Bibelkommentare

Erklärungen zur Bibel

Der zweite Brief des Petrus

Einleitung

Der zweite Brief des Petrus kann als sein Vermächtnis angeschaut werden. Im Vers 14 des ersten Kapitels eröffnet er sein Wissen über seinen bevorstehenden Märtyrertod. Diesen Tod zu sterben hatte ihm der Herr Jesus zuvor bereits angekündigt (Joh 21,18.19).

Petrus stellt in diesem Brief auch klar, dass die Schrift durch Gott inspiriert und daher kein Werk von Menschen ist (2. Petr. 1,20). Und seine Sorge um die Gemeinde Gottes kommt sehr schön im ersten Kapitel in den Versen 13 – 15 zum Vorschein. Als scheidender Apostel setzt er alles daran, dass sich die Christen das notwendige Wissen über Christus verinnerlichen und es stets abrufen können. Und dazu prophezeit er den Abfall vom Glauben in den letzten Tagen (2. Petr 2,1-3), in welchem wir heute stehen.

Kapitel 1

Vers 1

Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, denen, die einen gleich kostbaren Glauben mit uns empfangen haben durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus: 2.Petr 1,1

Simon Petrus, der Mann, der Simon war und zu Petrus wurde, der Mann der beide Seiten des Menschseins bestens kannte, schrieb in seiner Vollmacht an gläubige Christen. Die Vermutung liegt nahe, da er zu den Juden gesandt war – Paulus war hingegen zu den Nationen gesandt – dass er an Christen schrieb, die vorher Juden waren, die auch Juden-Christen genannt werden. Und was für einen wiedergeborenen Christen gilt, hat für alle von uns Gültigkeit, ganz gleich, ob man vorher Jude, Italiener oder Schweizer war, denn in Christus sind wir nicht mehr, was wir früher waren, sondern eine neue Kreatur, wie geschrieben steht:

9 Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen
10 und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!
11 Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen. Kol 3,9-11

Wir tun gut, wenn wir diesen Brief, der die letzte schriftliche Ermahnung des Petrus in der Eigenschaft als Apostel an Christen ist, genau lesen und verstehen.

 

Vers 2

Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn! 2.Petr 1,2

Der Wunsch eines von Gott eingesetzten Ältesten, wie hier der Wunsch des Petrus, ist in erster Linie das Wohlergehen der Versammlung. Er will primär nicht hohe Mitgliederzahlen sehen, die seinen Namen gross machen könnten. Ein von Gott eingesetzter, nicht ein von Menschen gewählter Ältester wünscht sich Gnade und Friede und die Erkenntnis Gottes und Jesu für die Versammlung, welcher er dient.

Solche wahren und von Gott eingesetzten Aufseher haben nichts bis wenig mit Mitgliedern von (teilweise sogar gemischten) Leitungsteams zu tun, welche „Laodicea“-Gemeinden (damit meine ich demokratisch, und damit illegal durch Menschen anstatt durch Gott geführte Gemeinden) hemmungslos gegen Gottes Wort in ein Amt einsetzen, für das sie nicht qualifiziert sind. Die Gemeinde Gottes ist kein Hobbyverein; die Gemeinde Gottes ist der Ort, an welchem die Ratschlüsse Gottes offenbar werden. Diese können nicht offenbar werden, wenn sich eigenwillige Grünschnäbel (das Durchschnittalter der „Leiterschaft“ sinkt tendenziell stetig) hinter das Lenkrad setzen, denn es steht geschrieben:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2.Kor 10,18

Die Wahl Gottes kristallisiert sich in einer Gemeinde heraus, wenn es soweit ist, weiss jeder: Das sind die zu anerkennenden Ältesten! Eine demokratische Wahl von Mitgliedern ist demgegenüber die Wahlmethode der Welt.

Vers 3

Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, 2.Petr 1,3

Dieser Satz ist verknüpft mit Vers 5. Kurz zusammengefasst ist die Aussage: Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat … eben deshalb wendet auch allen Fleiss auf (zur Erbringung der göttlichen Frucht).

Diese Verse sprechen von Seiner Versorgung und einer erwarteten, natürlichen Reaktion der durch Gott versorgten Menschen. Gott will diese natürliche Reaktion seiner Erlösten sehen, gemäss den Worten Christi, die Johannes in seinem Evangelium, Kapitel 15, wiedergegeben hat.

1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Joh 15,1-2

Wer als Traube am wahren Weinstock hängt und keine Frucht bringt, verhält sich wider die Natur, wider das, was normal wäre. – Wenn wir wirklich begriffen haben, was uns der Vater in seinem Sohn geschenkt hat, dann gehört es zur natürlichen Reaktion, dass wir in seinem Reich fleissig sind und sein Werk vorantreiben.

Gott hat uns alles geschenkt, was wir zum Leben und zur Gotteserfahrung, sei es in Gemeinschaft oder in Erkenntnis Gottes, benötigen. Dies haben wir alles durch die Erkenntnis Christi erhalten, welcher uns berufen hat!

Vers 4

durch die er uns die kostbaren und grössten Verheissungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid: 2.Petr 1,4

Wir haben die grösstmögliche Verheissung empfangen, was leider von vielen von uns unterschätzt wird. Die grösste Verheissung zu bekommen, ist nicht zu vergleichen mit einem langen und gemütlichen Erdenleben. Selbst wenn man 200 Jahre in Frieden auf dieser Erde hätte leben können, was wäre das im Blick auf die Ewigkeit?

Die grösste Verheissung ist, ein Teil der Gottheit zu werden, die Zugehörigkeit zu seiner Familie, Teil des Leibes Christi zu werden. Dies bedeutet ewige Herrlichkeit, ewiger Friede, ewige Freude und ewiges Leben, was uns durch ebendiese Verheissung in Aussicht gestellt ist. Das ist die eine sehr herrliche Seite. Nicht zu vergessen ist auch, was die andere Seite ist, dass Er uns aus dem Verderben, das durch die Begierde der Welt ausgelöst wird, befreit hat. Wir waren extrem in einem schuldbeladenen Leben verstrickt, das uns immer weiter vom gerechten und heiligen Gott wegtrieb, indem wir naturgemäss zum Rand des ewigen Abgrundes drifteten, um dann im Gericht Gottes abzustürzen und für immer im Feuer desselben zu brennen.

Vers 5

eben deshalb wendet aber auch allen Fleiss auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, 2.Petr 1,5

Im Kontext mit dem Vers drei und vier heisst das: Da uns Gott

1. in Christus alles geschenkt hat
2. vor dem Verderben gerettet hat

sollen wir auch, nach Christi Vorbild, allen Fleiss aufwenden, um uns in den Prozess zu schicken, der uns zu würdigen Kindern Gottes macht, die bei seiner Wiederkunft bereit sein werden.

Diese Anordnung Gottes steht im völligen Widerspruch zu dem einschläfernden „Evangelium“, was heute von vielen Kanzeln gepredigt wird. Was gepredigt wird, ist einschläfernd, da ein energisches Engagement im Reich offensichtlich nirgendwo in der Bibel gefordert werde, obschon dieser Vers und viele andere Stellen, wie Johannes 15 und Lukas 19 (Pfunde) und 1. Kor 9,24 (Aufzählung längst nicht abschliessend) ein Engagement fordern. Nicht wenige – es werden immer mehr – gehen sogar so weit, dass sie Christen verurteilen, die mit allem Fleiss Gott nahen und das Reich bauen wollen. „Solche sind gesetzlich und haben die Bibel nicht richtig verstanden!“, wird fleissigen Christen in übelster und verleumderischer Weise nachgeredet. Dabei kennen die, welche solche „Weisheiten“ von sich geben und die Knechte eines anderen kritisieren, schlicht die Bibel nicht. Sie wissen nicht, dass wir im Neuen Testament vielfach direkt (Röm 15,4; 1. Kor 10,6.11) und indirekt aufgefordert werden, von Israel, aber auch vom Umgang Gottes mit den Nationen, zu lernen, um nicht – selbst als Gottes geliebte Kinder – von Gott, der die Person nicht ansieht, empfindlich gerichtet zu werden!

Vers 6

in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, 2.Petr 1,6

In den Versen fünf, sechs und sieben sehen wir einen Stufenplan, den ein Christ durchlaufen soll, um zur Reife zu kommen. Ein Stehenbleiben im Christenleben ist nicht statthaft!

Leider denken nicht wenige Christen, es sei in Ordnung, wenn man vor sich hinlebt und dabei für die auf diese Weise vielen entstehenden Sünden – es entstehen viele Unterlassungssünden – einfach immer wieder um Vergebung bittet. Das tönt zwar fromm, kommt aber einem Abfall von Gott gleich, da diese Methode nur einen Eigensinn, einen eigenen Weg zu rechtfertigen sucht. Von Unterwerfung unter das Wort Gottes kann auf einem solchen Weg nicht die Rede sein!

Vers 7

in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe! 2.Petr 1,7

Wer den Stufenplan durchlaufen hat, kommt zur Vollendung. Die beständige Liebe zu Gott, den man nicht gesehen hat die beständige Liebe zu den Geschwistern, die manchmal sehr schwierig sein können, ist das Ziel im Entwicklungsplan, das erreicht werden soll. Gott will, dass seine Kinder diesen Plan durchlaufen und vollkommen werden.

Wer sich diesem Plan mit der Entschuldigung entzieht, man könne zu Gottes Werk nichts hinzufügen, entzieht sich bewusst dem im Neuen Testament ebenso verlangten Gehorsam, wie er im Alten Testament verlangt war.

Vers 8

Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie euch im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht träge und nicht fruchtleer sein. 2.Petr 1,8

Dieser Vers gibt uns eine grosse Hilfestellung, um an das Ziel der Erwartung Gottes zu kommen. Die Erwartung Gottes in unseren Leben ist Frucht. Wir kommen zu Frucht, wenn wir uns hineinschicken, den Stufenplan auch wirklich in unserem Leben zu durchlaufen. Im Johannesevangelium, Kapitel 15, sehen wir, dass der Vater unter Androhung von Sanktionen im Leben eines Gläubigen in jedem Fall Frucht erwartet. – Es ist durchaus legitim, wenn wir das von liberalen Pastoren verkündigte „Wohlstandsevangelium“ kritisieren und es für uns ablehnen. Es entspricht nicht der Wahrheit. Wenn jemand predigt, es komme gut, in der Art, wie es vor der Vernichtung Jerusalems zur Zeit Jeremias gepredigt wurde (Jer 7), dann haben wir es mit einem falschen Propheten zu tun.

Lassen Sie uns die Verse vorausgehenden fünf, sechs und sieben auswendig lernen. Lassen Sie uns dann periodisch in Absprache mit Gott prüfen, wo wir uns in diesem Plan gerade befinden, um nicht fruchtleer zu sein.

Vers 9

Denn bei wem diese Dinge nicht vorhanden sind, der ist blind, kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. 2.Petr 1,9

Welche Dinge sind in diesem Vers gemeint? – Gemeint sind die Eigenschaften eines Christen, der sich vom HERRN zum Guten transformieren lässt, nämlich sittliche Bewährung, Erkenntnis, Selbstbeherrschung, Standhaftigkeit, echte Frömmigkeit, Liebe zu den Geschwistern und Liebe zu Gott. Wer solches nicht vorweisen kann, von dem ist durch den Heiligen Geist gesagt: Er ist blind (er nimmt geistliche Tatsachen gar nicht wahr), kurzsichtig (einige Sachen sieht er nur verschwommen oder nur aus nächster Nähe) und zudem hat ein solcher Mensch seine Heilung und Reinigung von seiner früherer Sündenlast vergessen, was eine ganz schlimme Sache ist.

Vers 10

Darum, Brüder, befleissigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. 2.Petr 1,10

Hier wiederholt Petrus die Aufforderung „wendet auch allen Fleiss auf“ aus dem Vers 5. In seinem wohl letzten öffentlichen Brief vor seiner Hinrichtung – er wusste, dass sie kurz bevorstand (Vers 14) – beschwor er sein Umfeld richtiggehend, am HERRN festzuhalten, da er wusste, dass dies die einzige Möglichkeit für den Menschen ist, selig zu werden, wie geschrieben steht:

1 Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt,
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Ps 1,1.2

Petrus wusste: Glücklich ist der Mann (und die Frau), der seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht (um es zu befolgen). Daher lag es Petrus besonders am Herzen, die wenige Zeit, die ihm noch verblieb, sein Umfeld auf die Notwendigkeit hinzuweisen, Gott mit aller Kraft und mit dem ganzen Fleiss zu suchen.

Ich möchte es Petrus gleich tun und bitte daher die Leserschaft: Wendet allen Fleiss dazu auf, Gottes Wort zu studieren, seinen Sohn zu suchen und Ihm zu dienen! "Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln!" Amen!

