgeschnitten ist, kommt immer weiter in den Tod, ins Nicht-Leben hinein. Daher steht geschrieben:

Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Jak 1,15

Wir müssen vorsichtig sein, wir haben immer noch unser altes Fleisch, unsere alte Natur mit ihren Begierden in uns. Wenn wir den Begierden des sündigen Fleisches nachgeben, bringt sie Sünde hervor. Wer diese Sünde nicht behandelt (vor Gott richtet) und in ihr bleibt, fällt aus der Gemeinschaft mit Gott und lebt wieder ein totes und sinnloses Leben wie die Nationen es tun, von denen der HERR sagt, sie wären tot, auch wenn sie noch am Leben sind, wie geschrieben steht:

21 Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, vorher hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
22 Jesus aber spricht zu ihm: Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben! Mt 8,21-22

Nun gibt es Sünden, die so schwer wiegen, dass sie das Gericht Gottes sofort (nicht erst beim Richterstuhl Christi) herbeiführen können, denn aus dem ersten Korintherbrief wissen wir, dass man selbst als Christ ausserordentlich mit Krankheit oder gar Tod belegt werden kann (1. Kor 11,30). Die Sodomiter sündigten zur Zeit Abrahams so schwer, dass sie vor dem grossen Tag des HERRN gerichtet wurden. Wenn die (oder gar unsere) Sünde zum Himmel schreit, dann kann es sein, dass der HERR vor der festgesetzten Gerichtszeit interveniert (1. Mo 18,20).

Nun ist es so, dass wir im Vers 1. Johannesbrief 5,15 zum Gebet für den Nächsten (zur Fürbitte) aufgefordert werden, aber nur, solange die begangene Sünde nicht so schwerwiegend ist, dass sie gemäss biblischen Verständnis zum leiblichen Tod führen kann, wie das belügen der Gemeinde (Hananias und Saphira) und sonstige ungerichtete Sünden (= nicht vor Gott zur Busse gebrachte Sünden), wie Unzucht, Gotteslästerung und Ehebruch, welche im Alten Testament mit dem Tod belegt waren.

Vers 17

Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; und es gibt Sünde, die nicht zum Tod ist. 1.Joh 5,17

Sünde ist ein Verstoss gegen Gottes Willen, daher ist Sünde Ungerechtigkeit. Gott ist gerecht und sein Wille ist Recht. Doch es gibt Unterschiede im Schweregrad eines Verstosses; damit müssen wir dem weitverbreiteten Märchen, das Gott verunehrt, entgegentreten, in welchem behauptet wird, dass vor Gott jede Sünde gleich schwer wiegt. Es gibt solche, die allen Ernstes behaupten, 51 km/h in einer 50 km/h Zone zu fahren, wiege gleich schwer vor Gott wie Mord und Totschlag. Oder es wird behauptet, sexueller Missbrauch der eigenen Kinder wiege gleich schwer, wie wenn man den Fahrausweis beim Führen eines Motorfahrzeuges nicht mit sich trägt oder mal die Parkzeit überschreitet. Was für ein lächerlicher und Gott verunehrender Gedanke! Natürlich ist Sünde gleich Sünde in ihrer Art, beides gehört in die Kategorie „Übertretung“. Aber längst wiegt nicht jede Sünde gleich schwer wie die andere, das weiss jedes Kind. Wenn jemand einen Menschen nach langer und vorsätzlicher Planung umbringt, sündigt sehr viel schwerwiegender als jemand, der die bezahlte Parkzeit um drei Minuten überschreitet! Der üblen Lehre, jede Sünde wiege genau gleich schwer vor Gott, muss ein Ende bereitet werden! Gott hat das schon seit jeher klargemacht, indem Er schon im Alten Testament schwerere Sünde strenger ahndete als leichte. Auch Johannes macht klar: Jede Ungerechtigkeit ist Sünde (ist eine Übertretung); und es gibt Sünde, die nicht zum Tod ist (es gibt also weniger schwer wiegende Sünden).

