Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der zweite Brief des Johannes

Einleitung

Der zweite Johannesbrief wurde ebenfalls durch den Apostel Johannes verfasst. Er beinhaltet hauptsächlich die Erinnerung zum Wandel in Liebe und die Ablehnung von Irrlehren zum Schutze der Wahrheit. Es ist ein kurzer Brief mit nur einem Kapitel, dessen Inhalt aber sehr wichtig ist, so wichtig, dass es der ewige Gott für notwendig ersah, ihn ins Ewige Wort aufzunehmen.

Kapitel 1

Vers 1

Der Älteste der auserwählten Herrin und ihren Kindern, die ich liebe in der Wahrheit; und nicht ich allein, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben, 2.Joh 1,1

Johannes, der Älteste, welchem, gemäss dem Amt eines Ältesten, die Aufsicht von Seelen übertagen war (Heb 13,17), tat mit diesem Brief seine, seinem Amt entsprechende Arbeit: Er kümmerte sich um Seelen, welche er gemäss dem Gebot Christi liebte, im Wachstum in Christus stützte und durch ernsthafte Unterweisung vor feindlichen Einflüssen warnte.

Vers 2

um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit. 2.Joh 1,2

Das schreibt der gute Apostel Johannes, welcher ein Vorbild der Ältesten ist; er schreibt „um der Wahrheit willen“. Der Älteste Johannes tat seinen dem Amt entsprechenden Dienst vorbildlich, denn einem Ältesten sind Seelen, Schafe des HERRN tatsächlich anvertraut. Auf die Gemeindevorsteher hören die Mitglieder der Gemeinde, viele sagen sich: „Die müssen es schliesslich wissen!“

Wenn ein Gemeindevorsteher Brüder und Schwestern entlastet, die er nicht entlasten sollte, so bleiben diese in der Zielverfehlung, sie bleiben in der Sünde. Wenn er solchen, die den Weg des HERRN gehen wollen, den Weg zusätzlich erschwert, so entmutigt er diese. Viel liegt in der Hand eines Aufsehers, eines Ältesten. Die Aufseher in Israel hatten es in der Hand, das Volk ins Glück oder ins Verderben zu führen, das ist durch das Ewige Wort bestätigt. Weil die Hirten die Herde Gottes nicht gut weideten, wurde sie zum Frass für die Tiere des Feldes (Hes 34, erwähnt habe ich Vers 5).

Johannes war nicht ein schlechter Hirte, dem die Herde egal war. Nein, er machte sich die Mühe, „um der Wahrheit willen“ Briefe zu schreiben, damit die Herde Gottes in der Wahrheit blieb und sich nicht von den Wölfen Satans in die Irre und ins Verderben leiten liess.

Wie Johannes agierte auch Paulus, welcher sich auch nicht ins Sofa hinter den Fernseher lümmelte, wie es heute einige tun. Paulus schickte sich mit aller ihm noch verbleibender Kraft und trotz der Leiden, die er ohnehin schon hatte (2. Kor 12,7) in den Kampf um die Lämmer des HERRN, was in den folgenden Versen sehr deutlich zum Ausdruck kommt.

1 Denn ich will, dass ihr wisst, welch grossen Kampf ich habe um euch und die in Laodizea und alle, die mein leibliches Angesicht nicht gesehen haben,
2 damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit des Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus,
3 in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.
4 Dies sage ich aber, damit niemand euch verführe durch überredende Worte. Kol 2,1-4

Er kämpfte mit aller Kraft für die Gemeinden, wegen den Abgesandten Satans, welche im Vers 4 erwähnt sind. Stehen Sie, lieber Leser, einer Gemeinde vor? – Ja? Dann steigen Sie mit der Fürsorge des Johannes in den Kampf des Paulus! Das wird Ihnen bleibenden Ruhm bringen!