Vers 11

Denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. 2.Petr 1,11

Wenn wir allen Fleiss aufwenden, die Berufung und Erwählung festzumachen, wird uns reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich. – Was ist nun mit wiedergeborenen Geschwistern, die keinen oder nur wenig Fleiss aufwenden?

Christliche Strömungen, die in diesem Punkt irren, sagen: Mit wiedergeborenen Christen wird dann nichts passieren. Allen wiedergeborenen Christen würde der Eingang ins Reich reichlich gewährt werden. – Damit machen Menschen in diesen Strömungen das Wort Gottes ungültig, denn es knüpft den reichlichen Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus an Bedingungen. Damit sage ich nicht, dass unsere Errettung von uns abhängt. Sie hängt von Christus allein ab. Ich sage – nein, der Vers 11 sagt – dass der reichliche Eingang an Bedingungen geknüpft ist.

Nun werden einige sagen: „Eingang ist Eingang, entweder man kommt ins Reich oder nicht.“ – Das stimmt, greift aber zu kurz, denn die Bibel spricht von reichlichem und von magerem Eingang, wie geschrieben steht:

10 Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.
11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen ausser dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
12 Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut,
13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen.
14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen;
15 wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.
16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
17 Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. 1.Kor 3,10-17

Die Rede geht im 2. Petrusbrief, sowie im ersten Korintherbrief deutlich an wiedergeborene Christen (siehe die Eingangsverse an die Empfänger der jeweiligen Briefe). Die Rede ist von den „Geheiligten in Jesus Christus“ (1. Korintherbrief) und von „denen, die einen gleich kostbaren Glauben mit uns empfangen haben“ (2. Petrusbrief). Die Namenschristen – also Menschen, die nur bekennen, sie seien Christen, aber nicht wiedergeboren sind – können wir also vernachlässigen. Von diesen ist nicht die Rede.

Meine Frage ist nun: Wer ist der Mann im Vers 15 (1. Kor 3)? Wurde diesem wiedergeborenen Christen, er steht auf dem Fundament, das Christus ist (1. Kor 3,11), reichlichen Eingang ins Reich gewährt? – Nein, er nimmt nichts mit, weil seine (eigensinnigen) Werke verbrannt sind. Er hat Schaden erlitten, vielleicht verbrannte sogar sein gesamtes Lebenswerk. Anders geht es denen, die mit göttlichem Material gebaut hatten, denn davon wird nichts verbrennen. Ihnen stehen die Tore ins Reich weit offen; sie werden mit ihrem Lebenswerk einfahren dürfen, die Schlagbäume der Grenzen werden weit offen stehen, dass, selbst wenn für den Transport dieses Lebenswerks 10 Lastwagen vonnöten sind, so viel Platz gemacht wird, wie es ihn zum Passieren eines entsprechenden Konvois braucht. Das wird mit dem Gleichnis der Pfunden im Lukas 19 bestätigt. Amen.

Vers 12

Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisst und in der bei euch vorhandenen Wahrheit gestärkt seid. 2.Petr 1,12

Wer diese Dinge kennt, hat die Wahrheit bei sich und ist in ihr gestärkt. Wer diese Dinge nicht hat, verliert sich nicht selten im Strudel der verschiedenen Lehrmeinungen und sogar in Irrlehren. – Doch genau diese abweichenden Lehrmeinungen und Irrlehren haben heute Einzug in die Gemeinden gehalten. Wenn ich dieses Wort von Petrus predige, stosse ich nicht bei wenigen Christen auf Unverständnis, da es im christlichen Mainstream zur Durchmischung von Errettung und Belohnung gekommen ist. Diese beiden Dinge müssen aber strikt auseinandergehalten werden, wie es Petrus auch tut. Festzuhalten ist: Auf das Fundament der Errettung in Christus kann man nichts beitragen: Die Wiedergeburt war allein Gottes Sache, sie geschah, wie bei einem natürlichen Kind, ohne eine Beigabe des Kindes (1. Petr. 1,3). Und die Wiedergeburt bekommt der Gläubige bedingungslos, das ist ein wichtiger Punkt.

Wenn es um die Belohnung (und folglich auch den Verlust) eines Christen geht, sprechen wir von einer anderen Sache, von einer Sache, die an Bedingungen hängt. Johannes schreibt in seinem Brief auch von solchen Bedingungen: Wer in Ihm bleibt, wird bei der Wiederkunft Christi nicht beschämt dastehen. – Es hängt an einer Bedingung, ob wir beschämt oder nicht beschämt dastehen werden (1. Joh 2,28). Ein anderes Beispiel: Wer nicht bittet, wird nichts empfangen (Jak 4,2). Ob wir mehr oder weniger von Gott empfangen werden, hängt von unseren Bitten ab. Wer nicht bittet, empfängt nichts. An Bedingungen geknüpfte Verheissungen finden wir in der ganzen Bibel, im Alten und im Neuen Testament. Wer diese Bedingungen ernst nimmt und sich daran hält, ist kein Christ, der durch Werksgerechtigkeit gerettet werden will, da die Errettung seit Christi Tat auf Golgatha schon steht. Wer diese Bedingungen ernst nimmt, ist vielmehr ein Christ, der folgsam sein will, was einen echten Diener und Freund Christi auszeichnet (Joh 15,14).

Leider ist dieser zweite Teil der Belohnung, der Teil mit den Bedingungen für die Belohnung oder den Verlust eines wiedergeborenen Christen (1. Kor 3,11-17) sehr vielen wahren Jüngern Jesu abhandengekommen. Unzählige Diskussionen, die ich mit wiedergeborenen Christen führte, belegen diese traurige Wahrheit. – Genau das wollte Petrus nicht. Er wollte nicht, dass wir uns der Wahrheiten berauben lassen, deshalb trug er Sorge, sie zu erwähnen! Amen!

Vers 13

Ich halte es aber für recht, solange ich in diesem Zelt bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken, 2.Petr 1,13

Ich will es dem Petrus gleichtun: Solange ich lebe, will ich meine Umgebung daran erinnern, Gott zu suchen und an Ihm festzuhalten. Die Welt und die Versuchungen dieser Welt bringen viele Menschen zu Fall. Und Gott wird alles ins Gericht bringen, wie es uns Amos eindrücklich vor die Augen führt:

1 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Moab und wegen vier werde ich es nicht rückgängig machen, weil es die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk verbrannt hat.
2 So sende ich Feuer nach Moab, dass es die Paläste von Kerijot frisst. Und Moab stirbt im Kampflärm, unter Kriegsgeschrei, beim Schall des Horns.
3 Und ich rotte den Richter aus seiner Mitte aus, und alle seine Obersten bringe ich mit ihm um, spricht der HERR.
4 So spricht der HERR: Wegen drei Verbrechen von Juda und wegen vier werde ich es nicht rückgängig machen, weil sie das Gesetz des HERRN verworfen und seine Ordnungen nicht gehalten haben, und ihre Lügengötter sie verführten, denen ihre Väter nachgelaufen sind.
5 So sende ich Feuer gegen Juda, dass es die Paläste Jerusalems frisst. Am 2,1-5

Wir lesen in den Versen aus dem Propheten Amos, wie der HERR die Fehlentscheidungen der Heiden und diejenigen seines Volkes (die zur Sünde führten) zuverlässig ins Gericht bringen wird. Er wird sie ins Gericht bringen, selbst wenn während Jahren nach der Tat nicht passiert ist. Amos lebte in einer Zeit, in welcher die Paläste Judas noch standen, und sie standen noch eine ganze Weile. Doch das Gericht kam zuverlässig, wie vorausgesagt. Der HERR liess den Babylonier Nebukadnezar nach Jerusalem heraufkommen, der dieses durch Amos angekündigte Gericht vollzogen hatte: Die Paläste wurden angezündet und die ganze Stadt wurde verwüstet. Wir müssen uns da gar nichts vormachen, Gott ist ein gerechter Richter und der Mensch ist ein Sünder. Gemäss dem Recht könnte Gott die ganze Menschheit ausrotten und Er hätte damit gerecht gehandelt, wie geschrieben steht:

Obwohl sie Gottes Rechtsforderung erkennen, dass die, die so etwas tun, des Todes würdig sind, üben sie es nicht allein aus, sondern haben auch Wohlgefallen an denen, die es tun. Röm 1,32

Ausnahmslos jeder Mensch weiss, dass die Übertretungen der Menschen sie zu rechtmässigen Todeskandidaten macht vor Gott. Nur die Barmherzigkeit Gottes gibt dem reumütigen Sünder einen Ausweg in seinem hochgelobten Sohn Jesus Christus, der freiwillig ans Kreuz ging, um unter extremsten Bedingungen diesen Ausweg zu schaffen.

Diese Tatsachen vergessen die Menschen schnell. Die Nationen kümmern sich nicht um die ausgestreckte Hand Christi und die Christen vergessen leider auch schnell, dass auch ihre Taten vor ein Gericht kommen werden. Gleichwohl das Gericht über einen Christen nicht dasselbe ist, vor das ein Ungläubiger kommt, kommt auch ein Christ vor Gericht (Röm 14,10; 2. Kor 5,10).

Daher tut es Not, dass wir uns gegenseitig ermahnen und auch die Ungläubigen einladen, die ausgestreckte Hand Christi durch reumütige Busse endlich zu ergreifen!

Vers 14

da ich weiss, dass das Ablegen meines Zeltes bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat. 2.Petr 1,14

Petrus wusste durch die Offenbarung des HERRN, dass er diese Welt bald verlassen sollte und damit temporär aus dem Wirkungskreis der Gemeinde genommen werden würde. Daher war es ihm noch mehr ein Anliegen, die Gemeinde im HERRN zu festigen. Er wollte sie im HERRN verankert sehen; er wollte sie „sturm- und wettersicher“ sehen, was der Wunsch eines jeden wahrhaftigen Dieners Gottes ist.

Seine Aussprüche sind schnörkellos und klar für jedermann. Auch so sollen wir schreiben und reden. Wir wissen nicht, ob wir unsere Gesprächspartner nochmals sehen werden und wie viel Zeit ihnen oder auch uns auf Erden noch bleibt. Daher steht einem Christen Witzelei nicht an, die Lage ist wirklich viel zu ernst. Der Heilige Geist und der HERR sagen in Bezug auf unsere Reden:

Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid! Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt. Jak 5,12

3 Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt;
4 auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, statt dessen aber Danksagung. Eph 5,3-4

Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts; Mt 12,36

Wer den Ernst der Lage noch nicht verstanden hatte, sollte ihn jetzt verstehen. Die Lage ist ernst. Menschen sind auf dem Weg ins ewige Verderben! Dass da Witzelei nicht angebracht ist, sollte jedem einleuchten!

Vers 15

Ich werde aber darauf bedacht sein, dass ihr auch nach meinem Abschied jederzeit imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen. 2.Petr 1,15

Petrus unterstreicht nochmals seinen Vorsatz, auf die Ermahnung bedacht zu sein, dass sich Christen dadurch jederzeit an die notwendigen Lehren fürs Leben erinnern können. Dies ist der Fall, wenn man darin wiederholt unterwiesen wird. Der Mensch lernt langsam und vergisst schnell; eine neue Lehre braucht Zeit, bis sie im Langzeitgedächtnis verankert ist. Deshalb heisst es auch, dass wir uns gegenseitig ermahnen und ermuntern sollen, wie nachfolgend geschrieben steht, denn viel zu schnell lässt man biblische Wahrheiten unter starken äusserlichen Einflüssen fahren (Mt 13,22).

sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es »heute« heisst, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde! Hebr 3,13

Der Heilige Geist ermahnt die Leser im Hebräerbrief zur täglichen Ermunterung. Dies hat auch einen guten Grund, denn die Welt verführt zur Sünde. Wer sich darin verstrickt, verhärtet sich gegenüber göttlichen Dingen.

Petrus, der vom demselben Geist geleitet wurde, schrieb deshalb völlig übereinstimmend. Lasst uns daher in der täglichen Ermahnung und Ermunterung bleiben! Amen!