Johannes macht uns im Kontext mit Vers 16 klar: Gott hat, nachdem Er Mensch wurde, unsere Schuld auf sich geladen hatte und sich am Kreuz wegen unserer Vergehungen ermorden liess, um uns Verlorene zu retten, kein Verständnis mehr, wenn wir, nachdem wir diese grosse Barmherzigkeit empfangen haben, trotzdem noch in schwerwiegender Weise gegen Ihn sündigen. Deshalb veranlasst Er durch seinen Geist den Apostel Johannes zu schreiben, dass man nicht mehr für einen Menschen bitten soll, der gröbste Sünden vollbringt und damit seinem Erlöser sinngemäss ins Angesicht speit (siehe auch Heb 6,6)!

Vers 18

Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an. 1.Joh 5,18

Der Mensch, der an Christus glaubt, darf die Wiedergeburt erleben, was bedeutet, dass er ein Kind Gottes wird. Er bekommt unzerstörbares Leben, das ihm niemand wegnimmt. Dieses neue Leben in ihm sündigt nicht. Im alten Leben, das auch „Fleisch“ genannt wird, wohnt hingegen die Sünde. Der Auswurf des Fleisches wird hier beschrieben:

19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Gal 5,19-21

Das wohnt im natürlichen Menschen. Es ist gut, wenn das die Naiven unter uns auch wissen, damit sie ihre Hoffnung allein auf Christus setzen und nicht auf Menschen.

Die neue Natur, die von Gott kommt, ist völlig rein, sie kann nicht sündigen. Was den wahren, wiedergeborenen Christen ausmacht, ist göttlich und rein. – Weshalb geben denn einige unter uns ein schlechtes Zeugnis ab und enttäuschen einander, wenn das, was in ihnen wohnt, nicht sündigen kann? – Weil die alte Natur auch noch im Christen steckt. Wer sich ihr beugt, vollbringt Sünde, wer dem Wunsch der neuen folgt, vollbringt nur Gutes und Gott Wohlgefälliges.

Dass sich Christen fleischlich, also der alten Natur gemäss verhalten können, ist offenbar. Es steht geschrieben:

1 Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unmündigen in Christus.
2 Ich habe euch Milch zu trinken gegeben, nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Ihr könnt es aber auch jetzt noch nicht,
3 denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? 1.Kor 3,1-3

Die Angeschriebenen werden von Paulus „Brüder“ genannt; er spricht zu wiedergeborenen Christen. Der Text zeigt, dass sich Christen geistlich oder fleischlich verhalten können, sie können sich an die neue oder an die alte Natur wenden, die beide noch in ihnen wohnen. Das ist eine Tatsache. – Nun liegt es auf der Hand, dass wir die Sünde lassen sollen (Röm 6). Die Konsequenz daraus ist, dass wir unser Fleisch als gestorben und begraben betrachten. Wie man nicht mehr auf die Bedürfnisse eines begrabenen Toten achtet, da er nichts mehr bedarf, so sollen wir unser Fleisch verleugnen, wie geschrieben steht:

So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. Röm 6,4

Die Rede ist vom Wandel in der Neuheit des Lebens, gemäss der neuen Natur, die alte in uns verleugnend. Wenn also Begierden in uns aufkommen, die am Ende in Sünde und Tod enden, so sollen wir diesen keine Sekunde nachgeben, sie im Gebet zu Christus richten, damit der Teufel von uns flieht (Jak 4,7). Wir sollen unseren Begierden in keinem Fall nachgeben.

So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden gehorche; Röm 6,12

Lassen Sie uns das beherzigen! Amen!

Vers 19

Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem Bösen. 1.Joh 5,19

Es gibt auch naive Geschwister unter uns, die diesen Vers nicht begreifen. Sie sehen immer noch Gutes in den Menschen und sehen das strenge Endgericht lediglich vorausgesagt, aber nicht durch die Bosheit der Menschen provoziert.

Die Bibel sagt aber, dass der Teufel, der Menschenmörder, der Gott dieser Welt ist (einen schlimmerer Führer könnte man sich nicht denken). Und die Bibel sagt, dass die Natur des alten Menschen nur sündigt (eine schlimmere Natur könnte man sich gar nicht denken). Der Teufel ist ein Lügner und der Vater derselben. Und das Fleisch produziert nur Böses, wie geschrieben steht:

19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Gal 5,19-21

Trotz dieser göttlichen Beurteilung der Natur des gefallenen Menschen gibt es sogar solche unter uns, die sagen: Der Mensch hat einen guten Kern! – Dazu kann man nur sagen: Liebe Geschwister, lest die Bibel bitte! Amen!

