Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der zweite Brief an die Thessalonicher

Einleitung

Einleitung folgt

Kapitel 1

Vers 1

Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeinde der Thessalonicher in Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: 2.Thess 1,1

Paulus und seine Mitarbeiter schreiben in Gott der Gemeinde der Thessalonicher diesen zweiten Brief. Paulus und seine Mitarbeiter waren in Gott und die Gemeinde der Thessalonicher war in Gott. Es war und ist also ein Brief, der innerhalb des Hauses eines anderen, von Gott, von den einen Hausgenossen zu den anderen gesandt wurde. – Wir müssen wissen: Was wir untereinander tun, tun wir innerhalb des Haushaltes eines anderen. Wir gehören uns nicht selbst und wir haben keine Verfügungsgewalt über andere, ausser in ganz kleinen Bereichen, wie sie Gemeindeverantwortliche als Koordinatoren der Herde Gottes in beschränkten Mass verfügen.

Wir müssen wissen: Wir haben nicht einmal eine generelle Verfügungsgewalt über unseren Leib, denn auch dieser gehört im vollen Umfang Gott (1. Kor 6,13). Auch wenn an jener Stelle speziell vor Unzucht gewarnt wird, geht aus dem Kontext hervor, dass unser Leib auch die Wohnung Gottes ist. Und es ist klar, dass Gott über seine Wohnstätte bestimmt und nicht die Wohnstätte über den Bewohner, wie auch der Ton nicht über den Töpfer bestimmt. Das ist eine ernsthafte Mahnung an alle, die glauben, ihre äusserliche Erscheinung nach Belieben verändern bzw. verunstalten zu dürfen. Durchaus hat der HERR ein Bestimmungsrecht auf alles, unsere Kleidung, unsere Haut (in der Welt wird sie als Malfläche für Tattoos angesehen), unsere Speise (geistlich und natürlich) und nicht zuletzt auch unsere Aufenthaltsorte. Wie wir nicht jeden Schmutz lesen oder anschauen sollten (gilt für geistliche Nahrung), so sollten wir dem Körper auch nicht zuführen, was ihm schadet. Das gilt nicht nur für grobe Dinge, wie Drogen und Tabakkonsum, das gilt auch generell für alles, was wir unserem Körper zuführen. Wenn wir beispielsweise mutwillig stets viel zu viel essen und dick werden, so wird die Wohnung des HERRN – wir sind ja seine Wohnstätte (1. Kor 6,19) – schwerfällig und taugt nicht mehr für allfällig uns bestimmte Aufgaben. Wenn wir gut zu Fuss sein sollten, um Menschen an entlegenen Orten besuchen zu können, geht das nicht mehr mit viel Übergewicht. Wenn wir als Botschafter Christi sein schön geordnetes Reich verkündigen sollten, geht das nicht mit unanständiger Kleidung und / oder verwahrlostem oder gemäss einer weltlichen Strömung geprägtem Aussehen.

Lassen Sie uns miteinander korrekt umgehen, als Menschen in einer Haushaltung eines anderen. Es ist die Haushaltung Gottes, wir gehören uns nicht selbst! Amen.

Vers 2

Gnade euch und Friede von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 2.Thess 1,2

Ein Segenswunsch für die Familie Gottes sollte stets auf den Lippen eines Christen sein. So tat der gute Boas, der Vorfahre Christi und so tat David, der vorbildliche Hirte der Schafe des HERRN.

Und siehe, Boas kam von Bethlehem und sagte zu den Schnittern: Der HERR sei mit euch! Und sie sagten zu ihm: Der HERR segne dich! Rut 2,4

Und als David die Darbringung der Brandopfer und der Heilsopfer beendet hatte, segnete er das Volk im Namen des HERRN der Heerscharen. 2.Sam 6,18

Und als David zurückkehrte, um seinem Haus den Segensgruss zu bringen… 2.Sam 6,20a

Boas und David waren Schattenbilder, die schattenhaft angedeutet hatten, was Christus in voller Kraft für sein Volk getan hat. Er brachte den vollen Segen des HERRN zu den Menschen! Er sprach ihn nicht nur aus. Er ist unser Segen! In Ihm sind wir gesegnet und in Ihm steht uns der volle Segen zur Verfügung! 

Da Christus nun diesen Segen freigesetzt hat, sollen wir ihn auch weitertragen und ihn einander wünschen!

und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt! 1.Petr 3,9

Gelobt sei der HERR!