Wer gleichgültig und in satanischer allumfassender Toleranz tatenlos den Zerfall der Gemeinde hinnimmt, ist vielleicht auf dem Papier ein von Menschen eingesetzter Ältester oder Gemeindeverantwortlicher, aber ganz sicher – da kann der Leser versichert sein – kein vor dem HERRN wohlgefälliger Ältester bzw. Hüter der Seelen. Amen. Geben Sie Ihr Amt ab, wenn Sie die Anforderungen eines Ältesten nicht erfüllen (1. Tim 3)! Oder wollen Sie sich zusätzlichen Zorn auferlegen?

Vers 3

Mit uns wird sein Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe. 2.Joh 1,3

Schon im dritten Vers darf der Leser des 2. Johannesbriefes getröstet sein, denn hier steht, was den Gläubigen erwartet. Stimmen, die das Gegenteil behaupten, müssen verstummen; der HERR wird keine Angstmacher mehr dulden, die seine Kinder bedrängen, der HERR wird solche für immer verstummen lassen, wie geschrieben steht:

Wenn die Gottlosen sprossen wie Gras und alle Übeltäter blühen, dann nur, damit sie vertilgt werden für immer. Ps 92,8

Für immer werden sie verstummen! – Der Mensch lebt ewig, und doch wird der Gottlose für immer zum Schweigen gebracht, denn er kommt dem Gerechten nicht mehr in die Quere; er lauert ihm nicht mehr auf, wenn er für immer in der Hölle schmort. – Das sei eine krasse Aussage, glauben Sie? – Es wird aber so sein, denn es steht im unfehlbaren Wort Gottes, wie geschrieben steht:

Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Offb 20,10

Ich fokussiere hier auf die Ewigkeit. Wer in die Hölle geworfen wird, schmort nicht eine gefühlte Ewigkeit im Feuer und ist dann froh, wenn es vorüber ist. Es wird nie vorüber sein, es gibt keinen Ausgang aus der Hölle und kein Sofa mit Bier, Chips und Fernseher, wie es sie hier auf Erden gibt, die Ablenkung bieten. Und die Qual wird Tag und Nacht ununterbrochen fortdauern. Ein Kranker und Leidender hat auf Erden zeitweise noch Stunden der Ruhe und des Vergessens, wenn er vom Schlaf übermannt wird. Wenn er aufwacht ist der Albtraum zwar wieder da, aber er kann immerhin auf die nächste Schlafphase hoffen. Wird der Schmerz unerträglich, gibt es auf Erden noch die Betäubungsmittel, welche diesen noch lindern können.

In der Hölle, der Strafe Gottes, gibt es kein Ausweichen, keine Zerstreuung, sondern nur das unermessliche Leid und das Wissen, dass die lebenslange Verwerfung der ausgestreckten Arme Christi und der darauffolgende böse eigene Weg in diese Sackgasse geführt haben. Daraus gibt es kein Entkommen und für die Leiden gibt es keine Medizin. Es gibt dort nur noch ein furchtbares Wissen, dass sich dieser Zustand von Ewigkeit zu Ewigkeit nie mehr ändern wird, denn die Hölle ist unvergänglich, wie die göttliche, ewige Leben und die Freude der Kinder Gottes unvergänglich sind! Amen. – Jeder Mensch hat die Wahl und kein Mensch ist von Anfang an für die Hölle vorbestimmt, denn es steht wiederum im ewigen Wort geschrieben (im Alten und im Neuen Testament):

Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt? Hes 18,23

welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Tim 2,4

Jeder Mensch, der in die Hölle geworfen werden wird, hat diesen seinen letzten Aufenthaltsort bewusst an dicken Seilen herangezogen und wird völlig selbstverschuldet dort schmoren! Er wird Gottes Angebot zur Errettung mehrfach (!) abgelehnt haben, so steht es in der Bibel! Aber mit uns Gläubigen wird sein Gnade, Barmherzigkeit und Friede! Amen!

Vers 4

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich von deinen Kindern einige gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, wie wir von dem Vater ein Gebot empfangen haben. 2.Joh 1,4

Ein Vater erfreut sich sehr, wenn seine Kinder in den Geboten wandeln, die er ihnen mitgegeben hat. Auch weltliche Väter geben ihren Kindern nur das aus ihrer Sicht Beste mit, damit es dem Nachwuchs später möglichst gut gehe. – Ob es ihnen dann gut geht, sei dahingestellt; ganz sicher ist es, wenn die Kinder auf dem Weg wandeln, den die Väter selbst vom Himmlischen Vater empfangen haben.