Vers 16

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Grösse gewesen sind. 2.Petr 1,16

Petrus gehörte noch zu den Augenzeugen des irdischen Wandels des hochgelobten Herrn Jesus. Petrus hatte es nicht nötig, durch gescheite Worte etwas nachzuerzählen, was andere behaupteten, wie es heute Darwins Anhänger beispielsweise mit der Evolutionslehre tun. Weder Darwin noch seine Anhänger noch die Väter und Mütter unseres Schulsystems, welche Darwins Sichtweise anerkannt haben, waren bei der Entstehung der Erde dabei. Evolutionstheoretiker und ihre Gefolgsleute lehnen Gott als Schöpfer ab und behaupten Dinge, die sie nie mit eigenen Augen gesehen haben. Bei Petrus verhielt es sich ganz anders. Petrus sah die Erfüllung aller Prophetien auf den Messias, währendem er über drei Jahre mit Ihm zusammen war. Er sah Gott, der ins Fleisch gekommen war (Joh 1,14) und Wunder tat, die nur Gott tun konnte. Auf Golgatha sah Petrus den HERRN, der das vollkommene Werk der Erlösung des Menschen und das der Vernichtung Satans schuf. Petrus wusste und kannte, im Gegensatz zu anderen „Denkern“, was er schrieb. 

Vers 17

Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: »Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.« 2.Petr 1,17

Für jeden Menschen wäre es eine ausserordentliche Ehre, wenn der Himmlische Vater seine Stimme hörbar für ihn mit lobenden Worten erschallen liesse. Seinen Sohn ehrte der Vater auf diese Weise, indem Er sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ – Erscholl jemals seine Stimme mit lobenden Worten für einen Sünder? Erscholl jemals seine Stimme in direkt lobender Weise für einen Weltveränderer, wie  zum Beispiel für Charles Darwin? Wie könnte sie in dieser Weise für einen Sünder erschallen? Das geschah selbst bei gläubigen Menschen nicht in dieser direkten Art, wie beim geliebten Sohn des Vaters. Der Prophet Daniel wurde auch als sehr geliebt zu sein ausgezeichnet, doch das wurde ihm nicht direkt, sondern durch Engel übermittelt (Dan 9,23). Aber bei Christus war alles ganz anders; Er empfing eine Ehre, die vor Ihm keiner in dieser Weise empfangen hatte. Die höchste Instanz im Himmel lobte Ihn hörbar, direkt und öffentlich! Gleichartiges gab es noch nie! – Wie gottesfern, wie abgestumpft müssen Menschen sein, die das nicht aufhorchen lässt? Wie unverständig müssen Menschen sein, die anderen, unbewährten nachlaufen, die Gott nicht empfiehlt? Denn es steht geschrieben:

Denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, der ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt. 2. Kor 10,18

Besonders traurig ist es, wenn die Masse anfängt sogar Menschen zu glauben, die nicht nur von Gott nicht empfohlen sind, sondern auch noch gegen die Worte Gottes reden, wie es zum Beispiel Friedrich Nietzsche tat. Seine traurige Aussage: „Gott ist tot“, ist allseits bekannt.

Wer solchen Menschen nachläuft, wird in der Bibel als Tor, als unverständiger Mann bezeichnet, wie geschrieben steht:

Der Tor spricht in seinem Herzen: »Es ist kein Gott!« Sie haben Verderben angerichtet, sie tun abscheuliche Taten; da ist keiner, der Gutes tut. Ps 14,1

Menschen, die den Atheismus predigen, richten Verderben an, sie tun abscheuliche Taten, indem sie das Volk, das durch Gott erschaffen wurde und somit Gott gehört, von Ihm entfremden. Solche Menschen werden, wie alle ihre Anhänger, genau das Gegenteil von lobenden Worten aus dem Himmel erfahren. Es wartet – durch die Bibel vorausgesagt (Offb 6 ff.), nicht von mir prophezeit – ein unerträgliches Gericht auf sie.

Vers 18

Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. 2.Petr 1,18

Petrus war ein Augenzeuge. Er sah alles mit eigenen Augen und hörte alles mit den eigenen Ohren, im Gegensatz zu Darwin, Nietzsche und wie alle Leugner der Existenz Gottes heissen. Da sollten wir nur schon aus völlig natürlichen Abwägungen heraus den Worten Petri sehr viel grösseres Gewicht beimessen als den Worten von Theoretikern, dessen Theorien auf Hypothesen stehen!

Vers 19

Und so besitzen wir das prophetische Wort um so fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, 2.Petr 1,19

Petrus und alle anderen Augenzeugen besassen das prophetische Wort in einer unauslöschlichen Weise und waren dadurch überzeugte und überzeugende Lehrer desselben. Und wir Leser oder Hörer dieses Wortes tun gut, wenn wir es als Wegweiser beachten. Die Umschreibung von Petrus für das Wort Gottes ist sehr schön und sehr treffend. Es ist die Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet. Dieser Zustand hält bis zur Wiederkunft Christi an, wenn alles offenbar wird. Bis dann ist das Wort Gottes der einzige Wegweiser in dieser dunklen und verirrten Welt.

Die Welt lehnt es ab und geht verloren, da sie nicht auf den Wegweiser, die Signalisation Gottes geblickt hat. Für die Welt ist dieser Wegweiser eine Torheit, selbst wenn sie im heutigen Zeitgeist des Gutmenschentums (ich bin ok, du bist ok) und der Selbstzufriedenheit vorgibt, es tolerant stehen zu lassen. Das wahre Gesicht der Welt zeigt sich, wenn sich Christen aufmachen und beispielsweise für ungeborene Menschen kämpfen. Solche Menschenretter werden von Menschentötern sofort sanktioniert. – Denkt nun jemand, der Begriff „Menschentöter“ gehe zu weit? – Einer solche Person sei Gottes Wort kundgetan:

Lasst mich die Anordnung des HERRN bekanntgeben! Er hat zu mir gesprochen: »Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Ps 2,7

dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte; wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« Apg 13,33

Wenn Gott seinen Sohn bereits ab dem Tag der Zeugung als Sohn und damit als Mensch anerkennt, so tötet der Mensch bei Abtreibungen also seine Nächsten. – Wie tief sind wir doch gefallen! Was für eine Dunkelheit regiert doch jetzt in der – ach – so modernen und aufgeklärten Zeit!

Nun denn, der Mensch soll wissen, dass jede Tat vor ein Gericht kommen wird! Wenn nur schon jedes unnütze Wort eines Menschen von einem himmlischen Gericht beurteilt werden wird (Mt 12,36), wie werden dann Menschen enden, die getötet haben und diejenigen, die diese Tötungen gebilligt und legalisiert haben?

Lassen Sie uns an diesem dunklen Ort unseren Weg anhand dieser Lampe finden! Sie (gemeint ist das Wort Gottes) führt uns an der Einfahrt zur Hölle vorbei zum goldenen Eingang des Reiches Christi. Amen!

Vers 20

indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. 2.Petr 1,20

Die Auslegung der Schrift ist keine Sache menschlicher Interpretation. Wer die Schrift selber interpretiert (auslegt, deutet) ist sehr anmassend oder schlicht völlig unwissend. – Warum? – Der nächste Vers erklärt es.

Vers 21

Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern  getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. 2.Petr 1,21

Die Schrift wurde den Bibelschreibern durch den Heiligen Geist Gottes eigegeben. Die Bibel ist also kein menschliches Machwerk; etwas, das von Menschen verstanden werden kann. Die Gedanken Gottes – durch den Geist vermittelt – wurden durch Menschenhände niedergeschrieben. Das durch den Hörer oder den Leser aufgenommene Bibelwort muss daher wiederum durch den Geist Gottes erklärt, ausgelegt bzw. entschlüsselt werden, dass der Mensch den göttlichen Sinn dahinter versteht.

Eine demokratische Auslegung der Schrift ist daher nicht zielführend, da Menschen, auch deren viele, den Sinn des Wortes nicht aus sich selbst erfassen können. Beim Bibellesen sollten wir stets den HERRN um die Entschlüsselung seiner Worte bitten und wir sollten nur Kommentare von geistlichen Kommentatoren lesen. Bibelkritische Texte oder Erklärungen aus der liberalen Theologie sind, vorsichtig ausgedrückt, wertlos. Viele davon überschreiten sogar die imaginäre rote Linie zur vorsätzlichen, völlig bewussten Bosheit und sind, anstatt hilfreich, die Menschen in die Irre führend.

Kapitel 2

Vers 1

Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen werden, indem sie auch den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen. Die ziehen sich selbst schnelles Verderben zu. 2.Petr 2,1

Das ist ein fast unglaublicher Vers! Wer würde das glauben, wenn es nicht so in der Heiligen Schrift stehen würde? – Man muss den Vers genau lesen, es steht unter anderem, dass es falsche Lehrer geben wird, die ihren Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen werden.

Aus Diskussionen mit Christen wurde mir bewusst, dass sich Geschwister im HERRN nicht im Klaren sind, dass unter uns Verführer aufstehen werden – wiedergeborene Verführer! Nun gibt es einige unter uns, die sagen, das sei ein Ding der Unmöglichkeit! Demgegenüber sage ich durch den Schriftbeweis, dass das durchaus möglich ist.

Warum ist das möglich? – Es ist möglich, weil wir jeden Tag für den geistlichen oder den fleischlichen Weg entscheiden können. Wenn wir uns den fleischlichen Lüsten, die ja immer noch uns schlummern, beugen, so vollbringen wir das Schlechte, wie Streit und Zank untereinander, was wie erwähnt, auch unter wiedergeborenen Christen durchaus möglich ist. Das bestätigt Paulus im Korintherbrief, welchen er an Gläubige adressiert:

2 Ich habe euch Milch zu trinken gegeben, nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Ihr könnt es aber auch jetzt noch nicht,
3 denn ihr seid noch fleischlich. Denn wo Eifersucht und Streit unter euch ist, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? 1.Kor 3,2-3

Ich bitte die Christen, die diesen Umstand nicht wahrhaben wollen, die vorausgehenden Verse, die an gläubige Christen geschrieben sind, sowie den Vers im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, Vers 1 ernst zu nehmen. Die Rede ist nicht von Namenschristen, die Rede ist nicht von ungläubigen Kirchgängern, die sich Christen nennen, aber nie eine Wiedergeburt erlebt haben. Die Rede ist an beiden Stellen von echten Gläubigen. Fleischliche Christen können genauso schlecht sein, wie Ungläubige, sie können sich sogar noch schlechter verhalten, wie es Paulus – durch den Heiligen Geist geleitet – bestätigt:

Wenn aber jemand für die Seinen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger. 1.Tim 5,8

Dass man schlechter als Ungläubige sein kann, haben auch die Israeliten bestätigt, wie geschrieben steht:

5 So spricht der Herr, HERR: Das ist Jerusalem! Mitten unter die Nationen habe ich es gesetzt, und Länder rings um es her.
6 Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen, gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als die Länder, die rings um es her sind. Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt.
7 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr getobt habt mehr als die Nationen, die rings um euch her sind, in meinen Ordnungen nicht gelebt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, selbst nach den Rechtsbestimmungen der Nationen, die rings um euch her sind, nicht gehandelt habt,
8 darum, so spricht der Herr, HERR: Siehe jetzt will auch ich gegen dich sein, und will Strafgerichte in deiner Mitte üben vor den Augen der Nationen. Hes 5,5-8

Anhand vom Beispiel Israels sehen wir, was in einem für den HERRN abgesonderten Volk für ein Verhalten möglich ist. Das Spektrum reicht von ganz gut (z. B. Prophet Daniel) bis zu ganz schlecht. Lasst uns daher vor eigener Fleischlichkeit und vor gefallenen Hausgenossen gewappnet sein! Amen!

Vers 2

Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, um derentwillen der Weg der Wahrheit verlästert werden wird. 2.Petr 2,2

Wiederum sind in diesem Vers Gläubige gemeint. – Warum? – Wenn ein Ungläubiger, also jemand, der sich nicht zu Christus bekennt, seinen Ausschweifungen in Unzucht, Ehebruch und jeder bösen Tat nachfolgt, wird deshalb der Weg der Wahrheit verlästert? – Nein! – Wenn aber ein Christ tut, was sich nicht geziemt, so zerstört er das Zeugnis Gottes und gibt Beobachtern Anlass, die Gemeinde als „heuchlerischen Haufen“ zu schmähen!

Der Ruf einer Gemeinde oder der allgemeinen Christenheit ist schnell zerstört, daher warnt das Neue Testament mehrfach vor der Zerstörung des Zeugnisses der Braut Jesu Christi, das ist die Gemeinde, wie geschrieben steht:

23 Der du dich des Gesetzes rühmst, du verunehrst Gott durch die Übertretung des Gesetzes?
24 Denn »der Name Gottes wird euretwegen unter den Nationen gelästert«, wie geschrieben steht. Röm 2,23-24

Alle, die Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre für würdig halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. 1.Tim 6,1

Diese Verse zeigen klar, dass ein unordentliches Kind Gottes macht, dass Gottes Weg, ja sogar sein Name – denn Er ist der Urheber dieses Weges – verlästert wird. Und sie zeigen klar, dass ein Kind Gottes dazu fähig ist, den Weg zu verlassen und Schande über den Namen Gottes zu bringen. Sonst würde das Neue Testament nicht mehr als zweimal davor warnen!