 

Vers 3

Wir müssen Gott allezeit für euch danken, Brüder, wie es angemessen ist, weil euer Glaube reichlich wächst und die Liebe zueinander bei jedem einzelnen von euch allen zunimmt, 2.Thess 1,3

Wir danken einem Geber unaufgefordert, wenn uns etwas gefällt, was aus seiner Hand kommt. Wenn ein Rollstuhlfahrer von jemandem eine Bergsteigerausrüstung geschenkt bekommt, wird er diesem nicht danken, denn sie ihm nichts wert, sein Herz trachtet nicht nach dieser Ausrüstung.

Paulus dankte Gott als er den wachsenden Glauben der Brüder in Thessalonich sah. Wir sehen am Verhalten des Paulus, dass ihm die Geschwister sehr am Herzen lagen. Der Mensch dankt für das, was er wertschätzt. – Wir sollten die Gemeinde Gottes so sehen, wie sie Gott sieht. Er liebt und wertschätzt sie so sehr, dass er vom Himmel stieg und für sie am Kreuz alle Sünden sühnte. Wenn wir uns nicht an der Gemeinde Gottes freuen, ist unser Denken weit von demjenigen Gottes entfernt!

Lasst uns Gott für jeden Fortschritt im Leben unserer Brüder und Schwestern danken! Amen.

 

Vers 4

so dass wir selbst uns euer rühmen in den Gemeinden Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und Bedrängnissen, die ihr erduldet; 2.Thess 1,4

Die Thessalonicher waren so gut unterwegs, dass selbst die besten und härtesten (ausdauerndsten) Mitarbeiter Gottes das Verhalten der Thessalonicher rühmten! 

Was war das für eine Ehre für die Thessalonicher! Die Thessalonicher gaben ein exzellentes Beispiel für andere Geschwister ab. Sie waren ein Ansporn für gutes Verhalten für andere Brüder und Schwestern. Sie waren ein gutes Vorbild für korrektes und rettendes Verhalten, was wir unbedingt nachahmen sollten. Es gibt genug desinteressierte und schwache Geschwister, bei denen es besser ist, wenn wir uns nicht an ihnen ausrichten! Die Geschwister der Gemeinde von Laodizea stehen für ein sehr schlechtes Beispiel. Wer sie als Vorbild nimmt, wird am Ende sehr schlecht vom HERRN beurteilt werden. Wer aber fleissige und worttreue Christen als Vorbild nimmt, wird am Ende nicht nur von den besten Mitarbeitern des HERRN gelobt werden; solche werden vom HERRN persönlich gelobt werden (Lk 19,17)!

 

Vers 5

sie sind ein Anzeichen des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr des Reiches Gottes gewürdigt werdet, um dessentwillen ihr auch leidet, 2.Thess 1,5

Die Verfolgung des Volkes Gottes beweist, dass das angekündigte und sehr furchtbare Gericht über diese Welt und die mögliche Endstation in der Hölle, die für all jene geschaffen wurde, welche mit Gott gebrochen haben oder mit Ihm brechen werden (Jes 66,24) absolut gerechte Entscheidungen Gottes sind. Und mit dem Ertragen dieser Verfolgung der Gemeinde ist der Beweis erbracht, dass sie des Reiches als würdig erachtet wird, denn die wahre Gemeinde Jesu steht auch unter Verfolgung zum Reich Christi.

Es gibt Christen, welche die Verfolgung nicht erdulden wollen und lieber Zuflucht in der gottlosen Welt suchen. Die Bibel sagt von jenen nicht, dass sie des Reiches gewürdigt werden, wie wir es durch die vorausgehenden Verse gelernt haben. Denn die Bibel sagt, dass nur die, die mit Christus mitleiden, mit Ihm mitverherrlicht werden.

Vers 6

so gewiss es bei Gott gerecht ist, denen, die euch bedrängen, mit Bedrängnis zu vergelten, 2.Thess 1,6

Es entspricht der Gerechtigkeit Gottes, die Leiden zu lassen, welche sein Volk bedrängen. Manchmal lassen wir uns verführen indem wir Lügen anfangen zu glauben, wie: „Gott lässt einige Menschen ungeschoren davonkommen, aber bei mir achtet Er peinlichst genau auf das was ich tue!“ – Das stimmt nicht, auch wenn es heutzutage durchaus sein kann, dass es einem Gerechten schlechter geht, als einem Ungerechten. Diese Tatsache brachte fast den guten Psalmisten Asaf zu Fall. Doch im Hause Gottes wurde er über die Wahrheit aufgeklärt, wie geschrieben steht:

1 Ein Psalm. Von Asaf. Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind. 2 Ich aber – fast wären meine Füsse ausgeglitten, beinahe hätten gewankt meine Schritte. 3 Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah. 4 Denn keine Qualen haben sie bei ihrem Tod, und wohlgenährt ist ihr Leib. Ps 73,1-4