Ich selbst habe als Vater meinen Kindern mitgegeben, was ich aus der Bibel vom Himmlischen Vater empfangen habe, denn ich weiss, dass sein Wort das wahre Leben ist. Und ich will als Vater nichts anderes, als dass meine eigenen Kinder das Leben finden. Und dieses Leben ist allein in Christus Jesus zu finden, wie geschrieben steht:

Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. 1.Joh 5,20

Und es freut mich beständig, wie es den Apostel freute, Nachkommen in der Wahrheit, in und gemäss Christus wandeln zu sehen! Amen!

Vers 5

Und nun bitte ich dich, Herrin, – nicht als schriebe ich dir ein neues Gebot, sondern das, welches wir von Anfang an gehabt haben: dass wir einander lieben. 2.Joh 1,5

Johannes‘ Anliegen war es immer, dass die Heiligen in der Vollendung wandeln. Mit halben Sachen konnte er sich nicht zufrieden geben. Die Liebe ist das Ziel des Formungsprozesses eines Christen. Ein frisch aus der Welt geretteter Christ in noch nicht an diesem Ziel angelangt. Wenn aber ein geretteter Mensch den Fussstapfen Christi folgt, schickt er sich gleichzeitig in den Prozess der Heiligung und der Umwandlung, dessen Ziel die Vollendung in der Liebe ist, wie geschrieben steht:

5 eben deshalb wendet aber auch allen Fleiss auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis,
6 in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit,
7 in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe! 2.Petr 1,5-7

Petrus erwähnt in seinem Brief den Stufenplan Gottes, den Johannes ebenfalls kannte und welchen eigentlich jeder Christ kennen sollte. „Es ist kein Meister vom Himmel gefallen“, sagt der Volksmund. Und in Sachen Ausbildung hat er Recht. Niemand ist von Anfang an vollendet, sondern jeder durchläuft die Phasen des Lebens bis er zum Ziel kommt. Das Ziel des Gläubigen ist die Vollendung in der Liebe. Gott ist Liebe und in diese soll jeder Gläubige in der Vollendung kommen! Amen!

Vers 6

Und dies ist die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln. Dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt. 2.Joh 1,6

Die Liebe ist nicht das, was Menschen als Liebe definieren. Die Ungläubigen predigen „political correctness“ und sehen das als wichtigen Pfeiler der Nächstenliebe, um keinen andersdenkenden Menschen zu verletzen. Das mag alles gut und schön sein, Rücksichtnahme ist auch des Christen Tugend. Aber was wir Christen in Gottes Liebe haben, das kennt der Ungläubige nicht; diese Liebe steht ausserhalb seiner Reichweite. Viele haben zwar davon gehört, sie kennen die Geschichte auf Golgatha, doch da sie sie nicht erfasst haben, bleibt sie ihnen verborgen.

Ein Christ, der sagt, er habe diese Liebe und wandle ihr gemäss, der wandelt in den Geboten des HERRN; ein solcher Christ verletzt sie nicht, er ziert sie vielmehr.

Mit dem zweiten Teil des Verses bezieht sich Johannes auf seine im Vers 5 gemachte Aussage, dass er nichts Neues schreibe, sondern das erwähnt, was der HERR von Anfang an gelehrt hatte: Das wir einander lieben sollen. Das lehrte der HERR im Neuen Testament schon vor seiner Kreuzigung, wie geschrieben steht:

Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Joh 15,12

Dieses Gebot empfangen seine Jünger schon im 13. Kapitel des Johannesevangeliums.

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Joh 13,34

Dass es der HERR später nochmals erwähnte, was Johannes im 15. Kapitel festhielt, zeigt die Wichtigkeit des Gebotes. Aufgrund der maximalen Bedeutung dieses Gebotes, ruft es der HERR durch die mehrmalige Erwähnung in den Johannesbriefen beim Gläubigen in Erinnerung!