Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der erste Brief des Petrus

Einleitung

In den Petrusbriefen begegnet uns nicht mehr der Petrus von einst, der sich um jeden Preis vor den Leiden schützen wollte. Die Angst vor Leiden brachte ihn anfänglich sogar so weit, dass er seinen HERRN dreimal verleugnete. Wir kennen alle die traurige Geschichte aus dem 26. Kapitel des Matthäusevangeliums, in welcher Petrus sich sogar verfluchte, damit die Umstehenden doch mit der Fragerei aufhören mochten.

In seinem Brief spricht Petrus viel von Leiden, wir begegnen ihnen in jedem Kapitel. Petrus hatte zwischenzeitlich gelernt, dass die Leiden notwendig sind für das Reich und dass es ein Vorrecht ist, für Christus leiden zu dürfen.

Kapitel 1

Vers 1

Petrus, Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung von Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, die auserwählt sind 1.Petr 1,1

Der Brief ist an christusgläubige* Juden (*siehe Vers 2) in der Zerstreuung geschrieben, an Juden also, die nicht mehr in ihrem von Gott verheissenen Land lebten und es durch aufkommende Verfolgungen hatten verlassen müssen.

Vers 2

nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil! 1.Petr 1,2

Der Brief ist an Juden gerichtet, die aber nach Vorkenntnis Gottes in die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi berufen worden waren. Ihre Vorgeschichte und Abstammung war zwar jüdisch, doch nun waren sie es nicht mehr, da sie in den Leib Christi eingefügt worden waren. Wir alle kennen den Vers 11 aus dem dritten Kapitel des Kolosserbriefes, der das bestätigt. Lesen wir ihn im Kontext:

9 Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen
10 und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!
11 Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen. Kol 3,9-11

Wenn ein Mensch Christus anzieht, also christusgläubig wird, so legt er den alten Menschen mit seinen Handlungen ab. Die Weltlichkeit legt der Mensch ab, und er legt alle schlechten Gewohnheiten ab, die er durch seine Kultur angenommen hat. Ein christusgläubiger Italiener, der mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit in grossem römisch-katholischen Einfluss aufgewachsen ist, hört mit den Handlungen nach und nach auf, die er im alten Menschen einst ausgeführt hat. Der HERR, der gute Hirte, wird diesen Menschen vom Götzen- und Bilderdienst weg- und in den rechten Gottesdienst einführen. Auf diese Weise verhielt es sich auch mit den christusgläubigen Juden. In Christus war die jüdische Tradition überholt, sie war veraltet. Obschon sie als Bild auf die Vollkommenheit herrlich war, stellt sie nicht die Vollkommenheit dar, denn die Vollkommenheit ist nur in Christus zu finden. – Wer Christus gefunden hat, hat alles gefunden und braucht nichts mehr von dem, in was der alte Mensch zu leben suchte.

Paulus schrieb also an Christen und damit sind die Belehrungen in den Petrusbriefen auch für uns christusgläubigen Menschen, auch wenn wir eine andere, nichtjüdische Abstammung haben.

Vers 3

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner grossen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten 1.Petr 1,3

Ja, was kann man anhand der Tatsachen anderes sagen, als: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!“ – Stellen wir uns seine Barmherzigkeit vor! – Obschon Ihm der Mensch seit Adam und Eva über Jahrtausende ins Angesicht gesündigt hatte, schickte Er seinen Sohn, damit der Mensch durch Ihn Sühnung erlangen könne. Das Heilswerk der Sühnung richtete der Sohn auf, trotz des aufkommenden Widerstandes und der sich voll manifestierenden Bosheit.

Durch seine speziellen Heilstaten (z. B. Blindenheilung) war Christus als Sohn Gottes offenbar, Er war durch die Voraussagen der Schrift eindeutig als der Christus identifizierbar! Nichtsdestotrotz wurde Er von den Menschen geschmäht und gehasst! Doch Gott zog seinen Heilsplan durch; Er liess seine Barmherzigkeit nicht durch die vollendete Bosheit Satans, manifestiert in seinen menschlichen Nachfolgern, stoppen. Gott wusste, dass es Menschen gab, die sich retten lassen wollten, wenn Ihnen doch nur ein starker Helfer die Hand entgegenstrecken würde.

Daher bringt es der Vers 3 auf den Punkt: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Amen!

Vers 4

zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für euch, 1.Petr 1,4

Durch seine Gnade und Auferstehung haben wir nicht nur in völlig unverdienter Art die Wiedergeburt erlangt. Der HERR schenkt uns noch viel mehr: Er will uns ein Erbteil geben, das weder befleckt ist, noch verwelken kann, was zur ersten sehr herrlichen Sache eine zweite gar nicht unerhebliche hinzufügt. Sein Sühnungswerk rettet uns vor der ewigen Hölle, durch seine Auferstehung macht Er uns zu Söhnen Gottes, und durch sein Erbteil hat Er uns als Könige vorherbestimmt. Denn Christus erbt die ganze Welt, sein Regierungssitz wird in Jerusalem sein. Seinen Nächsten, die in der Nachfolge treu (Mt 25,1-30) und fleissig (Lk 19,11-26) bleiben, wird Christus Teile dieser Erbschaft zur Verwaltung anvertrauen, wie es in beispielsweise der Offenbarung, Kapitel 3, Vers 21 unverschlüsselt dargestellt wird.

Vers 5

die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden. 1.Petr 1,5

Der Herr Jesus bewahrt jeden Menschen, der zu Ihm gehört. Keiner von Ihnen wird verloren gehen; wir werden durch Glauben bewahrt werden. Das ist ein Fakt. Und Meinungen ändern an Fakten nichts. Es steht geschrieben:

und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Joh 10,28

Der Gott dieser Welt, die Bibel nennt den Teufel so (2. Kor 4,4) – er verseucht die Welt mit einem menschenverachtenden Zeitgeist – suggeriert Übermacht. Er zeigt, dass die Welt zugrunde geht. Die Gesellschaft wird im Blick auf die Liebe immer kälter und das Umfeld immer böser. Sünde, die früher verdeckt gehalten wurde, wird offen ausgesprochen, man denke da an alle sexuellen Entgleisungen, über die offen gesprochen wird, als sei das brechen der Gebote des Allerhöchsten ein Sport geworden, mit dem Motto: Wer am meisten der biblischen Gebote bricht, hat gewonnen!

Nun müssen wir aber wissen, dass es zum Showdown, zum Kräftemessen zwischen Gut und Böse kommen wird! Wehe denen, die auf der falschen Seite stehen werden! Die Rettung der gottesfürchtigen Menschen wird in der letzten Zeit, am Ende dieses Zeitalters durch das Kommen des grossen Königs, das ist unser Herr Jesus Christus offenbar werden. Und diese Rettung wird sich kompromisslos durchsetzen und dabei keine Schwierigkeiten haben. Für das Binden des Teufels genügt ein einziger Engel, der dazu die Vollmacht von Gott erhalten wird (Offb 20). Das wird einfach so geschehen, ohne Weiteres, da es Gott so angeordnet hat, wird es durch gesetzt werden. In Gottes Augen ist es so gut wie geschehen, daher konnte Er in seiner Souveränität die Offenbarung in der Vergangenheit niederschreiben lassen. Alles ist so fest beschlossen, alles wird mit dieser Sicherheit eintreten, dass man die Geschichte in der Bibel auf diese Weise festhalten kann, als ob sie schon geschehen wäre. Es wird keinen Nachbesserungsbedarf geben, man wird die Offenbarung nicht durch allfällige Störaktionen des Teufels überarbeiten müssen.

Ein Kräftemessen mit Gott stellt immer die eigene Selbstvernichtung dar, die Armeen des Feindes werden in einem Verzweiflungskrieg – ohne die geringste Chance – vernichtet werden. Da wird keine Kamikaze-Aktion helfen, sie werden einfach untergehen. Wie übermächtig Christus in diesem Showdown ist, zeigt dieser Vers:

und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2.Thess 2,8

Durch „den Hauch seines Mundes“; durch den Hauch des Mundes Christi wird die Gegenpartei vernichtet. Man kann gar nicht von einem Showdown sprechen; man kann nicht von einem Kräftemessen sprechen, wenn ein Mensch eine Ameise zertritt. Christus wird zurückkommen und seine Herrschaft antreten. Punkt. Was dabei im Weg steht, wird beseitigt. Punkt.

Die versprochene Rettung wird eine Rettung sein. Die Rettung Gottes wird niemals zu einer zerschlagenen Hoffnung verkommen! Amen!

Vers 6

Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, 1.Petr 1,6

Der himmlische Vater hat uns zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren. Dazu wird uns ein unverwelkliches Erbteil im Himmel aufbewahrt. Das ist Grund zur Freude! Diese Freude sollte durch die Attacken des Feindes, durch Lebensprüfungen und sonstige Betrübnisse nicht weggehen. Wir sollten die Verhältnisse von Lohn Gottes und Lebensprüfung kennen. Wenn wir 5‘000 EUR durch Prüfungen oder Betrübnisse zu verlieren haben, aber 100 Millionen EUR als Erbe auf uns warten, dann müssen wir uns fragen, wie fest die 5‘000 EUR denn ins Gewicht fallen! Lassen uns dann die 99‘995‘000 EUR die 5‘000 EUR nicht gleich vergessen? Ich denke, es wird so sein, dass nach der Erlösung schnell alles Leid vergessen sein wird, auch wenn wir in unserem armseligen Dasein auf der Erde alles verloren haben werden, sollten wir sogar die Familie verloren haben, denn die Bibel sagt:

16 Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äusserer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.
17 Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Massen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit,
18 da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig. 2.Kor 4,16-18

Diese Verse stammen von einem Apostel, der sein Leben in Gefängnissen verbracht hatte, und in der Freiheit wurde er verfolgt und geschlagen (2. Kor 11,24 ff.). Er wusste, was es heisst, leiden zu müssen. Und wenn ausgerechnet dieser Apostel von all dem uns unerträglich zu Scheinenden sagt, es sei leicht, dann wird es bei der Offenbarung Christi unglaublich werden! Unglaublich schön wird es dort für die treuen und fleissigen Christen werden! Amen!