Asaf glaubte eine Ungerechtigkeit entdeckt zu haben, denn bei ihm handelte Gott anders. Bei ihm verhielt es sich anders und er war bereits im Begriff, einen falschen Schluss zu ziehen:

13 Fürwahr, umsonst habe ich mein Herz rein gehalten und in Unschuld gewaschen meine Hände; 14 doch ich wurde geplagt den ganzen Tag, meine Züchtigung ist jeden Morgen da. Ps 73,13-14

Doch dann – zum Glück entfernte er sich nicht von Gott, wie es einige in solchen Situationen tun, offenbarte ihm Gott die Antwort, als er im Heiligtum danach suchte:

17 bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes. Bedenken will ich dort ihr Ende. 18 Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie, du lässt sie in Täuschungen fallen. 19 Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken. 20 Wie einen Traum nach dem Erwachen, so verachtest du, Herr, beim Aufstehen ihr Bild. 21 Als mein Herz erbittert war und es mich in meinen Nieren stach, 22 da war ich dumm und verstand nicht; wie ein Tier war ich bei dir. 23 Doch ich bin stets bei dir. Du hast meine rechte Hand gefasst. 24 Nach deinem Rat leitest du mich, und nachher nimmst du mich in Herrlichkeit auf. Ps 73,17-24

Es wird sein, wie es der aktuelle Vers im 2. Thessalonicherbrief ausdrückt. Die Menschen werden nicht für immer sorglos ihren Begehren nachgehen können. Plötzlich wendet sich das Blatt und es wird ihnen ganz gewiss gemäss ihrer Bosheit vergolten werden. Amen.

Vers 7

und euch, den Bedrängten, mit Ruhe, zusammen mit uns bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, 2.Thess 1,7

Dieser Vers ist für wahrhaftige Christen sehr wichtig. Denn ein wahrhaftiger Christ wird verfolgt (Joh 15,20); ein wahrhaftiger Christ wird bedrängt, weil sein Leben als Zeuge für Gott dem Teufel ein Greuel ist. 

Doch an wahre Christen sind auch Worte des Trostes gerichtet. Den Bedrängten wird der HERR Ruhe verschaffen. „Die Bedrängnis wird ein Ende haben!“, können wir unseren Mitstreitern zurufen und uns dessen selbst sicher sein! – Ich danke Gott für diese Verse des Trostes in dieser gottlosen Welt! Amen!

Vers 8

in flammendem Feuer. Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen; 2.Thess 1,8

Was der HERR tut, tut Er in Gerechtigkeit. Denn Er gebietet den Nationen, Busse zu tun, wie wir wissen:

Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Busse tun sollen, Apg 17,30

Die Masse tut – entgegen dem Befehl Gottes – nicht Busse, das sehen wir im Alltag. Damit verwerfen die Menschen Gottes Gebot wissentlich, was nicht ohne Konsequenzen bleiben wird. In der Offenbarung des Herrn Jesus, bei seiner Wiederkunft, die in flammendem Feuer geschehen wird und kurz bevorsteht, wird Er an ebendiesen ungehorsamen Menschen Vergeltung üben. 

 

Vers 9

sie werden Strafe leiden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, 2.Thess 1,9

Angesichts dieser Verse sollte jeder Mensch spätestens erkennen, dass Gott keine Spielchen spielt. Er ist der HERR. Wer auf seine Worte hört, wird durch Ihn gesegnet, wer sie verwirft, wird verdammt werden. Das ist Fakt, wie schon der Evangelist Markus gesagt hat.

Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Mk 16,16

Liebe Leserinnen und Leser! Lassen wir uns bitte nicht verführen! Es wird alles so kommen, wie es Gott vorausgesagt hat! Aufgrund der erfüllten Prophetie – jede Prophetie Gottes erfüllte sich zu ihrer Zeit – können wir darauf vertrauen, dass die Gerechten zu Gott versammelt werden. Diejenigen, die das Wort ablehnen, werden ganz gewisslich verdammt werden. Amen.

 

Vers 10

wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die geglaubt haben; denn unser Zeugnis an euch ist geglaubt worden. 2.Thess 1,10

An dem Tag, in welchem Christus die Gottlosen auf Erden verdammen wird (2. Thess 1,9) wird Er im Gegensatz dazu in seinen Gläubigen bewundert werden können. Denn die, welche Ihm nachgefolgt waren, haben sich auch von Sünden enthalten und haben sich in sein herrliches Bild umwandeln lassen, um ohne Makel erfunden zu werden. Das wir in den Beobachtern Bewunderung auslösen.