Vers 3

Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten kaufen; denen das Gericht seit langem schon nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht. 2.Petr 2,3

An dieser Stelle muss ich zuallererst darauf hinweisen, dass man als seriöser Bibelleser die Verse im Kontext verstehen muss. Lassen Sie mich ein Beispiel machen: Jemand erzählt etwas aus dem Leben seines Bruders, der Peter heisst:

Peter ist nach Wien gezogen. Dort heiratete er seine Frau Amalia. Sie haben drei Kinder.

Das sind drei Sätze, die von Peters Leben sprechen. Jeder Satz spricht von dem, was Peter tat oder hat, das ist zweifelsfrei. Wenn man den letzten der drei Sätze ausserhalb dieses Kontextes (Zusammenhangs) betrachtet, könnte er sich auf alle Familien auf dieser Welt mit drei Kindern beziehen, weil der dritte Satz Interpretationsspielraum zuliesse, wenn er allein stünde. Da er sich nun aber im Kontext zweifelsfrei auf Peter bezieht, bleibt kein Interpretationsspielraum übrig. Ohne zu zweifeln wissen wir, dass Peter und Amalia die Eltern dieser drei Kinder sind, aus dem Kontext (dem Textzusammenhang) ist es zweifelsfrei klar, wer gemeint ist.

Wegen der Klarheit, dass man beim Bibelstudium den Kontext – wie bei der üblichen Kommunikation – auch beachten muss, ist es desto unverständlicher, wen ihn Christen nicht beachten und alles Mögliche anfangen, in klare Textstellen hineinzuinterpretieren.

Vers 4

Denn wenn Gott Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in finsteren Höhlen des Abgrundes gehalten und zur Aufbewahrung für das Gericht überliefert hat; 2.Petr 2,4

Hier beginnt der Heilige Geist mit einer eindrücklichen Argumentation, dass es vor Gott kein Ansehen der Person gibt. Wer es auch sei und welche Stellung ein Geschöpf inne gehabt hat: Im Abfall von Gott wird jeder des Amtes enthoben und gerichtet, sei es Engel oder Mensch, sei es ein König oder ein Sklave, sei es ein alter Pastor oder ein Frischbekehrter.

Vers 5

und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten neben sieben anderen bewahrte, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte; 2.Petr 2,5

Im vorausgehenden Vers geht es um Grundsätzliches: Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person, egal, welche Stellung sie bekleidet. Im aktuellen Vers bezieht Er sich auf die Nationen. Selbst wenn die Nationen 100‘000 mal 100‘000 Menschen insgesamt zählen würden: Gott wird alle dem Verderben preisgeben. Dafür hat Er die nötige Macht und den dazu gefassten festen Entschluss. Im Gegenzug hat Gott aber auch die Herrlichkeit, die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu finden und einen einzigen Gerechten in der Masse von Milliarden von verlorenen Menschen zu isolieren und zu retten, ganz egal, was für einen Aufwand Er dazu betreiben muss, was Er mit Noah und seiner Familie bewiesen hatte. Obschon die Sintflut, ein ausschliesslich jedes Lebewesen und kollektiv weltzerstörendes Instrument über die ganze Erde hinwegfegte und alles Leben dahinraffte, konnte sich Noah auf Anweisung Gottes hin retten, indem er genau das tat, was Gott ihm befohlen hatte.

Vers 6

und wenn er die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und zur Zerstörung verurteilte und denen ein Beispiel setzte, die künftig gottlos sein würden; 2.Petr 2,6

Bei den Städten Sodom und Gomorra zeigte Gott, dass Er auch alleingestellte Punkte der Erde auslöschen kann. Er kann seine Gerechtigkeit in jeder beliebigen Konstellation durchsetzen. Er kann die ganze Erde auf einmal auslöschen, was Er mit der Sintflut bewiesen hatte; Er kann sich aber auch auf gewisse Flächen beschränken, wie zum Beispiel bei Sodom und Gomorra. Die Zerstörung Sodom und Gomorras zeigt auch, was für Sünden bei Gott besonders verhasst sind und ein vorgezogenes Gericht provozieren. Es sind die Sünden, die in unserer Zeit ihre zweifelhafte Blütezeit erleben: Die sexuelle und moralische Perversion. Jede sexuelle Ausschweifung bzw. Handlung, die ausserhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau praktiziert wird und in der Umkehrung der Gottesfurcht das offene Sprechen über jede Gottlosigkeit gehören zu dieser Kategorie. Gott kann da durchaus eine Weile zuschauen, bis Er – nach mehrmaliger Warnung – das Gebiet dem Erdboden gleichmacht, in welchem solches geschieht. Die Warnung im aktuellen Vers gilt den künftigen Generationen nach Sodom und demnach auch uns. Es ist gesagt, dass Sodom und Gomorra als Beispiel für die stehen, die künftig gottlos sein würden. Damit sind wir mit eingeschlossen. Sodom und Gomorra wurden durch einen Feuer- und Schwefelregen vom Himmel vollständig ausgelöscht. Das wird also das Instrument des Verderbens für jeden von uns sein, der das Sündigen nicht lassen will.

Vers 7

und wenn er den gerechten Lot rettete, der von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält wurde 2.Petr 2,7

Lot wird an dieser Stelle durch den Heiligen Geist als „Gerechter“ bezeichnet. Lot ist also ein Bild für einen Christen, doch er ist auch das Bild für einen Christen, der in der Niederlage lebt. Lot wandelte nämlich eigenen Gedanken gemäss. Er ging nicht den Weg Abrahams, der aufgrund seiner Gottesfurcht zum Vater der Gläubigen wurde. In einem gewissen, aber noch eingeschränkten Masse gefiel dem Lot die Welt, sodass er sich – trotz des extrem verderblichen Wandels der Sodomiter – in ihrer Stadt niederliess. Um an diesem Leben in einer für ihn noch vertretbaren Weise teilzunehmen, nahm er das völlige Verderben um ihn herum in Kauf. Dass seine Seele darunter litt, veranlasste ihn nicht, die Stadt und somit die extrem gottlose Umgebung wieder zu verlassen. Dies zeigt, dass er Gott nicht ganz ergeben war. Auch während seiner Rettung ins Gebirge zeigte sich wieder, dass er Gott nicht in einer Gott gebührenden Art folgte, da er seine Gedanken und Wünsche immer noch höher achtete als diejenigen Gottes. Obschon Gottes Weisung lautete, ins Gebirge zu fliehen, wollte er sich unbedingt wieder in eine Stadt begeben und floh zuerst nach Zoar, anstatt direkt ins Gebirge zu fliehen (1. Mo 19). Und danach zeigte sich eine weitere, sehr destruktive Schwäche bei Lot. Seine Zügellosigkeit bei Genussmitteln führte soweit, dass er (zwar unwissentlich) mit seinen ebenfalls zügellosen Töchtern die späteren Feinde von Israel zeugte. Der durch den Heiligen Geist als „gerechte“ Lot, also ein Bild für einen wiedergeborenen Christen, fiel durch Eigenwillen, Zügellosigkeit und (unbewussten) Inzest, den er durch seine Zügellosigkeit im Weintrinken ermöglichte, tiefer als die meisten Ungläubigen je fallen. Nicht jeder Ungläubige zeugt mit den leiblichen Kindern Nachkommen!

Diese Verse lehren uns, wie tief Christen fallen können, wenn sie nicht in unbedingtem Gehorsam gegenüber Gottes Willen leben und wenn sie eigene Projekte höher werten als Gottes Plan für ihr Leben und wenn sie Ausschweifung in ihrem Leben zulassen.

Vers 8

- denn der unter ihnen wohnende Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken –, so wird deutlich: 2.Petr 2,8

Lot quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele. – Interessant! – Wer sagte denn dem Lot, er solle sich in Sodom niederlassen?

Bei Lot kam die Gefahr noch dazu, dass ihm diese Leiden, mit welchen er seine Seele quälte, noch Frömmigkeit hätten attestieren können. Lot könnte noch gedacht haben, was für ein frommer Mensch er doch sei, und er hatte vielleicht mit diesen Leiden seine Wahl, in Sodom zu wohnen, noch gerechtfertigt. Er konnte seiner Familie erzählen, wie sehr er durch diese Situation in Sodom litt, was ihn vielleicht, wie erwähnt, fromm erscheinen liess. Die Frage erhebt sich aber trotzdem: Wieso verliess er diese gottlose Umgebung nicht einfach? Lot hätte sagen können: Weil ich als Leuchter Gottes in diese Stadt berufen worden war! Mit diesen Worten hätte er vielleicht einige Fromme beschwichtigen können. Sein Ende zeigt aber, dass es nicht Gottes Ruf nach Sodom war, denn in Sodom hatte er rein gar nichts erreicht. Er konnte nicht einmal das Kleinste erreichen, wie beispielsweise die angehenden Schwiegersöhne seiner Töchter retten.

Ein von Gott in eine gottlose Stadt gerufener Prophet erreicht hingegen etwas, wie Jona beispielsweise in Ninive. Jemand, der sich wie Lot selbst eine gottlose Umgebung wählt, bei dem herrschen andere Beweggründe vor, es herrschen schlechte Beweggründe vor.

Vers 9

der Herr weiss die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren für den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden; 2.Petr 2,9

Gott rettet die Gerechten aus der Versuchung, selbst wenn sie sehr schwach sind. Selbst wenn sie so schwach sind wie Lot, können sie dem für diese Welt bestimmte Gericht entrinnen. Lot kannte eine Grenze, die er nicht überschritt, um seinen Glauben für den vollen Genuss der Welt nicht zu verkaufen.

Nicht so erging es Lots Nächsten. Selbst seine nächste Verbündete, mit welcher er eine Einheit, ein Fleisch war, das ist Lots Frau, überlebte die Heimsuchung Sodoms nicht. Sie, die den Platz nicht ohne zurückzublicken verlassen konnte, verlor damit ihr Leben auch, das Gott retten wollte (1. Mo 19,26). Auch die angehenden Schwiegersöhne, denen die Gerichtsworte Lots – dasd Lot Gott glaubte und seine Worte predigte, zeichnet ihn aus – wie die Worte eines Scherzenden waren, kamen im Gericht um.

Der aktuelle Vers ist sehr schön, aber sehr ernst zugleich. Der HERR vermag die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, das wird anhand Lots Beispiels veranschaulicht. Der HERR vermag aber auch die Ungerechten zu richten, auch dann, wenn sie sich mit aller Kraft dagegen wehren würden (Jer 25,28).

Vers 10

besonders aber die, die in befleckender Begierde dem Fleisch nachlaufen und Herrschaft verachten, Verwegene, Eigenmächtige; sie schrecken nicht davor zurück, Herrlichkeiten zu lästern, 2.Petr 2,10

Im heutigen Gemeindezeitalter von Laodiza (Offb 3,14 ff.) sagen sich die Christen: Wir haben alles, wir sind reich, wir benötigen keine Belehrung (Offb 3,17, „ich brauche nichts“). Die vorherrschende Selbstzufriedenheit ist unbegreiflich, sie sprengt jedes Mass. Das geht soweit, dass die Christen jedes Wort der Ermahnung der Bibel an Ungläubige gerichtet sehen wollen; das ist die logische Konsequenz aus einer selbstherrlichen Haltung. Der Ungläubige laufe in befleckender Begierde dem Fleisch nach der Ungläubige verachte Herrschaft, der Ungläubige sei verwegen, der Ungläubige sei eigenmächtig, behaupten die Christen in der heutigen Zeit in welcher der Zeitgeist von Laodizea herrscht. Dabei weiss ich aus langjähriger Erfahrung, dass – wenn wir uns an die Aufzählung im aktuellen Vers 2. Petrus, Kapitel 2, Vers 10 anlehnen, dass einige Christen sich Schmuddelzeug am Computer ansehen und in Gemeinden Ehen gebrochen werden, dass einige Christen mit ihren Worten Herrschaften richten, dass Christen verwegen sind, indem sie Gemeindeordnungen verändern, wie zum Beispiel die angeordnete Ältestenschaft durch gemischte Teams ersetzen, um nur ein Beispiel in Bezug auf Gemeindeorganisation zu nennen, dass Christen eigenmächtig sind, indem sie nicht jedes persönliche Geschäft dem Heiligen Geist zur Entscheidung überlassen.

Der aktuelle Vers spreche von Ungläubigen. – Warum sollte er? Lesen Ungläubige die Bibel als Buch der Anleitung für ihr Leben? – Nein! Die Rede ist hier an uns gerichtet, wie es die Eingangsverse schon erklärt haben. Auf diese üble Weise funktionieren leider viele Brüder und Schwestern, die den HERRN, der sie erkauft hat, mit ihrem Lebenswandel verleugnen (siehe Vers 1 von diesem Kapitel). Die Gemeinde hat den geraden Pfad verloren und läuft Gefahr, vom HERRN ausgespeit zu werden (Offb 3,16).