Vers 7

damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi; 1.Petr 1,7

Wie kann der Glaube eines Menschen als bewährt erfunden werden? Ist der Mensch bewährt, wenn er mehrmals beteuert hat, er würde glauben? Kann der Glaube an den Worten eines Menschen gemessen werden? – Niemals, denn der Mensch ist erstens schwach, und zweitens ist er ein Lügner! Selbst der Glaube der Apostel war in den Anfängen völlig unbewährt. Mit dem Allmächtigen an Bord fürchteten sie im Sturm auf dem See um ihr Leben, wie geschrieben steht:

Und er war hinten im Boot und schlief auf dem Kopfkissen; und sie wecken ihn auf und sprechen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen? Mk 4,38

Vor den Menschen beteuerten sie sicherlich ihren Glauben an Gott, in der Probe versagten sie kläglich, ich erinnere an die Begebenheiten unten am Berg der Verklärung (Mt 17,16), an die Verleugnung durch Petrus (Mt 26,69 ff) und an den Unglauben des Thomas (Joh 20,27). Erst später, nachdem sie mit dem Geist Gottes ausgestattet und geübt im Dienst waren, hielten sie auch in Gefahren stand. In den ersten Prüfungen versagten sie kläglich, wie erwähnt, die später folgenden förderten dann endlich bewährten Glauben ans Licht, Petrus bezichtigte später beispielsweise die Juden unter Todesgefahr des Mordes an Christus (Apg 2,23), ohne zurückzuschrecken!

Damit wir diesen Wandel auch durchmachen, begegnen uns im Leben manchmal Dinge, die wir nicht gerne haben. Doch diese Prüfungen bringen uns soweit, dass Gott anhand unserer Geschichte einen kostbaren Glauben in uns beweisen kann. Würde dieser Beweis nur aus einem Lippenbekenntnis bestehen, wäre er nichts wert, denn der Mensch kann viel sagen und es nicht halten, wenn es darauf ankommt. Ein von Gott ausgebildeter Mensch hält, bewährt sich mehr und mehr im Glaubensleben.

Vers 8

den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt; 1.Petr 1,8

Die Rede ist vom Heiland und Erlöser Jesus Christus, welcher getan hat, was kein Mensch je tun könnte. Er verliess als Schöpfer der Erde, als die ausführende Person der Gottheit (Kol 1,16.17) seinen Platz im Himmel, kam in das Fleisch, um die Erlösung für Menschen zu bewirken; für Menschen, die nicht nach Gott fragten, wie geschrieben steht:

Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Ps 14,3

Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Ps 53,4

Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.« Röm 3,12

Und dieser herrliche HERR, Jesus Christus ist sein Name, liess sich von seiner eigenen Schöpfung ans Kreuz nageln und von solchen, welche die ewige Hölle verdient hatten, auspeitschen. Und wozu tat er all dies? – Um die verlorenen Seelen, die an Ihn glauben würden, zu retten!

Und nun dürfen wir die Sicherheit der Errettung in uns haben, wir, die wir an seinen Namen glauben! Dafür ist der HERR hoch zu loben und natürlich sehr zu lieben (1. Kor 16,22)! Unser Herr ist wirklich so, wie im Hohelied beschrieben:

Mein Geliebter ist weiss und rot, hervorragend unter Zehntausenden. Hld 5,10

In der Schrift finden wir viele Beschreibungen, die eine Doppelbedeutung haben. Im Hohelied spricht Sulamith über Salomo, ihren Geliebten. Doch der Text zeigt nicht nur das; er zeigt auch die Beziehung von der Gemeinde zu Christus und umgekehrt. Und die Gemeinde kann auch sagen: Unser Geliebter ist hervorragend unter Zehntausenden, denn keiner ist Ihm nur annähernd gleich! Amen.

Vers 9

und so erlangt ihr das Ziel eures Glaubens: die Rettung der Seelen. 1.Petr 1,9

Das ist ein selbst unter Christen wenig verstandener Vers. Viele Christen glauben, es sei alles in Ordnung, wenn sie an Christus glauben. Sie denken, sie wären dann am Ziel ihres Laufes, was aber nicht der Fall ist. Die Errettung, die Erlösung der Schuld, liegt schon klar im Glauben an Ihn, dafür gibt es nicht den geringsten Zweifel. Wer etwas anderes lehrt, leitet in die Irre.

Was aber von vielen Christen nicht berücksichtigt wird, ist der Lauf des Gläubigen nach der Bekehrung, in welchem der Christ durch einen Stufenplan hindurch (2. Petr 1,5-7) sich in dem, was er vorgibt zu glauben, bewähren muss (Jak 1,3), damit sein Glaube am Ende viel kostbarer erfunden wird als das vergängliche Gold (siehe Vers 7).

Nach der Bekehrung beginnt der Lauf des Christen, in welchem viele schon in der Frage der Erwachsenentaufe scheitern, da sie dem Worte Gottes nicht in Allem glauben und in Allem gehorsam sein wollen. Andere schaffen vielleicht diesen Schritt des Gehorsams noch, ermatten dann aber bereits vor der Zeit, vor dem Ende ihres Laufes auf Erden, wegen der aufkommenden Verfolgungen des Teufels.

Wir müssen uns bewusst sein, dass wir alle auf der Grundlage des Opfertodes Christi aufbauen. Wir bauen seine Errettung nicht aus, sie ist bereits vollständig, aber wir bauen darauf ein Werk, das unseren Glauben zeigt oder eins, das unseren Nichtglauben zeigt. Oder es zeigt einfach, wie weit wir für Christus gehen wollten und ab welchem Verfolgungsgrad wir zurückschreckten (siehe Lukas 19,11 ff., wo 100%ige, 50%ige und 0%ige Hingabe beschrieben ist). Das wird in den folgenden Versen erklärt:

10 Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.
11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut,
13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen.
14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen;
15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. 1.Kor 3,10-15

Die Verse sagen klar aus:

  1. Die Christen stehen auf der Grundlage der Tat Christi (Vers 11).
  2. Auf diese Grundlage baut jeder Christ während seiner Lebenszeit etwas darauf (Vers 10).
  3. Die Errettung kann nicht verloren gehen, selbst dann, wenn man sich auch einen grossen Verlust einfährt (Vers 15)
  4. Den Lohn (gemeint ist die Erbschaft Gottes) kann man vollständig verlieren, bis zum letzten Cent. Es ist möglich, einen immensen Schaden zu erleiden, als einen 100 Prozent Verlust, wie wenn ein vermögender Mann bankrott geht (Vers 15).

Das ist keine neue, es ist nur eine sehr wenig beachtete Lehre, welche die Christen aufklären und vor dem Einschlafen bewahren soll. Wir sollten uns nicht irren, auch wir Christen werden einst vor einem Gericht, dem Richterstuhl (Röm 14,10; 2. Kor 5,10) erscheinen und Rechenschaft über unser Leben abgeben müssen. Amen.

Vers 10

Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. 1.Petr 1,10

Den Propheten war klar, dass ein Nachkomme der Frau kommen (1. Mo 3,15) und die Menschen von der Macht des Teufels retten würde (Jes 9,5; Mich 5,1). Die Propheten wussten, dass es eine Hoffnung gab, selbst dann, wenn alles aussichtslos erschien (z. B. bei der Einnahme Jerusalems und der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar). Denn die Rettung in der Person von Jesus Christus ist eine Tatsache, auch wenn wir sie jetzt noch nicht sehen. Deshalb konnte Petrus schreiben, dass die Empfänger des Briefes bereits die Gnade Gottes empfangen hatten, gleichwohl das äusserlich nicht zu erkennen war. Sie hatten keinen sichtbaren König über sich, welcher ihnen ein Land und wahrnehmbare Sicherheit gab. Doch die Propheten forschten nicht nur über die Vergebung der Sünden (über „erwiesene Gnade“), sie forschten auch über das Erbe des Volkes Gottes. Denn es geht in ihren Schriften immer wieder um das Land Israel, das die Erlösten bekommen sollten und welches das Volk in den Anfängen weder vollständig einnehmen, noch behalten konnte. Israel blieb zwar das erlöste Volk, das Volk Gottes, wenn wir zum Beispiel an die Rückkehrer aus Babylon denken, zu welchen mindestens zwei Propheten gesprochen hatten und welche den Gottesdienst ausüben durften. Hinweis: Nur Gott wohlgefällige Menschen dürfen wahren Gottesdienst ausüben, wie geschrieben steht:

Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. Wer auf vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen. Ps 101,6

Die Rückkehrer empfingen also Gnade und Sündenvergebung und durften sich Gott nahen, aber das Land blieb unter fremder Herrschaft, was natürlich nicht einer vollständigen Errettung gleichkam, das war auch den Propheten klar. Daher forschten sie weiter, und das taten sie nicht, ohne Antworten von Gott zu bekommen. Gott versprach ihnen, dass dem Volk eine vollständige Errettung widerfahren würde, eine Erlösung vom Teufel und eine Wiedererlangung eines Herrschaftsbereiches (als Erbschaft). Auf die göttliche Antwort aufgrund ihrer Forschung durften die Propheten schreiben, dass Israel ihr Land wieder bekommen würde. Für uns Christen gilt dasselbe. Wir werden erlöst von unserer Sünde und dürfen uns Gott nahen, doch das ist nicht alles. Wir werden auch einmal die Fremdherrschaft der Nationen abstreifen dürfen und werden einen Herrschaftsbereich im Reiche Christi angewiesen bekommen, wenn wir unsere Erbschaft nicht in grobfahrlässiger Art aus den Händen geben. Amen.

Vers 11

Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. 1.Petr 1,11

Der Geist Christi, der in den Propheten war, bezeugte die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und Er bezeugte die Herrlichkeiten, die danach folgen sollten. Und deshalb ist das Alte Testament voll von Hinweisen, die auf Christus hindeuten. Der Geist Christi hat ganze Arbeit geleistet. Wer das Alte Testament als vernachlässigbar taxiert, sagt nichts anderes, dass das Sprechen des Geistes Christi zu vernachlässigen sei, was einer krassen Beleidigung Gottes gleichkommt! Nur weil Christen nicht unter dem Bund vom Sinai stehen, heisst das noch lange nicht, dass uns das Alte Testament nichts zu sagen hat, im Gegenteil. Das Alte Testament ist um unseretwillen geschrieben (Röm 15,4)! Der Christ soll hingehen und die Stellen, die auf Christus hinweisen, im Alten Testament suchen, um die Heilsgeschichte zu verstehen, damit er nicht wie die Emmausjünger diesbezüglich Nachhilfeunterricht benötigt (Luk 24,27).