 

Vers 11

Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig erachte der Berufung und dass er alles Wohlgefallen an der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft vollende, 2.Thess 1,11

Wir haben eine sehr hohe Berufung. Wir sollen dieser Berufung gemäss vorangehen. Wenn wir dieser hohen Berufung nicht als würdig erachtet werden, haben wir unser Ziel verfehlt. 

Dass es sich hierbei nicht um ein Spiel handelt, macht uns Paulus durch sein Verhalten klar: Er betet in der ganzen ihm dazu verfügbaren Zeit für die Thessalonicher, damit sie nicht am Ziel vorbeigleiten (Heb 2,1). 

Paulus bittet, dass Gott das Werk des Glaubens in den Thessalonichern in Kraft vollende. Wir sehen darin die ganze Ernsthaftigkeit in unserer Berufung. Wer von Gott berufen ist, ist damit nicht automatisch am Ziel. Für das gute Ankommen im Ziel muss entschieden gekämpft werden! Wir wissen schon aus dem Alten Testament, an welchem wir uns unbedingt auch orientieren sollten (Röm 15,4; 1. Kor 10,6.11), dass Menschen, die ihrer Berufung nicht treu waren, das Ziel mit Schimpf und Schande verfehlten. Wir kennen auch die ausserordentlich harten Sanktionen im Leben vom sonst so guten König David, nachdem er sich illegal Batseba zur Frau genommen hatte! David liess sich glücklicherweise zurechtbringen und kam wieder auf den Weg Gottes zurück, was man nicht von allen Berufenen Gottes sagen kann. Wenn wir das eine und das andere Übel vermeiden und ans Ziel kommen wollen, sollten wir unserer Berufung mit Fleiss treu bleiben! Amen! 

Vers 12

damit der Name unseres Herrn Jesus in euch verherrlicht werde und ihr in ihm nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus. 2.Thess 1,12

Im Kontext verstehen wir, dass Gott uns zur Vollendung bringen soll (Vers 11). Auf diese Weise soll der Name unseres Herrn Jesus durch die Thessalonicher zu Ehren kommen und sie, gemeinsam mit Paulus, sollen auch in Christus zu Ehren kommen.

Die Rede ist hier von einem verherrlichten Menschen. Dass Christus verherrlicht werden wird, liegt auf der Hand; Er hat seinen Lauf ohne Tadel vollendet. David hat ihn auch vollendet, doch er musste in der Sache mit Batseba getadelt (und hart sanktioniert) werden. Die Rückkehr auf den guten Weg oder das lassen der Sünde bewahrte ihm sein Königtum, das er beinahe an Absalom verloren hatte.

Nun ist es Gottes Absicht, dass wir am Werk Christi und seiner Verherrlichung teilhaben sollen. Wer gesündigt hat, soll die Sünde lassen, wer vom Weg abgekommen ist, soll zurückkehren, dass er an Verherrlichung Christi teilhaben kann. Wer aussen vor bleiben will (in Sünde oder auf falschem Weg), wird am Ende nicht am Hochzeitsmahl des Lammes dabei sein. 

Kapitel 2

Vers 1

Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2.Thess 2,1

Paulus erwähnt hier eine sehr herrliche Tatsache, die für uns in dieser Welt, in welcher die Moral im freien Fall nach unten ist, je länger ein desto grösserer Trost wird. Geschwister in Europa, die erkannt haben, dass die Meinungsfreiheit nur noch auf dem Papier besteht, und wissen, dass unsere Werte für das Leben (auch das ungeborene Leben) und die Moral Gottes, in welcher Sünde keinen Platz hat, immer mehr ins Schussfeld einer selbstsüchtigen Gesellschaft geraten, sehnen sich umso mehr auf die Wiederkunft unseres HERRN, der diesem sündigen Treiben ein jähes Ende setzen wird.

Dieser Vers offenbart aber noch mehr, es geht nicht nur um die Wiederkunft Christi, welcher alles in die Schöpfungsordnung zurückbringen und sein Volk erlösen wird. Es geht um die Vereinigung mit Ihm. Wir werden seine Wiederkunft nicht allein von der Zuschauertribüne aus verfolgen und dann lediglich in einem geordneten Reich leben dürfen. Wir werden im vollen Umfang daran beteiligt sein und uns mit Ihm in allem eins werden. Wir werden uns mit Ihm vereinigen.

Vers 2

dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. 2.Thess 2,2

Paulus schreibt den Thessalonichern, dass sie sich nicht erschrecken lassen sollten. Selbst wenn ein gefälschter Brief, als sei er von Paulus, an sie gesendet würde, so sollten sie sich betreffend die Ankunft des Christus nicht auf falsche Lehren stützen. Wenn jemand sagen würde: „Paulus hat mir gesagt, dass der Tag Christi schon da ist!“, so sollten es die Thessalonicher nicht glauben. Im nächsten Vers gibt Paulus den Grund an, wieso der Tag Christi noch nicht angebrochen ist.