„Nein“, werden nun einige unkundige Bibelleser sagen, „so tief kann ein Christ gar nicht fallen!“ – Darauf kann man biblisch fundiert antworten: „Ein Christ kann in jedem Fall tiefer fallen als ein Ungläubiger!“ – Wo steht das? – Wir finden das nebst in der Geschichte Israels, das tiefer als die Nationen gefallen war, auch im Neuen Testament. Lesen wir zuerst den Beweis des tiefen Falles von Israel, das Neue Testament weist uns an, daraus zu lernen (Röm 15,4; 1. Kor 10,6.11):

Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen, gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als die Länder, die rings um es her sind. Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt. Hes 5,6

Gottes Volk im Alten Testament war gottloser als die Nationen. Nun werden im Neuen Testament echte Christen davor gewarnt, gottloser zu handeln als die Nationen. Wir finden eine Stelle im 1. Korintherbrief, Kapitel 6. Dass echte, also wiedergeborene Christen in diesem Kapitel angesprochen sind, beweist der folgende Text zweimal:

11 Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
12 Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.
13 Die Speisen sind für den Bauch und der Bauch für die Speisen; Gott aber wird sowohl diesen als auch jene zunichte machen. Der Leib aber ist nicht für die Hurerei, sondern für den Herrn und der Herr für den Leib.
14 Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Macht.
15 Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? 1.Kor 6,11-15a

Vers 11 sagt aus, dass Christen angesprochen sind und Vers 15a sagt es unmissverständlich. Weder ein beinahe Christ, weder ein Mitläufer, weder ein gewöhnlicher Kirchgänger noch ein Namenschrist (ein Christ dem Namen nach, der nie eine Entscheidung für Christus getroffen hat), gehören als Glieder zum universalen Leib Christi. Nur bekehrte, wiedergeborene Christen sind Glieder Christi.

Nun ist es so, dass wir Christen unmissverständlich durch den Heiligen Geist gewarnt werden, abzufallen, lesen wir dazu auch noch den zweiten Teil des Verses 15:

Soll ich denn die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Hure machen? Das sei ferne! 1.Kor 6,15b

Paulus warnt die Glieder der Gemeinde Christi in Korinth vor dem Gang ins Bordell, vor dem Gang zu einer Hure! – Man bedenke: Nicht jeder ungläubige Mann geht zu Prostituierten! Wenn es ein Christ tut, verhält er sich schlechter als ein Ungläubiger, genau gleich, wie sich das alttestamentliche Volk verhalten hatte, wovor uns der Vers 6 im ersten Korintherbrief, Kapitel 10 ausdrücklich warnt!

Und wenn diese Möglichkeit für Christen nicht bestünde, so würde der Heilige Geist nicht ausdrücklich davor warnen! – Nun fragen Sie sich vielleicht, wozu ich das so ausführlich darstelle. – Ich stelle das so ausführlich dar, weil ich aus Diskussionen mit anderen Geschwistern habe feststellen müssen, dass unter ihnen eine solche, fast exzessive Selbstzufriedenheit vorherrscht, dass mir immer wieder gesagt wird: „Du irrst dich; ein Christ kann nicht mehr so böse Dinge tun!“ – Obwohl dies diametral zur Aussage der Schrift steht, behaupten es Christen in unserer Zeit steif und fest, was sie immer unbelehrbarer und resistenter gegen die Ermahnung macht. „Wir haben alles, wir sind reich, wir benötigen keine Belehrung (Offb 3,17, „ich brauche nichts“)“, ist der Tenor in den Gemeinden in welchen immer mehr offensichtlich schriftwidrige Sachen ablaufen.

Ermahnung tut daher not, doch wer leiht ihr ein Ohr? Der aktuelle Vers 10 im 2. Petrus, Kapitel 2 bezieht sich auf Menschen, die vom Gebieter Jesus Christus erkauft worden sind. Unter uns gibt es Menschen, die in befleckender Begierde dem Fleisch nachlaufen und Herrschaft verachten, Verwegene, Eigenmächtige; die nicht davor zurückschrecken, Herrlichkeiten zu lästern. Wehe uns, wenn wir dem Fleisch nachgeben und willentlich Bosheiten begehen! Der HERR, der uns zu einem heiligen Leben berufen hat, wird diese grobe Missachtung seines Befehls nicht hinnehmen.

Wir Christen sollten uns diese Ermahnung des Geistes zu Herzen nehmen! Amen!

Vers 11

wo Engel, die an Stärke und Macht grösser sind, nicht ein lästerndes Urteil gegen sie beim Herrn vorbringen. 2.Petr 2,11

Nicht einmal Engel, die sehr viel stärker sind als wir Menschen, tun Dinge, welche wir kleinen Würmer uns anmassen. Wir sitzen schnell über eine Macht oder eine Herrschaft zu Gericht, wenn es in unseren Augen – in unserer kurzsichtigen Sicht der Dinge – plausibel ist, diese Macht oder Herrschaft zu verdammen. Doch wir sollen wissen, dass nicht einmal Engel, die Gottes Angesicht schauen, sich ein richtendes Urteil gestatten!

Lassen Sie uns bitte die Bibel nüchtern in die Praxis umsetzen und demütig wandeln vor unserem Gott! Lassen Sie uns die Bodenhaftung nicht verlieren, wie sie einige von uns verloren haben, die mit ihrem Lebenswandel den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen (2. Petr 2,1).

Vers 12

Diese aber, wie unvernünftige Tiere, von Natur aus zum Eingefangenwerden und Verderben geboren, lästern über das, was sie nicht kennen, und werden auch in ihrem Verderben umkommen, 2.Petr 2,12

Die Worte des Petrus werden jetzt immer stärker. Spätestens an dieser Stelle wird gesagt: „Petrus spricht in diesem Kapitel unmöglich von Christen!“ – Der Mensch, auch der Christ, weiss grundsätzlich nicht, was in ihm wohnt, was in seinem Fleisch wohnt. Im Christen hat der Heilige Geist Wohnung genommen, was herrlich ist. Doch das Fleisch mit seinen Lüsten ist auch noch da; es ist trotz der Bekehrung kein bisschen besser geworden. Bei wem es genährt wird, kommen exakt die gleichen Lüste und Begierden hoch, wie bei Ungläubigen. Das zeigt uns Paulus im ersten Korintherbrief, Kapitel 6, gerne wiederhole ich mich diesbezüglich, denn diese Wahrheit ist unter uns verloren gegangen: Ein Christ ist fähig, sich schlimmer zu verhalten wie ein Ungläubiger, ein Christ (ein Glied des Leibes Christi) muss vor dem Gang zur Prostituierten gewarnt werden, was Paulus im erwähnten Kapitel tut!

Da ein derartiges Fehlverhalten möglich ist, sind auch Worte in dieser Schärfe an Christen möglich. Sie können gar in einem von Gott herbeigeführten Verderben umkommen, wie geschrieben steht:

Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. 1.Kor 3,17

Ein Christ ist der Tempel Gottes, Gott macht Wohnung in einem Christen, was eine sehr herrliche Tatsache ist. Wer diesen Tempel nun aber mit Unrat füllt oder ihn gar zu einem Glied einer Hure macht, der kann ohne weiteres vernichtet werden, wie es uns der vorausgehende Vers eröffnet.

In diesem Licht erscheinen die Verse im 2. Petrusbrief, Kapitel 2 verständlich und plausibel: Ein Christ, der sich zu willentlicher Sünde herablässt, sinkt tiefer als ein Lot, den wenigstens noch sein Gewissen geplagt hatte. Lot lebte zwar schon in der Niederlage, doch der Heilige Geist hält ihm zu gut, dass er an der Sünde Sodoms nicht teilhaftig war. Hätte er sich aber auch hineinbegeben – und es gibt Christen, die das im Ehebruch und der Hurerei tun – so hätte er von Gott ein anderes Zeugnis ausgestellt bekommen.

Vers 13

wobei sie um den Lohn der Ungerechtigkeit gebracht werden. Sie halten sogar die Schwelgerei bei Tage für ein Vergnügen, Schmutz- und Schandflecke, die in ihren Betrügereien schwelgen und zusammen mit euch Festessen halten; 2.Petr 2,13

Solche Individuen werden den Lohn* ihrer Ungerechtigkeit erhalten (*gemeint ist die gerechte Strafe). Es gefällt ihnen, bereits am helllichten Tag zu schlemmen, wo doch noch Arbeit, mit Disziplin verrichtet, ansteht, um in diesen bösen und gottlosen Tagen das Gute zu wirken und Verirrte zu sammeln und zu trösten.

Mir sind schon einige dieser Individuen unter uns begegnet, die ihr Tun mit dem „Wohlwollen Gottes“ und Phrasen, die von der „universalen Liebe Gottes“ sprechen, rechtfertigen. Ihr Leben ist ein Leben des Ehebruchs und der Sünde. Wehe ihnen!

Vers 14

sie haben Augen voller Begier nach einer Ehebrecherin und lassen von der Sünde nicht ab, indem sie ungefestigte Seelen anlocken; sie haben ein in der Habsucht geübtes Herz, Kinder des Fluches; 2.Petr 2,14

Wer die Sünde tut, ist der Sünde Sklave (Joh 8,34). Wer nach der Befreiung von der Sünde, sich wieder dahinbegibt, wird wieder ihr Sklave, auch Christen. Ich weiss von Christen, die Sklaven des Alkohols waren, sie waren nicht Sklaven Christi (Eph 6,6), sondern Sklaven des Alkohols. So werden Christen – ich spreche klar von wiedergeborenen Christen – wieder zu Sklaven der Sünde, wenn sie die Verse im 1. Korintherbrief, Kapitel 6 (z. B. Vers 15) nicht beherzigen. Sie können wieder Sklaven der Unreinheit und der Unzucht werden.

Ist das so schwer zu verstehen? – Ich verstehe die heutige Irrlehre nicht, die besagt, dass ein Christ nicht sehr tief fallen kann und damit die Geschwister einlullt und selbstzufrieden macht. Die ganze Geschichte Israels belehrt uns eines besseren!

Hat jemand mit der Aussage Mühe, dass ein mit dem kostbaren Blut Christi erkaufter Christ ein Kind des Fluches werden kann? – Der Fluch, der die Zerstörung seines Leibes, der seinen Tod herbeiführt, wird einen solchen treffen, wie es uns der Heilige Geist offenbart:

Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. 1.Kor 3,17

Wir sprechen hier klar von einem wiedergeborenen Christen, in dem Gott Wohnung gemacht hat. Wer nun diesen Tempel zum Glied einer Hure macht, den wird Gott zerstören, der Fluch wird ihn treffen! Genau nach diesem Prinzip urteilte und handelte der Apostel Paulus, als er die notwendigen Konsequenzen eines unzüchtigen Korinthers kommunizierte: Dieser Mensch wurde dem Satan übergeben, damit dieser ihn töte, damit das ausbreiten des Sauerteiges in der Gemeinde gestoppt würde, wie geschrieben steht:

3 Denn ich, zwar dem Leibe nach abwesend, aber im Geiste anwesend, habe schon als anwesend das Urteil gefällt über den, der dieses so verübt hat,
4 - wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid –
5 einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tage des Herrn. 1.Kor 5,3-5

Die Worte „zum Verderben des Fleisches“ drücken aus, dass dieser Mensch dem leiblichen Tod preisgegeben wird, er muss also sterben, physisch sterben und auf dem Friedhof begraben werden; nicht ein geistlicher Tod ist gemeint.

Wenn wir die Bibel lesen, müssen wir sie als ein Ganzes nehmen. Die Bibel enthält nicht nur die Güte Gottes, sie enthält auch die Strenge Gottes (Rö 11,22). Mir scheint, die Strenge Gottes werde heute völlig ausgeblendet, was als Konsequenz die Menschen die Gottesfurcht verlieren lässt. Und wer die Gottesfurcht verliert, verliert die Weisheit.

Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang: eine gute Einsicht für alle, die sie ausüben. Sein Ruhm besteht ewig. Ps 111,10

Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; und Erkenntnis des allein Heiligen ist Einsicht. Spr 9,10

Und was willst du in Torheit erreichen, o Mensch Gottes?

Vers 15

sie sind abgeirrt, da sie den geraden Weg verlassen haben, und sind nachgefolgt dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, 2.Petr 2,15

Mit Bileam kann ein Mensch nichts anfangen, wenn er nicht glauben will, dass ein Mann Gottes sehr tief sinken kann. Diese Menschen können dann aber mit Jonatan, dem Sohn Sauls und dem Richter Simson und ihren traurigen Geschichten auch nichts anfangen.