Gott sprach schon sehr früh von Jesus Christus, von einem Nachkommen der Frau (Samen der Frau), welcher die Schlange, die die Menschheit in Sünde und damit ins Verderben stürzte, endgültig besiegen würde (ihr den Kopf zermalmen). Doch dieser Retter der Menschheit würde auch leiden müssen, die Schlange würde ihn in die Ferse beissen, was bei Giftschlangen den Tod bedeutet und was am Kreuz von Golgatha auch bittere Wirklichkeit wurde (1. Mo 3). Aber nicht nur Moses forschte und schrieb vom leidenden Messias, der aufmerksame Bibelleser kann Ihn, den Herrn Jesus, in den Büchern Moses, den Propheten (z. B. Jesaja 9,5) und den Schriften (z. B. Ps 72), also in jedem der drei Teile des Alten Testaments finden (= im Tanach).

Die einen Stellen beschreiben Ihn als den leidenden Messias (Dan 9,26), andere als den König in der Herrlichkeit (z. B. Ps 72,11). Einigen Propheten wurden ganz genaue Zeiten kommuniziert, Jeremia wusste die Dauer der Gefangenschaft in Babylon (2. Chr 36,21). Daniel wusste, an welchem Tag sich der Christus als König (als der Gesalbte [König]) dieser Welt offenbaren würde (Dan 9,26), was beim Einzug in Jerusalem, reitend auf dem Eselsfüllen, auf den Tag genau in Erfüllung ging.

Vers 12

Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren. 1.Petr 1,12

Liebe Leserinnen und Leser, bitte lesen Sie diesen Vers nochmals im Kontext, ab Vers 9

9 und so erlangt ihr das Ziel eures Glaubens: die Rettung der Seelen.
10 Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten.
11 Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. 12 Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren. 1.Petr 1,9-12

Der Prophet Daniel wusste beispielsweise, dass er selbst den leidenden Christus nicht mehr erleben würde, denn seine prophetisch vorausgesagte Zeit ist länger als die Lebensspanne eines Menschen. Somit wusste er, dass er für zukünftige Generationen schrieb; er schrieb für uns. Das bestätigt Paulus, indem er schrieb, dass das Alte Testament für uns geschrieben ist:

Denn alles, was früher geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben. Röm 15,4

Ich zitiere diese Stelle gerne immer wieder und wieder; das Alte Testament ist sehr wichtig für uns. Dass wir nicht unter dem Bund vom Sinai stehen tut dieser Tatsache, dass wir das Alte Testament brauchen, keinen Abbruch! – Warum kursiert nur in der Christenheit die Ansicht, das Alte Testament sei „Schnee von gestern“? – Weil das die einfachste Art des Teufels ist, uns rund zwei Drittel der Bibel zu stehlen! Christen, die solchen Lügen glauben, wird der grössere Teil der Schrift genommen und dazu werden sie das Neue Testament gar nicht richtig verstehen können, da darin selbst immer wieder Zitate aus dem Alten Testament vorkommen. Und wenn man das Alte Testament nicht kennt, so versteht man nicht, was man im Neuen liest.

Lasst Euch bitte nicht beirren! Die ganze Bibel ist das Wort Gottes!

Vers 13

Deshalb umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Christi! 1.Petr 1,13

Die Lenden umgürtet man beim Aufbruch oder in der Zeit der Bereitschaft. Wir sollen wach, bereit und nüchtern sein. Und darin sollen wir völlig auf die Gnade (auf alles, was wir in Christus haben) hoffen, die uns gebracht wird, wenn Christus wiederkommt. In der Zwischenzeit, bis Christus sichtbar wiederkommt, sollen wir übrigens auch auf seinen Hirtendienst hoffen, welcher uns schützt und behütet! Amen!

Vers 14

Als Kinder des Gehorsams passt euch nicht den Begierden an, die früher in eurer Unwissenheit herrschten, 1.Petr 1,14

In diesem Vers stechen die Wörter „Kinder des Gehorsams“ hervor. Manchmal werden Begriffe in Texten einfach überlesen und mit eigenen Wunschvorstellungen gemischt, und man liest: „Als Christen seid ihr ja nicht mehr den Begierden unterworfen, die früher in euch herrschten!“, was ein fataler Irrtum ist.

Als Christen sollten wir „Kinder des Gehorsams“ sein, das wird man nicht automatisch, man entscheidet sich in jeder Lebenssituation neu dafür oder leider manchmal auch dagegen. Würde man sich immer dafür entscheiden, so wäre die Bibel viel dünner, dann bräuchte es die Ermahnung nicht mehr. Nach der Bekehrung wäre ja alles automatisch in Ordnung. Da es sich aber nicht so verhält, braucht es die vielen Ermahnungen, die von den geisterfüllten Bibelschreibern uns als göttliche Hinterlassenschaft vorliegen.

Der Vers sagt, dass die früheren Begierden (gemeint sind die Begierden des Fleisches) noch da sind, sonst könnte man sich als Christ ihnen gar nicht mehr anpassen. Wir sollen sie aber verleugnen, da wir Kinder des Gehorsams sind und uns gehorsam am Worte Gottes ausrichten.

Vers 15

sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig! 1.Petr 1,15

Heilig sein bedeutet für Gott abgesondert zu sein. Christus hatte mit der Welt nichts am Hut, Er stand absolut heilig da, kein Dreck der Welt, keine Unmoral, keine Habsucht, keine Lästerung hing Ihm an. Er behielt sich auch als Mensch völlig heilig und rein, wie Er es als Gott schon seit jeher war, obschon Er als Mensch in der Welt in der gleichen Weise versucht wurde, wie wir versucht werden, wie geschrieben steht:

Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. Hebr 4,15

Um heilig zu sein ist es wichtig, dass wir unsere Gedanken auch unter den Gehorsam Christi gefangen nehmen. Wenn wir unseren Gedanken freien Lauf lassen, dann können wir nicht für Gott abgesondert bleiben. Wenn wir einem unmoralischen Gedanken weiterverfolgen, gebiert dieser die Sünde und die Sünde gebiert den Tod (Jak 1,15). Auf diese Weise werden wir als Christen keinen Erfolg haben und unsere Gebete werden nicht erhört werden. Lasst uns einen Gott wohlgefälligen, heiligen Wandel führen! Amen!

Vers 16

Denn es steht geschrieben: »Seid heilig, denn ich bin heilig.« 1.Petr 1,16

Mit diesem Vers verweist Petrus auf das Alte Testament (3. Mo 11,44.45; 19,2). Das sagt mehrfaches aus: 1. Die Aussage im Neuen Testament steht unverschlüsselt da, wir sollen uns einfach daran halten und heilig sein, was Absonderung für Gott (aus dieser sündigen Welt und unseren sündigen, fleischlichen Begierden) bedeutet. 2. An den moralischen Belehrungen des Alten Testaments hat sich rein gar nichts geändert; sie wurden im Neuen Testament vielmehr auf eine noch höhere Stufe gestellt. Was damals verwerflich war, ist es heute noch! Wenn damals stehlen und ehebrechen verboten war, verbietet es Gott heute unter Androhung von Höchststrafen (Heb 10,26 ff.) immer noch. Hinweis: Früher wurden die Strafen von Menschen durchgeführt, wie es das Gesetz verlangte. Das ist heute nicht mehr der Fall. Für die Ausführung der Strafen sind im Neuen Testament nicht mehr Menschen zuständig; Gott hat sich persönlich für die Ausführung dieser verpflichtet.

Vers 17

Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht! 1.Petr 1,17

Das ist ein sehr wichtiger Vers, auch für ältere Christen! Die selbstbewussten, die sorglosen und auch die älteren und erfahrenen Christen sollten stets bedenken, dass uns die Sünde sehr leicht umgarnen kann (Heb 12,1). Selbst wenn sich ein Christ 50 Jahre lang bewährt hat -, wer gibt ihm die Garantie, dass er nicht fällt? Als warnendes Beispiel möchte ich 1. Mose, Kapitel 20 anführen, welches beschreibt, wie Abraham nach der zweifachen Rettung Lots (einmal im Krieg [1. Mo 14], einmal durch Fürbitte [1. Mo 19,29]), nach all den erhaltenen Verheissungen und dem sichtbaren Besuch Gottes (1. Mo 18), sich in einer völlig unnötigen Weise in allergrösste Gefahr begeben hatte. Er hätte – wäre Gott nicht mit äusserster Entschlossenheit dreingefahren – seine Frau Sara und damit auch den von Gott verheissenen Sohn verloren!

Es gibt einen Grundsatz: Sobald jemand glaubt, er habe es jetzt erfasst und könne alleine stehen wird er fallen, denn ein solcher koppelt sich bewusst oder unbewusst von Christus ab! Und wir wissen, was Christus bezüglich Abkoppelung gesagt hat:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Joh 15,5

Der Apostel Petrus sagte damit durch den Heiligen Geist zu Recht und ohne jegliche Übertreibung: Wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht! – Zu bedenken ist hierbei, dass Gott unsere Vergehen richten wird, ohne Rücksicht auf die Person zu nehmen, die gerade vor Ihm steht. Er ersparte auch Abraham die Schande nicht, die er zum zweiten Mal auf sich geladen hatte. Abraham musste sich vor den Augen der ganzen Welt sehr schwere Vorwürfe vom König Abimelech gefallen lassen.

Lasst uns aus diesen Gründen unseren Weg in der Furcht Gottes gehen! Amen!

Vers 18

Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, 1.Petr 1,18

Hier ist der Wandel unter dem Gesetz gemeint, da Petrus ja an Juden schrieb, die Christen geworden waren. Man gebe dem natürlichen Menschen das gute und geistliche Gesetz; er kann sich damit nicht retten. Es zeigt ihm lediglich, wie verdorben er ist (Röm 3,20). Das Gesetz rettet ihn nicht, es kann ihn lediglich als Lehrmeister (o. Zuchtmeister, Aufseher; Gal 3,24) dazu führen, dass er sich vor Gott demütigt. Die Heiden haben im Gegensatz zum Gesetz ihr Gewissen, welches sie anklagt oder entschuldigt. Das ist ihr „Aufseher“, welcher sie zur Demütigung vor Gott bringen sollte (Röm 2,14-16).

Doch trotz Gesetz oder Gewissen oder beidem führen viele Juden und führen viele Heiden einen eitlen oder nichtigen Wandel bzw. ein sinn- und nutzloses Leben. Keine Übersetzung lässt über die Qualität des Lebens eines Ungläubigen, eines Lebens ohne Gott, Zweifel offen: Es ist nichtig!

Das nunmehr gläubiggewordene Zielpublikum von Petrus sollte sich bewusst sein, was der Preis war, der sie aus ihrem verlorenen Leben errettet hat. Die Kenntnis über die Höhe des Preises sollte ihr Bewusstsein über ihre neue Situation schärfen und sie vor falschem Stolz oder gar Rückfall ins alte Leben schützen!