Ist es nicht interessant zu sehen, wie seitens des Teufels in jeder Epoche versucht wird, die Christen zu verführen oder ihnen Angst einzujagen? Den Thessalonichern wollte man damals weismachen, sie hätten die Wiederkunft Christi verpasst. Uns will man heute durch ein böses Evangelium des Wohlstandes (das Leben sei zu geniessen und sofortiger irdischer Reichtum sei das Los des Christen) die Sünde als verniedlicht darstellen und uns dadurch vom unbedingten Gehorsam gehen das Wort Gottes abhalten. Im Kontrast dazu spricht die Bibel von den Leiden Christi, die auch auf den Christen kommen werden. 

Obschon die Bibel klar in ihrer Aussage ist, fallen immer wieder Brüder und Schwestern auf Lügen herein. Es tut daher not, dass wir uns gegenseitig immer wieder an die gute und menschenfreundliche Wahrheit der Schrift erinnern, die dem bösen und ehebrecherischen Geist der Welt immer entgegengesetzt ist.

Vers 3

Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; 2.Thess 2,3

Die öffentliche Erscheinung des Herrn Jesus komme nicht, bevor der Abfall (von Gott) gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden sei. – Nun, der Abfall (von Gott) ist gekommen; es fehlt nur noch die Offenbarung des Antichristen. Die Moral der Gesellschaft ist auf einem Tiefpunkt (gemessen am Standard der Bibel). Das Schlimme dabei ist, dass die Menschen dabei glauben, die moralischen bzw. gesellschaftlichen Normen würden dem technologischen Fortschritt folgen. Dabei ist es genau umgekehrt: So wie sich die Technik weiterentwickelt, degeneriert die Gesellschaft.

Paulus warnt mit diesem Vers Christen vor Verführung. Denn auch echte, wiedergeborene Christen sind davor nicht gefeit. In einigen christlichen Gemeinden hat diese Verführung schon stattgefunden. Es gibt heute Christen die tatsächlich glauben – sie heben damit den ersten Teil des Verses auf – einem wiedergeborenen Christen könne nichts mehr passieren. Nun, wenn das so wäre, wieso warnt denn der Heilige Geist durch den Schreiber Paulus vor der Verführung?

Passen wir auf, dass wir uns wirklich nicht verführen lassen! Amen!

Vers 4

der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heisst oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2.Thess 2,4

Christus konnte sich als Gott ausweisen, denn Er ist es tatsächlich, wie wir wissen. Der Antichrist wird auch von sich sagen, er sei Gott, obschon er auf keinen Fall Gott sein kann, denn die Bibel beschreibt ihn als Mensch der Gesetzlosigkeit. Gesetzlosigkeit haben wir beim wahren Menschen und wahren Gott, Jesus Christus, nie gefunden! Gesetzlosigkeit ist dem Schöpfergott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist völlig fremd. 

Der falsche Christus, der Antichrist oder Gegenchristus, der leider von vielen zu ihrem Verderben als der wahre Messias gesehen wird, wird sich in den neu aufgebauten Tempel setzen und sich als Gott ausweisen.

Vers 5

Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? 2.Thess 2,5

Was Paulus den Thessalonichern schreibt, war lediglich eine Wiederholung von Wahrheiten, die er schon gesagt hatte. – Ein Diener Gottes ist stets bemüht, soweit es das Alter und Aufnahmevermögen der Auszubildenden zulässt, alles zu sagen, was er von Gottes Ratschluss weiss, damit seine Zuhörer von allen möglichen Fehltritten geschützt sind. 

Vers 6

Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit geoffenbart wird. 2.Thess 2,6

Inzwischen wissen wir, wodurch die kommenden Ereignisse noch aufgehalten werden. Gottes Feind kann erst auf den Plan treten, wenn die Zeit dafür reif ist. Er wird keine Stunde zu früh auftreten können. 

Es wird zwar danach aussehen, als ob das Böse siegen würde. Es wird den gleichen Anschein machen, wie bei der Festnahme des Herrn Jesus, als ob die Macht der Dunkelheit stärker geworden wäre als die Macht des Lichtes. Erinnern wir uns in solchen Situationen immer an die Worte des Herrn Jesus vor seiner unmittelbaren Festnahme:

Oder meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könne und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde? Mt 26,53

Diese Worte zeigen uns klar, dass sich die Macht Gottes bewusst zurückhielt, um die Widersacher nicht augenblicklich zu Pulver zu verarbeiten, da sonst die Rettung Gottes für die Menschen nicht zustande gekommen wäre. In derselben Art wird sie sich wieder etwas zurückhalten, damit der bereits geschlagene Feind sich nochmals aufbäumen und den Antichristen stellen kann. Doch nach seinem erfolgten bösen Werk wird die Macht Gottes nicht mehr zurückhaltend sein. Mit voller Wucht wird sie dem Treiben Satans ein jähes Ende bereiten! Amen!