Die Rede in diesem Vers ist von Menschen, die vom geraden Weg abgeirrt sind. Sie waren einmal auf dem geraden Weg, sonst hätten sie diesen nicht verlassen können. Als Beispiel wird Bileam, der Sohn Beors genannt. Bileam war ein Prophet Gottes unter den Nationen. Er war so bekannt, dass Könige von ihm wussten und was er sagte, traf ein (4. Mo 22,6). Er konnte Gott Fragen stellen, die ihm Gott im Zweiergespräch beantwortete. Und die Bibel sagt ausdrücklich, dass dazu Bedingungen erfüllt sein müssen! Gott offenbart sich nicht jedem Vorübergehenden einfach so! Die Bibel sagt, dass man sich vor Menschen zu fürchten hat, welche Gott in einer solch vertrauten Weise erleben dürfen (4. Mo 12,6). Und Bileam erlebte Gott in einer ganz speziellen Form, von welcher viele von uns nur träumen können. Im Propheten Jeremia steht:

Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat auf sein Wort gelauscht und gehört? Jer 23,18

Praktisch niemand aus dem Volke Gottes konnte das von sich sagen. Im Gegenteil: Sie waren genau der entgegengesetzten Annahme, was die Ratschlüsse Gottes betraf (siehe Jer 23,17). Doch Bileam, der Sohn Beors, wusste genau, was Gottes Wille war, denn Gott sprach ganz deutlich mit ihm (4. Mo 22,9 ff.). Bileam war auf dem geraden Weg, doch die Geldliebe verleitete ihn zum Bösen, daher eignet er sich bestens als Beispiel für jemanden, der auf dem guten Weg war, diesen aber aus irgendwelchen weltlichen Begierden verlassen hat. Solche Menschen sind dann auf dem von der Bibel überlieferten Weg Bileams.

Die Bibel beginnt mit der Erzählung am Punkt der Wahl Bileams, in welcher er die falsche Entscheidung getroffen hatte. Als er das Geld des Königs von Moabs sah, galt die Weisung Gottes nichts mehr, das Geld Balaks stand darüber. Das brachte Bileams Verderben. – Wie erwähnt, steht Bileam für einen Menschen, der vom guten Pfad hinüber zur Strasse des Verderbens wechselt.

Vers 16

aber eine Zurechtweisung der eigenen Gesetzlosigkeit empfing: ein stummes Lasttier redete mit Menschenstimme und wehrte der Torheit des Propheten. 2.Petr 2,16
 
Hier sehen wir die erste Erwähnung einer sogenannten Zungen- oder Sprachenrede, das ist eine vom Geist gewirkte Rede einer Kreatur in einer dem entsprechenden Wesen – sei es ein Mensch oder ein Tier – unbekannten Sprache. Die Sprachenrede hat mit Lallen nichts zu tun, es ist eine richtige Sprache. Sie kann Menschen oder, wie wir hier sehen, auch Tieren vom Geist Gottes als Charisma (Gabe) geschenkt werden, um Ungläubige zu überführen, wie Bileam, der aus Geldgier Gottes Nein nicht wahrhaben wollte, überführt worden war.

Vers 17

Diese sind Brunnen ohne Wasser und Nebel, vom Sturmwind getrieben; und ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbewahrt. 2.Petr 2,17

Jetzt beginnt ein harter, aber selbstverständlich auch gottgehauchter Abschnitt. Gemäss Kontext ist die Rede immer noch vom Menschen, die vom Retter erkauft worden sind (2. Petr 2,1). Damit haben einige unerfahrene Leser Mühe. Wer aber die Schrift zweimal durchgelesen hat, weiss mit Bestimmtheit von Männern Gottes, die in ihren Leben nicht konsequent genug in der Festigkeit des Glaubens geblieben waren. Einige sind gestrauchelt und liegengeblieben, andere haben sich nach dem Straucheln wieder aufgefangen. Selbst Abraham und Mose hatten Zeiten, in welchen ihr Zeugnis gelitten hatte (Abraham: z. B. 1. Mo 20; Moses: 2. Mo 4,24). Simson strauchelte viel mehr als Abraham und Mose; er konnte sich kaum mehr aufrappeln. – Nur schon aufgrund dieser Tatsachen bei grossen Männern Gottes, müssen wir uns nicht wundern, wenn laue Geschwister vom Weg abkommen und anfangen, noch sehr viel üblere Dinge als Abraham, Moses und Simson zu tun. Abraham und Moses haben das in Schwachheit getan, sie sind über ihr Unvermögen gestolpert. Bei Simson kann man das schon nicht mehr sagen. Simson hätte wissen müssen, dass man als Mann Gottes nicht zu Huren geht – und er ging trotzdem. Bei Simson spielte also schon ein gewisser Vorsatz zur verbotenen fleischlichen Lust eine Rolle. Nun wissen wir aus dem ersten Korintherbrief, Kapitel 6, dass sogar wiedergeborene Christen (Glieder des Leibes Christi) vor dem Gang zur Hure gewarnt werden müssen. Die Fähigkeit, solche Sünden zu tun, steckt also selbst im Christen. Wer sie nun einsetzt und das Üble willentlich ausführt, wird zu einem Fallstrick für die Gemeinde; ein solcher Christ kann eine ganze Gemeinde verführen und verderben. Daher sind die im Vers genannten Bezeichnungen für solche Glieder unter uns nicht zu stark oder übertrieben!

Vers 18

Denn sie führen geschwollene, nichtige Reden und locken mit fleischlichen Begierden durch Ausschweifungen diejenigen an, die kaum denen entflohen sind, die im Irrtum wandeln; 2.Petr 2,18

Kennen sie das auch? – Mir ist es mehr als bekannt! Da besucht man eine Gemeinde und wird von Menschen belehrt, bei denen später auskommt, dass sie im Ehebruch leben. Ihre Reden entpuppen sich als geschwollen und nichtig, welche zuvor in der Gemeindegarderobe nach dem Gottesdienst von unkundigen Geschwistern noch gelobt worden waren.

Es ist nun einfach mal so, ob man es wahrhaben will oder nicht: Simson vernichtete als Mann Gottes das Zeugnis seines Gebieters, als er beim Haus von Delila aus- und einging! Andere von Simsons Zeitgenossen, die kaum denen entflohen waren, die im Irrtum wandelten, die das Gebaren Simsons sahen, wurden durch Simsons Verhalten auch animiert, die Gottesfurcht zu verlieren und der fleischlichen Lust nachzugeben. Sie mochten sich gesagt haben: „Wenn das schon ein von Gott eingesetzter Richter tun „darf“, dann darf ich es als kleines Lämmlein noch viel mehr tun!“ Gleich wie Simson (als er zu Delila ging) gelagerte Geschwister unter uns locken mit ihrem Gebaren jene an, die den fleischlichen Lüsten noch ergeben sind und verführen diese, anstatt eine Schutzmauer um sie herum zu sein. Daher ist jede Bezeichnung für solche Christen, welche im vorausgehenden Vers gebraucht wird (Wolken ohne Wasser, etc.), in keinem Fall zu stark oder gar übertrieben!

Vers 19

sie versprechen ihnen Freiheit, während sie selbst Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand überwältigt ist, dem ist er auch als Sklave unterworfen. 2.Petr 2,19

Wer Sünde tut, ist der Sünde Sklave. Menschen, die den geraden Weg verlassen, sind der Sünde wieder unterworfen. Bei Christen ist das noch umso schändlicher als bei Ungläubigen, die den geraden Weg nie erkannt haben.

Interessant ist bei den im Vers erwähnten Menschen festzustellen, dass sie Freiheit versprechen. Man sieht darin sehr starke Parallelen zu denjenigen Menschen aus dem Volk Gottes, die zur Zeit Jeremias, während der Belagerung Jerusalems, in der Stadt lebten. Sie versprachen in einem gottesfernen Wahn Freiheit, dass die Stadt um des Tempels willen nicht eingenommen werden würde. Verstrickt in ihren Sünden standen sie nicht im Rat Gottes und hatten daher keine Kenntnis davon, dass die Herrlichkeit Gottes den Tempel verlassen hatte. Hätte man Männer Gottes befragt, die im Rate Gottes gestanden hatten, wie Jeremia und Hesekiel, so hätte man nicht mehr von Freiheit gesprochen. Der Ratschluss des HERRN war die Zerstörung Jerusalems, nicht die Befreiung. Doch schuldbeladene Männer des Volkes Gottes sprachen in ihrem Irrwahn, dass Jerusalem weiterhin in Freiheit leben würde und sie verführten das leichtgläubige Volk mit Lügenworten. Jeremia musste dem vehement entgegenhalten:

Und verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies! Jer 7,4

In einer Zeit, in welcher die Zerstörung Jerusalems beschlossen war, beriefen sich einige auf die unbegründete Tatsache, der Tempel Gottes (und somit auch die Stadt) sei unantastbar. Menschen aus dem Volk Gottes, die trotz ihrer Sünde in einer perversen Art glaubten, der HERR würde vor ihren bösen Taten die Augen verschliessen, exzessiv und verhältnislos positiv denkende Menschen, gibt es auch unter uns. Wer kennt sie nicht? Sie heissen gut, wenn sich Ehepaare trennen, leben selbst ein unheiliges Leben und sprechen: „Es kommt schon gut, unser HERR ist stärker als der Widersacher!“

Nun, das ist eine Tatsache, dass unser HERR stärker ist als der Widersacher. Doch was ist, wenn der HERR persönlich Unglück beschlossen hat, wie er es zur Zeit Jeremias getan hatte? Was ist, wenn sich der HERR gegen sein eigenes Volk wendet, wie er sich bei den Alten gegen das eigene Volk gewendet hatte? Dann wären ein Aufruf zur Busse mit würdigen Werken der Busse, das Lassen der Sünde und die Hinwendung zu Gott angebracht. Doch gerade in kritischen Zeiten hört man die lügnerische Stimme von solchen unter uns, die Freiheit versprechen, um das Volk in einem törichten Schlaf zu belassen, um die letzten Aufrufe Gottes zur Umkehr ungehört verhallen zu lassen und es dem Unglück preiszugeben.

Vers 20

Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus entflohen sind, aber wieder in diese verwickelt und überwältigt werden, so ist für sie das letzte schlimmer geworden als das erste. 2.Petr 2,20

Ein von seinem Unflat gereinigter Sünder, ist seinen Verstrickungen entflohen; er ist vom Unflat gereinigt. Ein Namenschrist (oder Scheinchrist) ist bleibend im Unflat der Welt; ein solcher ist den Befleckungen nie entflohen, auch wenn er sich als „Erleuchteter“ gibt. Denn eine Abwaschen der Sünde kann nur durch das wirksame Blut Christi geschehen, zur Reinigung ist eine Aktion Gottes vonnöten.

Wenn nun ein von Jesus Christus gereinigter Mensch in die Welt zurückgeht, passiert folgendes:

Wie ein Hund, der zurückkehrt zu seinem Gespei, Spr 26,11a

Es ist eine nicht in Worten zu fassende Schande, wenn sich ein dreckiger und krimineller Bettler, der als Sohn und Erbe ins Königshaus des Landes aufgenommen worden ist, wieder in sein altes und armseliges Leben zurückbegibt. Er macht sich selber Schande, doch er zieht auch den Königshof ins Lächerliche.

Solch gelagerte Christen werden vor dem Richterstuhl Christi äusserst beschämt von dannen ziehen müssen! Amen.

Vers 21

Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. 2.Petr 2,21

Wir müssen uns das einmal vorstellen: Da wird ein Sünder auf dem bösen Weg zur Hölle durch Gott gereinigt und es wird ihm der gute Weg vorgestellt. Der Sünder nimmt ihn dankend an, erkennt den Unterschied und begibt sich auf den guten Weg. – An dieser Stelle sind wirklich Menschen gemeint, die auf dem guten Weg gingen, sonst hätten sie sich ja davon nicht wieder abwenden können!

Doch nun ist es so, das gibt’s es tatsächlich und da müssen wir uns nichts vormachen, in einigen Fällen geschieht das: Der gereinigte und der aus dem Irrtum heraus gerettete Mensch, geht freiwillig wieder in den Irrtum hinein und auf den zum Tod führenden Weg zurück! – Gibt es einen grösseren Gottesverrat? Gibt es eine grössere Torheit? – Mit Recht sagt die Bibel aufgrund dieses unbeschreiblichen Verhaltens, dass es für solche Menschen besser wäre, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben! Die Schande dieser Menschen ist schlicht und einfach zu gross!