Vers 19

sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken. 1.Petr 1,19

Gott hat ersehen! Gott hat ein Opfer ersehen an Isaaks statt, wie wir wissen!

7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz! Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?
8 Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.
9 Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz.
10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich!
12 Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast.
13 Und Abraham erhob seine Augen und sah, und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer.
14 Und Abraham gab diesem Ort den Namen »der HERR wird ersehen«, von dem man heute noch sagt: Auf dem Berg des HERRN wird ersehen. 1.Mose 22,7-14

Kommen wir zurück zum Vers im 1. Petrusbrief. Das kostbare Blut, das für uns geflossen ist, ist das Blut Christi, des Opferlammes, welches Gott für uns ersehen hat, damit wir keinen (ewigen) Totalverlust (den ewigen Tod) und Schaden (die ewige Qual) davontragen müssen! Was sich auf Golgatha abgespielt hat, wird im 22. Kapitel des ersten Buches von Mose sehr schon bildhaft dargestellt. Mose sagte vor den Ereignissen auf Golgatha: „Gott wird ersehen!“ Wir sagen nach den Ereignissen von Golgatha: „Gott hat ersehen!“ – Gelobt sei Gott, unser HERR!

Vers 20

Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, 1. Petr. 1,20 (LUT Üs)

Christus war bereits zu diesem Opfer ausersehen, bevor die Welt gegründet wurde, was auch bedeutet, dass Gott nie etwas entglitten ist. Gott kannte den Sündenfall Adam und Evas, bevor dieser begangen wurde. Und Gott deutete schon in den ersten Kapiteln der Heiligen Schrift an, dass ein Stellvertreter an des Menschen statt sterben würde. Gott machte Adam und Eva nach dem Sündenfall Leibröcke aus Fell und bekleidete sie (1. Mo 3,21). Nicht sie tötete Gott für die begangene Sünde, ein Opfertier musste sein Leben hergeben, damit die Schande des Menschen bedeckt wurde.

Damit deutete Gott bereits schattenhaft an, dass Er einen Erlöser für den Menschen ersehen hatte: Seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, der seit jeher mit dem Vater (und dem Heiligen Geist) einen Teil der Gottheit ausmacht. Durch Jesus Christus wurden die Welten geschaffen (Kol 1), durch unseren König und Gott! Und durch Jesus Christus kam die Erlösung zustande! Halleluja! Amen!

Vers 21

die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, so dass euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet ist. 1.Petr 1,21

Durch Jesus Christus haben wir den Glauben an Gott gefunden. Gott hat ihn aus den Toten aufweckt und hat Ihm Herrlichkeit gegeben. Dadurch ist unser Glaube und unsere Hoffnung auf Gott gerichtet.

Gott wird unser entbehrungsreiches Leben mit Gutem ausgleichen, wie Er Christi Leben mit Gutem mehr als ausgeglichen hat. Hinweis: Das Leben des Christen, der vorangehen will und nicht in Weltlichkeit lebt, ist entbehrungsreich und von Verfolgung gekennzeichnet (Joh 15,20; 2 Tim 3,12). Aber der HERR wird seinen Gerechten alles ausgleichen! Amen!

Vers 22

Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen! 1.Petr 1,22

Die Reinigung unserer Seele dient einem Zweck, der Bruderliebe, welche das Ziel des Stufenplans (2. Petr 1,5 – 7) für Christen ist. „Da ihr eure Seelen … zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt“, schreibt Petrus durch den Heiligen Geist.

Die Reinigung unserer Seele dient dazu, dass wir zur ungeheuchelten Bruderliebe befähigt wurden. Der zweite Teil des Verses sagt aus, dass uns diese Befähigung nicht gegeben wurde, um sie unbenutzt in den Schrank unserer Talente zu stellen. Der zweite Teil des Verses sagt aus, dass wir sie einsetzen sollen. Dieser angeordnete Einsatz soll auch dann geschehen, wenn uns Gott mit eher schwierigeren Geschwistern zusammenfügt. Amen.

Vers 23

Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. 1.Petr 1,23

Wir wissen ja, dass wir aus völlig anderem „Holz“ geschnitzt sind als die fleischlichen Menschen, welche durch die sündige Natur leben. Ihr Same bringt die sündige Natur hervor, der Same Gottes bringt eine Ihm gleichartige, herrliche Natur hervor. Daher ist es nichts Grosses, wenn wir angehalten sind, einander zu lieben, selbst wenn wir schwierige Geschwister unter uns haben.

Vers 24

Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen; 1.Petr 1,24

Christus hat uns zu geistlichen Menschen gezeugt, also nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem. Was das vergängliche Fleisch anbetrifft, steht im aktuellen Vers 24: Es ist wie das Gras und die Herrlichkeit wie des Grases Blume. Betrachten wir einmal schöne Menschen. Wieviel bleibt nach 80 Jahren von ihrer Schönheit übrig? Und was bleibt ganz am Ende? – Es bleibt ein im Sarg liegender, vermodernder und stinkender Körper übrig! Das ist das Ende, auch das Ende aller Stars und Sternchens im Mode- und Filmgeschäft.

Aber so ergeht es den wiedergeborenen Christen nicht bleibend! Ihre neue Stellung lässt nicht zu, dass ihre Seele nach dem leiblichen Tod für immer vom Scheol (oder Hades – das ist der Aufbewahrungsort der Verstorbenen) vom Leben zurückgehalten wird. Denn Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Deshalb wird Gott sein Volk aus der Hand des Todes zurückfordern und es ins Leben zurückführen.

Vers 25

aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.« Dies aber ist das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist. 1.Petr 1,25

Christus ist das Wort (Joh 1,1). Und Christus ist Gott, der Ausführende in der Schöpfung (Joh 1,3; Kol 1; Heb 1). Somit ist klar, dass das Wort des HERRN in Ewigkeit bleibt, da Gott ewig ist.

Auf dieses Wort können wir bauen. Nicht auf Fleischliches, nicht auf Vergängliches sollen wir bauen. Wir sollen nicht auf Dinge bauen, die heute glänzen und morgen verwelkt sein werden! – „Auf was sollen wir denn bauen?“, mögen uns die Menschen fragen. – Unsere Antwort soll sein: „Baut auf das Wort Gottes, baut auf Jesus Christus auf, ohne welchen niemand das Heil sehen wird! Glaubt an Jesus Christus, dann seid ihr gerettet!“ Amen.

Kapitel 2

Vers 1

Legt nun ab alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid und alles üble Nachreden, 1.Petr 2,1

Diese Worte sind klar an wiedergeborene Gläubige gerichtet (1. Petr. 1,3)! Wiedergeborene Gläubige können in Bosheit agieren, Trug üben, sich der Heuchelei hingeben, dem Neid freien Lauf lassen und üble Nachrede praktizieren! – Wenn man sich in der christlichen Landschaft umschaut, würde man meinen, unter Gottes Volk kursiere dieser Spruch: „Was schon das alttestamentliche Volk im Tun des Bösen konnte, das können wir noch viel besser!“

Es gibt nun tatsächlich Strömungen unter uns Christen, die sagen, das wäre nicht möglich, weil ein wiedergeborener Christ nicht sündigen könne! – Ich weiss nicht, wer der Urheber solcher Märchen ist! Denn damit straft man ja den aktuellen Vers Lügen! Man macht Gott zum Lügner, wenn man behauptet, dass ein Christ keine Bosheit, keinen Trug, keine Heuchelei, keinen Neid und keine üble Nachrede kenne! Wenn es so wäre, würde die Schrift uns Christen nicht vor bösem Wandel warnen (1. Kor 10 u. v. a.)! Es ist weiterhin möglich, böse zu agieren, doch lasst uns vom Bösen Abstand halten! Amen!

Vers 2

und seid wie neugeborene Kinder begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch – damit ihr durch sie wachset zur Rettung – 1.Petr 2,2

An dieser Stelle will ich nochmals ausdrücklich betonen, dass die Rede an bereits wiedergeborene Christen geht (1. Petr. 1,3)! Hier werden Gläubige angesprochen, das Wort ergeht nicht an Ungläubige! – Warum spricht Petrus denn wie von einer weiteren Rettung, wo doch ein Gläubiger durch die Tat Christi schon gerettet ist?

Nun, ein christusgläubiger Mensch ist zweifelsfrei von der ewigen Hölle gerettet; er kann nicht verloren gehen. Doch aus der Geschichte Israels und sehr vielen Stellen im Neuen Testament wissen wir, dass ein Christ seine Erbschaft verlieren kann, wie sie Esau verloren hatte. Wenn nun ein Familienmitglied Gottes, ein Christ, am Ende erkennen muss, dass er Gott durch seinen fleischlichen Wandel verunehrt hat und damit die Erbschaft nicht antreten kann, wie die erste Generation des Auszugs (ausser zwei Menschen) das Erbe nicht antreten konnten, dann wird diesem Familienmitglied ein erheblicher Teil fehlen. Es geht zwar nicht auf ewig verloren, wird aber sehr beschämt (1. Joh 2,28) und mit leeren Händen dastehen. Gott lässt sich nicht verspotten! – Und wer am Ende ohne Erbe, dafür mit Schande da steht, dem wird ein Teil der Rettung fehlen. Lasst uns daher zur Rettung wachsen!

Vers 3

wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist! 1.Petr 2,3

Wer wirklich geschmeckt hat, dass der HERR gütig ist, verlangt nach Ihm. Den Menschen zieht es zu den Gütigen, von den Bösen hält man naturgemäss Abstand. Im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Vers, bleibt man begierig im Verlangen nach der unverfälschten Milch des HERRN, solange man weiss, dass Er gütig ist. Wenn der Teufel einem diese Wahrheit gestohlen hat, kann es sogar soweit kommen, dass man im HERRN einen Spielverderber sieht, von dem man Abstand nehmen muss.

So dachte Israel lange Zeit über ihren Erretter. Deshalb hing Israel an den von Satan zur Anbetung aufgestellten Götzen, welche sogar verlangten, dass die Israeliten ihre Kinder als Opfergabe verbrannten (2. Kö 16,3). Israel war lange Zeit vom Teufel so verblendet, dass sie lieber ihre Kinder vor den Götzen des Teufels verbrannten, anstatt dem Gott ihrer Väter zu folgen, welcher sie auf seinen Schwingen getragen hatte (2. Mo 19,4).

Wir haben gemerkt, dass der HERR gütig ist, daher bleiben wir bei seinem Wort und seinen Geboten! Amen!