Vers 7

Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist; 2.Thess 2,7

Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit! Was für ein Phänomen! Die noch so gescheiten Menschen werden zur Gesetzlosigkeit verführt – und sie merken es nicht! Die Gesetze der Nationen entfernen sich immer weiter von den Geboten Gottes – und niemand merkt es! Das ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit!

Der Teufel kommt nicht plump daher und sagt zu dir: „Bring deinen Nächsten um!“, oder: „Lüge ihn zumindest an!“ Das geschieht nicht so plump. Die Sünde, die Übertretung der Weisungen Gottes, die verkauft sich am besten durch Verniedlichung. Der Mensch hat sowieso schon diesen Trieb in sich, zu sündigen. Durch die Verniedlichung der Sünde kann er diesen immer besser ausleben. Und der Teufel tut das seine dazu, indem er den Menschen auf die Stufe Gottes, des höchsten Gesetzgebers stellt. Dann verkauft er den Menschen mit vielen Lügen, um ein Beispiel zu nennen, dass die von Gott gestiftete Ehe eine veraltete Einrichtung wäre. Sie sei im Altertum nötig gewesen, da Mann und Frau damals offensichtlich auf Gedeih und Verderben aufeinander angewiesen waren. Diese Form gehöre nun nicht mehr in die moderne Gesellschaft, da weder Mann noch Frau wirtschaftlich voneinander abhängig wären. 

Mit solchen Lügen – sie stehen voll im Widerspruch zur göttlichen Schöpferordnung – weicht der Teufel die Gesellschaftsordnung auf. Die Sünde im Menschen tut danach das ihre fast im Alleingang. Der sündige Mensch, welcher der Lüge des Teufels glaubt und vielleicht gerade eine Auseinandersetzung mit seinem Ehepartner hat, hüpft in fremde Betten, um Trost zu suchen und sündigt zum eigenen Verderben mit Ehebruch dem HERRN ins Angesicht.

So wird der Mensch durch das Geheimnis der Gesetzlosigkeit durch den Teufel „höflich“ ins Verderben geleitet. Gesetzlosigkeit ist Sünde, die Verderben und Tod bringt. Es ist ein Geheimnis, weil der Mensch nicht merkt, was mit ihm geschieht. So tun wir und verankern in unserer Rechtsprechung immer mehr, was der Bibel wiederspricht und denken gleichzeitig, wir würden moralisch immer höher steigen. Das ist das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit! Sie lässt den Menschen glauben, vor der Himmelstür zu stehen, währenddessen er tatsächlich im Begriff ist, sein Leben vor der Pforte der Hölle für immer zu verlieren!

Die vom Teufel aufgestellte Person, der Antichrist, kann sich erst etablieren, wenn sich der Heilige Geist von der Erde zurückzieht. Bis dahin wird die Manifestation des Bösen zurückgehalten. Der Antichrist wird seine Stunde bekommen und die Verführten werden ihm zujubeln, bis Gott dem Treiben mit der Durchsetzung seiner heiligen Gerechtigkeit ein jähes Ende setzt.

Vers 8

und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; 2.Thess 2,8

Als das Böse sich im Garten Gethsemane hinter dem Verräter Judas her manifestierte und der HERR von Knechten der Hohepriester festgenommen wurde, so liess der Herr Jesus dies mit sich geschehen; Er hielt sich zurück, obschon er mehr als 12 Legionen Engel zu seiner Verteidigung sofort vom Vater erhalten hätte (Mt 26,53). Nur so konnte das Böse seinen Plan zum Ziel bringen. 

Es war und ist nie eine Frage, wer stärker ist, Gott oder der Teufel bzw. der Herr Jesus oder der Teufel. Der Herr Jesus sagt von sich selber, dass Er alle Macht in seinen Händen hält (Mt 28,18).

Daher wird es keine „Letzte Schlacht“ oder eine alles entscheidende Schlacht zwischen Gut und Böse geben. Der Heilige Geist stellt kurz und trocken klar, wie die Machtverhältnisse sind. Der Herr Jesus wird die von Teufel aufgestellte und voll unterstützte Figur nicht in einer für beide Seiten aufreibenden Schlacht, sondern mit einer minimalen Regung wegfegen! Einfach so! Seine blosse Erscheinung reicht, um den Antichristen zu vernichten! Stellen wir uns einmal vor, was geschieht, wenn sich der Herr Jesus anschickt, wie ein Held auf seine Feinde dreinzuschlagen!