Wir sind aus Gott, und die ganze Welt liegt im Bösen! – Das heisst, dass die Welt ein völliger Gegensatz von dem ist, was wir sind. Es verhält sich wie mit Licht und Finsternis, beide vertragen sich nicht. Daher liegt es auf der Hand, dass ein Christ die Welt oder die fleischliche Lust nicht lieben soll.

Vers 20

Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. 1.Joh 5,20

Gottes Sohn ist gekommen, damit wir den Wahrhaftigen erkennen, damit wir den wahren Gott erkennen, der allein retten kann. Mohammed, ein geschaffenes Wesen, kann nicht erretten. Kann Allah erretten? Nein, denn Allah hat keinen Sohn, der ihm gleich ist. Von Christus steht aber geschrieben:

Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. Joh 1,3

Die Rede ist hier vom Worte Gottes, das Christus ist (siehe Johannesevangelium 1,14). Der Vers 3 macht klar, dass die ganze Schöpfung ausschliesslich durch Christus geschaffen wurde. Wenn nun alles, was geschaffen wurde, durch Christus wurde, ist Christus von der Schöpfung (vom Gemachten, Geschaffenen) ausgeschlossen und gehört zur ewigen und unerschaffenen Gottheit, das ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wo ist denn nun Allah, wenn alles durch Christus wurde? Was für eine Stellung haben die Heiligen der katholischen Kirche, wenn sie nur geschaffene Wesen sind? Wie kann man sie anbeten, da sie nicht allmächtig sind? Wer ist dieser geschaffene Jesus, den die Zeugen Jehovas predigen? – Ganz sicher ist das nicht der Jesus der Bibel, welcher der HERR ist, der Erlöser der Menschen! Der Jesus der Zeugen Jehovas kann somit nicht erretten, da müssen wir klar sein und klar bleiben!

Vers 21

Kinder, hütet euch vor den Götzen! 1.Joh 5,21

Der Vers 20 schliesst mit dem Zeugnis über Jesus Christus: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben!“ Dieses Zeugnis ist wahr, da es von Gott kommt, der nicht lügen kann (Joh 1,1; 3,16; 14,6). Dies bezeugt Johannes, der Augenzeuge und ein Apostel Jesu Christi war, in seinem Brief, damit wir die Sicherheit haben, gerettet und Gottes Kinder zu sein. – Da wir nun die Herrlichkeit und die Einzigartigkeit des Herrn Jesus Christus kennen, welcher Gott und das ewige Leben ist, so liegt es auf der Hand, dass wir uns vor den Götzen, die nichts sind, hüten sollen, damit wir die Herrlichkeit unseres Gottes nicht unter nichtige, geschaffene Dinge oder Wesen setzen und unter dasselbe Urteil kommen, das über die geistlich unverständigen Nationen kommt, wie es im Römerbrief beschrieben ist:

20 Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien;
21 weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde.
22 Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden
23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüssigen und kriechenden Tieren. Röm 1,20-23

Nun können wir, am Ende des Johannesbriefes angekommen, bestätigen, dass Götzen nichts sind und was ich in der Einleitung geschrieben habe:

Der erste Johannesbrief wurde ebenfalls durch den Apostel Johannes verfasst und ist dem Evangelium sehr ähnlich. Das Evangelium gibt uns die Sicherheit der Grundlage unserer Errettung, es spricht von der Heilstatsache, wie geschrieben steht:

Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Joh 20,31

Der erste Johannesbrief führt in die Heilserfahrung hinein. Ein besonderer Vers dazu ist der folgende:

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. 1.Joh 5,13

Beides zusammen gibt uns die völlige Gewissheit unseres Heils. Wie erwähnt, gibt uns das Johannesevangelium die Tatsache des Heils: In seinem Namen steht das Heil jedem Glaubenden bereit. Aufgrund der Tat Jesu Christi ist das Heil für jeden Menschen greifbar, er muss nur an den Namen des Sohnes glauben. – Die Worte im ersten Johannesbrief schrieb Johannes, damit die Jünger des Heils gewiss sein sollten; sie sollten die sichere Gewissheit haben, dass sie ewiges Leben haben. Wörtlich schreibt der Apostel: „Damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt.“ Im ersten Johannesbrief gibt es also Indikatoren, die dem Christen sagen: Wisse, dass Du jetzt ewiges Leben hast!

Amen!