Vers 4

Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, 1.Petr 2,4

Wenn wir begierig nach seinem Wort sind, so müssen wir zweifelsohne auch zu Ihm, zu Jesus Christus kommen wollen, denn Er ist das Wort (Joh 1,1). Das Wort Gottes ist eine Person! – Was ist damit gemeint? Was könnte man falsch machen? – Nun, wir lernen aus der Geschichte, dass das Volk das Wort nicht immer vernachlässigt hatte (z. B. die Pharisäer), aber trotzdem weit von der Wahrheit abgekommen war. Die Pharisäer studierten das Wort und kannten es praktisch auswendig, als das personifizierte Wort – Jesus Christus – kam, so lehnten sie Ihn ab. Der Vers, 1. Petrus 2,4, sagt aus, dass wir bei der Aufnahme des Wortes (unverfälschte Milch) auch zur Person Christi, zu Jesus Christus gehen sollen, zu einem Menschen, der für dieses Wort steht, uns liebt und der das Wort lebendig werden lässt.

Was heisst: „Der das Wort lebendig werden lässt?“ – Die Person, die hinter dem Wort steht, welches sie selber ist, wird alles so eintreten lassen, wie es da steht. Die Buchstaben auf einer Seite, durch Buchdruck aufgedruckt, können von sich aus nichts bewirken. Ich kann schreiben: „Morgen regnet es!“; und trotzdem kann morgen die Sonne scheinen, da ich keinen Einfluss aufs Wetter habe. In meinen Buchstaben liegt keine Kraft. Beim Wort Gottes ist es anders. Im Wort Gottes steht beispielsweise, Christus würde die Erde richten. So wird das in jedem Fall eintreten, weil Christus die Macht hat, sein Wort Wirklichkeit werden zu lassen und Er nicht lügt. Es ist daher wichtig, dass wir uns nicht mit der Bibel beschäftigen, wie man sich mit einer Ideologie beschäftigt. Eine Ideologie ist in sich selbst tot, der Mensch erhofft sich in deren Befolgung ein gutes Resultat. Bei der Bibel ist es anders, da sie eine Person beschreibt, welche jeden Buchstaben wahr werden lässt. Das Resultat ist von dieser Person abhängig; es ist nicht abhängig von unseren Werken, welche wir in Anlehnung an eine Ideologie wirken. Und wenn wir im Vertrauen zu dieser Person – Jesus Christus ist ihr Name – kommen, so wird uns der Segen der Schrift zuteil, wenn wir sie ablehnen aber trotzdem etwas aus der Schrift erhoffen, werden wir das bekommen, was in ihr für Menschen steht, die Gottes Sohn ablehnen.

Es wird alles am Sohn Gottes gemessen werden; Er ist das Kostbarste, was der Vater hat.

Vers 5

lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus! 1.Petr 2,5

Petrus weist darauf hin, dass der Leib Christi, das ist seine Gemeinde, welche aus echten, wiedergeborenen Christen besteht, zusammenstehen soll. Als lebendige Steine sollen wir uns aufbauen lassen, das heisst, dass wir zu einem funktionsfähigen und wahrnehmbaren Gefüge werden sollen. Das hat nichts mit Einzel- oder Solochristentum zu tun. Wir haben die direkte Aufforderung von Gott, dass wir uns als Leib oder geistliches Haus zusammenfinden sollen. Dort, in diesem Gefüge, soll der Gottesdienst stattfinden, dort sollen geistliche Schlachtopfer geopfert werden, dort ist der Segen verheissen, wie geschrieben steht:

1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.
2 Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfliesst auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfliesst auf den Halssaum seiner Kleider.
3 Wie der Tau des Hermon, der herabfliesst auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der HERR den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit. Ps 133,1-3

Es ist gut und lieblich, wenn wir einträchtig beieinander sind. Dorthin hat der HERR den Segen befohlen.

Vers 6

Denn es ist in der Schrift enthalten: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« 1.Petr 2,6

Die Rede ist von einem geistlichen Haus, das vom Eckstein aus gesehen, gebaut wird. Beim Bauen geht man von einem Fixpunkt aus. Dieser Fixpunkt, die Bibel nennt ihn Eckstein, ist der Christus Gottes, an welchem alles gemessen wird. Wer an Ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden; wer nicht an Ihn glaubt, wird zuschanden werden, denn es heisst diesbezüglich:

42 Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden; von dem Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen«?
43 Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.
44 Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden; aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen. Mt 21,42-44

Ein Jammer, dass Ihn so viele Menschen ablehnen, denn nur schon aus diesem Vers wird klar, dass sie deswegen unter Gericht kommen werden. Und das Schlimme ist, dass Ungläubige schon gerichtet sind; das Gericht ist nur noch reine Formsache, welche ihre Schuld, die Ablehnung Christi, in gerechter Weise beweist und darauf – wieder in absolut gerechter Weise – verurteilt (Joh 3,18).

Vers 7

Euch nun, die ihr glaubt, bedeutet er die Kostbarkeit; für die Ungläubigen aber gilt: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden«, 1.Petr 2,7

An Christus kommt niemand vorbei. Auch derjenige Mensch, der sich tausendmal gegen Christus stellt und partout nichts mit Ihm zu tun haben will, wird an Christus nicht vorbeikommen. An Christus hängt das ganze Universum (Kol 1,17). Selbst der gottloseste Mensch könnte nicht autonom leben, wenn nicht Gott ein klares Ja zu seinem Leben hätte. Und Gott hat bestimmt, dass jeder Mensch einst vor Christus (zum Gericht) stehen muss. Dort werden sie merken, dass Er der König ist und dass Er der HERR über alles ist.

Vers 8

und: »ein Stein des Anstosses und ein Fels des Ärgernisses«. Da sie nicht gehorsam sind, stossen sie sich an dem Wort, wozu sie auch bestimmt worden sind. 1.Petr 2,8

Kein Mensch ist für die Hölle bestimmt, Gott will alle Menschen retten (1. Tim 2,4). Aber: Gottlose sind für die Hölle bestimmt. – Wie bringt man diese beiden Tatsachen widerspruchslos zusammen? – Ich mache ein Beispiel: Ein Staat will grundsätzlich keine Gefängnisse haben; die kosten nur viel Geld und geben Zeugnis davon, dass Kriminelle in diesem Staat leben. Das Ziel wäre, dass alle Bürger ehrenhaft leben, sodass es keine Gefängnisse bräuchte. Nun ist es aber so, dass es überall Bürger gibt, die sich partout nicht an Gesetze halten wollen. Diese kommen unweigerlich – auch wenn sie sich nicht im Geringsten für die herrschenden Gesetze interessieren und sie negieren, mit dem Gesetz in Konflikt. Darauf werden sie aufgrund dieses Gesetzes verurteilt, sie kommen nicht daran vorbei, obschon sie sich nicht im Geringsten darum geschert haben.

So verhält es sich mit Christus. Gott will, dass sich alle Menschen an Ihn halten, dann müsste Er nie an Ahndung von Verbrechen denken. Nun ist es aber so, dass sich viele Menschen kein bisschen um die Bibel, das ist Gottes Gesetz, scheren. Diese kommen unweigerlich – auch wenn sie sich nicht im Geringsten für die herrschende Gottesordnung interessieren und sie negieren, mit seinem Gesetz in Konflikt. Darauf werden sie aufgrund dieses Gesetzes verurteilt, sie kommen nicht daran vorbei, obschon sie sich nicht im Geringsten darum geschert haben. Wenngleich sie nicht für die Hölle bestimmt waren, sind sie am Ende doch dafür bestimmt.

Vers 9

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat; 1.Petr 2,9

Zu was wird man in Jesus Christus? Bereits verurteilte Sünder (Joh 3,18) werden durch den Glauben an Jesus Christus zu Kindern Gottes (Joh 1,12). All dies beinhaltet, was wir im vorausgehenden Vers aus dem ersten Petrusbrief lesen. Ein Kind Gottes vereint Königtum und Priestertum auf sich, eine sehr herrliche Tatsache, welche im Alten Testament nicht möglich war. Dort gab es die Gewaltentrennung, damit dem Missbrauch vorgebeugt war. Gott trennte die priesterliche Klasse (Söhne von Aaron) von der königlichen (Söhne von David). Ein schlechter König konnte somit nicht zugleich auch ein schlechter Priester sein. Sonst wäre das Unglück des Volkes gleich doppelt so gross gewesen.

Da die Natur Gottes in seinen Kindern nicht sündigt – ja, nicht sündigen kann – so ist es jetzt kein Problem mehr, das König- und das Priestertum auf einer Person, dem Kinde Gottes zu vereinigen.

Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass wir bis zur Wiederkunft Christi parallel auch die alte, sündige Natur in uns tragen, die im Streit mit der neuen steht. Eine Verständnishilfe finden wir im Römerbrief (Röm 8,11-16). Dieser Umstand offenbart die Qualität unseres Glaubens. Wenn das Gute in unserem Leben die Oberhand hat, gewähren wir der neuen Natur zu handeln, was einen herrlichen Glauben zeigt. Wenn jedoch Schlechtes aus unserem Denken, Reden und Handeln entspringt, ist das ein Indikator dafür, dass wir Gottes Wort wenig Glauben schenken und der alten, gegen Gott gerichteten Natur zu handeln erlauben.

Vers 10

die ihr einst »nicht ein Volk« wart, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr »nicht Barmherzigkeit empfangen hattet«, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt. 1.Petr 2,10

Der HERR sagte einst wegen all der Sünde Israels zu seinem Volk, frei übersetzt: „Ihr seid nicht mehr mein Volk!“ Doch auch durch den Propheten Hosea liess der HERR verkündigen, dass sich dies wieder ändern würde, dass Israel einst wieder angenommen werden würde (Hos 2,1). Das wird der Fall sein, wenn Israel den Retter Jesus Christus akzeptieren wird. Die Empfänger des Petrusbriefes waren Vorläufer, sie hatten das schon getan, daher kamen sie als Israeliten vom Status „Nicht mein Volk“ zum Status „Mein Volk“!

Vers 11

Geliebte, ich ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, 1.Petr 2,11

Die Verse 11 – 17 sprechen vom Verhalten des Christen in der Welt. Die Nichtbeachtung eines einzigen dieser sieben Verse kann zum vollständigen Hemmer eines erfolgreichen Christenlebens werden, selbst wenn alle anderen dieser Verse nicht tangiert werden. Fangen wir beim Vers 11 an, fangen wir bei den fleischlichen Begierden an.