Vers 9

ihn, dessen Ankunft gemäss der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge 2.Thess 2,9

Die Macht der Finsternis bekommt die gleiche Chance und die Menschheit denselben Test. Jesus Christus konnte Wunder tun, der Antichrist wird Wunder tun können. Wem wird die Menschheit nun folgen? Einige sind dem wahren Retter, Jesus Christus ins Leben gefolgt. Jesus Christus gab sein Leben für seine Jünger. Viele werden dem Antichristen ins Verderben folgen. Der Antichrist gibt sein Leben für niemanden, er stellt es vollumfänglich dem Satan zur Verfügung, um die maximale Anzahl von Menschen ins ewige Verderben zu reissen.

 

Vers 10

und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2.Thess 2,10

Der Antichrist wird mit Zeichen und Wundern der Lüge verführen. Der Satan ist ein Lügner von Anfang an; er ist der Vater der Lüge. Seine Gesellen bedienen sich derselben Methode. Wir sehen das in der Welt. Die Welt folgt, regiert durch Satan, immer mehr der Lüge. Das Wahre wird abgelehnt, die Moral Gottes wird abgelehnt, um sie mit der Moral des Teufels zu ersetzen. Die Gebote Gottes, die zum Schutz der Familie und Gesellschaft stehen, werden niedergerissen, um, durch angebliche Freiheit, die Familie und Gesellschaft zu zerstören. Die Entwicklung geht augenscheinlich ins Böse und ins Zerstörerische hinein, doch man darf dazu unter dem Vorwand, die persönliche Freiheit dürfe ja nicht kritisiert werden, immer weniger sagen. Normal denkende Menschen erkennen die böse Entwicklung, doch die Gegenstimmen werden angesichts drohender Sanktionen immer leiser. 

Die Meinungsfreiheit besteht heute nur noch auf dem Papier. Wehe dem Menschen, der den Zerfall der biblischen Moral, auf welcher unsere ehemals viel gesündere Gesellschaftsordnung basierte, beginnt zu kritisieren! Ein solcher muss – trotz gesellschaftlich proklamierter Meinungsfreiheit – heute schon mit erheblicher Ächtung rechnen. 

Das Wort Gottes appelliert an unsere Eigenverantwortung. Wenn die Massen den Lügen glauben, sollten Sie es, liebe Leserin und lieber Leser, trotzdem nicht tun! Denn was wir tun, wird in einem Gericht geprüft werden. Die Konsequenzen unseres Tuns können unerträglich und ewig sein. Sehen wir uns daher vor! Denn nicht der Mensch und nicht der Satan werden das letzte Wort über unsere unsterbliche Seele sprechen. Dem Sohne Gottes, dem Herrn Jesus Christus wurde diese Aufgabe anvertraut. Und eins ist klar: Niemand kommt am Richter dieser Welt vorbei! Amen.

Vers 11

Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, 2.Thess 2,11

Manche Menschen glauben, der Mensch habe bis zum letzten Atemzug die Chance, sich zu bekehren. Das kann in einzelnen Fällen so sein, doch es ist nicht der Regelfall. Wir sehen das beim Pharao in Ägypten, der sich immer wieder gegen die Worte von Mose verhärtete. Es kam danach der Tag, wo seine Vernichtung durch Gott beschlossen war, von diesem Tag an verhärtete Gott sein Herz. Von da an konnte er es der Wahrheit gegenüber nicht mehr öffnen. Zuerst verstockte der Pharao selber sein Herz (2. Mo 8,11; 8,28) später schloss Gott die Türen seines Herzens, so dass ein schlimmes Urteil über dem Pharao unwiderruflich besiegelt war (2. Mo 9,12; 2. Mo 10,20).

Wie es beim Pharao war, so verhält es sich auch heute: Wenn Menschen sich für eine lange Zeit, während des geduldigen Wartens und Rufens von Gottes Seite, gegen seine Wahrheit verhärten, so schliesst Gott – der sich nicht verspotten lässt – selbst die Türe und lässt die Menschen die Lügen glauben. Die Kraft, die Gott dazu schickt, ist wirksam, was wir in der Gesellschaft sehen. Die Menschen glauben jeder Lüge. Sie glauben der Lüge, dass es ohne Konsequenzen ist, ganz junges Leben „auszukratzen“. Sie glauben, dass all das geordnete Leben auf diesem Planeten aus dem Nichts entstanden sei und sich selbst, ohne Schöpferintelligenz, so geformt hat. Das wird tatsächlich geglaubt, obschon jedem Mensch durch das eigene Leben vor Augen gestellt wird, dass ohne Überlegung und weiser Führung kein Projekt, sei es noch so klein, zustande kommt.