Vers 22

Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen: »Der Hund kehrt wieder um zu seinem eigenen Gespei« und die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot. 2.Petr 2,22

Wer könnte einen besseren Vergleich finden als der Heilige Geist? Ein durch Christus gereinigter Mensch, der in jedem Fall aus der Kloake der Welt kommt (alle sind Sünder und geistlich unrein) und wieder dorthin zurückkehrt, der verhält sich wie eine gewaschene Sau, die sich wieder im Kot wälzt und sich damit den Körper wieder mit Exkrementen zupflastert. Oder eine solche Person ist wie ein Hund, der zum eigenen Erbrochenen zurückkehrt.

So verhält es sich und es gibt keine besseren Vergleiche dafür, als die des Heiligen Geistes, der das Wort Gottes inspiriert hat. Amen!

Kapitel 3

Vers 1

Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen beiden ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, 2.Petr 3,1

Der Heilige Geist benutzte Petrus mit seinen Briefen, um der Leserschaft durch die Erinnerung an die Wahrheit die lautere Gesinnung aufzuwecken. Es ist nicht immer so, dass wir in Lauterkeit (Korrektheit) wandeln. Durch das Lesen des Wortes Gottes wird uns der gute Weg immer wieder vorgestellt, in Erinnerung gerufen, das Bewirkt bei uns dasselbe, was das Lesen der Worte Gottes beim König bewirkt hat:

18 Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreiches sitzt, dann soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus dem Buch, das den Priestern, den Leviten, vorliegt.
19 Und sie soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er den HERRN, seinen Gott, fürchten lernt, um alle Worte dieses Gesetzes und diese Ordnungen zu bewahren, sie zu tun,
20 damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebt und er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweicht, damit er die Tage in seiner Königsherrschaft verlängert, er und seine Söhne, in der Mitte Israels. 5.Mose 17,18-20

Durch das beständige Lesen des Wortes Gottes bleiben wir in der Gottesfurcht, im Bewahren seiner Worte und damit in der Lauterkeit. Das wusste Petrus und daher schrieb er den Gläubigen Lehrbriefe, die auch Erinnerungscharakter hatten.

Vers 2

damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten schon vorher gesprochenen Worte und des durch eure Apostel übermittelten Gebotes des Herrn und Heilandes 2.Petr 3,2

Durch die Erinnerung an die Wahrheit sollte bei der Leserschaft die lautere Gesinnung aufgeweckt werden. Die Absicht des Heiligen Geistes war die Erinnerung an das ganze Wort Gottes, ohne Einschränkung auf lediglich das Neue Testament. Diese Erinnerung wird hier im Neuen Testament mindestens zum vierten Mal ausgesprochen bzw. angeordnet. Die anderen drei Bibelstellen kennen wir bereits (Rö 15,4; 1. Kor 10,6.11). An neutestamentliche Geschwister ergeht der eindringliche Ruf, an die Worte der heiligen Propheten (Altes Testament) und an das Gebot der Apostel (Neues Testament) zu gedenken, wir sollen uns immer wieder die ganze Bibel in Erinnerung rufen!

Ich wiederhole mich: Das ist die vierte, klar und deutlich ausgesprochene Aufforderung, sich an die Worte der ganzen Bibel zu erinnern und sich nicht nur auf das Neue Testament zu konzentrieren. Noch weniger ist angesichts dieser Worte angebracht, nur und ausschliesslich auf die Verheissungen des Neuen Testamentes zu schauen, welche – für sich allein betrachtet – dem Horizont des Gläubigen zu enge Grenzen setzt.

Vers 3

und zuerst dies wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden wandeln 2.Petr 3,3

Ein weiteres Zeichen der Endzeit bzw. „der letzten Tage“ sind Spötter. „Wo ist denn dieser gerechte und gute Gott, den ihr verkündigt?“, mögen sie uns fragen und weiter an ihrer Sünde gemäss ihrer Begierde festhalten. Eine Gruppe unter ihnen spricht von sogenannter Homophobie, wenn man ihren Weg nicht feiert und ihnen in ihrem Tun nicht Beifall klatscht.

Nun denn, Gott kündigte durch sein Wort immer vor seinem Eingreifen an, lange bevor sein unerbittliches Gericht über die Sünde sich über die Menschen ergiesst, was sein Wille ist. Wer diesen Willen verachtet, wird die Konsequenz seiner Schuld tragen müssen! – Ein solcher Mensch wird sie garantiert tragen müssen! Amen.

Vers 4

und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an. 2.Petr 3,4

Auf diese Weise denken Spötter, welche über die Schriften spotten. Sie wissen nichts von den Plänen Gottes. – Wir wissen hingegen durch die Schrift, dass sich in den letzten Tagen dieses Zeitalters die Juden zu sammeln beginnen. Das geschah im Jahre 1882, als Rückkehrer begannen, das Land Israel wieder zu bevölkern. 1882 begann also die Endzeit, das ist das Ende des Zeitalters des Ersten Kommens des Christus bis zum zweiten Kommen des Christus.

Israel wurde 1948 wieder zu einem Staat. Heute leben wir im Jahre 2020. 2020 ist bereits 138 Jahre nach 1882. – Um zum Vers zurückzukommen: Gar nichts blieb so von Anfang der Schöpfung an. Die Zeit vom ersten Kommen Christi bis zum zweiten Kommen Christi neigt sich in diesen Tagen schnell dem Ende zu; wir sind Augenzeugen der Ereignisse!

Niemand soll sich durch die Worte der Spötter beeindrucken lassen! Lassen Sie uns daher so leben, wie wenn garantiert wäre, dass Christus heute noch kommt. Amen!

Vers 5

Denn denen, die dies behaupten, ist verborgen, dass von jeher Himmel waren und eine Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte, und zwar durch das Wort Gottes, 2.Petr 3,5

Menschen, die über Veränderungen im Weltgeschehen spotten und nicht glauben, dass der HERR wiederkommen wird, denen müssen elementare Dinge verborgen sein, ansonsten würden sie Gott nicht fluchen. Sie wissen nichts über Gott und auch nichts von der Sintflut, welche die erste Erde vernichtet hatte, sonst würden sie nicht über unsere Erwartung, dass Christus wiederkommt und eine neue Weltordnung schaffen wird, spotten.

Vers 6

durch welche die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging. 2.Petr 3,6

Mit der „damaligen Welt“ ist die Welt gemeint, die von Adam bis Noah Bestand hatte. Aufgrund der Bosheit der Bewohner wurde sie gerichtet und ging unter. Damit bewies Gott, dass er die Kraft hat, die ganze Welt insgesamt zu richten. Kein grosser Krieger oder Staatsmann mit seiner Armee konnte damals die Katastrophe der Sintflut verhindern. Wie damals kann keine militärische Allianz Christus stoppen, wenn Er zurückkommt. Alle seine Widersacher werden vertilgt werden. Das Blut aus der Schlacht gegen Christus wird bis an das Zaumzeug eines Pferdes reichen und vom Schlachtplatz wird das Blut 300 km weit fliessen (Offb 14,20). Ist das nicht beeindruckend? Wer will sich gegen den König der Könige stellen? Und wer will weiter über Ihn und seine Pläne spotten?

Gott kann punktuell und universal eingreifen. Er kann zwischen einzelnen Menschen unterschiedlich richten, und Er kann die ganze Welt insgesamt richten, denn in Ihm befinden sich alle Kraft und alle Gewalt.

Bekanntlich lachen Spötter über die Wahrheit, dass Gott diese Welt mit Sicherheit richten wird. Unter ihnen gibt es Atheisten, Evolutionisten und Satanisten, um nur wenige zu nennen. Diese Gruppen, die nicht mit Gott, seinem baldigen Eingreifen und seiner konkurrenzlosen und absoluten Überlegenheit rechnen, irren sich alle. Der Beweis steht mit der Sintflut und der Umkehrung von Sodom und Gomorra, dass Er universal sowie auch punktuell richten kann. Und wenn Er richtet, kann sich Ihm kein Wesen in den Weg stellen, das Gericht kommt einfach und rafft alles weg, was Odem hat. Das kann Gott. Und Er kann es ohne Probleme in jeder Form und zu jedem Zeitpunkt tun. Amen.

Vers 7

Die jetzigen Himmel und die jetzige Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. 2.Petr 3,7

Das Wort Gottes, von welchem im Vers 5 die Rede ist und in welchem sich alle Kraft vereinigt, welches Christus selber ist (Joh 1,1), ist rein, heilig, allmächtig und entschlossen. Jesus Christus ist König, und Er ist fest entschlossen, das Böse aus seinem Herrschaftsbereich zu entfernen. Daher wurde ein Tag festgesetzt, an welchem die Erde mit Feuer verbrannt wird und alle gottlosen Menschen ins Verderben gestürzt werden. Der Beschluss steht dermassen fest, dass die Ausdrucksweise unmissverständlicher nicht sein könnte: „Die jetzigen Himmel und die jetzige Erde sind durch dasselbe Wort aufbewahrt …“, heisst es. Der Beschluss steht so fest, dass es auf eine Weise geschrieben ist, die ausdrückt, dass die Himmel und die Erde nur gerade dazu da wären, das Feuer zu speisen. Doch angesichts der Lage kann gesagt sein: Die Sünde hat die Welt dahin gebracht, dass sie zum „Futter“ des Feuers geworden ist und nur noch dazu taugt. Daher muss es geschehen: Sie wird zum Frass des Feuers des glühenden Zornes Gottes werden. Dieses Ereignis kann nicht mehr abgewendet werden. Der Beschluss steht durch „das Wort“. Der Beschluss steht durch die feste Entscheidung des Königs der Könige. Amen.

Vers 8

Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. 2.Petr 3,8

Jetzt wird es ganz interessant, wenn wir uns im Klaren sind, dass jeder Satz in der Bibel völlig ausgewählt und erst nach siebenfacher Läuterung in der Schrift platziert wird (Ps 12,7). Wieso kommt Petrus gerade in dieser Textstelle mit einer Masseinheit für die Zeit Gottes? – Ein Zufall? – Wir wissen: Das ist kein Zufall! Wir wissen damit, dass wir Tage Gottes in Eintausend-Jahr-Schritten sehen können. Ein Beispiel: Gott ruhte am siebenten Tag (1. Mo 2,2). Diese Zeitperiode der Ruhe Gottes kommt im Hebräerbrief, Kapitel 4, wieder vor bezeichnet das 1000-jährige Friedensreich, in welchem auch die wahren Gläubigen in die Ruhe Gottes kommen werden. Der eine Ruhetag Gottes schattet die 1000 Jahre Ruhe Gottes und seines Christus vor. Ein weiteres Beispiel: Der Herr Jesus musste durch Samaria ziehen, das war ein Gebiet, in welchem Menschen aus den Nationen, also Heiden wohnten. Dort blieb er zwei Tage, wie geschrieben steht:

Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Joh 4,40

Damit kündigte der Herr Jesus an, dass Er sich zweitausend Jahre unter den Nationen – fern von seinem Volk Israel – aufhalten wird, was in unserem Zeitalter zur Erfüllung gekommen ist. Wir wissen, durch die Endzeitzeichen, die sich inzwischen alle erfüllt haben, dass die Wiederkunft des HERRN unmittelbar bevor steht. Den genauen Tag seiner Rückkehr kann niemand berechnen, da Gott verschwiegen hat, wann die Zählung dieser zwei Tage begonnen hat. Aber durch die Zeichen der Zeit (Mt 24.4-14) wissen wir, dass das Ende unmittelbar bevor steht. Ein drittes Beispiel:

1 »Kommt und lasst uns zum HERRN umkehren! Denn er hat zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat geschlagen, er wird uns auch verbinden.
2 Er wird uns nach zwei Tagen neu beleben, am dritten Tag uns aufrichten, dass wir vor seinem Angesicht leben.
3 So lasst uns ihn erkennen, ja, lasst uns nachjagen der Erkenntnis des HERRN! Sicher wie die Morgenröte ist sein Hervortreten. Er kommt wie der Regen zu uns, wie der Spätregen, der die Erde benetzt.« Hos 6,1-3

Der HERR wird gemäss den Schriften Israel tatsächlich bei seiner Wiederkunft neu beleben und als eine blühende und geheilte Nation vor sich stellen. Dies wird bei seiner Wiederkunft geschehen, welche nach den „zwei Tagen in Samaria“, also nach den 2000 Jahren unter den Nationen erfolgen wird. Er wird wieder inmitten von seinem Volk wohnen, wie Er sich im Vorbild nach den zwei Tagen in Samaria wieder in das Gebiet begab, in welchem sein Volk wohnte.