Was in unserem Fleisch schlummert, möchten wir lieber nicht aufzählen, doch zum Verständnis dieses Verses muss ich es tun. Es steht geschrieben:

19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Gal 5,19-21

Die Bibel nennt unsere alte, von Adam, von unseren Vorfahren geerbte Natur „die Gesinnung des Fleisches“ oder, frei übersetzt, „fleischliches Verhalten“ (siehe 1. Kor 3,3). Die Fleischeslust, die Lust und der Trieb unserer alten Natur sind nicht sexuelle Entgleisungen oder derartige Wünsche allein, wie es die Gesellschaft im Allgemeinen versteht. Wir können auf sexuellem Gebiet untadelig sein und doch der Fleischeslust verfallen sein. Denn wer Feindschaften pflegt, hadert, sich Eifersüchteleien oder Selbstsüchteleien hingibt, hat seine Fleischeslust genauso nicht unter Kontrolle wie jemand, der seine Gedanken auf sexuellem Gebiet nicht im Griff hat, was dem Menschen in allen Fällen die gleich schlechten Früchte beschert.

Nun ist es so, dass wir das Fleisch durch die Ausrichtung auf den Geist bezwingen müssen, ansonsten ernten wir als Frucht den Tod. Und das ist keine kleine Sache, denn der Heilige Geist sagt, dass die fleischlichen Begierden gegen die Seele „streiten“, sie stehen nicht einfach neutral in einem Regal. Sie setzen Energie in die Umsetzung ihrer Forderung, was dem Menschen viel Aufmerksamkeit und Kraft abverlangt, um ihnen zu wiederstehen. Wer sich nicht bewusst diesem Kampf stellt und dem Irrtum glaubt, dass er mit einer neutralen Haltung den Attacken des Fleisches parieren kann, hat schon verloren.

6 Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden,
7 weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht.
8 Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Röm 8,6-8

Lassen Sie uns diesen und die folgenden Verse, welche das Verhalten in der Welt beschreiben, mit besonderem Augenmerk betrachten, damit wir Gott und nicht uns selbst gefallen, denn wir sind jetzt betreffend die Folgen im Klaren: Die Ergebung zur alten Natur hat den Tod zur Folge.

Vers 12

und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung! 1.Petr 2,12

Unser Zeugnis nach aussen ist extrem wichtig. Zum einen ist es für unsere christlichen Brüder und Schwestern wichtig, um durch unser gutes Zeugnis selbst angespornt zu werden, einen heiligen Wandel zu führen. Und zum anderen ist das gute Zeugnis wichtig, damit die Gegner keine Basis für ihre Verleumdungen bekommen. Unsere Gegner reden sowieso gegen den christlichen Weg, wie es schon dieser Vers sagt. Wenn wir ihnen noch handfeste Gründe für ihre Behauptungen liefern, dient unser Leben nicht mehr der Verherrlichung Gottes. 

Vers 13

Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen: sei es dem König als Oberherrn 1.Petr 2,13

Ein Christ ist kein Aufrührer. Ein Christ bewahrt die Ordnung, selbst dann, wenn offenkundig böse Machthaber und richtiggehende Volksunterdrücker herrschen.

Der HERR lebte es uns vor. Ein Beispiel: Jesus Christus rief nicht zu einer Revolution gegen die Römer auf, obschon diese in der Figur von Herodes den grossen Mann Gottes, Johannes der Täufer, der vor Ihm hergegangen war, völlig grundlos hinrichten liess.

Der HERR kam nicht, um die Weltherrschaft an sich zu reissen, Er kam, um den Willen des Vaters zu tun. Die Weltherrschaft, die Ihm bestimmt ist, nimmt er aus der Hand des Vaters; Er riss sie nicht bzw. reisst sie nicht aus eigener Kraft an sich. Nach seiner Auferstehung ging Er zurück zum Vater. Er bekommt sie aus seiner Hand (Lk 19,12). Und erst dann, wenn der Zeitpunkt des Vaters gekommen ist, wird er sein Reich, dazu gehört auch die Herrschaft über diese Erde, antreten. Unser Vorbild tat nichts was ausserhalb des Zeitplans des Vaters ist.

Wir sind nicht grösser als unser Meister. Da Er nichts gegen die vorherrschende Staatsordnung getan hatte – er unterstützte diese vielmehr (Mt 22,21) – so rebellieren wir ganz sicher auch nicht gegen sie, sondern ordnen uns unter. Wir sollen in allem seine Jünger sein!

Vers 14

oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun! 1.Petr 2,14

Der Christ ordnet sich auch den lokalen Behörden unter. Er hört nicht nur auf die obersten Instanzen; er respektiert auch die Ordnung der Behörden an seinem Ort. Ein Christ nimmt die Staatsordnung als gottgegeben; Gott hat die Kraft, böse Staatsdiener selber auszuschalten, wie geschrieben steht:

19 Als aber Herodes nach ihm verlangte und ihn nicht fand, zog er die Wächter zur Untersuchung und befahl, sie abzuführen; und er ging von Judäa nach Cäsarea hinab und verweilte dort.
20 Er war aber sehr erbittert gegen die Tyrer und Sidonier. Sie kamen aber einmütig zu ihm, und nachdem sie Blastus, den Kämmerer des Königs, überredet hatten, baten sie um Frieden, weil ihr Land von dem königlichen Land ernährt wurde.
21 An einem festgesetzten Tag aber hielt Herodes, nachdem er königliche Kleider angelegt und sich auf den Thron gesetzt hatte, eine öffentliche Rede an sie.
22 Das Volk aber rief ihm zu: Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen!
23 Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, dafür, dass er nicht Gott die Ehre gab; und von Würmern zerfressen, verschied er. Apg 12,19-23

Wie Gott mit einem mächtigen Herodes fertig wurde, wird Gott mit jedem Menschen fertig, möge dieser auch König über alles und Befehlshaber über jede Armee dieser Welt sein. Wir sehen das in der Leichtigkeit der Vernichtung des mächtigen Antichristen: Er wird einfach ausgeschaltet (2. Thess 2,8), auf die Art und Weise, wie wir eine elektrische Lampe am Schalter ausschalten.

Vers 15

Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt: 1.Petr 2,15

Welche Unwissenheit ist gemeint und wo sind die Menschen unverständig? Sind wir nicht von intelligenten Menschen umgeben? Der Mensch ist, um nur ein Beispiel zu nennen, fähig, auf Wasser, Land und mit Flugzeugen in der Luft zu reisen. Er kann viele Dinge tun – und doch wird er von Gott durch den Heiligen Geist als unwissend und unverständig bezeichnet.

Der Mensch ist unwissend und unverständig, weil er das Augenscheinlichste, die Existenz Gottes leugnet und weil er das kommende Gericht – von welchem jeder Mensch von Gott in seinem Herzen in Kenntnis gesetzt worden ist (Röm 1,32) – grobfahrlässig ignoriert.

Der Wille Gottes für uns Gläubige, die wir unter solchen Menschen wandeln, ist nun, dass wir ihrem Unverstand – ihrem Denken, es gebe keinen Richter der Menschen und daher sei unser Glaube lächerlich – keinen Anlass zur üblen Nachrede geben. Unser Zeugnis soll tadellos sein. Die Menschen wissen schon, dass der Weg, welchen die Bibel vorgibt, der richtige ist. Da sie ihn aber nicht gehen wollen, belächeln sie die Christen, welche die Bibel als Richtschnur haben.

Nun ist es so, dass wir ihnen aber jeglichen Anlass zur Schmähung nehmen, wenn wir uns an das Wort Gottes halten, unsere Nächsten lieben und allen Menschen Gutes tun. Wenn uns dann jemand schmähen will, schneidet er sich ins eigene Fleisch, da er Menschen schmäht, die ein Segen für die Gesellschaft sind und damit keinen Anlass hat, was für alle offenkundig ist.

Vers 16

als Freie und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Sklaven Gottes. 1.Petr 2,16

Dieser Vers ist seit seiner Niederschrift bleibend hochaktuell. Religiöse Heuchler gab es immer und es gibt sie heute! – Nun sagt Petrus, dass gerade ein Gläubiger die neu erworbene Freiheit in Christus nicht als Deckmantel der Bosheit benutzen soll. Ein Gläubiger soll diese Freiheit benutzen, um andere in die Freiheit zu führen, nicht um sie zu übervorteilen.

Christus sagte den Jüngern, dass es nebst dem Negativen, was ihnen widerfahren wird, auch Positives geben wird; Er sagte, dass es Menschen geben wird, welche viel von uns halten bzw. sehr respektieren werden, wie geschrieben steht:

Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht grösser als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. Joh 15,20

Nebst unserer Verwerfung wird es also auch unsere Annahme unter den Menschen geben. Es gibt Menschen, ich habe es selbst erlebt, die froh über das erhaltene Evangelium sind. Solche werden uns sehr wertschätzen. Und bei Menschen, die sehr arm sind und wir ihnen mit Gütern geholfen haben, kann es sogar vorkommen, dass sie uns ergeben sind. Nun warnt uns dieser Vers ausdrücklich davor, dass wir ja keine Situation böswillig ausnutzen. Denn wir sind Gott Rechenschaft schuldig, wie es ein Sklave seinem HERRN ist.

Lassen wir auf keinen Fall zu, dass uns unser Herz verführt und zu Fall bringt. Im Mustervolk, das Volk Israel, ist auch in diesen Dingen gefallen (z. B. Jer 34,8 ff.), - warum sollten wir nicht auch fallen, wo wir doch dieselbe üble Natur parallel noch in uns haben? Lassen Sie uns auf der Hut sein! Amen!

Vers 17

Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König! 1.Petr 2,17

Wir sollen allen gegenüber in Ehrerbietung wandeln. Bei Gott und dem König tun wir es vielleicht, weil sie Gewalt über uns haben. Doch wir sollen es nicht nur aus diesem Grund tun; wir sollen Gott die Ehre geben, weil Ihm Ehre gebührt! Und den König sollen wir ehren, weil er durch Gott eingesetzt ist. Aber nun sollen wir auch die Bruderschaft lieben, was unter schwierigen Geschwistern nicht immer leicht ist, da es dabei um eine Beziehung auf gleicher Ebene handelt, von welcher wir manchmal meinen, nicht zwingend davon abhängig zu sein. Deshalb gibt es auf dieser Ebene nicht selten Streitereien. Man nimmt sie oft um des eigenen Stolzes willen einfach so in Kauf. – Das sollten wir auf keinen Fall tun, denn Gott hat den Leib (= die Gemeinde Christi) so zusammengefügt, dass es ein Organismus mit gegenseitigen Abhängigkeiten ist.