Ich kann dir Mensch, der du bis heute der Wahrheit widerstanden hast, nur raten: Wenn du dich der Wahrheit Gottes nicht öffnest, wird die Chance plötzlich ein für allemal verpasst sein. Dann bleibt nur noch die Erwartung des damaligen Pharaos übrig. Das ist: Im Eigendünkel verloren zu gehen.

Vers 12

damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit. 2.Thess 2,12

Ist das nicht ein furchtbares Wort? Wenn sich ein Mensch nicht zurechtbringen lassen will, so wird er von Gott verblendet, sodass er auf dem bösen Weg bleibt und am Ende die gerechte Strafe für den bösen Weg bekommt. Wer an der Ungerechtigkeit Gefallen bekommt und die Wahrheit beiseite stellt, wird demnach einst von Gott gerichtet werden. Wer sich aber zu Gott zurückwendet, solange das möglich ist, wird Barmherzigkeit empfangen (1. Joh 1,9). Amen.

Vers 13

Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, 2.Thess 2,13

Es ist gut, wenn wir wirklich verstehen, was hier steht. Das Wort Gottes dient unter anderem auch sehr zu Trost und Aufbau. Hier steht, dass wir vom HERRN geliebt sind. Hier steht auch, dass uns Gott von Anfang an zur Rettung erwählt hat. Diese Rettung geschieht, weil uns der Geist Gottes heilig macht, was bedeutet, dass er uns von der Schlechtigkeit dieser Welt zu Gott hin absondert.

Ein Diener des HERRN, der erkennt, was die Rettung Gottes alles beinhaltet, kann nicht anders als allezeit dafür danken, wie es Paulus hier im ersten Teil des Verses ausdrückt.

 

Vers 14

wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus. 2.Thess 2,14

Durch das durch die Apostel gebrachte Evangelium, das ist die gute Botschaft in Jesus Christus, hat Gott uns berufen, die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus zu erlangen. Die Herrlichkeit in Jesus Christus wird leider von vielen unter uns nicht ansatzweise verstanden. Viele sehen darin „nur“ die Errettung vor der Hölle, was schon eine sehr grosse und unverdiente Sache ist. Doch die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus beinhaltet noch sehr viel mehr. Andere sehen darin einen Aufenthalt im Himmel, der nicht näher erläutert werden kann. Diese Sicht ist auch richtig, beleuchtet aber längst nicht die ganze Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus. Die Erlangung seiner moralischen Herrlichkeit, seiner königlichen Herrlichkeit, seiner göttlichen Herrlichkeit und seiner priesterlichen Herrlichkeit sind Themen, die ganze Bücher füllen könnten. Wie wenig wir davon verstehen, zeigt sich im Alltag, wenn Probleme auftauchen, mögen sie noch so gross sein. Schnell verlieren wir den Blick auf unsere herrliche Zukunft, da wir uns von Problemen schnell einnebeln lassen. – Das ist schade, denn dann bringen wir Gott das Lob nicht mehr im Umfang dar, wie es sich für Ihn gebühren würde. Lassen Sie uns die Herrlichkeit, die uns in Christus erwartet, nie aus den Augen verlieren! Amen!

 

Vers 15

Also nun, Brüder, steht fest und haltet die Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief. 2.Thess 2,15

Es ist ein Befehl Gottes, an den Überlieferungen festzuhalten, wie man von Anfang an gelehrt worden ist. Wenn man zum Glauben kommt und die Bibel liest, ist die Lehre meist gesund, vor allem dann, wenn man selber in der Bibel liest und sich nicht menschlichen Falschinterpretationen der Schrift aussetzt. Das reine Schriftwort ist überhaupt das Beste, was man zu sich nehmen kann. In der Schriftlesung lernt man die Verfassung des Reiches der Himmel (Mt 5 – 7), die Gottheit Jesu und die Liebe, die Gott zu den Menschen hat kennen (zum Beispiel im Johannesevangelium).

In unserem Christenleben sind wir vielen Einflüssen ausgesetzt, auch der Verführung des Teufels, der auch der HERR ausgesetzt war. Der HERR widerstand ihr; werden wir ihr auch widerstehen? – Wenn wir dem Befehl des HERRN in diesem Vers gehorchen, werden wir es tun können, wenn wir uns aber durch die Lügen des Feindes verführen lassen, so werden wir in die Falle tappen.