Petrus erinnert die Gläubigen an das Zeit des Endes und gibt einen weiteren Hinweis zum Zeitpunkt – neben der Rede Jesu im Matthäus 24 -, der anzeigt, wenn sich das jetzige Zeitalter dem Ende zuneigt. Und heute ist es soweit, wir befinden uns nicht mehr am Anfang des Endes, sondern erwarten die Rückkehr des HERRN jeden Tag! Amen!

Vers 9

Der Herr verzögert nicht die Verheissung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Busse kommen. 2.Petr 3,9

Gott will, dass alle Menschen zur Busse kommen. Es gibt bei Ihm keine Auswahl von Menschen, die von Anfang an keine Chance haben. Er will alle, jeden einzelnen Menschen retten, wie auch im Timotheusbrief geschrieben steht:

3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott,
4 welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Tim 2,3.4

Er verzögert die angekündigte Wiederkunft nicht; Er verzögert nicht die Verheissung. Der HERR säumt nicht; Er wird wiederkommen. Er wird sehr bald wiederkommen, wir stehen am Ende der Endzeit. Amen.

Vers 10

Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr im Gericht erfunden werden. 2.Petr 3,10

Dass der grosse Tag kommen und er urplötzlich kommen wird, steht ausser Frage, das weiss jeder Gläubige. Was aber einige nicht offensichtlich nicht so genau verstehen wollen, ist die Tatsache, dass dann die Erde und die Werke auf ihr im Gericht erfunden werden. Die Werke der Ungläubigen aber auch die Werke der Gläubigen werden im Gericht erfunden werden. Und die Werke der Gläubigen sollten die Werke der Ungläubigen bei Weitem übertreffen, da den Gläubigen die Natur Christi, die nicht sündigen kann, geschenkt wurde.

Wir erinnern uns an das folgende Wort unseres HERRN:

Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen. Mt 5,20

Ein Jünger Christi bekommt die Natur Gottes, die, wie erwähnt, nicht sündigen kann. Das kennen wir aus dem Johannesbrief:

Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt. 1.Joh 3,6

Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an. 1.Joh 5,18

Mit diesen Voraussetzungen haben wir das Mittel, die Natur in uns, um zu erfüllen, was Christus von seinen Jüngern erwartet. Wenn wir darin bleiben, so werden wir bei seiner Wiederkunft glänzen, wenn wir nicht in seinen Worten bleiben, werden wir uns einen enormen Schaden einhandeln. Amen.

Vers 11

Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, 2.Petr 3,11

Gottes Name ist absolut herrlich und erhaben. Wir haben keine grosse Vorstellung davon, wenn wir das in unseren Grenzen der Wahrnehmung ausmalen wollen. Sein Name ist so gross, dass gewaltige Engel und Fürstentümer in himmlischen Bereichen davor zittern! – Diesen Namen hat Gott auf uns gelegt und daher darf auch der unsicherste Mensch unter uns über die Grösse und Herrlichkeit jauchzen, mit welcher er bekleidet wurde!

Vers 12

indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden! 2.Petr 3,12

Was für Menschen müssen wir nur schon sein, dass wir in Gottes Gedanken eingeweiht worden sind, dass wir wissen, dass der sogenannte „Tag des HERRN“ kommen wird. Woher hätten wir das wissen sollen, wenn nicht Er es uns gesagt hätte?

Gott hat seinen Tag längst im Voraus angekündigt, doch das Verständnis hat Er nur denjenigen gegeben, die würdig sind, seine Worte zu verstehen (siehe Lk 8,10). Mit Ihm nahestehenden Personen teilt Gott seine Gedanken, den fernen bleiben sie verborgen (Joh 15,14.15).

Vers 13

Wir erwarten aber nach seiner Verheissung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. 2.Petr 3,13

Der Thron eines Königs steht fest durch Gerechtigkeit, wie geschrieben steht:

Ein Greuel ist für Könige gottloses Tun; denn durch Gerechtigkeit steht ein Thron fest. Spr 16,12

Nur schon aufgrund dieser Tatsache ist ganz klar, dass Christus, der König dieser Erde zurückkommen muss, um mit der Ungerechtigkeit aufzuräumen. Seine Köngisherrschaft wird ewigen Bestand haben, weil Er ohne Fehl und Tadel ist und absolut gerecht regieren wird!

Vers 14

Deshalb, Geliebte, da ihr dies erwartet, befleissigt euch, unbefleckt und tadellos von ihm im Frieden befunden zu werden! 2.Petr 3,14

Wie ich im 2. Kapitel schon kommentiert habe, ist es für Gläubige durchaus möglich, zu straucheln und befleckt vor Ihm erfunden zu werden, sodass Er wird tadeln müssen. Dieser Vers warnt uns ausdrücklich davor! Und wenn das nicht möglich wäre, so würde vor Befleckung nicht gewarnt werden.

Unter dem Volk Gottes mache ich immer wieder die Beobachtung, dass sich Christen in jeder  Situation sehr schnell – viel zu schnell – Segen zusprechen. Segen zusprechen ist gut, aber nicht in jedem Fall. Ich mache ein Beispiel, um jetzt nicht missverstanden zu werden: Wenn wir jemanden sehen, der beispielsweise nicht mehr in die Gottesdienste kommt oder sich sonst nicht mehr auf dem guten Weg hält, so ist es nicht statthaft, ihn mit Bibelversen, die ausschliesslich über Segen sprechen, zu beglücken. Ein ermahnendes Wort wäre in diesem Fall wohl eher angebracht.

Die Aussage von Paulus, dass Hände nicht vorschnell aufzulegen sind (1. Tim 5,22), bekräftigt das hier Gesagte. Gerne würde ein wahrer Diener Christi jeder Person die Hände auflegen, damit sie Segen von Gott empfange. Doch das ist, wie erwähnt, nicht in jedem Fall statthaft. Wenn eine Person sündigt, benötigt diese Zurechtweisung und nicht Worte des Segens, weil Worte des Segens eine Person auf dem Weg bestärken. Benötigt jemand Mut, so soll er beispielsweise mit Psalm 23 getröstet werden! Sündigt aber jemand, so ist es komplett falsch, einen solchen mit Segensworten zu beruhigen oder gar einem solchen die Hände aufzulegen! Durch bestärkende Trostworte oder die Einswerdung durch Handauflegung mit dieser Person wird man an deren Sünden teilhaftig (das Händeauflegen drückt aus, dass man sich völlig mit dieser Person identifiziert)! – Warum? – Weil man eine fehlbare Person mit Worten des Komforts oder Handauflegung bestärkt und nicht zurechtweist.

Um dem aktuellen Vers 14 gerecht zu werden, müssen wir uns im Klaren sein, wie wir einander helfen können, damit jeder untadelig vor dem HERRN stehen kann. Wenn wir als unkontrollierte Versschleuder – entschuldigen Sie den Ausdruck, obschon er bei einigen sehr passend ist – agieren, ist das nicht fromm, sondern töricht. Die sozialen Medien bieten sich als Plattform halt geradezu an, um Bibelverse, die ausschliesslich Segen wünschen, zu veröffentlichen. Man gleicht dann einem alttestamentlichen Priester, der jeden Opfernden segnete und damit im Wandel bestärkte, der ihm ein Opfer brachte (und mit dem Priesteranteil des Opfers auch sein Essen), selbst wenn der Opfernde einen bösen Weg eingeschlagen hatte.

Vers 15

 Und seht in der Langmut unseres Herrn die Rettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, 2.Petr 3,15

Die Langmut des HERRN bringt den Menschen Rettung. Der gefallene Mensch hegt Jähzorn, was zum Glück kein Attribut des Charakter Gottes ist. Wäre Gott jähzornig, so hätte Er milliardenfach die Möglichkeit gehabt, zornig zu werden und vernichtend dreinzuschlagen. Gott hätte beim ersten Peitschenhieb der Römer Feuer vom Himmel regnen lassen können, wenn Er das nur gewollt hätte. Doch Er tat es nicht, was unsere Rettung bedeutet.

In der Langmut Gottes ist die Rettung zu sehen, nicht ein Spielen mit der Schöpfung oder ein Desinteresse an den Menschen ist darin zu sehen. Das sollen wir verstehen; hier haben wir eine deutliche Aufforderung, den Sachverhalt so zu sehen. Von diesen Dingen schrieb auch Paulus, damit die Menschen nicht im Unwissen verweilen.

Vers 16

wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet. In diesen Briefen ist einiges schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben. 2.Petr 3,16

Es ist schon sehr interessant, was einige Menschen glauben aus Predigten verstanden zu haben. Da kann ein guter Prediger sorgfältig eine gut recherchierte Botschaft vortragen und beispielsweise von „Äpfeln“ sprechen, doch einige aus den Zuhörern verstehen „Birnen“. Manche von diesen „Falschverstehern“ sind so unwissend und ungefestigt, dass ein einziges Wort in einer guten Botschaft ausreicht, um sie aus dem Saal zu treiben. Sie glauben, demonstrativ ein Zeichen setzen zu müssen, weil sie ein einziges ihrem Wortschatz fremdes Wort, das nicht in ihre kleine Welt passt, störte.

Solche sollen wissen: Wer die Bibel oder gut recherchierte biblische Predigten verdreht, tut das nicht zum Schaden Gottes oder zum Schaden des Predigers. Sie tun es vielmehr zum eigenen Schaden, wie der Vers 16 sagt! Amen.

Vers 17

Da ihr, Geliebte, es nun vorher wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrwahn der Ruchlosen mitfortgerissen werdet und aus eurer eigenen Festigkeit fallt! 2.Petr 3,17

Dieser Vers sagt in aller Deutlichkeit aus, dass ein Christ, der nicht auf seinen Weg achtet, fallen kann. Der Vers drückt es in einer sehr krassen Art aus, eine Art, welche wir nicht zu lehren wagen würden, würde es nicht so in der Heiligen Schrift stehen. Es steht, dass ein Christ durch den Irrwahn* (siehe Erklärung unten) der Ruchlosen** (siehe Erklärung unten) fortgerissen werden kann. Und es steht, dass ein Christ aus seiner Festigkeit fallen kann. – Ein Christ kann durch Täuschung von Gesetzlosen fallen, wenn er sich nicht am Wort des HERRN ausrichtet.

Christen sind angesprochen, da Petrus die Angeschriebenen zur Bruderschaft in Christus zählt (siehe vorausgehende Verse 13 - 15 und nachfolgender Vers 18). Obschon das so absolut offensichtlich durch den Heiligen Geist vermittelt wird – wer das nicht erkennt, dem kann ich wirklich nicht helfen – behaupten Christen, dass es auf keinen Fall sein kann, dass ein Christ fallen könne. Diese Lehre, dass ein Christ nicht fallen kann, gehört zum Irrwahn der Ruchlosen, mit welchem Ruchlose die Christen in einen gefährlichen Schlaf einlullen, der ein böses Erwachen garantiert!

Diese Lehre kursiert unter uns Christen, sie wurde mir auch schon mehrmals vorgetragen! Im Eintrittsfall ist sie entschieden mit der Schärfe des Wortes zurückzuweisen und die Geschwister sind über die Schlechtigkeit dieser Lehre aufzuklären (auf dem Kanal bibelkommentare.ch von YouTube stehen zwei Aufklärungsvideos bereit: https://youtu.be/AMxlMP99O3U und https://youtu.be/QW-1qqKCroc).

*In Matthäus 27,64 wird das Wort Irrwahn (gr. plané) zur Beschreibung einer bewussten Täuschung angewendet.
**Ruchloser (gr. athesmos) bedeutet: gesetzlos, ruchlos, frevelhaft

Vers 18

Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus! Ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. 2.Petr 3,18

Wir sollen in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus wachsen! – Auf welche Weise können wir das tun? – Die Bibel ist klar in diesem Punkt, völlig klar. Der Gemeinde sind dazu begabte Menschen gegeben, die durch Christus dazu befähigt worden sind, die Gemeinde zu lehren und damit in der Erkenntnis zu fördern. Dazugehörige Verse müssen wir nicht lange suchen oder eine Interpretation an den Haaren herbeiziehen, der Heilige Geist spricht dazu Klartext, wie geschrieben steht:

11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,
12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi,
13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmass des Wuchses der Fülle Christi. Eph 4,11-13

Es ist wichtig, dass wir die Werkzeuge, die der HERR der Gemeinde zur Verfügung stellt, zu Hilfe nehmen. Ein dazu vom HERRN – nicht von Menschen – ausgebildeter Lehrer bringt uns sehr viel weiter als ein Alleingang im Wortstudium. Und sollte es in ihrer Gemeinde keine tiefgründige Lehre geben, bitten Sie den HERRN, dass Er Sie zu einer von Ihm ausgebildeten Person führt, sei sie auch in der Ferne und ihr Angebot in Büchern oder elektronisch zur Verfügung stellt.
Amen.