Vers 18

Ihr Haussklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den guten und milden, sondern auch den verkehrten! 1.Petr 2,18

Wer sich einem verkehrten Herrn unterordnen muss, hat teilweise grosse innere Kämpfe auszufechten, vor allem in der Situation, wenn man als Untergebener gute Gedanken bei der Arbeit gemacht hatte und effizienteste Wege bei Problemlösungen gefunden hat. Wer dabei einem undankbaren und unweisen Herrn dienen muss, könnte schnell an seiner Aufgabe verzweifeln.

Die Bibel sagt uns, dass wir Gottes Willen zieren, wenn wir uns selbst unter diesen Schwierigkeiten nicht auflehnen.

Vers 19

Denn das ist Gnade, wenn jemand wegen des Gewissens vor Gott Leiden erträgt, indem er zu Unrecht leidet. 1.Petr 2,19

Gott ist ein Gott des Rechts; Er will Gerechtigkeit! – Wie muss man diesen Vers denn nun verstehen, dass es Gnade vor Gott ist, wenn der Christ leidet, und wenn er sogar zu Unrecht leidet? – Nun, es ist so, dass Gott auch ein Gott des Ausgleichs ist. Wer aufrichtig war und trotzdem auf der Welt Unrecht erdulden musste, kann sich glücklich schätzen, da sein Lohn gross sein wird, wie geschrieben steht:

11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist gross in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Mt 5,11-12

Es ist daher Gnade von Gott, wenn wir in einer Situation sind, in welcher wir Leiden für Gott ertragen müssen, was sich zugunsten unserer Rechnung mehrt, wie auch, wenn wir freiwillige Gabe geben, wie geschrieben steht:

Nicht, dass ich die Gabe suche, sondern ich suche die Frucht, die sich zugunsten eurer Rechnung mehrt. Phil 4,17

Wir sehen im biblischen Kontext, dass die Leiden für Gott immer mit grosser Belohnung kompensiert werden. Gott ist kein Gott, der sein Volk leiden und danach leer ausgehen lässt! Dieses Prinzip wird in der Bibel schon sehr früh dargestellt. Ich denke da beispielsweise an die israelitischen Hebammen in Ägypten, welche durch den Heiligen Geist mit ihren Namen erwähnt werden, die den Befehl des Pharao nicht fürchteten. Für ihren Kampf für das Leben der israelitischen Knaben – gegen den Befehl des Weltherrschers – tat ihnen Gott Gutes (2. Mo 1,20).

Vers 20

Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr als solche ausharrt, die sündigen und dafür geschlagen werden? Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist Gnade bei Gott. 1.Petr 2,20

Ein Christ, der sündigt und dafür Schläge oder Leiden kassiert, hat am Ende des Lebens keinen Ruhm. Er bekam viel mehr, was er verdient hat. Wer aber Gutes tut und leiden muss und darin ausharrt und nicht aufgibt, wird am Ende sehr gerühmt werden, da dieser am Guten festhielt, obschon ihm das Leben suggerierte, seine Taten seien nichtig und würden ihn eher bestrafen als belohnen. Ein solcher tut das Gute weiterhin, weil er an einen guten Gott glaubt, der einst alles zum Guten wenden wird, obschon die ganze Welt im Bösen liegt (1. Joh 5,19). Wenn Gott uns in solche Situationen führt, ist das eine grosse Gnade, denn wir können sicher sein, dass wir – wenn wir bis ans Ende ausharren – eine überaus grosse Belohnung erhalten werden (Heb 11,6).

Vers 21

Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fussspuren nachfolgt: 1.Petr 2,21

Es ist nicht unsere Berufung ein üppiges Leben zu führen, wie es einige von uns führen und über dem Meister zu stehen scheinen. Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr (Joh 13,16). Glückselig sind wir, wenn wir beim Ausführen des Willens unseres Meisters gefunden werden.

Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! Mt 24,46

Dieser Vers gilt für alle Aufgabengebiete und er gilt für Christen sowie auch für Christinnen! Im Beispielvers wird ein Knecht erwähnt der Speise austeilt. Nun wissen wir, dass es im Leib Christi alle möglichen Aufgaben gibt; jeder hat seiner Fähigkeit entsprechend vom HERRN eine oder mehrere Aufgaben erhalten (Mt 25,15). Glückselig werden nun diejenigen Christen sein, die sich in die Aufgabe schicken. Dabei ist zu beachten, dass und Christus für den Dienst sein Verhaltensbeispiel gegeben hat. Und in seinem Vorbild sehen wir keine Überhebung. Wir sehen darin einen sündlosen und dem Willen Gottes völlig unterworfenen Wandel. Diesen sehen wir auch in den Leiden, die Ihm alle völlig zu Unrecht zugefügt wurden.

Vers 22

der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden, 1.Petr 2,22

Beim Betrachten des Kontextes (Verse 21 und 22) können wir sagen: Der, welcher keine Sünde getan hat und kein Trug in seinem Mund führte, wurde uns zum Beispiel. Seinen Fussspuren sollen wir nachfolgen. – Nun ist es so, dass einige noch nicht begriffen haben, was ein heiliger Wandel ist, der für den Dienst eine absolut zwingende Voraussetzung ist.

Wer dem HERRN dienen möchte, muss in der vollkommenen Heiligung bleiben; wer sich in Unreinheit auf das Ackerfeld Gottes begibt, schadet sich selbst und anderen Christen mehr, als das er von Nutzen wäre, selbst wenn er dabei sein ganzes Geld ins Reich investieren würde. Ich empfehle jedem, der in Unreinheit leben will, sich von der Arbeit im Reich fernzuhalten, um sein Gericht nicht noch schwerer zu machen. Psalm 101 spricht eine deutliche Sprache:

6 Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. Wer auf vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen.
7 In meinem Haus soll nicht wohnen, wer Trug übt. Wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen.
8 Jeden Morgen will ich alle Gottlosen des Landes stumm machen, um aus der Stadt des HERRN alle Übeltäter auszurotten. Ps 101,6-8

Ehebrecher und Treulose haben im Gemeindedienst nichts zu suchen, dass die Gemeinde nicht durch Sünde kontaminiert wird. Viele unter uns verstehen nicht, was ich hier sage, denn sie glauben alles unter der Liebe Gottes einschliessen zu müssen. Wer so denkt, ist aufgeblasen, da er sich über Gottes Ordnung hinwegsetzt, - Was für eine Anmassung! Ein solcher gleicht den Korinthern, welche das Krebsgeschwür der um sich greifenden Unreinheit nicht behandeln wollten, wie geschrieben steht:

1 Überhaupt hört man, dass Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht, die selbst unter den Nationen nicht stattfindet: dass einer seines Vaters Frau hat.
2 Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht etwa Leid getragen, damit der, der diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte entfernt würde!
3 Denn ich, zwar dem Leibe nach abwesend, aber im Geiste anwesend, habe schon als anwesend das Urteil gefällt über den, der dieses so verübt hat,
4 - wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid –
5 einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tage des Herrn. 1.Kor 5,1-5

Es bringt nichts, diese Tatsache noch weiter auszuführen. Wer in Unreinheit dienen will, wird das Urteil treffen. Die Gemeinde, die Unreinheit nicht behandelt, wird untergehen. Amen.

Wer Gott dienen will, soll sich das beherzigen:

Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. Wer auf vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen. Ps 101,6

Christus gab uns das Beispiel, wie Ihm nachzufolgen ist. Wer das Beispiel Christi belächelt, wird zum Beispiel werden, welches man mitleidig belächeln wird.

Vers 23

der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet; 1.Petr 2,23

Christus hinterliess uns das Beispiel, das die echte Frömmigkeit, das wahre Vertrauen auf den Vater demonstriert. Nicht grosse Worte der Selbsthilfe zeigen den Glauben und das Vertrauen in den Vater. Das stille sich dem Vater anbefehlen, dass Er das Kind aktiv und gut führt, zeigt wahres Vertrauen. Und das erstrahlt in besonderer Bedrängnis noch umso schöner. – Lasst uns diesem Beispiel nachfolgen, indem wir uns dem übergeben, der gerecht richtet! Amen.

Vers 24

der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid. 1.Petr 2,24

Durch die Leiden des HERRN, die hier mit den Worten „durch dessen Striemen“ beschrieben werden, brachte uns der HERR aus der hoffnungslosen Krankheit „Verderbtheit“, einem Zustand der die Menschen aufgrund Gottes Gerechtigkeit zwingend in die Hölle bringt, zur Genesung in seiner Person, welche aufgrund Gottes Gerechtigkeit zwingend in das Reich einführt.

Beide Endstationen sind aufgrund von Gottes Gerechtigkeit zwingend zu erreichen. Der verdorbene Mensch landet aufgrund der Verderbtheit bzw. der Sündhaftigkeit zwingend in der Hölle, weil seine Taten böse und gottlos sind. Der gerettete Mensch muss zwingend ins Reich hineinkommen, weil die neue Natur, die er aufgrund der Tat Christi erhalten hat, sündlos ist und keine Ungerechtigkeiten vollbringen kann.

Nun ist es aber so, dass wir die alte Natur bis zum Tod noch in uns haben. Wir können also durch die alte Natur sündigen und durch die neue Natur ein sündloses Leben führen. – In der Praxis leben wir tatsächlich noch nicht ganz ohne Sünde, da wir der alten Natur manchmal noch Raum geben. Da erhebt sich die Frage, wo wir am Ende landen werden. Landen wir nun doch aufgrund der Sünden in der Hölle oder kommen wir ins Reich Gottes aufgrund der Tat Christi? – Zweifellos kommen wir in das Reich Gottes, seine Tat ist so herrlich, dass wir sie selbst in grösster Torheit nicht ungeschehen machen können. Aber: Wenn wir trotz dieser grosser Errettung, die wir in Christus haben, nicht gegen das Sündigen der alten Natur ankämpfen und dieser Raum geben und nicht heilig wandeln wollen, so wird das nicht ohne (teilweise sehr bittere) Konsequenzen bleiben. Dass jeder Christ ins Reich kommt, ist unbestritten, doch welche Herrlichkeit er darin empfängt oder welchen Verlust oder gar Bestrafung (Lk 12,47) er einfährt, hängt klar von seinem Leben ab (1. Kor 3,11-15), was wir schon mehrfach erwähnt haben und immer wieder erwähnen, damit niemand einen Verlust einfährt.

Vers 25

Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen. 1.Petr 2,25

Da Petrus an gebürtige Israeliten schrieb, kann man sagen, dass sie als Israel in die Irre gingen, weil Israel den Weg Gottes und somit den Hirten verlassen hatte. Da sie nun zum Glauben an Christus gekommen waren, waren sie zum Hirten zurückgekehrt.

Im Blick auf die Weltmenschen kann man Ähnliches sagen: Die ersten beiden Menschen waren von Gott gehütet, doch sie fielen in Sünde und wurden somit Sklaven des Teufels, des Vaters der Sünde. Jeder Weltmensch, der sich zu Christus bekehrt, kommt an den Platz zurück, wo sein Vater Adam in den Anfängen war; er kommt an den Platz zurück, wo Gott als Hirte für das Wohl der Menschen besorgt ist.

Kapitel 3

Vers 1

Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, 1.Petr 3,1

Das zweite Kapitel endet mit Ermahnungen für Haussklaven; sie sollen sich auch in Leiden ganz unter Gottes Hand begeben, auch wenn ihre Herren sie nicht korrekt behandeln. Der Apostel führt aus, dass das zur Gnade Gottes gehört (welche eine grosse Belohnung hat).

Das dritte Kapitel beginnt der Apostel mit den Worten „ebenso ihr Frauen …“. Die Frauen können auch unter einem Haupt (Mann) stehen, der nicht so agiert, wie er sollte. Solche Frauen haben dann etwas mit den Haussklaven, welche unter mutwilligen Herren stehen, gemeinsam: Wie die erwähnte Gruppe der Haussklaven in einer unglücklichen Beziehung zu ihren Meistern stehen, so stehen die hier erwähnten Ehefrauen in einer unglücklichen Beziehung zu ihren Eheherren.

Sagt nun der Apostel zu diesen Frauen, sie sollen aus dieser Beziehung fliehen, wie der Geist dieser Welt die Frauen lehrt und damit die Scheidungsrate in die Höhe schnellen lässt? – Ganz und gar nicht! Der Apostel lehrt, inspiriert durch den Heiligen Geist, dass diese Frauen sich trotz der unglücklichen Umstände nicht aktiv aus dem Rahmen der Ehe bewegen sollen. Die Ermahnung geht sogar noch weiter: Sie sollen sich auch denjenigen Männern unterordnen, die dem Wort Christi nicht gehorchen!

Das alles hat einen Grund: Da Gott will, das alle Menschen gerettet werden (1. Tim 2,4), soll auch um „verkehrte“ Ehemänner „gekämpft“ werden, auch wenn das in der Stille und verbunden mit Leiden geschehen muss. Wie auf ungerecht behandelte Haussklaven ein grosser Lohn wartet, wenn sie bis ans Ende ausharren, wird auch ein grosser Lohn auf die Frauen warten, wenn sie ihren Platz auch in weniger angenehmen Situationen nicht verlassen, solange sie nicht an Leib und Leben bedroht sind. Gott hat die Kraft, die Situation nicht ausser Kontrolle geraten zu lassen. In Extremsituationen kann Er problemlos aktiv eingreifen und die Ehe auf legale Weise auflösen: Durch den Tod des Partners. Ein Beispiel, dass solches durchaus geschehen kann, ist exemplarisch festgehalten, wie geschrieben steht:

Und der Name des Mannes war Nabal und der Name seiner Frau Abigajil. Sie war eine Frau von klarem Verstand und von schöner Gestalt. Der Mann aber war roh und boshaft in seinem Tun, und er war ein Kalebiter. 1.Sam 25,3

Und es geschah nach ungefähr zehn Tagen, da schlug der HERR den Nabal, so dass er starb. 1.Sam 25,38

Die darin ersichtliche Konklusion ist einfach: Wir sollen das uns zugemessene Mass aus der Hand Gottes nehmen und uns nicht selber „retten“ wollen. Gott greift bei seinen Kindern ein, bevor die Situation ausufert. Amen.

Vers 2

indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! 1.Petr 3,2

Ein Haupt lässt sich im Blick auf seinen moralischen Zustand nicht so leicht von der ihm hierarchisch (nicht wertmässig!) untergeordneten Person etwas sagen. Daher leitet die die Bibel Frauen nicht zur Rebellion oder gar Scheidung an, wenn sie einen schwierigen Mann haben. Die Anleitung der Bibel ist die beste, um einen Mann durch das beispielhafte Vorleben der Frau vom christlichen Weg zu überzeugen.

Hinweis: Die hierarchische Ordnung ist im 11. Kapitel des 1. Korintherbriefes, Vers 3 festgehalten.

Vers 3

Euer Schmuck sei nicht der äusserliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 1.Petr 3,3

Dieser Vers wird oft missverstanden. Eine Frau oder ein Mann soll sich nicht gehen lassen. Wir sind Botschafter des HERRN und es ist falsch, wenn wir den HERRN schäbigen Kleidern repräsentieren, wenn wir andere Möglichkeiten haben.

Die Frau soll nicht in einem Zustand sein, der einen äusserlichen Schmuck erfordert, um hübsch auszusehen, weil keine innerliche Schönheit vorhanden ist. Ihr Fokus sollte in erster Linie auf dem reinen Wandel liegen, welcher nach aussen eine göttliche Schönheit zeigt, die in ihrer Umgebung ehrfurchtsvollen Respekt hervorruft.

Es gibt genügend Frauen – es gibt auch solche Männer – die sich mit Schmuck behängen oder teure Kleider anziehen müssen, um etwas darzustellen. Dass man damit aber den inneren Mangel nicht ausgleichen bzw. überdecken kann, sagt uns die Bibel unverblümt und gerade heraus:

Eine schöne Frau ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase. Spr 11,22

Eine von Natur aus schöne Frau, wie auch eine, die sich mit Kleidern und Schmuck verschönt hat, kann damit den viel grösseren inneren Mangel nicht ausgleichen. Die Bibel zeigt das Verhältnis, das äusserliche Verschönern steht gegenüber einem schlechten Charakter wie ein goldener Ring neben einer Sau.

Vers 4

sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr köstlich ist. 1.Petr 3,4

Der im Lichte Gottes stehende innere Mensch, der sich von Gott umwandeln liess bzw. lässt, ein erlangter sanfter und stiller Geist, das sind anzustrebende Positionen bzw. Werte! Im hellen Schein dieser ruft die Umgebung aus: „Was für ein feiner Mensch!“ – Ein solcher Ausruf wird nicht durch viel Schmuck ausgelöst; welcher nur den Status einer Frau darstellt oder den, welchen die Schmuckträgerin gerne hätte.

Und eine äusserliche, gepflegte Erscheinung gehört zum Bild einer Botschafterin Gottes! Die Bibel leitet uns nicht dazu an, als graue oder gar äusserlich verwahrloste „Mäuse“ aufzutreten.

Vers 5

Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten: 1.Petr 3,5

Mit dem inneren Schmuck wird in diesem Vers ein Charakterzug erwähnt, welcher die Befolgung eines göttlichen Gebotes anzeigt, mit dem die Gesellschaft ihre grosse Mühe hat. Männer ordnen sich Gott nicht unter, wie sich die Frauen den Männern nicht mehr unterordnen. Demgegenüber steht dieser Vers, der den köstlichen, schön geschmückten inneren Menschen zeigt, welcher sich der Ordnung Gottes beugt.

Es geht hier nicht generell um die Unterordnung der Frau, die als herausragendes Beispiel des Gehorsams gegenüber Gottes Willen erwähnt wird. Wer Schönheitskönigin oder Schönheitskönig werden will, befolgt das ganze Wort Gottes. Es geht generell um die allgemeine Unterordnung, denn die Nichtbefolgung des Willens Gottes fängt bei Frauen und Männern dort an, wo der Platz der Unterordnung verlassen wird. Ein solcher Mensch befindet sich in der Auflehnung.

Daher gilt: Wer sich dem Willen Gottes nicht unterordnet, kann nicht von sich behaupten, er stünde darin.

Vers 6

wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 1.Petr 3,6

Es gibt kein besseres Beispiel, als wenn die göttlich inspirierte Bibel ein Beispiel gibt. Wenn sich nun eine Frau ein Beispiel einer gottgefälligen Frau nehmen will, so nehme sie die Sara des Abraham als Beispiel. Sara nannte ihren Ehemann Herr. Damit drückte sie täglich ihre Position in Worten aus, die sie Abraham gegenüber eingenommen hatte. - Wer sich so unter den Willen Gottes stellt, braucht keinerlei Schrecken zu fürchten!

Vers 7

Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäss, dem weiblichen, und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden! 1.Petr 3,7

Für die Männer Gottes gilt: Ihre von Gott erhaltene Position, die sie hierarchisch (nicht wertmässig!) über die Frau stellt, ist mit Verantwortung verbunden! Die Position ist keinesfalls auszunutzen, sondern die Männer stehen vielmehr in der Pflicht, dem weiblichen Gefäss Ehre zu geben! Dieses Gebot schliesst jegliche Geringschätzung der Frau oder eigene Überhebung aus! – Männern, die das nicht glauben bzw. umsetzen wollen, sei gesagt: Wer sich nicht unter dieses Gebot stellen will, wird in seinen Anliegen vor Gott nicht erhört werden!

Ich lobe den HERRN für seine herrlichen Anordnungen, seine Fürsorge für Frauen und Männer und seine göttliche Herrlichkeit! Amen!

Vers 8

Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, demütig, 1.Petr 3,8

Es sei den Christen gesagt: Wir sind nicht ein Volk ohne Gesetze und Gebote, wie es manchmal – leider auch durch hochgestellte Persönlichkeiten – suggeriert oder gar offen gelehrt wird! Das Neue Testament ist voll von Geboten, Ermahnungen und Weisungen. Dieser Vers 8 enthält alleine 5 Verhaltensregeln.

Wenn jemand mit der Phrase „Wir stehen nicht unter dem Gesetz, sondern unter Gnade“ kommt und damit mit in die Irre leitender Auslegung sagen will, dass wir tun und lassen können, was wir wollen, ist offenbar, dass ein solcher vom Willen Christi nichts verstanden hat. Denn Christus sagte, dass man seine Gebote nicht nur einhalten, sondern auch lehren soll, wie geschrieben steht:

Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel. Mt 5,19

Befleissigen wir uns daher auch unter anderem

1. gleichgesinnt
2. mitleidig
3. voll brüderlicher Liebe
4. barmherzig

und 5. demütig zu sein. Der HERR wird uns anhand seines Wortes messen, wenn Er zurückkommt. Jemand, der diese Eigenschaften nicht vorweisen kann, soll die Zeit bis zur Wiederkunft des HERRN sinnvoll ausnutzen und soll sich durch viel Gebet diese Eigenschaften von Gott schenken lassen und sich anschliessend darin üben!